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Testesser im Bio-Dschungel


Der Bio-Mozzarella von Aldi

Der Bio-Mozzarella von Aldi kostet mit 0,89 € für 125 g Käse ungefähr halb so viel wie ein Mozzarella di Bufala, dem Original aus der italienischen Region Campana. Aber vergleichen kann man diese zwei Produkte natürlich nicht. In deutschen Supermärkten dominieren ja ganz klar die Mozzarella-Plagiate aus schnöder Kuhmilch, und an denen muss man den Aldi Bio-Mozzarella wohl eher messen.

Ich habe ihn trotdem mutig für meinen Lieblings-Sommersalat verwendet, den Insalata Caprese, zu deutsch als Tomaten mit Mozzarella und Basilikum bekannt. Das war allerdings ein schwerer Fehler, der Aldi Bio-Mozzarella ging in dem Gericht fast völlig unter. Bei richtig schmackhaften, reifen Tomaten, frischem Basilikum und erstklassigem Olivenöl braucht es einfach den saftigen Büffel-Mozzarella als ebenbürtigen Partner. Der Bio-Mozzarella von Aldi ist sehr mild im Geschmack und durch dezente, süßliche Milcharomen geprägt. Im Gegensatz zum Mozzarella di Bufala ist er wie alle Kuhmilch-Varianten eher schnittfest und trocken in der Käsemasse.

Fazit: Den Bio-Mozzarella von Aldi empfehle ich zum Überbacken auf Weißbrot oder Pizza. Auch auf Salaten, die mit weniger kräftigen Aromen spielen, könnte der sehr milde Käse durchaus zum gelungenen Einsatz kommen. Das Preis-Leistungsverhältnis geht für diesen Mozzarella in Ordnung.

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Nein, die Suppe ess´ ich nicht: Bio Spargelcremesuppe ”3 Teller” aus der Tüte

Testschmecker sind ja hart im nehmen und müssen reichlich (Geschmacks-) Nerven zeigen. Aus Tütensuppen machte ich mir noch nie was, aber irgendwie schaffte es die Bio Spargelcremesuppe “3 Teller” (0,79€) von Aldi doch in meinem Einkaufswagen. Ich bemühe mich also möglichst vorurteilsfrei ans Werk zu gehen.

Die Zubereitung ist mehr als einfach: Das im Beutel enthaltene Pulver wird in einem 3/4 Liter kaltem Wasser verquirlt und unter Rühren 7 Minuten lang leicht gekocht. Fertig! An die Löffel. Aber erst noch der Nasentest: Der Geruch erinnert nur sehr entfernt an Spargel, in denke eher an Champignons, die aber definitiv nicht unter den Zutaten sind. Als braver Suppenkasper stecke ich einen Löffel von der dickflüssigen Masse in den Mund.

Die Konsistenz ist sehr mehlig, die Suppe ist recht salzig, süß und bitter zugleich, echte Spargelaromen sind so gut wie abwesend - kein Wunder bei nur 6% Spargelpulver unter den Zutaten. Hauptingredienzen sind Weizenmehl, Maisstärke, Meersalz, pflanzliche Öle, Rohrzucker und Magermilchpulver. Für das Aroma sorgen neben dem Spargel der geschmacksverstärkende Hefeextrakt, natürliche Aromen, Zwiebeln, Citronensäure und Kurkuma.

In Krisenzeiten kann muss man das essen, keine Frage. Ich aber bin nach 2 Löffeln restlos bedient, der Genussfaktor strebt eindeutig gegen Null. Nein, die Suppe ess´ ich nicht! Die Bio Spargelcremesuppe “3 Teller” ist mit Sicherheit nur etwas für die anspruchlosesten Esser - aber verlangen die nach Biokost?

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Bio-Grießbrei mit Kirsch

Als Kind war ich großer Grießbrei-Fan. Da kochte meine Mutter schlicht Hartweizengrieß mit Milch und wir Kinder gaben etwas Himbeersirup dazu - so leicht konnte man uns selten zufriedenstellen.

Der Bio Grießbrei Kirsch von Aldi (1,89 € / 3 Beutel a´91g) enthält laut der Verpackung nur 49,5% Hartweizengrieß, die zweite Zutat auf der Liste ist Rohrzucker. Ein Indiz für einen hohen Zuckergehalt, da die Zutaten in Reihenfolge der enthaltenen Menge angegeben werden müssen.

Der Verpackungsinhalt wird einfach in kochend heisse Milch eingerührt und anschließend 5 Minuten quellen gelassen. Es wird in der Zubereitungsbeschreibung empfohlen, den Brei warm zu essen. Das ist nun überhaupt nicht nach meinem Geschmack. Gerade im warmen Zustand ist der Bio Grießbrei pappig süß und das Kirscharoma viel zu aufdringlich. Der Geschmack erinnert stark an kandierte Kirschen und Amarena-Eis. Laut Zutatenauflistung enthält der Brei neben 2,5% Sauerkirschen auch “natürliches Aroma”. Zu dieser Bezeichnung hier ein Auszug aus der freien Enzyklopädie Wikipedia: “Besonders irreführend ist bei der Lektüre von Zutatenlisten die Tatsache, dass eine Nennung wie “natürliches Himbeeraroma” garantiert, dass es aus Himbeeren extrahiert wurde, während bei “natürlichem Aroma” relativ sicher ist, dass die jeweilige Frucht nicht zur Herstellung verwendet wurde, da die Bezeichnung sonst aus marketing-technischen Gründen entsprechend präzisiert worden wäre.” Im kalten Zustand ist der Grießbrei etwas wohlschmeckender, aber selbst mein 9-jähriger Sohn dreht den Daumen nach unten.

Das Fazit fällt eindeutig aus: Der Bio Griessbrei Kirsch von Aldi ist in meinen Augen ein absolut überflüssiges Produkt. Ein neutraler, aus 100 % Hartweizengrieß bestehender Griessbrei ist die klar bessere Wahl. Da muss dann auch nicht unbedingt noch Zucker rein, es reicht mitunter ein wenig Sirup, Kakaopulver oder frische Früchte - ganz nach den persönlichen Vorlieben.

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Biowein bei Aldi: Der 2007-er Bianco Sicilia IGT

An diesen Test bin ich mit sehr gemischten Gefühlen herangegangen. Ich bin kein großer Fan von Weinkäufen im Discounter, weiß aber um die Tatsache, dass hier über die Hälfte der in Deutschland gehandelten Weinmenge abgesetzt wird. Der Discount ist dazu seit einiger Zeit bemüht, höherwertigere Weine feilzubieten, wie zuletzt den Weißburgunder Edition Fritz Keller bei Aldi-Süd, wobei unklar ist, ob sich dieser Trend in Zukunft fortsetzt. Die Masse des Angebots besteht nach wie vor aus sehr einfachen Weinen, die preislich zwischen 1,50 und 2,50 € angesiedelt sind.

Als gelernter Winzer bin ich mir darüber im Klaren, dass nur Massenproduktion und viel unterbezahlte Arbeit in Weinberg und Keller hinter solchen Verkaufspreisen stecken können. Diese Umstände bereiten mir ein gewisses Unwohlsein. Bio ist eine Sache, aber faire Bedingungen für die Erzeuger sind nicht minder wichtig. Und als Erzeuger bezeichne ich nicht nur die Weingutsbesitzer, sondern alle an der Produktion beteiligten Arbeitskräfte. Da fällt mir sofort der momentane Ärger der Milchbauern ein, die für ein paar Monate den lange geforderten Literpreis von mindestens 40 Cent/l einnehmen durften und nun schon wieder gezwungen sind, unterhalb der Rentabilitätsgrenze zu wirtschaften.

Summa summarum begrüße ich aber die Massenproduktion von Biolebensmitteln, denn dieser Umstand macht es möglich, dass sich immer mehr Menschen diese auch leisten können. Und absolut nicht zu vernachlässigen ist der positive Effekt für die Umwelt: Je mehr landwirtschaftliche Flächen auf biologischen Anbau umgestellt werden, desto besser - das ist völlig klar!

Der 2007-er Bianco Sicilia IGT (Aldi-Süd / 2,49 €) ist mit 13% Alkohol-Volumen ein recht kräftiger Weißwein. Als Rebsorten sind Cataratto und Inzolia auf dem Etikett angegeben, zwei typische sizilianische Weißweintrauben. Der Korkenzieher befördert einen Kunststoff-Propfen aus dem Flaschenhals. Im Glas zeigt sich der Bianco Sicilia in leuchtendem Strohgelb. Meine Nase nimmt Apfel- und Walnussnoten wahr. Im Mund stehen Aromen vom grünen Apfel und eine rassige Säure im Vordergrund. Von Substanz zeugen der recht dichte Körper und die mittlere Länge im Abgang. Der 2007-er Bianco Sicilia IGT weist einen frischen, belebenden Charakter auf und ist sauber vinifiziert. Ein einfacher Tischwein - nicht mehr oder weniger. Für Freunde säurebetonter Weine ist er durchaus sein Geld wert, mich stört allerdings der hohe Alkoholgehalt ein wenig, der gerade im Sommer eine Trinkspaßbremse beim Weißweinkonsum ist.

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