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Obst & Gemüse | testschmecker.de

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Frühstückswoche (4): gefüllte Teigtaschen, Erdbeer-Rhabarber-Cobbler, Grapefruitsaft

20. April 2011

Dieses Mal wirds etwas aufwändiger: Ohne Vorarbeiten am Abend zuvor wird es wohl nicht gehen. Dafür haben sowohl die süße als auch die herzhafte Frühstücksvariante den Vorteil, dass sie fast beliebig skalierbar sind: Man kann das auf beliebig viele Portionen für beliebig viele Personen ausdehnen, ohne das sich der Aufwand nennenswert vergrößert.

Erdbeer-Rhabarber-Cobbler

Erdbeer-Rhabarber-Cobbler

In dieser Kombination fängt man sicher besser mit der süßen Variante an, die länger im Ofen bleiben muss (50 Minuten.).

Zutaten für 4 Personen:
400g Rhabarber
500g Erdbeeren
4 EL und 100 g Zucker
4 Eier
75 g Mehl
60 g Speisestärke
2 TL Backpulver
1/8 l Buttermilch
1/8 l neutrales Öl

Rhabarber und Erdbeeren Schälen / putzen, kleinschneiden, Zuckern. Eier und 100 g Zucker schaumig rühren. Dann Mehl Stärke, Backpulver mischen und abwechselnd mit Buttermilch und Ök zugeben und verrühren.

In eine gefettete flache Form die Erdbeer-Rhabarber-Mischung füllen, den Teig drüber gießen, 50 Minuten bei 150 Grad im Backofen backen. Wers nicht fürs Frühstück sondern als Dessert oder Hauptspeise zu Mittag machen möchte, der kann Vanille-Eis oder Vanille-Sauce zu reichen.

gefüllte Teigtaschen

gefüllte Teigtaschen

Kommen direkt danach in den Backofen: Hitze auf 230 Grad erhöhen. Das Grundrezept für die Teigtaschen richtet sich eigentlich nach den britischen Cornish Pasties und ist eine klassische Resteverwertung: In den die Teigtaschen kommt eine Füllung aus Braten- und Fleischresten sowie diverse Gemüse.

Nicht unähnlich sind aber auch Pizzas unter den Namen Calzone: Dort funktioniert das mit einem Hefeteig, die Inhalte sind südländischer (es geht auch Ricotta und Spinat sowie Hackfleisch und Tomaten). Vor allem nimmt man aber dafür einen Hefeteig.

Der herzhafte Mürbteig geht im Zweifelsfall schneller und einfacher, aber bei mir hat sich gerade ein Hefeteig angeboten. Geht ruhig auch mit Trockenhefe (500 g Mehr, ein Päckchen Trockenhefe, 1/4 l Wasser, Olivenöl, Salz).

Teig etwas auf Backblechgröße auswellen, dann halbieren. Wer für Zeitschriftenfotos kocht, der macht immer die klassische halbrunde Form, die entsteht, wenn man den runden Pizzateig auf die Hälfte zusammenklappt. Dann muss man halt die Reste weiterverwerten.

Ich machs mir einfacher und klappt die rechteckigen Formen zusammen.

In diese Füllung kam alles, was mein Kühlschrank an Reste hergab: Lauch, Stangensellerie, Salami, Schinken, Käse, Kabanossi. Englisch wäre die Variante mit Bratenresten und Gemüse und Pilzen, italienisch zB mit Hackfleisch, Pilzen, Tomaten.

Die gefüllten Teigtaschen brauchen im Backofen nur 10 bis 15 Minuten bei 230 Grad, lassen sich gut vorproduzieren und schmecken auch kalt prima.

Auch hier geht das natürlich auch als Mittagessen. Dann bietet sich bei der italienischen Variante an, die Füllmenge etwas größer zu machen und mit einer schmackhaften Tomatensauce zu strecken, die gibts dann zu / über die Teigtaschen.

gefüllte Teigtaschen

Grapefruitsaft

Da muss man eigentlich nix dazu sagen: Zitruspresse von Hand oder an der Küchenmaschine einsetzen, Mengen beliebig.

Frühstückswoche (2): Birnen-Toast, Schoko-Dessert, Eistee

18. April 2011

Birnentoast

Auch am Tag 2 gilt: Was Süßes, was Herzhaftes und ein Getränk, das so nicht aus der Tüte kommt. Der Birnen-Toast erfoirdert etwas mehr Aufwand als die Crostinis gestern, auch das Schoko-Dessert hat mehr Arbeitsschritte. Aber es hat den Vorteil, dass es eine hervorragende Resteverwertung ist. Und auch dieses Mal gilt: Fast alles Bio-Zutaten, und vegetarisch obendrein.

Birnentoast

Birnen-Toast

Zutaten:
Toast, Brot, Brötchen
Butter
Birnen
Apfelsaft, Zimt, Zucker
(oder Biowein-Auslese)
Camembert
(oder Blauschimmelkäse)
evt. Preiselbeeren aus dem Glas

Das mit dem Toast ist nicht wörtlich zu nehmen: Jedes gute (Bio-)Brot eignet sich, auch halbe Brötchen. Der Toast wird erst erwärmt / getoastet, denn gebuttert. Die Birnen werden in schmale Streifen geschnitten und in etwas Fruchtsaft gedünstet, dass sie weicher, aber noch bissfest sind. Zum Dünsten eignet sich gut Apfelsaft mit Vanillezucker oder Zimtzucker.

Oben drauf kommt ein Weich-Käse, der gut verläuft. in diesem Fall war es ein Bio-Camembert. Dann kommt das Ganze unter den Grill, zum Schluss evt. noch ein Klacks Preiselbeeren drauf (das war die einzige Nicht-Bio-Zutat).

Meine Lieblingsvariante geht übrigens ein bisschen anders, ist aber vielleicht zum Frühstück noch nicht das Richtige: Die Birnen werden in einer Biowein-Auslese edelsüß gedünstet, als Käse kommt ein kräftiger Blauschimmelkäse oben drauf (Gorgonzola, Roquefort).

Schoko-Dessert

Schoko-Dessert

Zutaten:
Kuchenreste (Rührkuchen)
Espresso
Obst (Erdbeeren, Bananen, …)
Joghurt / Quark mit Sahne

Schoko-Dessert

Das Schoko-Dessert ist nur deswegen ein Schoko-Dessert, weil zur Resteverwertung ein alter Schokokuchen anstand. Jeder andere, ältere (aber noch nicht steinharte) Kuchen tut es auch.
Er wird klein geschnitten, mit einer Tasse Espresso getränkt, darauf kommen gezuckerte Früchte der Saison (bei mir waren es einmal Erdbeeren, einmal Bananen).

Oben auf je nach Gusto Naturjoghurt oder Quark, mit Sahne angerührt.

Eistee

Eistee

Rezepte dazu gibts, wie Sand am Meer. Ich empfehle, zu experimentieren. Eine Mischung, die mir gut schmeckt: Earl Grey Tee, frisch aufgebrüht, dazu Zucker oder Honig und Ingwerstückchen, und schließlich in den heißen Tee Zitronenscheiben. Abkühlen lassen, absieben, in den Kühlschrank.

Frühstückswoche (1): Champignons Crostini, Milchreis im Glas, Kaffee aus der French Press

17. April 2011

Was gehört zu einem guten Frühstück? Da gehen die Meinungen auseinander, sobald zwei Menschen am gleichen Frühstückstisch sitzen: Für die einen muss es was Süßes sein am frühen Morgen, andere mögen es schon herzhaft. Einige stehen auf was Warmes, frisch aus Pfanne oder Backofen, andere finden nichts daran, ihre Zutaten frisch aus dem Kühlschrank zu verspeisen.

Hier also der erst Tag, für jeden Geschmack etwas, gesund und bio.

Champignon Crostini

Champignon-Crostini

Die lassen sich sowohl in großer Stückzahl ohne großen Aufwand herstellen, als auch einzeln. Die Hauptzutaten (Champignons, Eier, Brot) gibts nun wirklich fast überall als Bioprodukte.

Zutaten:
Frisches Brot, Brötchen, Toast etc.
Butter
Eier
Milch
Champignons
Schnittlauch
Öl
Salz

Als Maßstab: Drei Champignons und ein Ei reichen locker für zwei schöne, dicke Crostinis.

Brot im Toaster oder (bei größeren Mengen) unter dem Grill bräunen.

Die Champignons schälen, schnippeln, in etwas Öl anbraten. Während dessen das Ei mit etwas Milch und Salz verrühren. Wenn die Pilze leicht gebräunt sind kommen sie raus aus der Pfanne, etwas Öl hinein und das verrührte Ei dazu. Rührei muss nach meinem Geschmack noch etwas weich sein, deswegen kommt die Milch dazu. Und deswegen auch muss man es rechtzeitig aus der Pfanne nehmen.

Toast buttern, dann kommt das Rührei drauf, dann der Schnittlauch (der sonst von ganz oben herunterrieseln würde) und zum Abschluss die Pilze oben drauf. Gewürzt mit Salz und Pfeffer oder etwas Paprika wird je nach Geschmack.

Schmeckt herzhaft, pikant, macht satt und hat den für mich richtigen Mix aus weichem und etwas Crunch. Lässt sich gut vorbereiten am Abend zuvor, braucht aber auch nicht zu lange, wenn man morgends erst anfängt. Auch größere Mengen für Besuch lassen sich rasch zu bereiten.

Milchreis im Glas mit Früchten

Milchreis im Glas

Nun also was für die süße Fraktion am Frühstückstisch: Milchreis gibts als Instantprodukt in der Tüte, er lässt sich aber eben auch aus Bio-Zutaten gut und rasch zubereiten. Und vor allem: Das kann man wirklich am Abend vorher rasch fertig machen. Normalerweise stellt man das in den Kühlschrank, aber wers nicht kalt mag, der kann es eine Nacht im geschlossenen Glas auch gut bei Raumtemperatur aufbewahren.

Zutaten:
1/2 lMilch
125 g Milchreis
Zucker, Butter, Zimt
Obst der Saison
Marmeladengläser mit Schraubverschluss

Milchreis kochen nach Anleitung. Ich mag ihn sowieso lieber etwas weicher, flüssiger. Wer beim Abkühlen und Rühren schon feststellt, dass er zu klebrig und fest wird, der gibt eifach noch etwas Sahne hinzu.

Bei uns in der Küche gibts immer ein fertiges Gemisch aus Zucker und Zimt, das kommt über das halb gefüllte Marmeladenglas mit Milchreis. Darüber Obst der Saison: gezuckerte Erdbeeren, klein geschnippelte Bananen, gut sind auch Beerenfrüchte im Sommer, obwohl ich die ganz kurz mit etwas Zucker und Flüssigkeit ankochen würde.

Nach dem Abkühlen Decker drauf und evt. in den Kühlschrank. Was nach dem Frühstück noch übrig ist, lässt sich auch noch aufbewahren…

Bio-Kaffee aus der French Press

Kaffee aus der French Press

Nicht so originell, Kaffee? Aber gut! Aus der French Press schmeckt er aromatischer, finde ich. Und es ist nach meiner Einschätzung die energiesparendste Zubereitung mit einem Heißwasserkocher. Lecker mit aufgeschäumter Milch in einem möglichst großen Pott.

Kaffeeschaum

Frühlingsdiät: Abnehmen mit Bio-Lebensmitteln

1. April 2011

Vegetarische Rezepte

Ich will hier nicht die Diskussion lostreten, wie sinnvoll Diäten sind. Oder solche Aktionen wie „7 Wochen ohne”. Über Sinn und Unsinn von Diäten lässt sich zwar viel streiten. Unstrittig ist aber die Tatsache, dass spätestens mit den ersten warmen Frühlingstagen die Lust auf Frisches geweckt wird und das Bedürfnis, sich etwas leichter zu ernähren. Natürlich spielt auch der Aspekt das Abnehmen eine wichtige Rolle: Die Aussicht auf luftige Frühlingsklamotten wird erst richtig schön durch die Gewissheit, dass die Sommerklamotten vom letzten Jahr nicht fürchterlich kneifen…

Wie auch immer: Überraschenderweise sind sich viele Profi- und Hobbyküche darin einig, dass diese Frühjahrsküche mit leichterer Kost (ich nennen es mal nicht Diät) sich ideal anbietet, um verstärkt auf Bio-Lebensmittel zurückzugreifen: Weil bei kleineren Einkäufen die Mehrkosten der Bio-Ware kaum ins Gewicht fallen; weil der Vorzug für frische Kost eben nicht nur den Verzicht auf Zusatzstoffe logisch erscheinen lässt sondern auch generell Produkte, die ohne Pestizide, Fungizide, Kunstdünger angebaut wurden; und – last but not least – weil der freiwillige Verzicht auf Fleisch und Fisch es schon mal viel leichter und preiswerter macht, wenn man komplett auf Bio-Produkte umsteigt.

Wer fleischlose Gerichte für seine Frühlingsdiät sucht, der kann natürlich auf die üblichen Rezepteseiten und Datenbanken zurückgreifen und dort eine entsprechende Auswahl vornehmen. So findet man zum Beispiel auch bei chefkoch.de eine reichhaltige Auswahl, aber auch bei Websites wie daskochrezept.de und erst recht vegetarische-rezepte.com.

Wer seinen Speiseplan nur für beschränkte Zeit – oder auch probehalber – auf vegetarische Biokost umstellen will, der findet aktuell auch auf brigitte.de eine ansprechende und gut illustrierte Auswahl (12 Rezepte).

Was den Einkauf der Bio-Zutaten im Supermarkt angeht, so mache ich übrigens gerade die verblüffende Feststellung, dass das Bio-Angebot nach einer Zeit wachsender Vielfalt im Augenblick eher rückläufig ist: Meine optimistische Einschätzung, dass der Bio-Anteil wie selbstverständlich weiter zunehmen wird, hat sich zumindest in der Frische-Abteilung mittelfristig nicht bestätigt. Auch deswegen ist die kürzlich hier vorgestellte Bio-Gemüsekiste sicher ein sinnvolles Angebot.

Saisonal, lokal und bio – die Gemüsekiste

18. März 2011

Die Gemüsekiste im Abo

Jeden Freitag nachmittag klingelt es an meiner Tür, und mit einem Lächeln überreicht mir der freundliche Bauer eine frische Gemüsekiste. Ich tausche sie gegen die leere grüne Plastikkiste von voriger Woche, wir verabschieden uns und der Bauer setzt seine Tour fort, um Berliner Haushalte mit frischem Bioobst und Biogemüse aus Brandenburg zu beliefern. Seit mehr als vier Jahren begleitet mich die “Biokiste” schon und strukturiert meine kulinarische Wochenplanung ebenso, wie sich mich als Großstadtbewohner am Gartenjahr teilhaben lässt. Deshalb möchte ich mich auch gerade mit diesem Artikel gerne als neuer Autor beim Testschmecker vorstellen.

Das Prinzip der Gemüsekiste ist einfach wie einleuchtend: frisches, regionales Biogemüse kommt ohne Umweg über den Handel direkt vom Erzeuger zum Verbraucher. In meinem Fall ist das ein kleiner, familienbetriebener Hof in der Nähe des brandenburgischen Dorfes Görzke. Anbieter von Gemüsekisten gibt es jedoch in ganz Deutschland, eine – wenn auch nicht vollständige – Auflistung gibt es beispielsweise unter gemuesekiste.de. Wer sein Gemüse über eine Abokiste bezieht, handelt gleich in mehrerlei Hinsicht umweltbewusst: ein Pluspunkt in der Ökobilanz ist der kontrolliert biologische Anbau. Durch die lokale Produktion entfallen lange Transportwege. Lieferwege über den halben Planeten vermeidet schließlich auch, wer mit saisonalem Gemüse kocht.

Saisonales Gemüse – das heißt für mich in dieser frühen Märzwoche etwa Mohrrüben, Topinambur, Rote Beete, dazu Kartoffeln, Äpfel, Zwiebeln und Kresse. Im Winter finden sich auch manchmal für den Supermarktkunden von heute beinahe exotisch anmutende Gemüsesorten wie Steckrüben, Pastinaken oder Petersilienwurzeln in der Kiste. Das ist zweifellos am Anfang gewöhnungsbedürftig, hat aber einen ungemein positiven Einfluss auf die Kreativität beim Kochen. Und wer einmal nicht weiß, was er diese Woche mit Schwarzwurzeln, Weißkohl oder Rettich anfangen soll, für den liegt immer noch ein passendes Rezept als Zugabe in der Kiste.

“Wird das nicht auf die Dauer langweilig?”, werde ich manchmal gefragt. Mir bislang nicht. Zugegeben, ich freue mich auch auf den Sommer, auf frische Beeren, auf Spinat, Zucchini oder Tomaten. Andererseits kann ich auf geschmacklose holländische Tomaten im Winter ohnehin gut verzichten. Zudem gibt es die Möglichkeit, den Inhalt der Kiste jede Woche vorzubestellen – und sich dann z.B. auch Biodatteln aus Tunesien, Biobananen aus der Dominikanischen Republik oder Bioorangen aus Italien ins Haus kommen zu lassen. Der Anbieter der Biokiste kauft diese im lokalen Großhandel ein. Ich jedoch habe bislang von dieser Möglichkeit noch nie Gebrauch gemacht, sondern freue mich jede Woche auf meine Überraschungskiste.

“Was kostet denn so eine Biokiste?”, ist die zweite regelmäßige Frage. Den Preis kann der Kunde selbst bestimmen, er bekommt dann wöchentlich Waren im entsprechenden Wert. Als Student haben mir die fünf bis sechs Obst- und Gemüsesorten, die ich für 10 Euro zuzüglich 2,50 Euro Liefergebühr jede Woche bekommen habe, eigentlich immer gereicht. Mit langsam wachsender Familie heißt es nun auch bei der Biokiste aufstocken, bei einem Lieferwert von 12 Euro kaufen wir momentan für unseren Zweipersonenhaushalt jede Woche etwas Gemüse im Supermarkt dazu. Wer ganz und gar autark vom Supermarkt leben möchte, kann sich übrigens mit seiner wöchentlichen Gemüse- und Obstration gleich auch noch Biokäse, Biobrot, Bioeier, Biomilch und sogar Biofleisch in der Abokiste liefern lassen.

Das vielleicht wichtigste Argument für eine Gemüsekiste ist für Stadtmenschen die Verbindung zum Land. Daher steht für diesen Sommer auch der feste Vorsatz, endlich einmal den von “unseren” Biobauern angebotenen monatlichen Besuchssonntag für einen kleinen Familienausflug aufs Land zu nutzen.

Robert Kalimullin

Der eigene Garten – auch ohne Garten

25. Februar 2011

meine-ernte.de

Einen eigenen Garten zu haben ist der Wunschtraum vieler junger Familien: Das eigene Gemüse ernten und verzehren, anbauen wie man will, den Kindern zeigen, wie es wächst, das hat gerade für Menschen in den Ballungsräumen einen ganz eigenen Charme.

Dummerweise ist aber auch da, wo die Besiedlungsdichte am höchsten ist, die Chance gering, eigenes Grün beackern zu können. Ein findiger Unternehmer (eine GbR in Bonn) scheint nun eine Lösung zu haben: Auf der Website meine-ernte.de kann man in etlichen größeren Städten seinen eigenen Garten reservieren. Und einfach sein soll es obendrein.

In Städten von Berlin über Hannover und Bonn bis Frankfurt kann man sich offensichtlich in das System einkaufen: Online bestellt man seinen eigenen Garten, das Unternehmen Sät und bepflanzt mit über 20 Gemüsesorten und Blumen. Danach kann man hegen und pflegen – und ernten. Auch Erweiterungen des Standard-Angebotes sollen wohl möglich sein.

Wie immer beim gärtnern ist wohl auch hier die Liebe zum eigenen Gewächs ausschlagebend – und weniger der Gedanke einer billigen Selbstversorgung mit Grünzeug: Der kleine Garten für zwei Personen kostet rund 180 Euro pro Saison, der größere für vier Personen 330 Euro.

Von Bio-Anbau ist zwar nicht die Rede und einer Zertifizierung würden wohl eigene Bemühungen auch nicht standhalten. Aber da es offensichtlich Freiraum gibt, selbst noch auszusäen und natürlich alles selbst zu bearbeiten, könnte man das auch so grün wie möglich gestalten.

Unterstützung, so verspricht es die Website, gibts vom Anbieter. Auch die Bauern, die hierfür als Partner die Flächen zur Verfügung stellen, könnten hilfreich sein, hier gibts auch Biobauern.

Mein Fazit: Die Idee finde ich gut. Auch deswegen, weil durch den gemeinsamen Anbieter größere landwirtschaftliche Flächen genutzt werden und nicht jeder irgendwo noch einen Grünzipfel abzwackt. Und so kann man zumindest ohne größere Investitionen erst einmal testen, ob einem das Gärtnern überhaupt liegt. Und man kann recht schnell abschätzen, ob der finanzielle Aufwand und der Ertrag in einem angemessenen Verhältnis stehen, oder ob nicht vielleicht die Abo-Gemüsekiste auch eine gute Lösung wäre.