GEPA Bio-Cocoba im Vergleich mit Nutella

Gepe Cocoba

Was haben Tempo, Nutella und Mercedes gemeinsam? Richtig: Es sind allesamt Markennamen, die sich für ein bestimmtes Produkt etabliert haben. Nuss-Nougat-Brotaufstrich sagt niemand: Nutella gilt – nachdem ganze Generationen damit großgezogen wurden – als ein Synonym, das keine Erklärung braucht.

Aber es gibt ja mittlerweile zu fast allen Produkten biologisch erzeugte Alternativen, in diesem Fall ist es Bio Cocoba, eine Nuss-Nougat-Creme, die nicht nur aus biologischen Zutaten erzeugt wurde, sondern auch noch das Fairtrade-Siegel trägt. Der erste Schock schon am Regal: Mit 3,99 Euro für das 400-Gramm-Glas ist die Bioware doppelt so teuer, wie der Marktführer. Oder anders gesagt: Das 850-Gramm-Glas Nutella bekommt man für annähernd den gleichen Preis.

Cocoba links gegen Nutella rechtsIn großer Familienrunde wird die Spendierfreudigkeit nicht belohnt: Nach regem Vergleich und Meinungsaustausch greifen alle nach dem dunkleren, etwas weicheren und vor allem auch süßeren Nutella. Cocoba schmeckt eindeutig nussiger, Nutella schokoladiger. Auch die festere Konsistenz des Bioprodukts findet nicht viele Anhänger, obwohl auf warmem Toast oder frischen süßen Pfannkuchen beides dahin schmilzt.

Fazit: Familien – und die vor allem kaufen ja solche Produkte – werden wohl schwer von der teureren Alternative zu überzeugen sein, erst recht nicht die Kinder. Die fast identische Zutatenliste (Rohrohrzucker, pflanzliche Öle und dann erst Haselnüsse mit 13%) macht auch deutlich, dass in gesundheitlicher Hinsicht beide Brotaufstriche sowieso keinen vorderen Platz im Küchenschrank verdient haben und für besondere Gelegenheiten besser geeignet sind als für das tägliche Frühstück.

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Dr. Oetker Ristorante Biologica: Pizza Mozzarella – überraschend gut

Pizza Dr. Oetker

Ein Glücksgriff in die Tiefkühltruhe meines Supermarktes: Die Pizza Mozzarella „Ristorante“ Biologica (klingt sehr italienisch für einen Konzern in Bielefeld) wurde von meiner Familie überraschend zur besten bislang verkosteten Fertig-Pizza gekürt. Ursprünglich war sie ja nur als Notbehelf gedacht zur Versorgung allein zurückgebliebener Kinder. Aber das Familienurteil „gut“ hat sie sich verdient: Knuspriger Boden, dünner Belag ohne allzuviel Schnick-Schnack.

Dabei hatte ich das kalte Teil zunächst eher mit Grausen angefasst: Ein Tiefkühl-Pizza aus der Packung zu holen ist der direkte Kontakt zur Industrienahrung: Genormte Rundung bei Teig und Mozzarella, absolut gleichmäßige Verteilung, steriles Aussehen. Nach 11 Minuten im gut aufgeheizten Backofen (das ist meiner Ansicht nach auch die dringende Voraussetzung für einen halbwegs knusprigen Boden) sah sie allerdings schon ziemlich lecker aus.

Pizza Dr. OetkerDie Rückseite zieren gleich fünf Bio-Label, die Zutatenliste enthält nichts wirklich Überraschendes oder gar Verdächtiges. Natürlich gehts auch hier nicht ohne Hefe-Extrakt als Geschmacksverstärker. Der Anteil von Mozzarella ist mit 21% recht hoch, Edamer ist auch mit dabei. Der Hauptteil der Gewürze ist wohl in der pesto-artigen Unterlage der Mozzarella-Scheiben: Basilikum, Petersilien, Spinat, Knoblauch.

Fazit: Als Reserve-Essen für die Familie gut geeignet, aber natürlich kein Ersatz für die mindestens einmal monatlich selbst gebackene Pizza.

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Risotto mit Bio-Spargel und Lachs: ein Bio-Kompromiss

Spargel-Risotto mit Lachs

Man traut seinen Augen nicht: Bio-Spargel bei Edeka in weiß und grün zu 2,99 bzw 2,29 € pro Bund. Wie kann das sein? Die Preise auf dem Wochenmarkt liegen für deutsche Ware noch bei 8 bis 9 €, Bio-Spargel bekomme ich sonst nur ab Hof und noch ein bißchen teurer (wobei der wirklich jeden Cent wert ist).

Weil ich also skeptisch bin plane ich mal lieber keinen Klassiker, wie Spargel und Kratzete und Schinken, bei dem das Stangengemüse absolut dominierend ist. Ein Spargel-Risotto geht auch schnell und schmeckt fein. Und zumindest Spargel und Lachs sind ja Bio-Produkte: Der Weiße kommt aus Ungarn, ist gute 1,5 cm dick, der dünnere Grüne aus Griechenland. Beide Stangen quietschen nicht mehr so, wie es für frische Ware charakteristisch ist, wenn man sie aneinander reibt.

Der Lachs ist nicht bio, stammt dafür aber auch nicht aus einer Zuchtfarm. Und der Fisch ist aus dem Meer ist ja sowieso bio, oder? Dieser von Iglu trägt auf jeden Fall noch das Zeichen des MSC und stammt demzufolge aus umweltverträglichem Fischfang.

Also, los gehts: Spargel schälen, in kleine Stücke schneiden, in einer heißen Pfanne mit etwas Rapsöl ganz kurz anbraten (es gibt dann so einen Honigduft), mit etwas Gemüsebrühe ablöschen und noch etwas köcheln lassen, bis es bissfest ist. Den tiefgekühlten Lachs in einem Einsatz über kochendem Wasser dünsten. Und das Risotto mit kleingeschnittenen Zwiebeln in etwas Olivenöl anschwitzen und dann unter häufigem Rühren mit Gemüsebrühe immer wieder ablöschen.

Das Geheimnis eines guten Risottos liegt in seiner Sämigkeit und der Konsistenz der Zutaten. Sprich: Beim Risotto muss der Reis gerade weich sein, die Zutaten alle noch bissfest und das Gesamtwerk nicht zu trocken, sondern eher wie ein guter Brei gut durchfeuchtet. Das erreicht man, indem die Zutaten auf den Punkt gegart sind, wenn das Risotto gerade fertig wird: Ein letztes Mal mit Gemüsebrühe aufgießen, Parmesan und einen Löffel Butter dazu und schließlich die Spargelstücke und die Lachsstücke. Dann nur locker untereinanderheben – fertig.

Testschmecker-Urteil: Absolut köstlich! Geschmacklich würde es bei diesem Gericht wohl keinen Unterschied machen, wenn alle Zutaten biologisch erzeugt wären. Aber mit den Hauptkomponenten Spargel und Lachs ist man schon gut dabei, und im gut sortierten Bio-Haushalt taucht sicher auch bald Bio-Reis auf.

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Edles Äußeres, lecker im Geschmack: Alnatura Himbeer-Mandel-Müsli mit Krokant

Himbeer-Mandel-Müsli

Müsli ist Massenware: Wer im Supermarkt vor der schier unübersehbaren Zahl von Pappquadern steht, der verliert leicht die Orientierung. Schlimmer ist – rein ästhetisch gesehen – nur noch das Regal, in dem die ganz großen Packungen in Cellophantüten stehen. Erinnert irgendwie an Tierfutter.

Himbeer-Mandel-MüsliGanz anders das Alnatura Selection Himbeer-Mandel-Müsli, das mich im DM-Markt anlachte: Edle Packung in dezenter Farbe, schickes Design, tolles Foto. Wow! Was macht es da schon, dass in der gestylten Packung nur 375 Gramm (für 3,65 €) drin sind? Das ist auf 100 g bezogen etwa doppelt so viel, wie normales Bio-Müsli kostet.

Das Sichtfenster in der Rückwand zeigt, dass tatsächlich ganze getrocknete Himbeeren drin sind. Und im Geschmackstest hält das Müsli, was die Packung verspricht: Feiner Geschmack, mildes Aroma, guter Biss. Für den Crunch sorgen die auf der Packung angebenen 16 % Krokant und natürlich die Mandeln. Die Himbeeren (Gewichtsanteil 4 % gefriergetrocknet) sind wohl tatsächlich vorwiegend fürs Auge, aber das tut der Sache keinen Abbruch.

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe beruhigt ebenfalls: Dort sind die Zutaten nach Menge geordnet und Zucker (Rohrohrzucker) kommt dort erst an vierter Stelle nach Dinkel- und Hafervollkornflocken sowie gerösteten Mandeln. Außerdem sind getrocknete Äpfel und Aprikosen dabei, Kokosflocken und Honig. Lecker!

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Perlender Bio-Genuss: Biovin Secco

Biovin Secco

Manchmal muss es mehr sein, als nur ein Sekt oder Secco: Bio-Secco zum Beispiel. Dieser steht trotz seines schicken Äußeren, das ihn auch aus den konventionellen Mitbewerbern hervorhebt, eher etwas abseits, bei den Bioweinen. Nicht bei den Seccos, die zwischen 1,99 € (am Boden und 6,99 €) in Augenhöhe ein eigenes Regal gewidmet bekommen haben.

Biovin SeccoDabei muss sicher Biovin Secco nicht verstecken: Im Preis mit 5,90 € eher in der Oberklasse des Supermarkt-Angebotes angesiedelt zeigt er erstmal auf dem Rückenetikett, was er drauf hat: Die biologisch erzeugten Grundweine für den Secco stammen also tatsächlich aus dem Veneto (Indicazione geografica typica), 11 % Alkohol, (wahrscheinlich abgefüllt und) vertrieben vom Biovin Kontor in Heitersheim.

Und auch beim Öffnen keine unangenehme Überraschungen: Feinperlig, sehr trocken, fruchtig, leicht und spritzig. Mit Kühlschrtanktemperatur der Sommer-Hit, für mich darf er sogar für 15 Minuten ins Tiefkühlfach, damit er richtig knackig kalt ist. Gut angelegtes Geld mit Genuss-Gewinn!

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Dunkel und gut: GEPA-Schokolade Grand Noir Bio Orange

Zartbitte-Schokolade

Manche wollen 60 oder 70%, andere bestehen auf 80 oder gar 90%. Zartbitter-Schokolade ist für Kenner und Genießer das Optimum und der Kakao-Anteil das Maß aller Dinge – je höher desto besser. Die Schokolade hat in den meisten Supermärkten noch immer den Platz in der Bio-Ecke. Viele andere Bio-Produkte stehen mittlerweile gleichberechtigt und selbstbewußt neben den konventionellen Angeboten. Aber für Bio-Schokolade reicht das Angebot hinsichtlich Menge und Vielfalt wohl noch nicht aus, um dort bestehen zu können.

Egal, wir finden sie bei Bio-Kaffee und Bio-Schoko-Brotaufstrichen und entdecken rasch eine Gemeinsamkeit: Die meisten Produkte hier sind auch „Fair Trade“ gehandelt. Was bedeutet, dass die Erzeugung nicht nur der Umwelt nutzt, sondern auch die Produzenten – zumeist in Dritte-Welt-Ländern – angemessen profitieren.

Diese hier, die GEPA-Schokolade Grand Moir Bio Orange (100-g-Tafel für 1,69 €) kommt trotz ihres satten Preises fast schüchtern daher: Auf der Vorderseite findet man nur das EU-Bio-Zeichen, erst auf der Rückseite auch das Naturland-Logo. Und eine Erklärung von Bioproduktion und fairem Handel.

All das aber liest man sowieso erst, wenn man die Packung aufgerissen hat, die aluminiumfreie Schoko-Umhüllung aufgenestelt hat und das die feine Bitter-Schokolade probiert hat. Ergebnis: Sehr lecker! Die Zartbitterschokolade hat zu ihrem herbem Reiz noch den Kick, den ihr das Orangenöl als Aromalieferant spendiert. Dezent, aber eben auch nicht zu unauffällig.

Zum Wegputzen zu schade, aber als kleines Dessert zum Espresso nach einem guten Essen ideal.

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