foodwatch: Ökolandbau ist kein Klimaretter
Eine aktuelle foodwatch-Studie zeigt auf, das die Landwirtschaft nur bei verringerter Milch- und Rindfleisch-Produktion und einem Stopp bei der Nutzung von Moorböden klimafreundlich ist. Mit 133 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr stößt die deutsche Landwirtschaft fast ebensoviel Treibhausgase aus wie der Straßenverkehr.
Durch eine vollständige Umstellung auf den Ökolandbau könnten etwa 15 bis 20 Prozent der Treibhausgase eingespart werden. Diese Reduktion allein reicht aber bei weitem nicht aus, denn langfristig muss der Ausstoß von Klimagasen um mehr als 50 Prozent sinken. Zudem würde eine vollständige Umstellung auf Ökolandbau 70 Prozent mehr Fläche erfordern, etwa 10 Millionen Hektar. Da diese Fläche weder in Deutschland, noch in Europa verfügbar ist, müssten vor allem die Produktion und der Konsum von Rindfleisch und Milch drastisch zurückgehen. Das ist ein Hauptergebnis einer Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin, die foodwatch jetzt vorstellte.

Für Verbraucher nennt die Studie den Klimaeffekt verschiedener Lebensmittel. Nicht immer ist die Klimabilanz von Bio-Lebensmitteln besser als die bei herkömmlicher Produktion. Bio-Fleisch aus der Rindermast etwa kann bis zu 60 Prozent mehr CO2 verursachen als konventionell hergestelltes. „Das Biosiegel liefert keinen ausreichenden Hinweis für einen klimafreundlichen Konsum von Lebensmitteln“, sagte foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. Ausschlaggebend sei vielmehr die Ernährungsweise, nämlich wie viel Rindfleisch und Milchprodukte der Einzelne verzehrt. Die Herstellung von einem Kilogramm konventionellen Schweinefleisch verursacht so viel CO2 wie ein Mittelklassewagen, der 26 Kilometer fährt. Ein Kilogramm herkömmliches Rindfleisch aus der Mast schädigt das Klima wie eine 71-Kilometer-Fahrt.
Testschmecker-Kommentar: Die Reduzierung des hohen Fleischkonsums in den Industrieländern scheint wahrlich eine wichtige Aufgabe zu sein. Ein weiterer Fakt ist ja schließlich, das 30 % der weltweiten, landwirtschaftlichen Anbaufläche für die Futtermittel-Produktion genutzt werden. Was tun? Eine drastische Verschärfung des Tierschutzgesetzes und die allgemeine Umstellung auf artgerechte, biologische Tierhaltung würden schon zu wesentlich höheren Preisen und damit geringerem Konsum führen. Damit könnten gleich mehrere positive Effekte erreicht werden: Bessere CO2 Bilanz, mehr Tierschutz und eine bessere “Volksgesundheit” durch eine ausgewogenere Ernährung.





