testschmecker_460x90

testschmecker.de

Testesser im Bio-Dschungel


Chianti DOCG von Biovin Italia

Den 2007er Chianti DOCG von Biovin Italia (5,99 €) habe ich bei REWE endeckt, auf Nachfrage beim Importeur wurde mir mitgeteilt, dass der Wein auch bei Edeka gelistet ist. Der Produzent dieses Chiantis aus ökologisch angebauten Trauben ist das Weingut R. Rossi aus Loro Cuiffenna.

Im Glas zeigt sich der Chianti karminrot mit violetten Reflexen. In der Nase dominieren dunkle Waldfrüchte und erdige Noten. Im Mund zeigen sich noch Aromen von Erdbeer, Schwarzkirsche, Veilchen und Piment. Chianti-typisches, kräftiges Tanningerüst bei lebendiger Säure, schöne Länge. Warmer, süßlicher Charakter - der Wein wirkt dabei noch sehr jugendlich, bereitet aber durchaus schon Trinkfreude.

Ich habe Spaghetti Bolognese mit passierten Tomaten, Rinderhack, Speck, Wurzelgemüse, Knoblauch und frisch geriebenem Parmesankäse zum Wein gekocht - eine Kombination, die bestens funktioniert.

Popularity: 13% [?]

Stellar Winery: Der 2008-er Moonlight Organics Shiraz

Der Moonlight Organics Shiraz ist für mich der erste verkostete Wein des Jahrgangs 2008. Produzent ist die Stellar Winery in Südafrika, eine Kellerei, die biologisch angebaute Trauben aus mehreren Weingütern ausbaut und vermarktet. Der Shiraz wird von Deutschlands bedeutsamstem Biowein-Großhändler Peter Riegel Weinimport ins Land eingeführt und vertrieben.

Für 5,49 € habe ich den 2008-er Moonlight Organics Shiraz bei Alnatura erworben. Die Flasche ist mit einem LongCap-Schrauber verschlossen und trägt das Fairtrade-Siegel, das ich bislang auch nur auf südafrikanischen Weinen gefunden habe. Auf der Internetseite der Stellar Winery findet man dazu einen Text, der von besseren Bedingungen für die Arbeiter und ihre Familien auf den “Farms” spricht.

Meine Verkostungsnotiz des 2008-er Moonlight Organics Shiraz: Im Glas klares Rubinrot, für einen Shiraz (oder Syrah) recht hell in der Farbintensivität. Die Jugendlichkeit schlägt mir schon in der Nase entgegen. Da sind eingekochte Früchte, Leder, auch Tomaten und Paprika. Beim ersten Schluck erinnert mich der Moonlight Organics an einen jungen Beaujolais. Wieder Leder, dunkle Waldfrüchte und rosa Pfeffer. Die deftige Fruchtigkeit wird von süßen Tanninen und einer kräftigen Säure begleitet. Der Abgang ist recht kurz, edle Vielschichtigkeit ist in Anbetracht der für einen Rotwein extrem kurzen Reifezeit nicht geboten, der Moonlight Organics kommt eher schlicht daher. Ein Alkoholvolumen von 14 % ist rebsortentypisch, wobei der Wein nicht schwer wirkt. Für einen Shiraz ist die Machart absolut untypisch, doch der blutjunge Wein bereitet durchaus Trinkfreude, wenn man ihn als solchen bewusst genießt.

Popularity: 19% [?]

Bio-Wein bei Penny: 2007er Müller-Thurgau trocken

Biowein ist bei den Discountern noch selten im Regal zu finden. Das ist kein Wunder, da doch die Produktionskosten für Biowein höher liegen und der Discount das Gros seiner Weine im Preisbereich von 1,50 € und 2,50 € verkauft. Der 2007er Müller-Thurgau trocken (3,99 € / 0,75 l) beim Penny Markt in Freiburg ist vom Badischen Winzerkeller abgefüllt, einem “Big Player” der Weinbranche. Seit 18 Jahren werden zu einem kleinen Prozentsatz der jährlichen Gesamtmenge von rund 20 Millionen Litern auch Bioweine erzeugt.

Der 2007-er Müller-Thurgau trocken zeigt sich in leuchtendem Strohgelb und wirkt recht schwer und ölig im Glas. Rebsortentypische Muskatnase, gepaart mit Honigmelone. Im Mund weich und cremig, milde Säure. Deutliche Restsüße, sicher an der oberen Grenze zu halbtrocken. Im ordentlichen Nachhall eine dezente, aber durchaus pikante Bitternote. Ich vermisse ein wenig die jugendliche Frische, die ich mir von einem 2007er verspreche.

Fazit: Das Preis-Leistungsverhältnis des 2007er Müller-Thurgau trocken vom Badischen Winzerkeller ist gerade für einen Biowein sehr passabel. Kein Überflieger (den man für rund 4 Euro auch nicht erwarten darf), aber rebsortentypisch, sauber gemacht und angenehm aromatisch. Zu würzigem Hartkäse und Salaten sicher eine gute Wahl.

Popularity: 12% [?]

2006er Tempranillo La Mancha Biovin

Biowin Tempranillo

Bio-Rotwein aus dem Supermarkt: Der Biovin Tempranillo La Mancha (Denominacion de Origen) trägt ganz groß das sechseckige Bio-Zeichen nach EG-Öko-Verordnung. Und kostet 3,99 Euro pro 0,75-l-Flasche. Mich kostet er noch mehr: Überwindung. Ich trinke gerne vorzugsweise deutsche Bioweine. Die badischen Spätburgunder zählen zu meinen Favoriten und kratzen immer häufiger an der 10-Euro-Marke. Klar gibts auch noch teuerere, aber für den Alltag ist das meine Grenze.

Für 3,99 Euro, und dann noch aus Spanien? Gleich vorneweg: Er hat mich nicht enttäuscht. Auch wenn die Aufmachung eher schlicht ist (simples Etikett, billiger Korken) hat der Wein das Zeug, einer meiner Sommer-Favoriten zu werden. Kräftig und fruchtig im Geschmack, dennoch nicht gerbstoffreich oder allzu tanninhaltig. Eher samtig und kompakt.

Die Tempranillo-Rebe ist die Hauptsorte in La Rioja. Man vermutet, dass sie vom Spätburgunder abstammt, vielleicht trifft sie deshalb auf Anhieb meinen Geschmack. In Castilla-La Mancha, woher dieser Wein kommt, heißt sie auch Cencibel. Abgefüllt wurde der Bio-Wein von Biovin im badischen Heitersheim.

Der Wein ist in mehreren Supermärkten bei uns vertreten, meiner stammt aus einem Edeka-Markt, wo Biovin-Erzeugnisse in großer Zahl vertreten waren.

Fazit: Leckerer, sehr preiswerter spanischer Sommerwein, von dem ich sagen würde, dass er dem “deutschen” Geschmack sehr entgegen kommt. Als kräftiger Wein verlangt er nach kräftigen Speisen: Dunkles Fleisch, alles was gut gewürzt ist und Käse passt hervorragend. Und bei diesem Preis spricht nichts gegen einen kleinen Vorrat.

Popularity: 15% [?]


  • Recent Comment

    • Christopher: Aus diesem Tomaten kann man auch eine hervorragene Napoli Soße für Spaghetti oder Penne machen. Beim...
    • Oalf Nitzsche - biowein-erlesen: Prima Sache, diese selbstgemachte Erdbeermarmelade. Kann ich nur bestätigen! Wir...
    • Joachim Ott: @Horst: Ja, das ist sicher einer der Vorteile für alle (!) Bio-Anbieter: dass man bei Amazon sozusagen...
    • Joachim Ott: Ja, ausgesprochen lecker auch kalt! Kann aber nicht widerstehen, wenn sie aus dem Ofen kommen und etwas...
    • Olaf Nitzsche: Der Lebensmittelvertrieb über Amazon war ja schon länger angekündigt. Nun ist es also soweit. Auch...