Hess-Naturwaren: Bio-Kleidung

Darauf könnten wir lange warten: Bio-Kleidung in den Läden vor Ort. Zumindest in den kleineren Städten wird das auch künftig nicht zum Standardangebot gehören.
Aber wir haben ja schon seit der Zeit der Latzhosen und Jutetaschen einen treuen Begleiter: Hess Natur. Und wir können froh sein, dass sowohl die Bio-Textil-Versender als auch wir als erste grüne Verbraucher-Generation uns modisch weiter entwickelt haben. Hess ist inzwischen online zu erreichen, aber natürlich gibts auch immer noch einen Katalog: Für 2009 gerade erschienen und rund 350 Seiten stark.
Hess ist modischer geworden, muss wohl sein, denn die Zeit des Bio-Kleidung-Monopolisten ist lange vorbei. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe junger stylischer Unternehmen, die Bio-Klamotten anbieten. Die nächste Generation ist da sicher schon besser informiert und ich erinnere mich, dass zum Beispiel Sebastian Backhaus in seinem Nachhaltigkeitsblog immer wieder entsprechende Websites vorstellt.
Dagegen freilich erscheinen die Hess-Artikel doch eher ein wenig konservativ, was aber nicht schlecht sein muss. Wie immer in der Mode werden die Frauen stärker berücksichtigt, bei den Männern gibts immer noch die Hosenträgerhose, das Urbild alternativer Männlichkeit. Die Preise kommen mir heute moderater vor, aber vielleicht hat sich in den vergangenen Jahren auch nur mein Bekleidungs-Budget verändert.
Auch heute spricht vieles noch für Hess Natur: Hess tritt als Sponsor für allerlei Bio-Aktitvitäten auf, das Unternehmen hat die Produktion von Bio-Baumwolle angekurbelt und auf der Unternehmens-Website kann man den Verlauf dieser Erfolgsgeschichte schön nachvollziehen.
Läden gibt es in Hamburg, München und – ja, in Butzbach. Aber wir haben ja das Internet, das selbst Bio-Klamotten bis in jedes Dorf bringt. Bei aller Anerkennung für Hess: Aber in den 80er Jahren, als Latzhosen und Jute-Taschen an meinem neuen Lebensmittelpunkt Freiburg richtig hipp waren, hätte ich gedacht, dass 30 Jahre später Bio-Kleidung und Bio-Lebensmittel viel selbstverständlicher und verbreiteter sind, als sie es heute sind. Eine der wenigen Situationen, die ich zu optimistisch eingeschätzt habe.






Am 11. Februar 2009 um 19:26 Uhr
Also Entschuldigung, aber es gibt Grenzen die sollte man einfach nicht überschreiten und ich finde, dass das schon zu weit geht. Bitte. Wir haben jetzt so lange mit normalen Klamotten gelebt und keiner hat sich beschwert. Jeder war damit glücklich und zufrieden und nur weil Leute meinen, dass „Bio“ zur Zeit sehr gut ist, weil die Leute alle viel Bio Zeug kaufen muss man doch nicht auch Bio Kleidung machen. Ich finde schon, dass man endlich mal wieder anfangen sollte vernünftig zu sein.
Am 11. Februar 2009 um 19:59 Uhr
Tja, das kann nun jeder sehen, wie er will. Ich finde zum Beispiel, dass man auch Pestizid-Grenzen nicht überschreiten sollte, nur weil man Baumwolle in fernen Entwicklungsländern anpflanzt. Warum sollte man hier generell andere Maßstäbe anlegen als beim Obst- oder Gemüsebau?
Bio wird ja auch bei uns nicht nur deswegen gekauft, weils besser schmeckt und gesünder ist. Sondern auch, weil der Anbau die Umwelt weniger belastet.