testschmecker_460x90

testschmecker.de

Testesser im Bio-Dschungel

Archive for the ‘Internet’


Nicht nur für Gastronomen: Megatrend Aufrichtigkeit & Bio

Der Wirteverband Basel Stadt informiert seine Mitglieder und Interessenten regelmäßig über aktuelle Trends und Entwicklungen. Jetzt hat er die Prognose einer amerikanischen Beratungs- und Marktforschungfirma aufgegriffen, die eine dramatische Veränderung des Marktes in den letzten 12 Monaten schildert und daraus neue Entwicklungen und Anforderungen für die Gastro-Branche begründet.

Die ganze lesenswerte Zusammenfassung findet sich hier unter dem Thema “Megatrend Aufrichtigkeit”. Kurz gesagt fordern die Autoren eine erneuerte Konsumkultur, bei der Authentizität an erster Stelle steht. Und für die Gastronomen sagen die Marktforscher im Wesentlichen vier wichtige Veränderungen voraus:

1. Bessere Qualität zu einem erschwinglichen Preis wird erforderlich sein, um bestehen zu können.
2. Gestiegenes Umweltbewußtsein wird sich in allen Bereich niederschlagen, von ökologischen Einrichtungsmaterialien bis hin zu abbaubaren Verpackungen.
3. Neue Technologien erschließen neue Möglichkeiten (SMS-Marketing, Online-Bestellungen, mobile Applikationen).
4. Die kleinen ganz groß - das gelte für die baulichen Einrichtungen bis hin zur Portionsgröße

Die Zusammenfassung des Berichts ist spannend zu lesen und gibt durchaus Anlass zur Hoffnung auf viele neue und positive Entwicklungen in der Branche.

Popularity: 9% [?]

Lebensmittel ohne Gentechnik

Website Ohne Gentechnik

Siegel ohne GentechnikSeit August hält die Diskussion um das neue Logo “ohne Gentechnik” an. Damals hatte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) das bundeseinheitliche Siegel für gentechnikfrei produzierte Lebensmittel vorgestellt. Es darf - kostenfrei - auf Produkten verwendet werden, die “garantiert ohne genmanipulierte Pflanzen hergestellt werden”.

Schon jetzt findet man etliche Produkte im Supermarkt, die dieses Siegel tragen. Allerdings gibt es noch immer eine stattliche Zahl von Gegnern dieses Siegels. Sie bezeichnen das Logo als “Verbrauchertäuschung” und “Etikettenschwindel”, denn tierische Produkte, bei denen Zusatzstoffe eingesetzt werden, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Verfahren im Labor erzeugt wurden, dürfen das Siegel ebenfalls tragen.

Was bringt dieses Siegel also? Die Mehrheit der Verbraucher, so will man festgestellt haben, wolle Produkte ohne Gentechnik. Doch noch immer gelangen gentechnische veränderte Pflanzen ins Tierfutter. Große Milcherzeuger verwenden inzwischen dieses Siegel und zeigen, dass ein Ausweichen auf gentechnikfreie Futtermittel kein Problem darstellt.

Wer sich über das Thema weiter informieren möchte, der kann sich beim Informationsdienst Gentechnik einen Info-Flyer herunterladen.

Zum Infodienst ein Zitat aus der Selbstdarstellung:

“Zur Unterstützung derjenigen, die sich in Stadt und Land für die Sicherung der gentechnikfreien Landwirtschaft und Ernährung engagieren,…
…haben Umwelt-, Wirtschafts-, Verbraucher und Bauernverbände gemeinsam den Informationsdienst Gentechnik ins Leben gerufen.
Auf der Internetseite stellt der Informationsdienst täglich aktuelle Nachrichten zur Agro-Gentechnik bereit und speziell die Meldungen aus den Regionen.”

Popularity: 7% [?]

EU-Bio-Logo: Abstimmung noch bis zum 31. Januar 2010

EU Bio-Logo

Hier (EU-Bio-Logo: Abstimmung) kann man bis zum 31. Januar 2010 online über ein neues Bio-Logo abstimmen. Eines, das ab Mitte 2010 verpflichtend sein wird für alle vorverpackten biologischen Erzeugnisse, die “in der Erzeugung und im Herstellungsverfahren den EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau entsprechen.”

Ich weiß nicht, wie die 1000 eingereichten Entwürfe ausgesehen haben, damit man diese drei hier auswählt. Vielleicht tröstet man sich auch damit, dass irgendein Stempel ja auch genügen würde. Dem Verbraucher wirds schnurz sein, der hat sich ja auch an das sechseckige Siegel gewöhnt, das schon keine Schönheit war.

Aber ärgerlich finde ich es doch: Wenn man schon Geld verbrät für solche Sachen, dann sollte Besseres dabei rauskommen als zwei stilisierte Blättchen, eines davon mit den EU-Sternen, und eine Kinderzeichnung.

Popularity: 12% [?]

Bio-Schwein statt überteuerter Rindersteaks

Prima Porca - von Demeter-Schweinen

Zu den Festtagen flattert uns ja allerlei Post ins Haus von Anbietern, die uns besonderen Genuss zu den Festtagen versprechen - wenn wir nur bei Ihnen bestellen. Eines dieser Angebote lenkte mich auf eine schicke Website, wo man dicke Rindersteaks in allen Variationen kaufen konnte, zu Preisen, einem Normalverdiener das Wasser in die Augen treiben.

Sympathischer finde ich da schon das Angebot von Prima Porca, das freilich noch keine so ausgefeilte Website und leider auch keinen Shop hat. Die Demeterbauern Hans und Gabriele Modlmair im bayrischen Kranzberg proklamieren die “Rechte des Schweins” und setzen sich auf für alte Tierrassen ein. Sie bieten keine fetten Steaks sondern Salami und Kräuterschinken, Pancetta und Rosmarin-Lardo, Rillette im Glas und Kräuterschmalz mit Apfel.

Wer für die Festtage bestellt, sollte die Lieferzeit von 7 bis 10 Tagen berücksichtigen. Ein ganz normales Bestellformular kann man sich auf der Website herunterladen.

Ach und so ganz nebenbei, weil gerade alle vom Klimaschutz reden: Ich würde mir zwar mit dem Argument Klima selbst kein Essen verbieten, auch kein Rindfleisch. Aber Abwechslung ist immer gut, jedes andere Fleisch wird umweltfreundlicher erzeugt und wer gerne kocht, der kennt auch andere Herausforderungen als Steaks.

Popularity: 15% [?]

Strompreise: Grün ist günstig

Naturstrom

Wie passend: Kaum sind gegen Jahresende die Abrechnungen der Stromversorger bei uns eingetroffen, kündigen die Konzerne saftige Preiserhöhungen an. Nachdem meine Frau beruflich schon vor einem Jahr wegen nur geringer Mehrkosten zu den Elektrizitätswerken Schönau gewechselt war, überlegten wir uns nun weitere Wechsel.

Elektrizitätswerke SchönauUnd siehe da: Wenn man den Preisvergleich bei Verivox bemühte und zum eigenen, aktuellen Tarif nur nach Öko-Strom-Angeboten suchte, dann ergab sich gleich eine ganze Liste von Anbietern, die wesentlich preiswerter war. (Und das, obwohl wir wegen steigender Kosten noch vor kurzem zu einem regionalen Anbieter gewechselt waren. Der hatte das aber binnen kurzer Frist durch einige Preiserhöhungen wieder eingeholt.)

Was also tun, wenn man gleich mehrere Naturstrom-Angebote hat, die so preiswert sind?

LichtblickZunächst mal gilt es die einmaligen Bonus-Zahlungen zu berücksichtigen: Bis zu 125 Euro kann man für seinen Wechsel kassieren. Man sollte aber die Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen im Auge behalten, der Strommarkt ist doch recht schnelllebig geworden. Außerdem gibt es bei Vervox auch Leserbewertungen, die manchmal ganz hilfreich sind.

Zur grundsätzlichen Orientierung dienen aber auch andere Aspekte: Wer darf sich denn nun alles Öko-Strom-Anbieter nennen? Da wird viel auf dem Papier gehandelt und hin und her geschoben. Und am Ende unterstützt man durch seine Stromrechnung doch die konventionellen Anbieter, die hier nur eine Nische bedienen und weiterhin auf Kernkraft setzen.

Vielleicht ist dieser Artikel ganz hilfreich: Die Strompreise von 2008 sind zwar nicht bei allen noch aktuell, aber das macht ja nix, der Strompreis-Vergleich bei Verivox ist aktuell.

Hilfreich finde ich dagegen, dass auch für einen Laien wie mich “richtige” Naturstromanbieter genannt werden - und tatsächlich nicht mehr, als mir sowieso schon bekannt waren. Wobei ich davon ausgehe, dass Greenpeace hier nur für Mitglieder interessant ist, das ist nicht wirklich deren Geschäftsfeld. Wer keine Unterstützung von Greenpeace miteinrechnet, dem bleiben die Elektrizitätswerke Schönau, Lichtblick und Naturstrom.

In meinem Fall waren alle drei (!) günstiger, als mein aktueller, konventioneller Energieversorger. Ideell lag uns Schonau am nächsten. Praktischer ist es, innerhalb der Familie möglichst viele zu unterstützen. Naturstrom soll für “normale” Verbrauchswerte günstig sein, also wählten wir dieses Unternehmen - zumal es da gleich noch ein Preisgarantie bis 31.12.2010 gab (das war vor 14 Tagen noch nicht ganz so aktuell wie heute).

Der Wechsel ist schnell und einfach: Man braucht nur die letzte Stromrechnung, dann kann man online ein Formular ausfüllen und bekommt postwendend die Unterlagen zugesendet.

PS: Ich bekomme von keinem der Anbieter in irgendeiner Form Provision.

Noch ein PS: Wahrscheinlich denken nur Angehörige meiner Generation länger über einen Anbieterwechsel nach. Die Jungen sind da sicher flexibler. Ich sehe mich jetzt auch nicht als verheiratet mit Naturstrom und und behalte zum Beispiel das Projekt Schwarmstrom von Lichtblick im AUge.

Popularity: 11% [?]

Schweden nennen CO2-Werte für Lebensmittel

Schwedische Burger mit CO2-Kennzeichnung

Den meisten Agenturen, Tageszeitungen und Online-Medien ist es heute eine Meldung Wert: Schweden kennzeichnet seine Lebensmittel jetzt auch mit einer CO2-Bilanz. Während man in deutschen Landen noch zaudert, auch nur die Ampel einzusetzen, machen die Schweden klar Tisch.

Und - wie Spiegel Online in seinem aktuellen Bericht verdeutlicht - ohne Nachteile, im Gegenteil:

Seitdem schwedisches Fast Food ein CO2-Kennzeichen trägt, verkaufen sich die klimafreundlichen Produkte um 20 Prozent besser als vorher.

So ein Zitat aus dem Spiegel-Online-Artikel. Als Beispiel wird die schwedische Burger-Kette Max angeführt und tatsächlich wird dort schon auf der Eingangsseite der Website auf die CO2-Werte hingewiesen.

Fastfood und Umweltschutz schließt sich nicht ausIch finde diese Entwicklung außerordentlich erfreulich: Je mehr man über die Folgen seiner Ernährung informiert wird, desto eher kann man durch sein Verhalten auch Entwicklungen steuern. Und das Max-Beispiel zeigt, dass erstens auch Fast-Food-Esser durchaus ein Umweltbewusstsein haben (was uns alle ja nicht wirklich wundert) und zweitens auch beim Schnellimbiss schon mal auf die Umwelt geachtet wird.

Einige Sachen sind informierten Verbrauchern ja schon bekannt. Zum Beispiel, das bei der Erzeugung von Rundfleisch die größte Menge CO2 anfällt. Generell aber dürfte das Wissen um den Treibhauseffekt der Ernährung noch eher marginal sein.

Die Schweden gehen auch hier einen Schritt weiter: Die Lebensmittelbehörde des Landes soll laut dem oben zitierten Artikel vor kurzem bereits “Empfehlungen für eine klimafreundliche Ernährung herausgegeben - in Europa eine bislang einmalige Aktion.”

Und um Irrtümern vorzubeugen: Für mich ist die Konsequenz aus solchen Informationen ja nun nicht, dass man gar kein Rindfleisch mehr essen sollte. Aber wenn man die Daten erst einmal im Hinterkopf gespeichert hat, dann wird man auch seinen Speiseplan daran ausrichten - nicht immer, aber immer öfter.

Genauso, wie man Bio-Eigenschaften im Hinterkopf hat, Fair-Trade-Aspekte, Regionalität oder tierfreundliche Erzeugung. Und die Zutatenliste.

Popularity: 10% [?]


  • Recent Comment

    • Einsparer: Die Duluxstar mit 6.000 h Lebensdauer scheint nur auf den ersten Blick günstig. Sie ist nicht besonders...
    • Mausflaus: oh, noch ein Rewe-Gänger :-)
    • Chris: Was, keine Bio-Eier bei euch in der Umgebung? Bei uns gibts die schon jahrelang in jedem Dorfladen zu kaufen....
    • Sebastian: In Sachen Wurst muss ich jetzt hier doch noch mal den Wurstsack empfehlen. Hendrik Haase ist absoluter...
    • Lala: So, habe es kurz selbst erledigt. Ich kann nur sagen: rettet das BIO-Siegel!!!! Ich kaufe BIO, weil ich eben...