REWE Bio Erdnussbutter Crunchy und Barney’s Best Peanut Butter

Erdnussbutter

„Es gibt nur eine.“ So warb meine regionale Tageszeitung eine Zeit lang. Und ich ärgerte mich, dass man diesen Nachteil für einen Kunden so herausstellt. Als meine Kinder auf den Geschmack von Erdnußbutter kamen stellte ich fest: Auch hier gilt offensichtlich „es gibt nur eine (Sorte)“. Das amerikanische Produkt Barney’s Best Peanut Butter gibts in genau zwei Ausführungen (mit Stückchen und ohne) in fast jedem Supermarkt. Aber sonst nix.

Neuerdings ist das anders: REWE Bio Erdnussbutter Crunchy steht zwar nicht neben dem konventionellen Produkt sondern in der Bio-Abteilung. Aber es kommt im Glas zum gleichen Preis von 1,79 Euro. Lesen hilft: Hier sind nur 250 Gramm drin, das US-Produkt bietet 350 Gramm.

Erdnussbutter VergleichDeckel ab, Nase ins Glas: Feiner, aromatischer Duft nach Erdnüssen im REWE Bio-Glas. Barney’s Best versucht durch Röstaromen zu punkten, die gleich wesentlich intensiver und appetitanregend sind. Das Bio-Produkt wirkt fast etwas blaß im Vergleich zum amerikanischen, auch sind dort die Stückchen größer, die das Prädikat „crunchy“ ausmachen.

Trotz des schnellen Punkterfolgs des Standardproduktes: In der Familienrunde schneiden beide gut ab und das Bio-Produkt erfeut sich ebenso großer Beliebtheit. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, dass die amerikanischen Hersteller etwas mehr Erdnüsse zugegeben haben (90 statt 88 %). Aber dann kommen dort in der Reihenfolge ihrer Mengenanteile gleich Zucker an zweiter Stelle, Öl pflanzlich gehärtet, Speisesalz.

Dass es auch gesünder geht, zeigt REWE Bio: Palmfett, Meersalz, Vollrohrzucker lautet dort die Reihenfolge. Und damit ist das Bioprodukt trotz des fast 50 Prozent höheren Preises eine sehr gute, wenn nicht gar die bessere Alternative.

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BioBio Schokoladen-Butterkeks und Bahlsen Choco Vollmilch im Vergleich

BioBio Schoko-Keks

Mmmmhhh, lecker: Schoko-Kekse. Die Variante mit einem knusprigen Butterkeks unten und einem Schokotäfelchen oben drauf gehört zu meinen Lieblingssorten. Bei Plus gibt es solche unter der Eigenmarke BioBio (Schokoladen-Butterkekse für 1,99 Euro, 130 Gramm). Und weil Lieblingssorten in der Erinnerung ja immer gut abschneiden holte ich mir zum direkten Vergleich noch den Klassiker von Bahlsen, Leibniz Choco Vollmilch, als Big Pack mit 166 g für 1,29 Euro.

Bevor es an irgendwelche Zahlen und Daten geht: Auspacken, Reinbeißen. Prima Test, beide sind lecker. Die nach EU-Zeichen kontrollierten sind etwas kleiner (15 Stück für insgesamt 130 g) als die von Bahlsen (12 Stück für 166 Gramm). Außerdem haben die Bahlsen auch mehr Schokolade draufgepackt. Solange man nicht abnehmen möchte (und wer isst schon Schoko-Kekse, wenn er abnehmen möchte?) hat das durchaus seinen Reiz.

BioBio und LeibnizDie Bahlsen schneiden auch in anderer Beziehung besser ab: Der Keks kommt mir knuspriger vor, die Schokolade ist härter. Die BioBio Variante ist in der Zutatenliste fast identisch, nur eben mit Bio-Zutaten. Der Anteil der Vollmilchschokolade ist aber hier nur 48 %, bei Bahlsen sind es 66 %. Psychologisch vielleicht etwas ungeschickt: Ausgerechnet BioBio benennt die Backtriebmittel mit den kryptischen E-Nummern (E503ii, E500ii) während Bahlsen Begriffe wie Natriumhydrogencarbonat und Dinatriumphosphat aufzählt.

Bahlsen versucht außerdem mit dem Öko-Test-Urteil „sehr gut“ zu punkten und das bezieht sich auf Inhaltsstoffe und Verpackung. Die Qualitätsgarantie sagt: Ohne Zusatz von Konservierungsstoffen, künstlichen Aromen und Farbstoffen.

Fazit: Wer bei Plus einkauft tut sich und der Umwelt etwas Gutes, wenn er auch nach den BioBio-Keksen greift. Der Preisaufschlag auf rund das Doppelte (wenn man den 100-g-Preis zugrunde legt) ist happig und das Bahlsen-Produkt passt durchaus in die Kategorie „nicht bio aber trotzdem gut“.

Beide Marken bekommen übrigens noch einen Extrapunkt für gute und informative Websites: Bei Bahlsen (wo es auch noch die Varianten edelherb, Choco Banane und Vollmilch Diät gibt) stehen viele Infos auch zu Rohstoffen, Qualitätsgarantie, Herstellverfahren. BioBio ist zurückhaltender mit Detail-Infos zu den einzelnen Produkten, führt aber alle BioBio-Produkte mit Bild, Menge und Preisangabe (!) auf.

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Kleine Zwischenbilanz eines Testschmeckers

Testprodukte

Dies ist der 33. Beitrag im Testschmecker-Blog – und der erste, in dem es nicht konkret ums Essen und Trinken, um ein Lebensmittel und Bioware geht. Lars und ich arbeiten jetzt seit mehreren Monaten an unserem Projekt, und es zeigt zumindest bei mir erste Folgen. Nicht dass ich irgendwie aufgeschlossener für Bio-Lebensmittel geworden wäre, das war ich ja vorher schon. Und biologisch eingekauft wurde – in Maßen – auch.

Aber alleine das Durchforsten des Bildmaterials hat mir neulich erst gezeigt, welche Ausmaße das annimmt: Der Blick beim Einkaufen ist fokussiert auf Artikel mit Bio-Kennzeichnungen. Kenn ich das schon, ist das neu? Stimmt der Preis oder sollte man das von vorneherein gar nicht auf die Testliste setzen?

Ich habe mir angewöhnt, immer auch nach Vergleichsprodukten zu schauen: Entweder eine andere Bio-Variante zu – beispielsweise – Erdnussbutter. Oder eben das konventionelle Produkt im Vergleich dazu. Wichtig ist immer auch das Urteil von anderen („Magst Du mal probieren? Ich hab da was…“) und das Protokollieren mit Fotos und Kassenzetteln. Die Familie hat sich dran gewöhnt und macht mit Freuden mit („Kauf doch mal Smoothies…“ – „Was sind Smoothies?“).

Und trotzdem das alles manchmal etwas in Streß ausartet: Es macht Spaß! Natürlich, weil ich auf dem Wege auch Dinge entdecke und kaufe, die ich sonst vielleicht hätte im Regal liegen lassen. Aber auch, weil ich den Eindruck habe, es bewegt sich etwas. Als ich neulich in einem Supermarktregal nebeneinander konventionelles und Bio-Rapsöl habe stehen sehen und beide hatten den gleichen Preis, da dachte ich mir: So weit wird es kommen.

Nicht so weit, dass Bio-Ware unter Preis verkauft wird. Aber bei kluger Kalkulation reicht die Gewinnspanne von manch industriellem Nahrungsmittel sicher auch für Bio-Erzeuger. Was mich in letzter Zeit begeistert hat: Bioware, die den Weg aus der Nische geschafft hat, erfolgreich ist und eine Super-Qualität hat. Auch wenn sie mehr kostet, wie zB Bionade. Was mich gefrustet hat: Schlechte Bio-Tütensuppe, zwei Teller für 1,30 Euro, Preis und Leistung passen hier nicht.

Die Themen gehen uns nicht aus: Wir werden Websites vorstellen, die sich mit der gleichen Thematik beschäftigen, werden Bio-Versandprodukte testen, sicher auch Sachen, die nicht bio aber trotzdem eine gute Alternative sind. Für uns bleibts also spannend.

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Edeka Bio-Schwarzwälder Schinken

Schwarzwälder Bio-SchinkenSchwarzwälder Schinken bringen viele Touristen aus dem Urlaub mit: Vakumiert, in großen Stücken, mit schmalem Fettrand. Schon längst kann man ihn aber auch in jedem Supermarkt kaufen, zum Beispiel den Edeka Bio Wertkost Schwarzwälder Schinken, 100 g zu 2,99 Euro. Über Schwarzwälder Schinken braucht man zunächst nicht viel zu wissen, ein Wikipedia-Eintrag reicht.

In der Praxis wird man schnell feststellen, dass es Riesen-Unterschiede gibt: Der Salzgehalt, die Rauchnote, das Aroma, das nicht nur durch Tannenreisig, sondern oft auch noch durch Wacholder und Kräuter bestimmt wird. Und schließlich Maserung und Qualität des Fleisches.

Edeka Bio-SchinkenDas Edeka-Produkt kann es hierbei mit den meisten Metzger-Qualitäten aufnehmen: Feiner Duft, dezentes Aroma, nicht zu salzig, optisch und geschmacklich ein Leckerbissen. Die feine Maserung des Fleisches verspricht meist mehr Geschmack als die Trennung in einen dunkelroten, maserungsfreien Teil und einen Fettstreifen, den die meisten Menschen sowieso wegschneiden.

Der Preis ist hoch, aber angemessen, finde ich: Für mich ist solch ein Schinken auch kein Alltagsprodukt, sondern etwas Besonderes. Kontrollierte ökologische Erzeugung, Weidehaltung, keine Gentechnik, keine künstlichen oder naturidentischen Aromen – das hat seinen Preis.

Die Zutatenliste ist kurz (Schweinehinterschinken, Meersalz, Kochsalz, Gewürze, Rohrohrzucker, Traubenzucker. Konservierungsstoff: Natriumnitrit, Tannenrauch. Ohne Natriumnitrit scheint es nicht zu gehen, und wer nach dieser Lektüre noch Schinken mag, wird sich damit abfinden müssen.

Den Vergleich mit anderen Supermarkt-Produkten (doppelte Menge zum fast halben Preis) gewinnt der Schwarzwälder Bio-Schinken um Längen, ein solcher Wettbewerb ist auch ehrlich gesagt vom Ansatz her nicht ganz fair. Aber er bestärkt mich in meiner Haltung, lieber auf die „billige“ Luxusware „Schinken für jeden Tag“ zu verzichten und sich dafür den wahren Luxus eben etwas seltener zu gönnen.

Wer übrigens mal eine größere Schweinezucht besichtigt hat und auch im Freien lebende Tiere im Schwarzwald erlebt hat, der weiß wie solche Preisunterschiede zustande kommen. Die aktuelle Diskussion um den Streik der Milchbauern im Schwarzwald hat ein ähnliches Thema, wobei es hier freilich nicht um Luxusgüter geht.

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Bionade gegen die Rewe-Hausmarke Cranberry / Zitrus

Bionade gegen REWE Bio CranberryBionade hat es geschafft: Der Markenname ist in weiten Kreisen so bekannt wie Cola, auf keinem Kindergeburtstag durfte das Kultgetränk fehlen. Jetzt ist es auch bei den Erwachsenen angekommen – und mit der Starthilfe der Bioläden: Bionade steht im Supermarktregal neben einigen anderen hippen Mixgetränken. Und es gibt einen informativen Wikipedia-Eintrag zu Bionade, in dem auch die jüngsten Auseinandersetzungen um den Zuckergehalt dargestellt werden.

In meinem Rewe-Markt in direkter Nachbarschaft zur hauseigenen Konkurrenzmarke: REWE Bio Cranberry Erfrischungsgetränk. Auf den ersten Blick liegen die beiden Konkurrenten ganz dicht beieinandern: 0,59 Euro für die Bionade, 0,49 Euro für das REWE-Produkt. Beide tragen das EU-Bio-Siegel. Auf den zweiten Blick gibts aber einen Unterschied: Bionade kommt in der smarten 0,33-Liter-Glasflasche, Rewe Bio in der 0,5-Literflasche. Fazit: Im Literpreis ist Rewe (0,98 Euro) somit deutlich billiger als Bionade (1,77 Euro).

Aber – um es gleich auf den Punkt zu bringen – dafür ist die Bionade auch jeden Cent wert. In dem Fall war es Bionade Litschi, aber auch die anderen Geschmacksrichtungen (Holunder, Kräuter und Ingwer-Orange) zeichnen sich durch diesen feinen Geschmack aus: Zarte Fruchtaromen, feinherb fruchtig, ein leichtes Prickeln, nicht zu viel Süße. Sehr erfrischend und ein „natürlicher“ Geschmack, wie er einem Bioprodukt zukommt.

Das Cranberry-Erfrischungsgetränk dagegen bombardiert die Nase schon beim Öffnen mit seinem künstlich wirkenden, sehr süßlichen Geruch. Auch im Geschmack hat man hier etwas zu viel des Guten getan und bei der Farbe hätte etwas Zurückhaltung auch gut getan. Es gibt noch Citrus-Ananas als Geschmacksrichtung.

Die Zutatenliste liest sich bei beiden gleich: Wasser, Zucker, Gerstenmalz (bei Rewe: fermentierter Gerstenmalzextrakt), Kohlensäure. Bionade nennt als Säureregulator Calcium- und Magnesiumcarbonat, bei Rewe ist das Säuerungsmittel Milchsäure und Säureregulator Tricalciumcitrat, außerdem hat man einen Mix aus färbenden Fruchtkonzentraten zugesetzt. Beiden Getränken ist natürliches Aroma zugesetzt.

Bionade verwöhnt die Kundschaft durch eine informative Website und verweist auf den hohen Gehalt an Calcium (mind. 200 mg/l) und Magnesium (mind. 100 mg/l), wodurch sich Bionade als Sportgetränk empfehle.

Auch ohne diesen Zusatznutzen, den man sicher nicht zuletzt mit Blick auf den Erwachsenen-Markt betont, bleibt Bionade der Klassiker: Unerreicht im Geschmack, etwas teurer, aber eine willkommene Bio-Alternative zur Apfelsaft-Schorle.

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Kölln Multikorn Schoko-Müsli und Schwarzwälder Bio-Joghurt Schwarze Johannisbeere- Vanille

Kölln Schoko-MüsliKann man Müslis testen und vergleichen? Soll man Müslis testen und vergleichen? Ich weiß es nicht, die Vieflalt ist einfach überwältigend. Aber ich weiß, dass meine Familie Müsli in Mengen verzehrt, die sparsameren (und unsensibleren) Gemütern den Besuch einer Freßnapf-Filiale nahe legen würden. Und: Die Lieben verlangen nach Abwechslung.

Deswegen also jetzt Kölln (einer der ganz großen in der Branche, im Supermarkt habe ich von anderen Sorten bereits 5-Pfund-Packungen entdeckt) und Schoko (alle lieben Schoko). Die 425-Gramm-Packung – warum keine 500 Gramm wissen die Götter der Lebensmittelindustrie – für 2,89 Euro. Aber sowohl mit neutralem als auch mit dem Schwarzwälder Bio-Joghurt Geschmacksrichtung Johannisbeere und Vanille hat das Müsli ein Problem. Egal, wie Mehrkornmüsli zusammengesetzt ist (dieses hat eine 4-Korn-Getreidemischung mit Hafer, Weizen, Roggen und Gerste), es sollte irgendwoher seinen „Biss“ bekommen, oder Crunch. Ansonsten bildet sich nach kurzer Zeit in Kontakt mit Joghurt oder Milch jene breiige Porridge-Konsistenz, die Generationen vor uns schon die Lust aufs Müsli verdorben hat.

Tja, und den Crunch vermisst man hier eindeutig. Da kann auch das Zartbitter-Schoko-Aroma kaum noch etwas retten. Bei einem englischen Müsli-Hersteller habe ich neulich übrigens entdeckt, dass er mit dem „Dustfree-Fenster“ wirbt: So kann man auch bei Kartonverpackungen leicht erkennen, ob mehr Körniges oder mehr Staubiges in der Packung ist, was ja dann letztlich zu Brei führt.

Schwarzwälder Bio-JoghurtGute Noten hat sich dagegen der Schwarzwälder Bio-Joghurt Schwarze Johannisbeere und Vanille verdient. Wie die meisten Bio-Joghurts ein feines Aroma, unaufdringlich aber markant, nicht zu süß, gut kombiniert (500 Gramm, mit 1,49 € war das gerade die teuerste Bio-Sorte dieser Marke).

Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt nach Vollmilch-Joghurt als zweitstärkste Zutat 20% Fruchtzubereitung (oh je, schon das Wort) bei der an vorderster Stelle Rohrohrzucker steht. Aber das ist bei Johannisbeere wohl nötig, um den Publikumsgeschmack zu treffen. Und der übliche Mix aus Färbe-, Verdickungsmitteln und Aromen ist in unserem Zeitalter wohl nötig, um ein Produkt wettbewerbsfähig zu machen. Trösten wir uns also damit, dass diese Helferlein immerhin biologischen Ursprungs sind.

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