Alnatura erzielt zweistelliges Umsatzplus und fordert die verstärkte Umstellung auf ökologische Landwirtschaft

Da die folgende Pressemitteilung von Alnatura viele aufschlussreiche Zahlen über die Entwicklung des Marktes von Bio-Lebensmitteln enthält, gebe ich diese hier in Auszügen wieder:

Mit einem zweistelligen Umsatzplus hat Alnatura sein Geschäftsjahr 2007/2008 am 30. September 2008 abgeschlossen. Das Naturkost-Handelsunternehmen aus dem hessischen Bickenbach erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 304 Millionen Euro und damit eine Steigerung von 24 Prozent zum Vorjahr. Das Unternehmen wächst damit weiterhin stärker als der deutsche Bio-Markt, der im Kalenderjahr 2007 zwischen 15 und 18 Prozent zulegen konnte.

Zehn neue Super Natur Märkte hat Alnatura im letzten Geschäftsjahr eröffnet. Damit erhöht sich die Anzahl der Märkte auf 44 Filialen in 32 Städten. Bis Ende 2008 kommt ein weiterer Markt in München hinzu: Mit insgesamt 45 Filialen ist Alnatura damit weiterhin Marktführer unter den Filialisten der Bio-Supermärkte. Aufgrund der starken Filialexpansion konnte Alnatura im letzten Geschäftsjahr weitere Arbeitsplätze schaffen: 200 neue Mitarbeiter wurden eingestellt – damit beschäftigt das Unternehmen aktuell 1.150 Menschen. Die Bio-Branche insgesamt ist ein wichtiger Wachstumsmotor für die Schaffung neuer Arbeitsplätze: Rund 170.000 Menschen arbeiteten 2007 in diesem Sektor als Erzeuger, Hersteller, Händler, Dienstleister oder in Verbänden.

Der Bio-Handel in Deutschland entwickelt sich weiterhin positiv, wenn auch etwas verhaltener als im vorangegangenen Jahr: 2007 erzielte der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln ein Volumen zwischen 5,3 und 5,45 Milliarden Euro (Differenz aufgrund unterschiedlicher statistischer Verfahren) und damit eine Steigerungsrate zwischen 15 und 18 Prozent. Der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt liegt damit bei schätzungsweise 3,2 Prozent.


Die steigende Nachfrage an heimischen Produkten kann derzeit nicht befriedigt werden (alle Fotos: Alnatura)

Wie bereits in den vergangenen Jahren führte die Umsatzsteigerung im Bio-Handel nicht zur dringend notwendigen verstärkten Umstellung von konventionellem auf Öko-Landbau: Die Anzahl der landwirtschaftlichen Öko-Betriebe stieg 2007 um 6,5 Prozent auf 18.703 Betriebe. Die ökologisch bewirtschafteten Flächen erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 4,8 Prozent auf 865.000 Hektar und entsprechen damit einem Anteil von 5,1 Prozent an den gesamten landwirtschaftlichen Nutzflächen in Deutschland. Im Jahr 2006 hatte die Steigerung bei den Öko-Flächen lediglich 2,3 Prozent betragen: Damit ergibt sich für 2007 zwar eine leichte prozentuale Zunahme bei der Umstellung auf Öko-Landbau, diese reicht aber bei weitem noch nicht aus, um die weiter steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln aus heimischer Produktion zu befriedigen.

4 Reaktionen zu “Alnatura erzielt zweistelliges Umsatzplus und fordert die verstärkte Umstellung auf ökologische Landwirtschaft”

  1. Christian Krammer

    Also Alnatura hat den großen Erfolg echt verdient! Bin immer wieder begeistert, was die selbst im kleinen Sortiment von DM alles unterbringen.

    Aber, was ganz anderes: Ich frage mich, wie in Zukunft der Bedarf an Bio-Lebensmitteln gedeckt werden soll, wenn das Angebot an Bio-Bauern nicht im gleichen Maße steigt, wie die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln.

  2. Lars Breidenbach

    Die Zahlen geben ja nur den deutschen Markt wieder. Die Produktion in anderen Ländern wächst dafür umso mehr. Ich glaube kaum, dass es wirklich einen Engpass geben wird. Die große Frage ist, warum in Deutschland trotz der großen Nachfrage die Landwirtschaft nicht entsprechend reagiert. Und ob es ökologisch sinnvoll ist, wenn Bio-Kartoffeln aus Ägypten bei uns verkauft werden.

  3. Christian Krammer

    Lustig, dass du genau diese Kartoffeln ansprichst. Habe mich darüber auch schon öfter geärgert. Anstatt darauf zu achten, dass die Nachfrage mit inländischer Ware gedeckt werden kann, importiert man lieber vom Arsch der Welt her. Deswegen mein ich ja: Wie soll das denn in Zukunft gehen, wenn jetzt schon zu wenig Bio-Ware da ist, um den Bedarf zu decken? Und Kartoffeln sind jetzt ja nicht wirklich Lebensmittel, die selten gekauft werden, sondern Massenware.

  4. Zukunfts-Allianz

    Da steht man als Verbraucher vor einem Dilemma: Zum einen ist der Trend sogar zur regional produzierten Boiware erkennbar, andererseits kann diese aber nicht mal aus deutschen Landen herbeigeschafft werden. Und Bioprodukte aus Spanien oder gar China, wo hektarweise Ackerflächen von einem auf den anderen Tag das Biozertifikat erhalten?? Nein, Danke!
    Es wird wohl wieder in Richtung Selbstversorger gehen müssen: Jede Familie bewirtschaftet ihr eigenes (gepachtetes) Stück Land. Auch das gibt es schon! Bei der sich immer weiter zuspitzenden Wirtschaftkrise sicher nicht der schlechteste Weg!

Einen Kommentar schreiben

Kommentare per RSS Feed verfolgen