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Testesser im Bio-Dschungel

Archive for the ‘Frisches’


Erdbeer-Marmelade - selbst gemacht

Strawberry Marmelade / Erdbeer-Marmelade selbst gemacht from Joachim Ott on Vimeo.

Wer es einmal gemacht hat, wird es immer wieder machen: Kaum etwas ist einfacher herzustellen und bietet mehr Genuss als Marmelade aus reifen, aromatischen, gesunden Früchten.

Wer Feinschmecker-Zeitschriften liest, der wird wohl ins Grübeln kommen, ob das wirklich etwas zum Selber-Machen ist: Da wird stundenlang gekocht, es gibt geheime Zutaten und die exotischsten Kombinationen an Früchten.

Vergessen Sie’s! Beginnen Sie mit reifen Früchten, die es zur Hochsaison günstig gibt. Erdbeeren sind gut für den Einstieg, weil überall zu bekommen, oft auch in Bioqualität. Sie sind einfach zu verarbeiten und lassen sich - später einmal - gut kombinieren mit manchen anderen Dingen (mein Favorit zu Erdbeeren: Holunderblüten oder Rhabarber).

Sie brauchen wirklich nichts anderes, als einen Herd, Kochtopf, Kochlöffel, Marmeladengläser (es dürfen ruhig gebrauchte sein) und als einzige Zutat Gelierzucker.

Das Grundrezept: Reife Früchte, gleiche Menge 1:1-Gelierzucker. Früchte waschen, Grün entfernen. Früchte und Zucker abwiegen. Wenn Sie zuhause auch einen Mixer haben: Prima, rein mit den Früchtchen. Wenn nicht: auch egal. Dann kommen die Früchte eben so in den Topf, werden fünf Minuten gekocht, gerührt, ein bißchen zermatscht. Auch bei der Verarbeitung im Mixer achte ich darauf, dass nicht alles breiig gekocht ist, ein paar Stückchen machen sich immer gut. Man kann auch klein geschnittene Früchte beiseite legen und etwas später in den Topf werfen.

Der beim Kochen entstehende Schaum wird abgeschöpft. Wer diesen “Abschaum” nun für etwas Schlechtes hält, der irrt: Er kommt bei uns in offenes Schüsselchen und gleich am nächsten Tag aufs Brot.

Praktisch ist zum Abfüllen in Gläser auch ein spezieller, sehr weiter Trichter. Wenn man den nicht hat, gießt man die heiße Marmelade vorsichtig mit der Schöpfkelle in die Gläser.

Deckel drauf und zu. Das Lehrbuch sagt: kurze Zeit auf den Kopf stellen. Die Hausfrau sagt: Muss nicht sein. Das Abkühlen sorgt auch so dafür, dass der Decker luftdicht schließt.

Wenn Sie die ersten Erfolgserlebnisse gehabt haben, können Sie anfangen zu experimentieren. Suchen Sie im Internet nach Kombinationen, die schmackhaft klingen. Unsere jüngsten “Versucherle” waren Himbeer-Pfirsich und Himbeer-Prosecco. Wir achten darauf, dass wir nicht nur süßes kombinieren, sondern auch etwas Säure reinkommt.

Noch ein Tipp zur Bio-Beschaffung: Im Bekanntenkreis gibt es immer wieder Hobbygärtner, die kein Gift an ihre Erzeugnisse lassen und immer etwas mehr ernten, als sie selbst verbrauchen können. Dort kommt man auch an neue Früchte und zu neuen Experimenten. Bei uns im Süden der Republik kommt man so zum Beispiel ganz unverhofft zu Feigen.

Über Gelierzucker kann man sich hier schlau machen, wir bevorzugen den 1:1-Gelierzucker. Es gibt auch Bio-Gelierzucker aus Rohrzucker, allerdings habe ich den noch nicht im Supermarkt gefunden.

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Nicht nur für Schwaben: Spargel-Spätzle

Spargel-Spätzle

Nicht erschrecken: Diese Kombination gibt es wirklich und sie schmeckt ausgesprochen lecker - und nicht nur den Schwaben. Ich will damit nicht die Unsitte unterstützen, jedes halbwegs beliebte Gericht in so vielen Variationen anzubieten, dass auch der letzte noch drauf anspringt. Warum man zum Beispiel immer wieder den leckeren Spargel mit Schnitzel und anderen Fleischgerichten kombinieren muss, bleibt mir ein Rätsel.

Aber Spargel-Spätzle sind ähnlich gut und schmackhaft wie zum Beispiel Spargel Carbonara mit Spaghetti, in der Herstellung allerdings etwas aufwändiger. Denn die Qualität des Gerichts steht und fällt mit der Güte der selbst gemachten Spätzle. Wer diesen Aufwand scheut, der ist mit den oben genannten Spargel Carbonara besser bedient.

Und ich muss auch gleich zugeben, dass ich mir das nicht alleine ausgedacht habe. Es gibt schon einige Rezepte dazu im Web und ich hab die Spargel-Spätzle bei einem Besuch im Weinbau-Pavillon in Gundelsheim entdeckt und genossen. (Dort gibts übrigens sehr leckeres Essen und guten Wein in nettem Ambiente und das alles zu vernünftigen Preisen, soviel unbezahlte Werbung muss hier mal sein.)

Spargel-SpätzleDie Beschreibung mal ohne detaillierte Zutatenliste, wie bei fast allen meinen Rezepten kann man dieses hier ganz leicht komplett mit Biozutaten zubereiten. Der Spargel wird geschält, der größte Teil in Stücke geschnitten, im Wasser gekocht oder in der Pfanne gegart.

Die Spätzle werden aus einem festen Teig handgeschabt oder (mein Favorit) mit der Spätzlespresse hergestellt. Die Kunst besteht darin, dass beides ziemlich gleichzeitig fertig ist.

Dann werden in einem großen Topf Spargelstücke, Spätzle, etwas Gemüsebrühe und Sahne bzw. Kräuter-Crême-fraîche mit Salz und Pfeffer und etwas trockenem Weißwein verrührt und abgeschmeckt. Das Ganze muss eine geschmeidige Konsistenz haben. Auf dem Teller wird das dekoriert mit den ganzen Spargelstangen, etwas gehobelter Parmesan darüber und vielleicht noch geröstete Pinienkerne.

Wer mit dem bisherigen Aufwand noch nicht überfordert ist, der kann statt dem Sahne / Gemüsebrühe / Kräuter-Crême-fraîche - Gemisch auch gleich eine Rieslingsauce kochen, die sollte dann aber auch möglichst zeitgleich mit Spargel und Spätzle fertig sein. Dazu Schalotte in Butter anschwitzen, Riesling, Gemüsebrühe, Sahne zugeben, etwas einkochen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu passt ein trockener Weißwein, gerne ein schwäbischer Riesling.

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Spargel - mit oder ohne Folie anbauen?

Spargel

Den meisten Verbrauchern stellt sich diese Frage einfach nicht: Wer seinen Spargel im Supermarkt kauft, der weiß schließlich nicht, wie er angebaut wurde. Meistens wollen die Kunden nicht einmal genau wissen, wo er angebaut wurde. Aber gerade Spargel kauft man oft auch der Frische wegen direkt beim Erzeuger. Was in diesen Zeiten kein Problem darstellt, weil die Erzeuger - ausnahmsweise - zum Verbraucher kommen: An (fast) jeder Straßenecke kann man einen Stand finden, der das weiße Stangengemüse frisch vom Erzeuger anbietet.

Seit einiger Zeit geht das Gerücht - gezielt gestreut von einigen “Feinschmeckern” und Sterneköchen - dass Spargel viel aromatischer sei, wenn er ohne die schwarze Folienabdeckung angebaut wird. Ein Argument, das auch Umweltbewegte gerne aufnehmen, weil die so viel PVC in der Landschaft ja nicht gut sein könne.

Ein grundlegender Artikel der BZ-Redakteurin Maikka Kost (nachzulesen auch in der Online-Ausgabe der BZ) macht heute Schluss mit diesem Gerücht. Ein lesenswerter Artikel, bei dessen Lektüre man einiges dazulernen kann.

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Die einfachen Freuden: Waffeln, Erdbeeren, Sahne (alles bio?)

Waffeln mit Erdbeeren und Sahne

Die besten Essen sind nicht immer die größten und aufwändigsten. Und dieses hier lässt sich derzeit kinderleicht als komplettes Bio-Essen zubereiten: Waffeln Brüsseler Art (so heißen die in meinem Kochbuch) mit frischen Erdbeeren und Sahne.

Der Begriff “Brüsseler Waffeln” - das habe ich erst jetzt gelernt - bezieht sich aber trotz des Rezeptnamens eigentlich auf die Waffeleisenform: viereckig und großes Waffelmuster. Wir machens mit einem “normalen” Waffeleisen - auch das klappt bestens.

Die Zutaten bekommt man ohne größere Aufwand in Bioqualität (naja, zum größten Teil): 450 g Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe, 8 EL Zucker, Prise Salz, 600 ml Milch, 2 Eier, Vanillemark (oder Vanillezucker), 7 EL zerlassene abgekühlte Butter.

Mehl und Hefe, dann Zucker, Salz und lauwarme Milch verrühren. Eigelb, Vanillemark und Butter dazu, 30 Minuten gehen lassen. Dann erst Eiweiß zu Eischnee schlagen, unterheben. Das Rezept ist für 4 Personen, das kann man natürlich auch gut halbieren.

Die Erdbeeren werden nur gewaschen, geviertelt und mit etwas Zucker überstreut. Und die Sahne vor dem Essen steif geschlagen.

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Holunder: trendige Blüten und Beeren

Das meint auch der Baizer, die schweizerische Website der Basler Wirte (baizer.ch: Beeren und Blüten im Trend: Schwarzer Holunder). Nach seiner Darstellung gilt Holunder in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie Holunder als “Trendaroma”. Wer schon einmal im Supermarkt nach Holunderblütensirup (möglichst in Bio-Qualität) gesucht hat zum Mischen mit Sekt oder Prosecco, der freut sich darüber.

Es gibt ihn, man muss sich nur etwas umschauen. Und als Mixgetränk ist diese Kombination für gelegentlichen Einsatz mindestens so gut, wie die als Kir Royal bekannte Variante.

Im Juni und Juli stehen kann man auch leicht selbst die Blüten des schwarzen Holunders pflücken. Die weissen Blütendolden wachsen an hohen Sträuchern, die man oft bei Spaziergängen in Wald und Flur entdecken kann.

Die Dolden mit den vielen kleinen Blümchen eignen sich nicht nur zum Selbstansetzen von Sirp oder Bowle, sondern ganz vorzüglich auch für Holunderküchkein (”Holderküchle” in unserer Region).

Im oben genannten Link-Tipp wird aber auch das Rezept für ein Holunderblüten-Sorbet genannt, das mir ebenfalls einen Versuch wert scheint.

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Sommer-Essen mit wenigen Bio-Zutaten: Ratatouille

Ratatouille - Gemüseessen mit Variationen

Ich fürchte, selbst der berühmte Zeichentrickfilm hat dem traditionellen Sommer-Gemüse-Essen nur wenige neue Fans beschert. Man muss es einfach zuerst probiert haben, bevor man sich dafür begeistern kann.

Für mich gehört dieses Essen zu den Sommerfavoriten, weil man es nach dem ersten Mal ohne Rezept recht schnell zubereiten kann - und verfeinern. Den Anfang machte mein Biobauer damit, dass er “Ratatouilletüten” zusammenstellte - Erleichterung und Anreiz für Anfänger und Geübte. Heute findet man das meiste auch in Bioqualität im Supermarkt.

In Olivenöl angebraten werden der Reihe nach: 1 Zwiebel, 3 Zehen Knoblauch, 2 Paprika, 2 Zucchini, 1 Aubergine, 5 Tomaten. Die Reihenfolge sorgt dafür, dass die härteren Sachen bissfest sind und die weicheren noch nicht verkocht. Mehr Rezepte und ausführlichere Anleitungen gibt es hier.

Etwas aufgepeppt wurde dieses Essen heute durch gebratene Fischfilets, Bio-Reis gabs zusätzlich zum frischen Baguettes und einen knackigen Bio-Rosé von der Nahe, den ich hier vorgestellt habe.

Es empfiehlt sich die Menge (fast beliebig) zu vergrößern und das Ratatouille abends kalt oder aufgewärmt mit Baguette zu essen. Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis der Gemüseanteile je nach eigenem Gusto und dass das Gemüse nicht verkocht.

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    • Joachim Ott: @Horst: Ja, das ist sicher einer der Vorteile für alle (!) Bio-Anbieter: dass man bei Amazon sozusagen...
    • Joachim Ott: Ja, ausgesprochen lecker auch kalt! Kann aber nicht widerstehen, wenn sie aus dem Ofen kommen und etwas...
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