Mehr Licht für Smartphone-Fotos

Smartphone-Fotos am Fenster: Das geht immer

Smartphone-Fotos am Fenster: Das geht immer

Food-Fotos mit dem Handy haben aus meiner Sicht im Wesentlichen drei Probleme: Erstens sieht nicht jedes Essen – wie gut es auch schmecken mag – appetitlich aus. Zumindest nicht, solange man nicht eingreift. Zweitens ist es schwierig mit kleinen Kameras oder bei Smartphone-Fotos so etwas wie ein Bokeh und Schärfentiefe hinzubekommen. (Verzichtbar ist das eigentlich nur bei Aufnahmen senkrecht von oben). Für beides brauchts offene Blenden und längere Brennweiten oder Makroeinstellungen – beides schwierig beim Handy. Bleibt der dritte Punkt, um den es hier gehen soll: Ohne richtiges Licht wirkt jede Aufnahme flau und körnig. Und nicht immer lässt sich das durch Nachberbeitung ausbügeln.

Karges Motiv, aber relativ gleichmäßiges Licht.

Karges Motiv, aber relativ gleichmäßiges Licht.

Das Thema heute also:

Mehr Licht!

Das soll einst Goethe auf dem Sterbebett gerufen haben. Und so mancher Fotograf denkt sich das gleiche, wenn er sich Instagram-Fotos anschaut. Was auch immer man tut, um ein Bild zu verbessern. Zwei Dinge sollte man nicht tun: Blitzen oder im Dunkeln verwackelte Bilder produzieren.

Der Blitz für Smartphone-Fotos mag noch dazu gut sein, Erinnerungsfotos seiner Freunde zu schießen. Angenehme, lustige Situationen festhalten, das ist ok. An Food-Fotos scheitern die kleinen Blitzer (oder Lichter) regelmäßig. Den Blitz einfach abschalten und das Dinner im Kerzenschein fotografieren ist leider ebenfalls zum Scheitern verurteilt.

Was bleibt? Mehr Licht! Wenn also nicht gerade im Kerzenschein gegessen wird oder in einem sehr dunklen Restaurant, sollte man für Licht sorgen und die Nähe einer Lampe suchen. Die meisten Kameras machen von Hause aus einen brauchbaren Weißlichtabgleich, andernfalls sollte man versuchen, den Farbstich in der Nachbearbeitung zu entfernen.

Wer daheim kocht und fotografiert, der geht mit einem passablen Untergrund in die Nähe eines Fensters und fotografiert dort. Untergrund (Holzbrett, Backblech, etc.) oder Aufheller (weißes Papier, Karton, Styropor) sind hilfreich aber nicht unbedingt notwendig. Zeit und Blende lassen sich manchmal nicht beeinflussen, also konzentriert man sich am besten aufs Arrangement.

Hier drei Hilfsmittel, die gleichmäßigeres und besseres Licht bringen – egal ob man mit für Smartphone-Fotos, Aufnahmen mit kleinen Kameras oder großen DSLRs.

Zum Fenster

Einfachste Methode, geht immer. Selbst wenn man kein Tischchen oder eine Ablage ans Fenster rücken kann (was sich für mehrere Fotos durchaus lohnt). Auf einen schönen Untergrund achten (Holzplatte, Teller etc.), den Hintergrund möglichst schon bei der Aufnahme ausblenden. Noch besser: Nicht gegen das Licht fotografieren, sondern mit dem Fenster an der Seite oder im Rücken.

Video-Leuchte, LED-Licht oder Schreibtischlampe: Irgendwas findet sich immer

Video-Leuchte, LED-Licht oder Schreibtischlampe: Irgendwas findet sich immer

Leuchten

In Zeiten eines automatischen Weißabgleichs auch für Smartphone-Fotos geht fast alles: Von der Schreibtischlampe über die kleine LED-Leuchte bis zur Foto- / Video-Leuchte. Die Kosten liegen zwischen 20 und 50 Euro. Oder bei Null, wenn man eine passenden Lampe zuhause greifbar hat. Im Zweifelsfall kontrollieren, ob der Weißabgleich so funktioniert, wie er soll und ggf. nachbessern.

Aufheller

Der Baumarkt-Klassiker: Die Styroporplatte. Wirkt bei Smartphone-Fotos eher deswegen unverhältnismäßig, weil sie recht sperrig ist. Aber billiger gehts nicht. Nur wenig teurer sind mittlerweile Reflektoren, die sich klein zusammenfalten lassen. Aufheller funktionieren umso besser, je mehr Wumms das Hauptlicht hat. Bei dezentem Licht vom Nordfenster als Hauptlicht sorgt der Aufheller bestenfalls noch für Nuancen.

War das hilfreich? Dann bitte teilen!

Brotaufstrich – wie Obatzda & Co.

Ein Brotaufstrich mit Eiern und Crème fraîche , Münsterkäse und Butter.

Ein Brotaufstrich mit Eiern und Crème fraîche , Münsterkäse und Butter.

Obatzda, so stelle ich mir das vor, ist bayrisches Kulturgut. Ich werden also tunlichst meinen frei improvisierten Brotaufstrich nicht so benennen. Obwohl er schon einiges mit ihm gemeinsam hat. Es kommen Weichkäse und Butte zum Einsatz, und Paprika (in abgewandelter Form). Tatsache ist, dass man mit diesem Gerüst ziemlich viele Kombinationen erstellen kann. Und weil ein fetter Käse und Butter ein sehr kalorienhaltiges Gerüst für einen Brotaufstrich sind, kommen bei mir Eier dazu.

Das Ganze geht ziemlich fix und die meisten Zutaten hat man wahrscheinlich zuhause. Einfacher und schneller gehts, wenn die Zutaten Zimmertemperatur haben. Der Rest ist eine große Spielwiese zum Ausprobieren.

Ein paar Farbtupfer machen sich nicht schlecht: dreierlei Zwiebeln.

Ein paar Farbtupfer machen sich nicht schlecht: dreierlei Zwiebeln.

Brotaufstrich – das Rezept

  • ein kleiner Münsterkäse
  • 125 Gramm Butter
  • zwei nicht ganz hart gekochte Eier
  • kleingeschnittene Zwiebeln in Variationen (insgesamt 2-3 EL)
  • Gewürze wie Salz, Pfeffer, Paprika, Sriracha
  • 1-2 EL Bier oder Wein
  • 3 EL Kräuter Crème fraîche
Am besten zimmerwarm verrühren - und servieren.

Am besten zimmerwarm verrühren – und servieren.

Die Zubereitung geht fix: Die Eier sollen hart gekocht werden. Aber ich koch sie meistens so, dass das Innere noch nicht ganz fest ist. Währenddessen kann man Butter und kleingeschnittenen Münsterkäse vermengen. Dabei mit einer Gabel kräftig zerdrücken. Das dauert je nach Konsistent etwas. Zwiebeln klein schneiden. Und weil das Ganze ja eine etwas einfarbige Masse ergibt, mische ich weiße Zwiebeln, grüne Frühlingszwiebelen und rote Zwiebeln.

Die Eier werden kurz abgeschreckt, werden noch warm geschält und zu der Masse hinzu gegeben. Ebenfalls zerdrücken und mit etwas Paprika oder Sriracha, Salz und Pfeffer sowie der Crème fraîche kräftig verrühren.

Wenn das Ganze jetzt Zimmertemperatur hat kommt es frisch auf ein herzhaftes Brot. Am liebsten ein dunkleres Brot oder ein Körnerbrot. Denn der Brotaufstrich macht seinem Namen eher keine Ehre. Er wird meistens nicht dünn wie Butter aufs Brot geschmiert sondern in größeren Mengen verzehrt. Außerdem finde ich es ganz nett, wenn nicht alles zu einer breiigen Masse zerkleinert wurde, sondern wenn man noch Stücke erkennt.

Diese Variante ist eher herzhafter und passt gut zu einem Weißbier. Für dezentere Variationen greift man auf einen milderen Weichkäse zurück, reduziert die Zwiebelmengen. Und statt einem kräftigen Rotwein oder Bier gibt man zwei Esslöffel eines Weißweins dazu. Auch eine cremigere Konsistenz verändert das Geschmacksbild, weil man die einzelnen Komponenten nicht so deutlich herausschmeckt.

Dieser vegetarische Aufstrich schmeckt am besten warm und ist im Kühlschrank auch nur begrenzt haltbar. Also am besten ein deftiges Vesper einplanen oder zu einem Picknick mitnehmen.

War das hilfreich? Dann bitte teilen!

Gemüse zubereiten

Gemüse zubereiten: wenig Aufwand, guter Geschmack, viele Nährstoffe.

Gemüse zubereiten: wenig Aufwand, guter Geschmack, viele Nährstoffe.

Gemüse zubereiten ist nichts Mysthisches, es gibt kein Geheimnis um die richtige Zubereitung. Für mich sind zwei Aspekte wichtig: Es sollte regelmäßig und frisch auf den Tisch. Damit ist eine Zubereitungsart sozusagen schon vom Tisch. Zerkochtes Gemüse mag wohl niemand.

Gemüse hat seine Jahreszeiten. Es gibt an unzähligen Stellen Saisonkalender für Gemüse. Die sind wahrscheinlich für Menschen gedacht, die das Haus nicht verlassen dürfen. Wer in einem gut sortierten Supermarkt oder – das Allerbeste – auf dem Wochenmarkt einkauft, sieht genau, was regional und saison verfügbar ist. Wenn einen was anlacht: kaufen. Das nächste gute Rezept dafür ist voraussichtlich nur einen Mausklick entfernt.

Kochen

Ganz egal, wie man die Diskussion um Inhaltsstoffe, Nährstoffgehalt und Geschmack beurteilt – langes Kochen tut den meisten Gemüsen nicht gut. Und ein Gemüsebrei mag in der Babynahrung seinen Platz haben, bei Erwachsenen kommt das in der Regel nicht gut an – zu Recht. Einziger Verwendungszweck dieser Methode für Gemüse ist in unserem Haushalt der Spargel.

Mein Favorit: Spargel Carbonara. Dabei werden Spaghetti und Spargelstücke zusammen in einem Topf gekocht. Beides wird in der gleichen Zeit gar, der Spargelgeschmack findet sich nachher im Gericht wieder (die Nährstoffe wohl eher nicht).

Blanchieren

Eine etwas aufwändigere, aber schonendere Variante des Kochens. Das Gemüse wird nur kurz gekocht und dann in Eiswasser abgeschreckt. Damit soll das Garen abrupt beendet werden. Die Nährstoffe bleiben im Gemüse, die Farbe bleibt erhalten. Nun haben fast alle amerikanischen Haushalte den begehbaren großen Kühlschrank mit Eiswürfelbereiter, auch Profiköche haben jederzeit Zugriff auf Eismengen. Wir nicht. Und ich finde das Verfahren auch nicht praktikabel für meinen Küchen-Alltag.

Dünsten

Die kleine Version vom Kochen: Sehr viel schonender. Die Nährstoffe landen nicht im Kochwasser, das man meistens wegschüttet. Es werden nur kleine Mengen Flüssigkeit verwendet, die Temperaturen sind besonders hoch.

Mein Favorit ist das im Backofen gedünstete Gemüse mit etwas Wein, Butter und Gewürzen, wie ich es bei der Zubereitung des Kartoffelgratins beschrieben habe. Als „Kochgerät” genügt eine Alufolie, die auf dem Backblech quasi eine Tasche bildet für Flüssigkeit und Gemüse.

 

Dampfgaren

Gemüse zubereiten wie beim Dünsten, aber sozusagen ohne Zutaten, nur im Wasserdampf. Geschieht bei uns vorzugsweise im Schnellkochtopf. Hilfreich ist ein eher großer Topf, in dem mehrere Einsätze Platz haben. Die Methode braucht etwas Erfahrung, damit man den richtigen Zeit
punkt für bissfestes Gemüse erwischt. Das Gemüse liegt auf einem Siebträger oder gelochten Einsatz, kommt nicht direkt mit dem Kochwasser in Berührung und wird nur für kurze Zeit dem Dampf ausgesetzt. Eine schnelle und sehr praktikable Zubereitungsart, wie ich finde.

Die asiatische Methode nutzt einen Bambus-Dämpfer. Hier tritt der Dampf aus und es wird kein Druck aufgebaut, der die Garzeit verkürzt.

 

Braten

In der Pfanne wird Gemüse schnell gar, es entwickeln sich Röstaromen und es gibt eine Bräunung. Ganz typisch ist das Honigaroma, das entsteht, wenn man Zucchini in der Pfanne anbrät. Der Vorteil dieser Methode: Man merkt genau den Punkt, wann die richtige Bräunung und die richtige Garzeit erreicht ist. Aber die Garzeiten sind sehr unterschiedlich. Und wer zum Beispiel Fenchel, Lauch und Karotten in eine Pfanne wirft, hat nach einer festen Zeit sehr unterschiedlich weiches oder hartes Gemüse.

Für mich trotzdem ein Favorit, weil man jederzeit die Kontrolle über Bräunung, Geschmack und Festigkeit hat. Vor allem in asiatischen Rezepten und mit den passenden Zutaten ein steter Quell der Freude. Ob mit Wok oder einer normalen Pfanne spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Grillen und Backen

Eher zeitaufwändig, denn Gemüse braucht im Backofen doch überraschend lang. Außerdem ist meistens eine größere Menge Fett im Einsatz und das gebackene Gemüse ist hinterher relativ trocken. Vorteil ist hier, dass durch Marinieren mehr Geschmack ans Gemüse kommt. Nachteil sind die sehr hohen Temperaturen, die wahrscheinlich für Nährstoffe und Vitamine nicht gerade förderlich sind.

Generell würde ich backen und grillen bevorzugt im Backofen, aber der offene Grill ist natürlich ebenso verwendbar, wie eine Grillpfanne.

Mein Favorit ist hier das marinierte gegrillte Sommergemüse wie Zucchini, Paprika und Auberginen.

War das hilfreich? Dann bitte teilen!

Food-Fotos mit dem Smartphone

Food-Fotos mit dem Smartphone: Das Gitter kann helfen bei der Ausrichtung und der Bildkomposition.

Food-Fotos mit dem Smartphone: Das Gitter kann helfen bei der Ausrichtung und der Bildkomposition.

Food-Fotos mit dem Smartphone – das ist die Basis-Ausstattung für viele Food-Blogs. Denn Food-Blogs leben von guten Fotos. Und natürlich gilt das auch für jede andere Darstellung von Food-Themen: Ohne Bilder ist alles nix. Und mit „unappetitlichen” Bildern wirds eher schlimmer. Nun hat nicht jeder die Ausstattung eines Foto-Amateurs (im besten Wortsinne), der schon seit Jahren aktiv ist. Viele beginnen mit dem Smartphone – und viele bleiben auch dabei.

Scharf, aber unspektakulär: Die Bildqualität moderner Smartphone ist auf jeden Fall ausreichend.

Scharf, aber unspektakulär: Die Bildqualität moderner Smartphone ist auf jeden Fall ausreichend.

Food-Fotos mit dem Smartphone: ein paar Basics

Mit ein paar einfachen Hilfsmitteln kann man auch gute Food-Fotos mit dem Smartphone machen. Hier sind ein paar Tipps.

App Kamera: Das Gitter

Zumindest beim iPhone lässt sich in den Voreinstellungen der Kamera App ein Gittermuster für die Aufnahme einblenden. Aber es gibt auch Apps, die das übernehmen können. Gezeigt wird ein Liniennetz, das aus je zwei horizonteln und vertikalen Linien besteht. Es ergibt also ein Feld von neun Rechtecken.

Was nützt es? Zum Einen erkennen wir so zum Beispiel bei Senkrecht-Aufnahmen, ob wir die Kamera wirklich gerade ausgerichtet haben. Eine perspektive Verzerrung erkennt man durch die Linien leichter. Außerdem ist es praktisch, wenn wir uns einer Bildkomposition versuchen. Das klingt jetzt etwas hochtrabend, ist aber ganz wirkungsvoll.

Man muss dazu nicht den „Goldenen Schnitt” studiert haben und in seinen Bildern praktizieren. Es genügt schon, ein Gespür für die Bildaufteilung zu erhalten. Ein Teller senkrecht von oben lässt sich damit gut mittig platzieren. Sobald ein paar Dinge mehr ins Spiel kommen gibt eine Platzierung der bildwichtigen Objekte im rechten oder linken Bildteil mehr Dynamik.

Einfach ausprobieren. Auch „halbe” Bilder mit anderen Elementen in der anderen Bildhälfte wirken spannend. Schöner wäre das mit geringerer Tiefenschärfe, wie wir das von DSLRs kennen oder Kameras mit lichtstarken Objektiven, die ein Bokeh erzeugen. Kann das Smartphone in den meisten Fällen nicht. Außer wir helfen bei Food-Fotos mit dem Smartphone nach mit…. (Trommelwirbel)

Mehr Drama: Mit Apps wie Snapseed kann man den Charakter eines Bildes deutlich verändern.

Mehr Drama: Mit Apps wie Snapseed kann man den Charakter eines Bildes deutlich verändern.

App: Snapseed

Snapseed ist die Foto-App schlechthin, um Smartphone-Bilder noch im Smartphone aufzupeppen. Sie wurde entwickelt für die Nutzung auf dem Handy und nach kurzer Eingewöhnung möchte man das Teil nicht mehr missen. Es gibt eine Desktop-App, aber die macht nicht so viel Spass.

Bilder aufhellen, perspektivisch verzerren (oder entzerren), Belichtung nur in bestimmten Bereichen verändern – das alles geht mit maximal zwei Fingern und einigen Wischbewegungen. Neben den klassischen Tools zum Tunen der Bilder gibt es auch Filter, die souzusagen im Set gleich mehrere Einstellungen für einen bestimmten Effekt verändern.

Der wichtigste ist sicher Fokus. Damit kann man den Tiefenschärfe -Effekt erzielen, den man bei der Aufnahme nicht realisieren konnte. Der Effekt lässt sich in mehreren Bereichen anpassen. Er ersetzt nicht die hochwertige Aufnahme mit einer guten Kamera und einem guten Objektiv, kommt aber vom Effekt ziemlich nahe dran. Für Instagram, Facebook & co. reicht es allemal.

Wer einmal ausprobiert hat, was alles geht, der neigt schnell dazu auch bislang ausgemusterte Fotos nachzubearbeiten. Das Bild ist zu dunkel, die Schatten laufen zu? Drama, Baby: Mit diesem Filter werden Schatten aufgehellt, Kontraste verstärkt. Und das Ergebnis ist oftmals besser (auf jeden Fall schneller) als wir das mit Photoshop am großen Rechner machen.

In meinen Augen ist die App auch deswegen das optimale Werkzeug, weil sie das Bild selbst nicht verändert: Wir schummeln nicht, bauen nichts zusätzlich ins Bild ein, sondern bearbeiten nur die Wirkung dessen, was im Foto zu sehen ist. Aber man kann auch einen Schritt weiter gehen…

App: Lens Distortions

Gut, damit haben wir eine Grenze überschritten: In der kostenpflichtigen Sammlung von Werkzeugen für die App (die eigentlich kostenlos ist), ist Licht, wo eigentlich keines ist. Light Hit, Fog oder Shimmer heißen die beliebtesten In-App-Käufe (jeweils 2,99 €) der App Light Distortions®. Und sie zaubern das ins Bild, was der Name verspricht. Light Hits steht zurecht an erster Stelle in Käufe. Der Effekt simuliert einen Lichteinfall und ein Light Flare, das man gezielt steuern kann.

Sie kennen das,, wenn eine Lichtquelle von links oben ins Bild strahlt und dieses magische Licht erzielt? Das geht jetzt auch ohne Licht. Es gibt eine App dafür. Ich rate immer dazu, solche etwas drastischeren Bildveränderungen eher sparsam einzusetzen. Zumal man da auch einiges falsch machen kann. Lichtquelle links, Light Flare von rechts? Hmmmm….

Die Zusätze Fog und Shimmer können wir in der Küche eher weniger brauchen, Luminary und Legacy dagegen wären noch für nette Effekte gut. Aber wie gesagt: Man sollte es nicht übertreiben.

War das hilfreich? Dann bitte teilen!

No-Knead-Bread – das Brot ohne Kneten

Der Teigschluss nach oben sorgt für die elegante Falte.

Der Teigschluss nach oben sorgt für die elegante Falte des No-Knead-Bread .

Das No-Knead-Bread, das Brot ohne Kneten, ist eigentlich ein alter Hut. 2006 stellte es Mark Bittman in einem Video der New York Times vor. Damals vor 10 Jahren dachte ich schon: genial. Inzwischen gibt es sehr viele Menschen, die das nachgemacht, variiert, fotografiert und gefilmt haben. Soll ich mich da einreihen?

Ja! Der Bäcker, der das damals vorgestellt hat, Jim Lahey von der Sullivan Street Bakery, hat das Brot damals vorgestellt. Auslöser war seine Behauptung, das ein Sechsjähriger mit dieser Methode ein besseres Brot machen kann als so ziemlich jede Bäckerei in diesem Land. Und als sich der New Yorker Journalist schließlich später verabschiedete, kündigte er an, er „stehle das Rezept für Jahre” (was sich als sehr wahr herausstellen sollte). Und Jim Lahey sagte: Stellen Sie sicher, dass jeder Zugang dazu bekommt.

Das No-Kenad-Bread braucht eine relativ lange Vorlaufzeit von 12 bis 18 Stunden.

Das No-Knead-Bread braucht eine relativ lange Vorlaufzeit von 12 bis 18 Stunden.

Schlabbrig und gar nicht zum Kneten geeignet: Der No-Knead-Teig.

Schlabbrig und gar nicht zum Kneten geeignet: Der No-Knead-Teig.

Das kinderleichte No-Knead-Bread

GSW Schmortopf

GSW Schmortopf

Und so sollte es sein: Jeder sollte wissen, dass es zumindest ein Rezept gibt, mit dem man kinderleicht ein herrliches Brot backen kann. Einziger Haken (je nach elterlichem Haushalt) ist der geschlossene gusseiserne Topf, den man dazu braucht. Das der wirklich notwendig ist, erklärt auch Lahey im Video: Zwei Drittel der Backzeit sollte das Brot im geschlossenen Topf mit hohem Wasserdampfgehalt backen, erst danach wird der Deckel geöffnet, damit sich eine schöne Kruste bilden kann.

Was mich davon abgehalten hat war ebenfalls dieser Topf. Bei der ersten Recherche bleibt man den (in meinen Augen überteuerten) Töpfen renommierter Hersteller hängen. 250 Euro für einen Schmortopf? Eher nicht. Aber weil das Thema immer wieder aufkam habe ich schließlich diesen preiswerten gusseisernen Topf aus deutscher Produktion für gerade mal 40 Euro auf die Wunschliste gesetzt und schließlich auch angeschafft. Und damit geht es natürlich auch ganz hervorragend.

Weizenschrot oder wie hier Sesamkörner beleben die Kruste.

Weizenschrot oder wie hier Sesamkörner beleben die Kruste.

Deswegen jetzt ohne langes Herumgerede:

Das Rezept

Im originalen Text heißt es:

  • 3 cups flour
  • 1½ teaspoons salt
  • ½ teaspoon instant yeast
  • 1½ cups room temperature water

Das Suchen nach deutscher Übersetzung und Anpassung der Maßeinheiten kann man sich sparen, es geht genauso, wie man es vermutet.

  • 3 Tassen Mehl
  • 1,5 TL Salz
  • 0,5 TL Trockenhefe
  • 1,5 Tassen zimmerwarmes Wasser

Statt Abwiegen einfach Tassen und Teelöffel verwenden, fertig.

Die Zubereitung

Die Anleitung ist ebenso kurz und schmerzlos, wie im Video gezeigt.

Mehl, Salz und Hefe in einer großen Schüssel vermengen. Das Wasser dazu geben und etwa eine Minute vermischen. Fertig.

Den Teig 12 bis 18 Stunden gehen lassen.

Dann den Ofen mitsamt dem Topf und Deckel vorheizen auf 250 Grad. Den Teig aus der Schüssel nehmen, viermal falten, mit dem Schluss nach unten, glatte Seite nach oben gehen lassen, bis der Ofen heiß ist. Dann kommt das Brot in den heißen Topf mit dem Schluss nach oben, glatte Seite unten fertig. Ich habe mich für die Variante entschieden, den Teigfladen nicht in den Topf zu werfen, sondern statt dessen mitsamt Backpapier einzulegen.

Backpapier erleichtert das Handling.

Backpapier erleichtert das Handling.

Nach 30 Minuten kommt der Deckel runter, nach 45 Minuten ist das Brot fertig.

Es ist so lecker und so einfach, dass es jeder mal probiert haben sollte.

Es sollte frisch, sogar noch lauwarm auf den Tisch.

Es sollte frisch, sogar noch lauwarm auf den Tisch.

PS:  Jim Lahey und die Bäckerei gibts heute noch. Und es gibt dort wohl auch eine University of bread. Mark Bittmann hat seine Kolumne „The Minimalist” aufgegeben und nach 25 Jahren die NYT verlassen. Der Mann mit der sonoren Stimme arbeitete heute wohl selbständig und ist – unter anderem – erfolgreicher Buchautor.

 

War das hilfreich? Dann bitte teilen!

Schneckennudeln – das fixe Kaffee-Gebäck

Die kleinen Schneckennudeln haben eine robustere Füllung bieten mit Kruste und Füllung etwas mehr Crunch als die gebräuchliche Bäcker-Variante.

Die kleinen Schneckennudeln haben eine robustere Füllung bieten mit Kruste und Füllung etwas mehr Crunch als die gebräuchliche Bäcker-Variante.

Schneckennudeln sind im Schwabenland heiß begehrt. Also zumindest war das so, bevor die riesigen Hefe-Monster mit wenig Füllung aufkamen. Weich, weiß, mit Zuckerguss. Die traditionellen sind kleiner, sie sind in bißchen knusprig (was in Zeiten der Back-Shops generell eine unerwünschte Eigenschaft zu sein scheint). Und sie sind gefüllt mit Rosinen, Zucker und gemahlenen Haselnüssen oder Mandeln. Ihr Vorteil ist, dass sie so klein sind. Eine geht immer noch, auch zwischendurch und ohne Kaffee. Ihr Nachteil ist, dass sie so klein sind. Denn man isst gerne mal eine zu viel.

Schneckennudeln –  auch aus Hefeteig-Resten

Schneckennudeln gehen so fix, dass sie bei uns zur Standard-Resteverwertung bei zu großen Hefeteig-Mengen geworden sind. Beim Standard-Rezept mit einem Pfund Mehl und einem Hefewürfel zum Beispiel für Dampfnudeln bleibt bei zwei Personen die Hälfte übrig. Nach dem Mittagessen lässt sich dann noch fix eine Portion Schneckennudeln backen, die rechtzeitig zum Kaffee warm aus dem Ofen kommen.

Schneckennudeln selbst gemacht - das geht natürlich auch gleichmäßiger als diese hier.

Schneckennudeln selbst gemacht – das geht natürlich auch gleichmäßiger als diese hier.

Rühren und Kneten

Für den Hefeteig braucht man

  • 500 Gramm Mehl
  • 50 Gramm Zucker
  • 50 Gramm Butter
  • ein Würfel Hefe
  • zwei Eier
  • 1/4 Liter Milch
  • eine Prise Salz

Für die Füllung:

  • 100 Gramm gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
  • 100 Gramm Rosinen
  • 50 Gramm Zucker
  • 60 Gramm zerlassene Butter
  • 2 EL Sahne

Zubereitung

Hefeteig-Reste: Ein halbes Pfund reicht für eine gute Portion Schneckennudeln.

Hefeteig-Reste: Ein halbes Pfund reicht für eine gute Portion Schneckennudeln.

Bei der Füllung gibts zahlreiche Variationsmöglichkeiten.

Bei der Füllung gibts zahlreiche Variationsmöglichkeiten.

Milch und Butter werden in einem kleinen Topf auf dem Herd warm gemacht. Das Mehl mit Zucker in einer Schüssel vermischen. Die Hefe in einer Tasse zerbröseln, einen Esslöffel vom Zucker abzweigen und zur Hefe geben. Etwas von der lauwarmen Milch zugeben, so dass sich die Hefe gut verrühren lässt.

Alles zusammen in der Rührschüssel mit der Küchenmaschine oder von Hand kneten und danach für mindestens 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Normalerweise reicht Zimmertemperatur. Wer sicher gehen will, dass es warm genug ist, der mach kurz seinen Backofen bei 50 Grad Umluft an und nach einer Minute wieder aus. Dann die Teigschüssel zugedeckt in den Backofen stellen.

Die Füllung sieht so verteilt etwas sparsam aus, reicht aber völlig aus.

Die Füllung sieht so verteilt etwas sparsam aus, reicht aber völlig aus.

Die Hälfte (oder auch alles) noch einmal durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsplatte etwa einen Zentimeter dick zu einem Rechteck ausrollen. Mit zerlassener Butter bestreichen. Mandeln / Haselnüsse, Zucker, Rosinen und Sahne vermischen und auf dem Teig möglichst bis zum Rand ausstreichen. Bei der Füllung sind natürlich mehr Variationen möglich. Wer keine Rosinen mag, kann Cranberrys nehmen. Beliebt ist auch eine Füllung mit Zimt. Und ein Zuckerguss zum Abschluss. Mein Favorit ist die schwäbische Variante wie oben beschrieben.

Alles drin: Rosinen, Zucker, Haselnüsse.

Alles drin: Rosinen, Zucker, Haselnüsse.

Von der Rolle

Dann das Rechteck von der langen Seite her vorsichtig aufrollen und die Rolle in etwa zwei bis drei Zentimeter dicke Streifen schneiden. Diese werden flach auf das Backblech gesetzt. Falls sie beim Schneiden etwas verformt wurden, wieder möglichst in eine runde Form bringen. Die ganze Menge von einem Pfund Mehl reicht für etwa zwei Backbleche. Etwa 30 Minuten gehen lassen.

Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad Umluft etwa 30 Minuten backen. Und dann möglichst noch lauwarm zum Kaffee servieren. Reste lassen sich auch gut einfrieren. Aber wer die halbe Portion bäckt, der hat wahrscheinlich nach Kaffee und dem nächsten Frühstück keine Reste mehr.

Die Scheiben sind nach dem Abschneiden noch etwas oval.

Die Scheiben sind nach dem Abschneiden noch etwas oval.

War das hilfreich? Dann bitte teilen!