testschmecker_460x90

testschmecker.de

Testesser im Bio-Dschungel


Alnatura Schoki Caramel Split

Alnatura Schoki

Es ist immer schwer, ein Original zu kopieren. Um welches Vorbild es heute geht, das mag ein Bild auf die Verpackung zeigen. Es gibt ja nicht so arg viel Schokolade, bei der Dreiecke die Form dominieren.

Wie auch immer: Bei Alnatura wollte man alles richtig machen und hat sich eng am Vorbild ausgerichtet. Der Schweizer Dreiecks-Riegel wirbt mit den Zutaten Honig, Schokolade und Nougat. Der Herausforderer nennt es “Vollmilch-Schokolade mit Honig-Karamell-Splittern”. Offensichtlich gilt der zahn-verklebende Schmelz als erstrebenswert… Auf der Verpackung prangt die Schweizer Flagge und man nennt für das deutsche Produkt eine Schweizer Kontrollstelle.

Alnatura SchokiWitzigerweise weist man auf der Toblerone-Website darauf hin, dass Theodor Tobler eine Vorahnung hatte, dass sein neues Produkt einmal grossen Ruhm erlangen würde und deswegen schon 1909 Markenschutz beantragte und ein Patent auf den Herstellungsprozess.

Mit den nur angedeuteten Dreiecken und einer Zusammensetzung, die bei der heutigen Vielfalt an Schokolade gar nicht ungewöhnlich erscheint, wahrt man bei Alnatura den gebotenen Abstand, kommt aber dem Original ziemlich nahe - geschmacklich und auch von der Konsistenz. Lediglich beim Preis liegt man mit 1,85 Euro für 100 Gramm sicher höher und bietet dafür eben auch Bio-Qualität.

Das Testschmecker-Urteil ist zwiespältig: Mein Herz gehört eigentlich den Klassikern, also jenen Produkten, die es durch anhaltend gute Qualität so weit gebracht haben, dass andere heute ihre Nähe suchen. Da spielen vielleicht auch Kindheitserinnerungen eine Rolle. Der Alnatura-Riegel ist sicher auch gut, aber im Zweifelsfall würde ich wahrscheinlich zum Original greifen.

Popularity: 21% [?]

Alnatura Zartbitter Schoko-Aufstrich

Alnatura Zartbitter

Die Alnatura Zartbitter Creme hat mich bei meinem letzten Einkauf angelacht: Endlich mal Zartbitter auch bei einem Schoko-Aufstrich. Als bekennender Bitter-Fan (bei Schokolade) waren die 2,95 Euro für das 350-Gramm-Glas kein Thema.

Erstmals erprobt wurde der Zartbitter-Aufstrich auf süßen Pfannkuchen mit Bio-Bananen. Eine sehr leckere Kombination und eine willkommene Abwechslung zu den eher süßeren Alternativen. Allerdings würde ich mittelfristig doch die GEPA-Alternative Bio-Cocoba mit dem nussigeren Geschmack bevorzugen: Dafür spricht nicht nur der etwas feinere Geschmack (wenn auch nicht wirklich zartbitter, aber nicht so süß wie konventionelle Produkte) sondern auch das Fairtrade-Siegel.

Für echte Bitter-Fans dürfte allerdings derzeit kaum ein Weg am Alnatura-Produkt vorbeiführen. Immerhin gibt es damit schon zwei echte Alternativen zum Schoko-Aufstrich-Marktführer.

Popularity: 26% [?]

Alnatura Bio-Kräutersalz: Die Mischung machts

Alnatura Bio-Kräutersalz

Bio-Kräutersalz ist sicher nix für Pfennigfuchser: Wer die die Billig-Salz-Angebote von rund 20 Cent für das Pfund Salz gewöhnt ist, der schüttelt sicher nur den Kopf, wenn er das Alnatura Bio-Kräutersalz für 2,45 Euro (500 Gramm) sieht. Muss das sein?

Ja, ich denke schon. Zunächst ist der name Kräutersalz etwas irreführend: Zwar macht das Meersalz auch in diesem Produkt 85 Prozent aus. Der Rest aber ist aus Bio-Gemüse und -Kräutern gewonnen. In diesem Fall Lauch, Sellerieblatt, Petersilie, Liebstöckel, Majoran, Basilikum, Fenchelknolle, Zwiebeln, Pastinake, Karotte, Schnittlauch, Sellerieknolle, Chili. Und das ist doch eine ganze Menge.

Dass es auf die Mischung ankommt, merkt man auch, wenn man nach einer Eingewöhnungsphase an “sein” Kräutersalz ein anderes Produkt kauft: Der Geschmack ist garantiert anders. Und wer Salz zum Würzen beim Kochen verwendet, der findet schnell raus, dass jetzt auch jede Mahlzeit an einen andere Geschmackston hat.

Die Preise für Bio-Kräutersalz können ganz schön heftig sein, das Alnatura-Produkt gehört nach meiner Einschätzung zu den preiswerten und guten. Letztlich ist es natürlich Geschmacckssache, aber ich hatte auch schon Produkte, aus denen ich fast nix anderes als Sellerie rausgeschmeckt hatte. Kilopreise von 10 Euro und mehr sind für Bio-Kräutersalze nicht ungewöhnlich. Das Alnatura-Produkt steht im Regal übrigens neben dem “normalen” Meersalz (für 0,95 Euro für 500 Gramm, mit und ohne Jod). Dieses darf zwar kein Bio-Siegel tragen, was für Alnatura-Produket ungewöhnlich ist. Aber es trägt den ÖkoTest-Aufkleber “sehr gut” und hat ebenso wie das Bio-Kräutersalz den Aufdruck “Ohne Zusatz von Rieselhilfen”.

Die Funktion von Rieselhilfe erklärt sich zunächst von selbst. Dahinter stecken aber je nach Produkt ganz unterschiedliche Substanzen, die man freilich nicht erkennt und die unterschiedlich harmlos sind - oder eben nicht (siehe diesen Wikipedia-Artikel).

Wer sparen möchte (oder muss), der kann sich ja dieses Doppelpack kaufen: Fürs Nudelwasser tuts das normale, in den Salat kommt das Bio-Kräutersalz. Urlaub in Frankreich sollte man dazu nutzen auch “Fleur du sel” mitzubringen (ziemlich teuer aber gut) und auch das grobkörnige, graue Sel gris.

Popularity: 21% [?]

Schokoladen-Weihnachtsmänner im Vergleichstest

Etwa 100 Millionen Schokoladen-Weihnachtsmänner werden alleine in Deutschland jährlich produziert. Der Schokoladen-Nikolaus (Kennzeichen: Bischofsmütze) dagegen scheint mittlerweile ausgestorben, seine Position hat der zipfelbemütze Weihnachtsmann scheinbar vollständig besetzt.

Die Suche nach Schokoladen-Weihnachtsmännern biologischer Qualität gestaltete sich schwierig, selbst in einem größeren Naturkostladen in der Öko-Hauptstadt Freiburg erntete ich auf mein Nachfragen nur ein Schulterzucken. Das wunderte mich nun doch, ich glaubte da an ein größeres Angebot und wurde schließlich nur im Alnatura Supermarkt fündig. So steht dem Schoko-Weihnachtsmann “aus ökologischer Landwirtschaft” eine konventionelle Übermacht entgegen: Der Milka-Weihnachtsmann und eine kleinere Ausgabe von Lindt & Sprüngli.

Im bekleideten Zustand sticht der Alnatura Schoko-Weihnachtsmann (1,95 € / 80 g) durch seine Folien-Verpackung heraus, seine Kollegen ziert der altbewährte Aluminiumanzug. Der Weihnachtsmann von Milka (1,99 € / 130 g) kommt mit erhobenem Zeigefinger und Augenzwinkern daher, eine Geste soll wohl die andere aufheben. Aus seinem Sack quellen reichlich Geschenke heraus. Ein klassisches und zeitlos schönes Erscheinungsbild besitzt der Schokoladen-Weihnachtsmann von Lindt & Sprüngli (2,20 € / 70 g), die Farben Rot, Gold und Weiß und sein Glöckchen kleiden ihn traditionell und dezent.

Im nackten Zustand könnte der Milka-Weihnnachtsmann der große Bruder der Alnatura-Ausgabe sein. Den ernster dreinblickenden Schokoladen-Weihnnachtsmann von Lindt & Sprüngli verbindet die Rute in der Hand mit dem Öko-Bruder. Der große Milka-Weihnnachtsmann ist dagegen die antiautoritäre Version für Gutmenschen. Mir gefällt die Erscheinung des Lindt & Sprüngli-Weihnachtmanns am besten, er ist am wenigsten comic-haft und strahlt die Ruhe und Würde aus, die seinen Kollegen eindeutig fehlt.

Genau wie beim Schoko-Osterhasen, beisse ich immer zuerst den Kopf ab. Als erster muss der Lindt & Sprüngli Schokoladen-Weihnachtmann dran glauben. Die Vollmilchschokolade ist sehr zart-schmelzig, feine Kakaoaromen, langer Nachhall, einfach delikat! Der Alnatura Schoko-Weihnachtsmann schmeckt wesentlich milder, ist ebenso schmelzig und hat dezente Honigaromen. Die Anteile an weißer Schokolade sorgen dazu für buttrige Noten. Milka´s Alpenmilch-Version erinnert schon im Geruch an Nougat und ist im Geschmack nussig und eher langweilig (Haselnüsse finden sich dementsprechend unter den Zutaten). Dem knutenlosen Weihnachtsmann fehlt es somit auch an Charakter.

Fazit: Mein Sieger in allen Disziplinen ist eindeutig der Weihnachtmann von Lindt & Sprüngli, gefolgt vom Öko-Weihnachtsmann von Alnatura, der übrigens als einziger Vertreter seiner Zunft ohne Zusatz von Aromen auskommt. Klarer Verlierer ist der Milka-Weihnachtsmann, der nur durch körperliche Größe überzeugt.

Popularity: 30% [?]

Erdnussriegel im Vergleich: Alnatura Erdnuss Krokant vs. Mr. Tom Peanuts

“Notfallriegel” nennen wir Erdnuss-, Müsli oder sonstige Knusperriegel in meiner Familie, weil sie sich im Rucksack oder in der Handtasche als ständige Begleiter so gut eignen. Wenn die kleine Hungerattacke kommt, ist die Notversorgung sichergestellt.

Als leichter Nuss-Allergiker vertrage ich allerdings die allermeisten Riegel nicht, wohl aber solche mit Erdnüssen - die von der botanischen Zuordnung her ja auch zu den Hülsenfrüchten zählen. Die nahrhaften Peanuts mag ich sogar ganz gerne, so sind die Mr. Tom Riegel schon länger meine bevorzugten Notfallriegel. Jetzt entdeckte ich das Bio-Pendant: Den Alnatura Erdnuss-Krokant Nussriegel - ein klarer Fall für einen Vergleichstest.

Zuerst ein vergleichender Blick auf die Zutaten: Bei Mr. Tom sind “mindestens” 62% Erdnüsse, Weizen- oder(?) Maisglukosesirup, Zucker, Salz, Karamell und Aroma enthalten. Der Alnatura Erdnuss-Krokant Riegel wartet mit nur drei Zutaten auf: 65% Erdnüsse*, Rohrohrzucker* und Weizenstärkesirup*(*aus ökologischer Landwirtschaft). Ein Blick auf die Optik der ausgepackten Riegel verrät, dass bei Mr. Tom einige der trockenen Häute mit verarbeitet wurden, während im Alnatura-Riegel nur blank geputzte Erdnüsse zu finden sind.

Mr. Tom riecht etwas intensiver, ob das auf die Zutat “Aroma” zurückzuführen ist? Also beiß ich zuerst in das Alnatura-Produkt, um meine Geschmackswahrnehmung nicht zu verwirren: Super knusperig, feine Erdnussaromen und ein angenehmer Karamellgeschmack, dieser Riegel legt die Latte schon mal richtig hoch. Also munter in Mr. Tom gebissen: Der deutliche Geschmacksunterschied überrascht! Die Erdnussaromen sind wesentlich verwaschener wahrnehmbar im Gesamtbild, der Riegel schmeckt süßer und ist auch nicht so knusperig. Das zugesetzte Aroma hinterlässt zudem einen unangenehm künstlichen Nachgeschmack, gerade im direkten Vergleich mit einem “naturreinen” Produkt wird das sehr deutlich.

Fazit: By, by Mr. Tom! Hello Alnatura Erdnuss-Krokant Riegel! Mr. Tom punktet außer mit seinem geschmeidigen Namen nur noch mit einem günstigeren Preis (0,40 €/40g). Geschmacklich und aufgrund der Zutaten ist der Alnatura-Riegel (0,45 €/30g) der eindeutige Gewinner dieses Vergleichs. Bei einem Fettgehalt von rund 30 Gramm auf 100 Gramm Erdnussriegel ist der kleinere Bio-Riegel sowieso vollkommen ausreichend für den kleinen Hunger zwischendurch.

Popularity: 22% [?]

Alnatura erzielt zweistelliges Umsatzplus und fordert die verstärkte Umstellung auf ökologische Landwirtschaft

Da die folgende Pressemitteilung von Alnatura viele aufschlussreiche Zahlen über die Entwicklung des Marktes von Bio-Lebensmitteln enthält, gebe ich diese hier in Auszügen wieder:

Mit einem zweistelligen Umsatzplus hat Alnatura sein Geschäftsjahr 2007/2008 am 30. September 2008 abgeschlossen. Das Naturkost-Handelsunternehmen aus dem hessischen Bickenbach erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 304 Millionen Euro und damit eine Steigerung von 24 Prozent zum Vorjahr. Das Unternehmen wächst damit weiterhin stärker als der deutsche Bio-Markt, der im Kalenderjahr 2007 zwischen 15 und 18 Prozent zulegen konnte.

Zehn neue Super Natur Märkte hat Alnatura im letzten Geschäftsjahr eröffnet. Damit erhöht sich die Anzahl der Märkte auf 44 Filialen in 32 Städten. Bis Ende 2008 kommt ein weiterer Markt in München hinzu: Mit insgesamt 45 Filialen ist Alnatura damit weiterhin Marktführer unter den Filialisten der Bio-Supermärkte. Aufgrund der starken Filialexpansion konnte Alnatura im letzten Geschäftsjahr weitere Arbeitsplätze schaffen: 200 neue Mitarbeiter wurden eingestellt - damit beschäftigt das Unternehmen aktuell 1.150 Menschen. Die Bio-Branche insgesamt ist ein wichtiger Wachstumsmotor für die Schaffung neuer Arbeitsplätze: Rund 170.000 Menschen arbeiteten 2007 in diesem Sektor als Erzeuger, Hersteller, Händler, Dienstleister oder in Verbänden.

Der Bio-Handel in Deutschland entwickelt sich weiterhin positiv, wenn auch etwas verhaltener als im vorangegangenen Jahr: 2007 erzielte der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln ein Volumen zwischen 5,3 und 5,45 Milliarden Euro (Differenz aufgrund unterschiedlicher statistischer Verfahren) und damit eine Steigerungsrate zwischen 15 und 18 Prozent. Der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt liegt damit bei schätzungsweise 3,2 Prozent.


Die steigende Nachfrage an heimischen Produkten kann derzeit nicht befriedigt werden (alle Fotos: Alnatura)

Wie bereits in den vergangenen Jahren führte die Umsatzsteigerung im Bio-Handel nicht zur dringend notwendigen verstärkten Umstellung von konventionellem auf Öko-Landbau: Die Anzahl der landwirtschaftlichen Öko-Betriebe stieg 2007 um 6,5 Prozent auf 18.703 Betriebe. Die ökologisch bewirtschafteten Flächen erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 4,8 Prozent auf 865.000 Hektar und entsprechen damit einem Anteil von 5,1 Prozent an den gesamten landwirtschaftlichen Nutzflächen in Deutschland. Im Jahr 2006 hatte die Steigerung bei den Öko-Flächen lediglich 2,3 Prozent betragen: Damit ergibt sich für 2007 zwar eine leichte prozentuale Zunahme bei der Umstellung auf Öko-Landbau, diese reicht aber bei weitem noch nicht aus, um die weiter steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln aus heimischer Produktion zu befriedigen.

Popularity: 15% [?]


  • Recent Comment

    • Christopher: Aus diesem Tomaten kann man auch eine hervorragene Napoli Soße für Spaghetti oder Penne machen. Beim...
    • Oalf Nitzsche - biowein-erlesen: Prima Sache, diese selbstgemachte Erdbeermarmelade. Kann ich nur bestätigen! Wir...
    • Joachim Ott: @Horst: Ja, das ist sicher einer der Vorteile für alle (!) Bio-Anbieter: dass man bei Amazon sozusagen...
    • Joachim Ott: Ja, ausgesprochen lecker auch kalt! Kann aber nicht widerstehen, wenn sie aus dem Ofen kommen und etwas...
    • Olaf Nitzsche: Der Lebensmittelvertrieb über Amazon war ja schon länger angekündigt. Nun ist es also soweit. Auch...