Müsli selber machen

Für ein leckeres Müsli zur gesunden Ernährung gibt es viele Möglichkeiten. In den meisten Fällen beschränken sich viele Menschen aber auf eine „Standardvariante”. Die sieht oft so aus, dass frisches Obst mit Milch oder Joghurt und einer Fertig-Müsli-Mischung kombiniert wird. Dagegen ist nichts zu sagen: Das ist ein guter Start in den Tag und ein wichtiger Baustein für gesunde Ernährung. Wer mal drei Minuten mehr investieren möchte, weil er auf Lust auf was Besonderes hat, der stellt sich sein Müsli selbst zusammen.

Bei mir mussten es dazu die Zutaten Blaubeeren (Heidelbeeren) und Schokolade sein, und ein paar Röstaromen. Damit kommen automatisch noch ein paar Geschmacks-Erlebnisse gratis dazu: Die Mischung aus weich (Joghurt mit Haferflocken) und crunchy (geröstete Mandelsplitter) finde ich reizvoll (ich mag keine breiigen Müslis). Und die Kombination von heißen Beeren mit etwas Saft und kaltem, cremigen Joghurt finde ich ebenfalls eine gute Mischung.

Das Rezept

Los gehts, die Zutaten: Ich verwende Bio-Joghurt, Haferflocken, Mandelsplitter, tiefgekühlte Heidelbeeren, Bitter-Schokolade und Ahorn-Sirup. Zuerst kommen die Mandelsplitter in die Pfanne. Sie werden geröstet, bis sie leicht gebräunt sind und man die Röstaromen riechen kann. Dann wird die Hitze herunter gedreht und es kommen die Haferflocken dazu. Die werden aber nur noch erwärmt.

Währenddessen schneide ich ein Stück Bitter-Schokolade mit dem großen Küchenmesser ganz fein. Wenn Haferflocken und Mandelsplitter fertig sind kommt ein Schuss Wasser in die Pfanne und die tiefgekühlten Heidelbeeren werden erhitzt. Die dürfen kurz richtig ”brutzeln”, weil sie dabei etwas Saft verlieren, der sich mit der Flüssigkeit in der Pfanne verbindet. Außerdem sollten die Heidelbeeren in Inneren auch nicht mehr gefroren sein.

In die Müsli-Schale kommen dann die warmen Haferflocken und Mandelsplitter, der Bio-Joghurt (den man auch leicht selbst machen kann, aber das ist eine andere Geschichte), und schließlich die klein gehackte Bitter-Schokolade und etwas Ahorn-Sirup als Süßungsmittel.

Das Ganze geht relativ schnell vonstatten. Die Zutaten sind alle griffbereit, bei mir waren auch alle in Bio-Qualität vorrätig. Die reine Bereitungszeit beschränkt sich auf ein paar Minuten. Die tiefgekühlten Beeren sind übrigens in meinen Augen keine Notlösung: Frisches Obst lässt sich nur schwer erhitzen, ohne dass es matschig wird. Und tief gekühlte Beeren, egal ob aus dem garten oder gekauft, gibts auch in Bio-Qualität. Sie lassen sich sogar besser portionieren, als wenn man das frische Obst pfundweise kauft, was natürlich für den Sommer trotzdem die reizvollere Variante ist.

Kartoffelpürée: selber machen – testschmecker tv

Irgendwie old school: Kartoffelbrei. Wer isst das heute noch? Das ist so 50er, eher ein arme Leute essen. Heute gibts Pasta, Veggies, Beef – wenns nicht ohnehin vegan oder vegetarisch sein muss.

Dabei ist in der kalten Jahreszeit weniges so herzerwärmend wie Kartoffelbrei. Und schnell gemacht. Man braucht ausschließlich einfache, regionale Zutaten, die man sowieso zuhause hat. Und gerade mal 5 Minuten Arbeitszeit sowie etwas Vorbereitung. Wenn mans ein paar Mal gemacht hat, dann schaut man die Instant-Packungen nicht mehr an („ich schwöre”).

Dabei haben die das Gericht schon in den 70er Jahren aus dem Speiseplan gekickt: Für wenig Geld gabs als eines der ersten industrialisierten Lebensmittel mit großer Verbreitung den Kartoffelbrei aus der Tüte. Etwas heißes Wasser dazu, fertig. Die Begeisterung von damals kann ich sogar noch nachvollziehen. Die von heute nicht mehr.

In Zeiten, in denen man tunlichst die Liste des klein gedruckten, also die Zutaten, auf der Packung lesen sollte, macht sich das nicht mehr so gut. Da steht unter anderem:

Kartoffeln, pflanzliches Fett, 4,5% Magermilchpulver, Speisesalz, Milchzucker, Emulgator Mono- und Diglyceride von Speseifettsaeuren, Milcheiweiss, Aroma (mit Milch), Antioxidationsmittel Ascorbylpalmitat oder Natriummetabisulfit, Stabilisator Diphosphat, Aromen…

Dagegen ist die Zutatenliste für die selbst gemachte Version recht übersichtlich:

Kartoffeln, Milch, Butter, Salz. Klingt doch ziemlich gesund, oder? Wers ein paar Mal ausprobiert hat und auf den Geschmack gekeommen ist, der kann schmackhafte Pürées auch verschiedenen Gemüsesorten machen: Erbsen, Karotten, Fenchel, Blumenkohl, weiße Bohnen etc.

Und die Zubereitung? Ein Klacks: Kartoffeln schälen, schneiden, ins Salzwasser kochen (im Schnellkochtopf einmal aufkochen). Etwas Milch mit Butter erhitzen. Die gekochten Kartoffeln durch die Spätzlespresse drücken, Milch-Butter dazu bis das Pürée schön sämig ist, etwas Salz – fertig. Ohne die Küchengeräte Schnellkochtopf und Spätzlespresse reichen ein normaler Kochtopf sowie eine Gabel und ein Schneebesen.

Dazu Sauerkraut und frische Leberwürste oder Ripple, Rinderleber passt auch gut. Und natürlich auch gebratenes Fleisch, das Pürée ist „saucenkompatibel”.

Am besten: die eigenen Kartoffeln verwenden

Geschäftsidee: Juice Press

Einfach mal alles anders machen: Wenn die Konkurrenz mit aufgehübschten Verpackungen in den Regalen glänzt, dann wollte er lieber unordentlich sein, ein Hingucker eben. Und wenn die anderen ihre Produkte lange haltbar machen, dann macht er sie lieber ganz frisch – auch wenn sie dann vielleicht eine kürzere Lebensdauer haben.

Als Geschäftsidee taugt die Orientierung daran, einfach alles anders zu machen nur bedingt. Bei frischen Säften, die regional vermarktet werden, scheint es zu klappen: Marcus Antebi heißt der Erzeuger dieser grünen, auf den ersten Blick nicht sehr appetitlich scheinenden Säfte, die vorwiegend in New York vertrieben werden. Das Konzept ist überzeugend: Die Früchte, die morgens angeliefert werden, werden gepresst und verlassen am gleichen Tag noch sein Unternehmen Juice Press.

Man muss nicht erst die zahlreichen Medienberichte gelesen haben, wonach Obst aus China oder anderen fernen Ländern in Konzentrat umgewandelt wird, lange transportiert und hier dann wieder mit Wasser vermischt wird, um diese Idee gut zu finden. Auch andere vorwiegend industrielle Säfte haben sehr unterschiedliche Standards und Herkunft und Produktionsbedingungen lassen sich nicht so einfach nachvollziehen.

Vergleichbar sind Juice Press-Säfte vielleicht noch mit dem, was manche Landwirte auf unseren Wochenmärkten anbieten – wenn es nicht schon als Bag-in-Box angeboten wird mit dem vielsagenden Hinweis, der halte jetzt ewig. Wobei Haltbarkeit an sich ja nichts Schlechtes ist.

Interessant ist vor allem, dass Kunden – ausreichend Vertrauen in Produkt und Erzeuger vorausgesetzt – gleich mehrere Kaufhindernisse überwinden: Sicher sind diese Säfte teurer als viele andere, sie sind nicht so lange haltbar und sie müssen offensichtlich auch gekühlt werden.

Video: Seid nett zu euren Hühnern (How to treat a lady)

Der englische Original-Titel „How to treat a lady” klingt etwas schräg. Aber das Video von Animals Australia ist in keinster Weise anzüglich, sondern lustig, schön gemacht und soll zum Nachdenken anregen. Schön, wenn das Thema Tierschutz so entspannt angegangen wird.

Ron Finley: A guerilla gardener in South Central LA

Ron Finley: A guerilla gardener in South Central LA.

Einer der besten Vorträge, die ich seit langem gehört habe: Knapp, witzig, faktenreich und engagiert. Das Thema Guerilla Gardening hat mich ansonsten zwar nicht vom Hocker, weil es ein großstädtisches Ding ist und bei mir in der Provinz nie wirklich eine Rolle spielen wird. Aber die Darstellungen von Ron Finley bei diesem TED Talk rissen die Zuhörer wirklich von den Stühlen.

Einige der Lieblingszitate:

“Growing your own food is like printing your own money.”

“Gardening is the most therapeutic and defiant act you can do, especially in the inner city. Plus, you get strawberries.”

“If kids grow kale, kids eat kale. If they grow tomatoes, they eat tomatoes.”

Ganz großes Kino – mit einfachsten Mitteln. Ron Finley ist übrigens Designer, der auch eine eigene Website hat. Ist also – unabhängig von der Gärtnerei schon etwas bewandert in Sachen (Selbst-)Darstellung.

Ron Finley

Eine Kohlart von Amerika nach Paris bringen: Dark Rye

In den USA scheint Kale als Gemüse eine Rolle zu spielen, ich bin jetzt schon einige Male auf diesen Namen gestoßen. Allerdings finde ich keine deutsche Entsprechung, die ähnlich populär wäre: Das Wörterbuch nennt als deutschen Namen für Kale den Begriff ‘Meerkohl’, der bei uns freilich kaum eine Rolle spielt. Die Erklärung, dass der Echte Meerkohl sich vor allem an den Meeresküsten des Atlantik in Westeuropa findet, erklärt eher, dass die US-Amerikanerin Kristen Beddard, die es nach Paris verschlagen hat, wohl einfach Glück hatte, dass sie von einer Atlantikküste an eine andere zog.

Das Video zeigt sehr schön, dass man mit Engagement und Zeit durchaus Projekte anstoßen kann und Produkte wieder in den Fokus rücken kann – auch wenn es dabei natürlich zahlreiche Schwierigkeiten gibt. Man muss kein ausgewiesener Frankreich-Kenner sein um zu ahnen, dass sich die Franzosen nur äußerst ungern Ernährungstipps von einer Amerikanerin geben lassen, wie Beddard das ja auch im Video darstellt.

Die Geschichte ist übrigens Teil des aktuellen Magazins Dark Rye, in dem es auch Rezepte für Kale gibt.