Facebook-Werkzeuge fürs Food-Blog: in die Tiefe gehen

Facebook-Werkzeuge wie Fanpagekarma liefern Daten - und Vergleiche.

Facebook-Werkzeuge wie Fanpagekarma liefern Daten – und Vergleiche.

Facebook macht Spass, wenn man dort einen regen Austausch zum Beispiel mit anderen Food-Bloggern oder seinen Lesern betreibt. Wenn andere lesen, was man schreibt. Wenn man selbst Anregungen und Tipps findet. Und wenn letztlich auch das eigene Blog oder vielleicht sogar das eigene Business davon profitiert. Ein paar Werkzeuge und Helfer können den Blick ins Innenleben der Facebook-Maschinerie erhellen. Und vielleicht sogar dabei helfen, dass die Facebookseite und das eigene Food-Blog noch erfolgreicher werden und noch mehr Spass machen.

Facebook-Werkzeug Fanpagekarma

Irgendwann will man es ja mal genauer wissen: Was kommt eigentlich gut an, von dem was ich hier veröffentliche. Und wer interessiert sich nun genau dafür? Wer von meinen Facebook-Besuchern landet in meinem Food-Blog, vielleicht sogar bei meinem Newsletter? Es gibt zahlreiche kostenpflichtige Tools und auch sehr beliebte, kostenloses. Fanpagekarma zum Beispiel verhilft zu mehr Durchblick. Freilich muss man hierzu mindestens 100 Follower haben. Wer die noch nicht hat, sollte sich mal für die Möglichkeiten von Facebook-Anzeigen interessieren. Damit kommt man nötigenfalls recht flott über diese Schwelle – wenn die Inhalte stimmen.

Wann finden Posts die größte Aufmerksamkeit?

Wann finden Posts die größte Aufmerksamkeit?

Sehr schön ist zum Beispiel die Veranschaulichung der Tops und Flops einer Facebook-Seite bei Fanpagekarma. Hier erkennt man schon recht schnell ein Muster und kann seine künftigen Schwerpunkte vielleicht auch etwas korrigieren. Aufschlussreich ist auch die Art der erfolgreicheren Beiträge (Links, Bilder, Videos etc.). Und welche Textlängen von den eigenen Followern noch „goutiert” werden: Was zu lang oder zu kurz ist, stößt auf weniger Interesse.

Als weniger hilfreich empfinde ich die Orientierung an „guten Zeiten, schlechte Zeiten”: Der Tag und die Tageszeit einer Veröffentlichung entscheidet oft über Erfolg und Reichweite. Das ist in den Sozialen Medien ebenso wie in den Blogs, aber vielleicht sind auf jeder Plattform andere Zeiten wichtig? Nun können sich nicht alle Menschen an diesen Zeiten orientieren – oder sie wollen es nicht. Man hat ja schließlich auch noch anderes zu tunn. Man kann Posts im Food-Blog ja leicht auf die erfolgreichen Zeiten terminieren. Auch Facebook erlaubt diese Beitragsplanung. Aber wenn man selbst nicht reagieren kann zu dieser Zeit, auf Kommentare, Likes und neue Follower, dann verschenkt man auch gleich wieder etwas von diesem Vorteil.

Was machen die anderen

Auch hier kann Fanpagekarma Auskunft geben, sogar erstaunlich genau. Wer also in seinem Metier einige „große” Seiten mit großer Anhängerschaft kennt, der kann sich hier noch über einige Details schlau machen. Dieses Facebook-Werkzeug  gibt es übrigens auch direkt bei Facebook. In der Statistik findet sich die Rubrik „Seiten im Auge behalten”. Und weil jeder Food-Blogger ein paar Seiten kennt, die er gut findet und von denen man sich einige Anregungen holen kann, sollte man sie im Auge behalten. Aber erstens funktioniert es bei mir nur gelegentlich, dass ich neue Seiten hinzufügen kann. Das Phänomen gibt es schon lange und bei allen Browser. Sehr ärgerlich. Und zweitens ist die Informationstiefe doch wesentlich geringer als bei Fanpage Karma.

Der Blick über den Tellerrand ist aber immer hilfreich, das gilt auch für Anregungen.

Ideen finden – nicht abkupfern

Ideen für neue Blogposts zu finden beschreiben manche als das größte Problem. Aus Statistiken wie den oben genannten kann man nun zwar entnehmen, was ein paar andere, große Websites machen. Noch interessanter ist es allerdings mit einem Feedreader mitzuverfolgen, was andere Blogs in meinem Metier so als Thema aufgreifen. Wer jetzt anfängt, Ideen 1:1 nachzubauen, der macht sich nicht viele Freunde. Aber das ist ja auch gar nicht nötig. Wer 100 Blogposts von 20 verschiedenen Blogs aus seinem Interessenbereich liest (oder auch nur die Überschriften liest) und dann keine eigenen Einfälle für Themen hat, der sollte vielleicht das Thema wechseln.

Natürlich ist das ständige Mitlesen anstrengend, manchmal auch ermüdend. Ich benutze einem Feedreader und zwar das schon ältere Newnewswire für den Mac. Aktuell würde ich für den Einstieg Feedly empfehlen. Darüberhinaus habe ich für einige thematisch zusammenhängende Blogs die Blogadresse ebenso wie die dazu gehörende Facebook und Instagram-Seiten in ein Lesezeichen gepackt. Mit Mausklick lassen sich diese 50 Seiten auf einmal in Tabs öffnen. Und ich erfahre (etwa zwei bis drei Mal im Monat) nicht nur etwas über aktuelle Themen, sondern auch über die Gewichtung dieser Themen in den Sozialen Medien der Blogger.

Planungshelfer

Sie gehören zu den wohl wichtigsten Facebook-Werkzeugen. Auch wenn ich diese Dienste schon ein paar Mal empfohlen habe, und wenn sie deutliche Nachteile haben sollen. Dienste wie later.com für Instagram, Buffer und Hootsuite bieten schon in der kostenlosen Version, die Sozialen Plattformen zentral zu bedienen. Diese Vorausplanung soll von Facebook & Co. allerdings nicht gerne gesehen sein. Logischerweise legt man dort Wert auf aktive Nutzer. Aber wenn die Frage ist, ob ich das alles irgendwie bewältigen kann mit einem zentralen Instrument oder nicht, dann kann ich diese Nachteile durchaus billigend in Kauf nehmen – finde ich.

Seitenmanager für Facebook

Der Seitenmanager für Facebook sei der Vollständigkeit halber genannt, aber er macht mich nicht glücklich. Ich finde das Teil ziemlich unzureichend. Und offensichtlich teilen viele Nutzer dieses Urteil, wenn man sich mal die Bewertungen im App Store ansieht.

Bilderdienste

Mit Apps oder Online-Diensten wie Canvas oder Picmonkey kann man seine Bilder ebenso aufhübschen wie mit kostenlosem Bildmaterial, das man legalerweise auf Website und sozialen Profilen einsetzen darf. Unter den Stockarchiven ist Unsplash.com mein Favorit und hat nach meiner Einschätzung die „frischesten” Bilder. Ich mag die Dienste für Bildauswahl und Bildbearbeitung aber eher weniger, weil sie mit dem vorgegebenem Layout schnell für relativ einheitliches Aussehen vieler Profile sorgen. Es passiert mir nicht selten, dass ich dasselbe Bild oder dasselbe Layout an einem Tag mehrmals entdecke. Selbst etwas schlechtere, aber selbst gemachte Fotos sind in meinen Augen authentischer.

 

 

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Instagram Stories – nur schauen, selber nutzen oder ignorieren?

Mein Favorit für die Stories: In Apples Camera-Amm im Hochformat aufnehmen - und evt. in FCPX nachbearbeiten.

Mein Favorit für die Stories: In Apples Camera-App im Hochformat aufnehmen – und evt. in FCPX nachbearbeiten. 

Instagram Stories sind schon länger verfügbar und finden immer mehr Anhänger. Und es finden sich auch immer mehr, die dort ihre Stories hochladen und auf gute Resonanz hoffen. Wer auf Instagram gute Food-Fotos postet, dem stellen sich vor allem zwei Fragen: Lohnt es sich, dort meine Fotos einzustellen oder verpulvere ich damit gutes Bildmaterial, das nur 24 Stunden gezeigt wird? Und lohnt sich der Aufwand mit kleinen Videos, die ja auch innerhalb von 24 Stunden „produziert” werden müssen und dann ebenfalls nur 24 Stunden sichtbar sind?

Instagram Stories mit wenig Aufwand: Foto-Stories

Wer sich durch die Stories wischt bleibt entweder an sehr guten Fotos hängen (die sind eher selten) oder an guten Videos. Die Bilder, die hier gezeigt werden, haben es normalerweise einfach nicht in den Feed geschafft. Oder es sind von vorne herein nur Schnappschüsse, bei denen die Qualität keine große Rolle spielt. Wer also bei den Stories mit Fotos punkten will, der hat gute Chancen: wenn er eine Serie guter Fotos hat, die eine Geschichte erzählen. Entscheidend ist der Serien-Charakter.

Aufwändige einzelne Food-Fotos sind im Feed nach meiner Meinung besser aufgehoben. Aber wenn man es schafft, eine Geschichte zu erzählen, findet man sein Publikum. Im Food-Bereich kann das zum Beispiel, die Zubereitung es Gerichts sein. Oder Küchenalltag vom Einkauf über Zubereitung bis hin zu einer gemeinsamen Mahlzeit.

Der Nachteil: Um später auch ein formatfüllendes aus aussagekräftiges Bild zu haben, sollte man im gleich Hochformat fotografieren. Spätere Ausschnitte sind meist nicht so treffsicher. Das bedeutet meist einen ständigen Wechsel von Hoch- zu Querformat.

Mit der Nutzung von Later ist es zumindest möglich, die 24 Stunden-Frist für das Aufnahmedatum zu umgehen, da die hochgeladenen Bilder wohl einen neuen Zeitstempel bekommen. Man kann also seine Fotos in Photoshop oder Lightroom aufbereiten, und dann erst hochladen. Mit Videos funktioniert das bei later.com übrigens derzeit nur mit einem kostenpflichtigen Account. Als Alternative bleibt, den Zeitstempel  durch ein Zusatzprogramm zu beeinflussen, das die EXIF-Daten der Aufnahme ändert.

Videos: mehr Aufwand, weniger Einfluss aufs Ergebnis

Auch das Aneinanderreihen von kleinen Videos mit maximal 15 Sekunden gehorcht diesen Regeln: gute Serie, gute Geschichte. Während man sich beim Fotografieren oft schon einen Workflow erarbeitet hat mit einer Bildbearbeitungs-Software, wollen die meisten Fotografen diesen Aufwand für Videos vermeiden. Obwohl man auch mit Premier und FCPX Hochformat-Videos bearbeiten kann.

Generell tut man sich etwas leichter, wenn man…

  • … von vorneherein kurze Videoschnipsel produziert; denn Schneiden auf dem Handy ist oft schwierig.
  • … Bewegung in die Clips bringt – aber sehr langsam; rasche Schwenks oder wacklige Lauf-Aufnahmen sind eher anstrengend und auf eine Korrektur in der Video-Software will man meistens verzichten, um seine Aufnahmen schnell zu veröffentlichen.
  • … die Reihenfolge von vorneherein festlegt. gerade bei mehreren Clips ist das wichtig, weil sich diese Reihenfolge später nicht mehr ändern lässt. Man müsste alle Clips löschen und in neuer Reihenfolge hochladen.

Wer Beispiele eines Profis sehen will: Jesse Driftwood betreibt das nmit den Videos für Instagram-Stories sehr intensiv. Er stellt jeden Tag aufwändig produzierte und bearbeitete Clips in seine Story-Line. In einem Video von Peter McKinnon wird das ganz gut gezeigt.

Mein Fazit

Der Aufwand lohnt, denn die Nachfrage nach Stories und Videos ist sehr groß. Kleine Geschichten ziehen Publikum an, egal ob als Foto-Serie oder noch besser als Video-Serie. Und wer mit guten Fotos kein Wachstum seines Accounts mehr erreichen kann, der sollte es hier probieren. Wie so oft gilt: Wer etwas mehr Aufwand treibt, wird auch belohnt.

 

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Scones: Teatime mit Clotted Cream (Ersatz)

Scones mit Clotted Cream (oder einem Ersatz) und Erdbeer-Marmelade: ein Sommer-Hit.

Scones mit Clotted Cream (oder einem Ersatz) und Erdbeer-Marmelade: ein Sommer-Hit.

Ich liebe Scones. Und ich verstehe den Spott über das Essen der Engländer nicht. Sie haben die Teatime erfunden, und die Scones. Sie haben Clotted Cream und Cornish Pasties und tolle Sandwiches. Dabei sind alleine schon die Scones eine Auszeichnung wert. Noch lauwarm, frisch aus dem Ofen,mit Clotted Cream und Erdbeer-Marmelade –  das braucht sich auch vor einer deutsche Kaffee-Tafel nicht verstecken. (auch wenn aus mir kein Tee-Trinker mehr wird, und ich zur Teatime einen guten Kaffee bevorzuge.)

Tipp: Besser bei kleinem Haushalt nur die halbe Rezeptmenge verwenden.

Tipp: Besser bei kleinem Haushalt nur die halbe Rezeptmenge verwenden.

Scones – in zweierlei Hinsicht genial

Gäbe es die Scones nicht schon, man müsste sie erfinden. Ein Teig mit den einfachsten Zutaten und Backpulver statt Hefe. Keine Diskussionen um Warte- und Verarbeitungszeiten, Zimmertemperatur oder nicht. Wer um drei Uhr nachmittags Appetit auf frische Scones verspürt, liegt noch gut in der Zeit. Und kann pünktlich um vier Uhr seinen Kaffee aufsetzen.

Den Vorteilen – einfachste Zutaten und schnelle Zubereitung – steht als Nachteil allerhöchstens entgegen, dass eben Weißmehl und Zucker dominieren. Aber wer sich vernünftig und abwechslungsreich ernährt, der kann sich im Sommer einen frischen Erdbeerkuchen mit Sahne ebenso gut gönnen wie Scones mit Clotted Cream. Wobei letztere hierzulande schwer erhältlich ist und deswegen eine höhere Hürde bildet. Aber auch dafür gibts eine Lösung, doch der Reihe nach.

Fixe Teigbereitung: Nach wenigen Minuten können die Scones-Rohlinge in den Ofen - für gerade mal 15 Minuten.

Fixe Teigbereitung: Nach wenigen Minuten können die Scones-Rohlinge in den Ofen – für gerade mal 15 Minuten.

Zutaten für Scones

In unserem Zwei-Personen-Haushalt sind Scones nach diesem Rezept zwar sehr beliebt, aber von der Menge her etwas zu üppig. Man kann den Rest einfrieren oder von vorneherein zum Beispiel die Hälfte machen. Die meisten klassischen Rezepte gehen mit weniger Butter und Milch, dafür ohne Eier.

  • 500 Gramm Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 2 Esslöffel Zucker
  • etwas Salz
  • 2 Eier
  • 120 Gramm Butter
  • 250 Gramm Vollmilchjoghurt
  • 1 Eigelb und etwas Wasser
Fertig: außen leicht braun, innen locker und fluffig.

Fertig: außen leicht braun, innen locker und fluffig.

Die fixe Zubereitung

Was soll ich sagen? Einfach alles zusammen rühren? Fast. Das Eigelb mit Wasser heben wir uns auf. Der Teig aus den restlichen Zuataten wird ausgerollt, etwa zwei bis drei Zentimeter stark. Dann sticht man mit einem Glas runde Formen aus. Die Reste wieder vermengen, ausrollen, ausstechen, bis man das letzte Scone von Hand formt.

Eigelb mit Wasser vermischen und die Scones auf dem Backbleich großzügig bestreichen. Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad Umluft etwa 15 Minuten backen, abkühlen lassen.

Der Clotted Cream Ersatz

Was wären Scones ohne Clotted Cream? In Deutschland bleiben einige wenige Versender, wo man diese Cream bekommen kann. Gute Tipps zum selber machen habe ich nach dem Lesen des ersten Schrittes (Sahne acht bis zwölf Stunden im Backofen erwärmen) verworfen.

Allerdings findet man auch einige Anleitungen im Netz für einen Clotted-Cream-Ersatz. ich habe das aufs wesentliche reduziert und vermische Mascarpone mit etwas Sahne, bis die Konsistenz zäh, aber streichfähig ist. Ohne Zucker, Aromen, Gewürze.

Bleibt nur noch die Frage zu klären, ob man Scone mit Clotted Cream und Erdbeer-Marmelade klassisch englisch genießt (zuerst die Marmelade aufs aufgeschnitten Scone, dann die Clotted Cream) oder deutsch nach Art des Marmelade-Brötchens. Aber das kann man nun wirklich nicht als Problem beschreiben. Näher ans Original kommt man hierzulande wohl kaum.

 

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