Facebook-Werkzeuge fürs Food-Blog: in die Tiefe gehen

Facebook-Werkzeuge wie Fanpagekarma liefern Daten - und Vergleiche.

Facebook-Werkzeuge wie Fanpagekarma liefern Daten – und Vergleiche.

Facebook macht Spass, wenn man dort einen regen Austausch zum Beispiel mit anderen Food-Bloggern oder seinen Lesern betreibt. Wenn andere lesen, was man schreibt. Wenn man selbst Anregungen und Tipps findet. Und wenn letztlich auch das eigene Blog oder vielleicht sogar das eigene Business davon profitiert. Ein paar Werkzeuge und Helfer können den Blick ins Innenleben der Facebook-Maschinerie erhellen. Und vielleicht sogar dabei helfen, dass die Facebookseite und das eigene Food-Blog noch erfolgreicher werden und noch mehr Spass machen.

Facebook-Werkzeug Fanpagekarma

Irgendwann will man es ja mal genauer wissen: Was kommt eigentlich gut an, von dem was ich hier veröffentliche. Und wer interessiert sich nun genau dafür? Wer von meinen Facebook-Besuchern landet in meinem Food-Blog, vielleicht sogar bei meinem Newsletter? Es gibt zahlreiche kostenpflichtige Tools und auch sehr beliebte, kostenloses. Fanpagekarma zum Beispiel verhilft zu mehr Durchblick. Freilich muss man hierzu mindestens 100 Follower haben. Wer die noch nicht hat, sollte sich mal für die Möglichkeiten von Facebook-Anzeigen interessieren. Damit kommt man nötigenfalls recht flott über diese Schwelle – wenn die Inhalte stimmen.

Wann finden Posts die größte Aufmerksamkeit?

Wann finden Posts die größte Aufmerksamkeit?

Sehr schön ist zum Beispiel die Veranschaulichung der Tops und Flops einer Facebook-Seite bei Fanpagekarma. Hier erkennt man schon recht schnell ein Muster und kann seine künftigen Schwerpunkte vielleicht auch etwas korrigieren. Aufschlussreich ist auch die Art der erfolgreicheren Beiträge (Links, Bilder, Videos etc.). Und welche Textlängen von den eigenen Followern noch „goutiert” werden: Was zu lang oder zu kurz ist, stößt auf weniger Interesse.

Als weniger hilfreich empfinde ich die Orientierung an „guten Zeiten, schlechte Zeiten”: Der Tag und die Tageszeit einer Veröffentlichung entscheidet oft über Erfolg und Reichweite. Das ist in den Sozialen Medien ebenso wie in den Blogs, aber vielleicht sind auf jeder Plattform andere Zeiten wichtig? Nun können sich nicht alle Menschen an diesen Zeiten orientieren – oder sie wollen es nicht. Man hat ja schließlich auch noch anderes zu tunn. Man kann Posts im Food-Blog ja leicht auf die erfolgreichen Zeiten terminieren. Auch Facebook erlaubt diese Beitragsplanung. Aber wenn man selbst nicht reagieren kann zu dieser Zeit, auf Kommentare, Likes und neue Follower, dann verschenkt man auch gleich wieder etwas von diesem Vorteil.

Was machen die anderen

Auch hier kann Fanpagekarma Auskunft geben, sogar erstaunlich genau. Wer also in seinem Metier einige „große” Seiten mit großer Anhängerschaft kennt, der kann sich hier noch über einige Details schlau machen. Dieses Facebook-Werkzeug  gibt es übrigens auch direkt bei Facebook. In der Statistik findet sich die Rubrik „Seiten im Auge behalten”. Und weil jeder Food-Blogger ein paar Seiten kennt, die er gut findet und von denen man sich einige Anregungen holen kann, sollte man sie im Auge behalten. Aber erstens funktioniert es bei mir nur gelegentlich, dass ich neue Seiten hinzufügen kann. Das Phänomen gibt es schon lange und bei allen Browser. Sehr ärgerlich. Und zweitens ist die Informationstiefe doch wesentlich geringer als bei Fanpage Karma.

Der Blick über den Tellerrand ist aber immer hilfreich, das gilt auch für Anregungen.

Ideen finden – nicht abkupfern

Ideen für neue Blogposts zu finden beschreiben manche als das größte Problem. Aus Statistiken wie den oben genannten kann man nun zwar entnehmen, was ein paar andere, große Websites machen. Noch interessanter ist es allerdings mit einem Feedreader mitzuverfolgen, was andere Blogs in meinem Metier so als Thema aufgreifen. Wer jetzt anfängt, Ideen 1:1 nachzubauen, der macht sich nicht viele Freunde. Aber das ist ja auch gar nicht nötig. Wer 100 Blogposts von 20 verschiedenen Blogs aus seinem Interessenbereich liest (oder auch nur die Überschriften liest) und dann keine eigenen Einfälle für Themen hat, der sollte vielleicht das Thema wechseln.

Natürlich ist das ständige Mitlesen anstrengend, manchmal auch ermüdend. Ich benutze einem Feedreader und zwar das schon ältere Newnewswire für den Mac. Aktuell würde ich für den Einstieg Feedly empfehlen. Darüberhinaus habe ich für einige thematisch zusammenhängende Blogs die Blogadresse ebenso wie die dazu gehörende Facebook und Instagram-Seiten in ein Lesezeichen gepackt. Mit Mausklick lassen sich diese 50 Seiten auf einmal in Tabs öffnen. Und ich erfahre (etwa zwei bis drei Mal im Monat) nicht nur etwas über aktuelle Themen, sondern auch über die Gewichtung dieser Themen in den Sozialen Medien der Blogger.

Planungshelfer

Sie gehören zu den wohl wichtigsten Facebook-Werkzeugen. Auch wenn ich diese Dienste schon ein paar Mal empfohlen habe, und wenn sie deutliche Nachteile haben sollen. Dienste wie later.com für Instagram, Buffer und Hootsuite bieten schon in der kostenlosen Version, die Sozialen Plattformen zentral zu bedienen. Diese Vorausplanung soll von Facebook & Co. allerdings nicht gerne gesehen sein. Logischerweise legt man dort Wert auf aktive Nutzer. Aber wenn die Frage ist, ob ich das alles irgendwie bewältigen kann mit einem zentralen Instrument oder nicht, dann kann ich diese Nachteile durchaus billigend in Kauf nehmen – finde ich.

Seitenmanager für Facebook

Der Seitenmanager für Facebook sei der Vollständigkeit halber genannt, aber er macht mich nicht glücklich. Ich finde das Teil ziemlich unzureichend. Und offensichtlich teilen viele Nutzer dieses Urteil, wenn man sich mal die Bewertungen im App Store ansieht.

Bilderdienste

Mit Apps oder Online-Diensten wie Canvas oder Picmonkey kann man seine Bilder ebenso aufhübschen wie mit kostenlosem Bildmaterial, das man legalerweise auf Website und sozialen Profilen einsetzen darf. Unter den Stockarchiven ist Unsplash.com mein Favorit und hat nach meiner Einschätzung die „frischesten” Bilder. Ich mag die Dienste für Bildauswahl und Bildbearbeitung aber eher weniger, weil sie mit dem vorgegebenem Layout schnell für relativ einheitliches Aussehen vieler Profile sorgen. Es passiert mir nicht selten, dass ich dasselbe Bild oder dasselbe Layout an einem Tag mehrmals entdecke. Selbst etwas schlechtere, aber selbst gemachte Fotos sind in meinen Augen authentischer.

 

 

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Food Blogs – kann man Geld damit verdienen?

Food-Blog Simply Recipes

Das Food-Blog Simply Recipes wurde von Elise Bauer 2003 ins Leben gerufen und und gilt heute als „the highest indexing cooking site for women aged 21-49”.

Als Leser von Food-Blogs hat man diesen Aspekt sicher nicht ständig vor Augen. Aber diejenigen, die tagtäglich ihre Blogposts verfassen und schöne Bilder dazu stellen, die liebäugeln schon damit: mit der Kommerzialisierung ihres Blogs. Es gibt die verschiedensten Varianten, aus einem Blog Geld zu ziehen. Und etliche Varianten sind auch interessant für all diejenigen, die regelmäßig auf ihren ausgewählten Food-Blogs mitlesen: kann man allen Tipps und empfehlungen trauen oder stecken da finanzielle Interessen dahinter?

Eines der gravierendsten Beispiele für Kommerzialisierung ist sicher der Verkauf des Food-Blogs „simply recipes“: Elise Bauer Sells Simply Recipes Food Blog – Dianne Jacob, Will Write For Food. In diesem Beitrag wird zwar keine Zahl genannt, aber man kann nachvollziehen, welcher Wert hinter dieser Arbeit steckt. Beeindruckend ist auch, dass die Bloggerin es clever angestellt hat: Sie erzielt einen Erlös und arbeitet weiterhin an ihrem Projekt und ist an der Wertentwicklung beteiligt.

[Nur am Rande ein paar Zahlen: Rund 1 Million Facebook-Follower, 185.000 bei Pinterest, 82.000 bei Twitter und 30.000 bei Instagram, das sind schon eine Menge Menschen, die man da erreicht. Und es ist eine Menge professioneller Arbeit mit einem Team, die dahinter steckt.]

Diese Art der Kommerzialisierung ist den meisten Lesern wahrscheinlich ziemlich egal: Wer da schreibt und ob er oder sie jetzt Geld dafür bekommt, monatlich als Gehalt oder / und einmalig beim Verkauf des Blogs ist erstmal zweitrangig.

Da über das Mitlesen in einem Blog aber immer auch eine Vertrauensbildung erfolgt, sind nicht alle kommerziellen Aspekte allen Lesern völlig egal. Einige Aspekte, die Blogger und Leser berücksichtigen sollten.

Anzeigen und Affiliate-Links

Anzeigen nerven die Leser vielleicht, je nachdem wie sie gestaltet und in die Website eingebunden sind. Aber sie sind die „ehrlichste“ Methode, aus einem Blog auch einen (meist recht schmalen) Erlös zu erzielen. Die Werbetreibenden suchen sich ihre Websites und Blogs entweder selbst aus oder sie geben bei einer Werbeplattform mit den entsprechenden Angaben auch einen Betrag ein, den sie zu zahlen gewillt sind. Ist der Betrag aufgebraucht, wird auch keine Werbung mehr eingeblendet.

In den Blogs erscheinen meist eher unauffällige Textanzeigen, oft in der Seitenleiste, wo sie nicht weiter stören. Eine Lösung, mit der sicher beide Seiten gut leben können, die aber nicht viel abwirft: Der Blogger liest irgendwann, Monate später, dass eine Werbung zigtausend Male eingeblendet wurde. Hängen geblieben ist oft nur ein zweistelliger Euro-Betrag. Reicht für einen Kaffee, vielleicht auch noch ein Stück Kuchen.

Unauffälliger sind Affiliate-Links: Das sind Links, wo man die vorgestellten Produkte kaufen kann. Der Food-Blogger, der den Link legt, bekommt lediglich eine kleine Provision. Der Preis ist für den Kunden immer gleich – mit oder ohne Affiliate-Link. Da das Suchen nach Produkten in der Regel etwas aufwändiger ist ohne die Links, kann man das auch als Service sehen. Wenn nicht, kann mans als Leser auch einfacher ignorieren als Werbung.

„Produktrezensionen“

Der nächste Schritt, den viele Blogger gehen, ist eine Produktrezension: Man erbittet von einem Hersteller seines Vertrauens ein Produkt und verspricht, es im Blog vorzustellen. Und wenn es kein teures Produkt ist, darf man es vielleicht behalten. Wer so etwas als Blogger auf Dauer betreiben möchte, der wird sich leicht ausrechnen, dass künftige Kooperationen eher schwierig werden, wenn man jetzt einen Verriss schreibt. Man kann es „vorauseilenden Gehorsam“ nennen, aber die meisten Produktrezensionen fallen sehr positiv aus. Die Blogger begründen dies natürlich damit, dass sie von vorneherein Produkte auswählen, die sie gut finden. Das ist auch sinnvoll und leicht nachvollziehbar.

Aus dem Journalismus kennt man das Phänomen, dass auch Profis anfällig sind für weichgespülte Rezensionen. Wer kritisch schreibt muss damit rechnen, dass er keine Rezensionsprodukte mehr bekommt. Oder böse Anrufe vom Hersteller erhält, wenn nicht sogar Klage-Androhungen.

Sogenannte gesponsorte Beiträge und Partnerschaften

Der Sinn einer Sponsorenschaft wird hier meistens etwas verzerrt: Oftmals sind es einfach bezahlte Werbe-Einträge. Es gibt (meist größere) Unternehmen und Konzerne, die in solchen Partnerschaften beispielsweise eine bezahlte Anzeige damit verknüpfen, dass man regelmäßig Pressemitteilungen schickt, die auch kritisch überarbeitet und gekürzt werden dürfen, aber dennoch erscheinen sollen. Damit hat man eine klare Trennung von Werbung und Redaktion.

Andere Unternehmensvertreter sprechen deutlichere Worte: Geld oder Waren gibts gegen eine positive Beschreibung.

Bezahlte Werbe-Artikel

Diese Anfragen bekommt jeder Blogger ziemlich häufig: Eine Werbe-Unternehmen zahlt einen (meist sehr geringen) Betrag dafür, dass man auf seiner Website einen fertigen Artikel mit Bildern und Link zum Hersteller veröffentlicht. So etwas muss als Werbung gekennzeichnet werden, ist aber ein normaler Post in einem normalen Blog. Also etwas, dem die Leser von vorneherein erst einmal Vertrauen entgegen bringen. Der Text kommt aber oft gar nicht vom Blogger.

Werbung in eigener Sache

Auch das ist natürlich Werbung: Oftmals wünscht sich der Blogger, dass sich seine Leser zum Newsletter anmelden. Als Belohnung gibts einen kostenlosen Download, von etwas das nützlich sein sollte. Manchmal versucht man auch direkt ein E-Book auf diesem Weg zu verkaufen. Auch hier gilt: Das Verständnis für die Notwendigkeit der Finanzierung kann man als Leser schon aufbringen, aber die Methode ist manchmal etwas aufdringlich. Wenn zum Beispiel nach dem Lesen der ersten Zeilen schon ein Fenster mit der Aufforderung zur Anmeldung aufploppt, und man vor dem Weiterlesen erst einmal ausprobieren muss, wie man dieses Fenster wieder schließen kann (hier sind die Entwickler einfallsreich), dann nervt die Methode mehr als das Anliegen.

Blog-Verkauf

Hat man lange Zeit viel Arbeit und Herzblut in sein Blog und seine Artikel gesteckt, dann hat man vielleicht (oder auch nicht) eine große und treue Anhängerschaft, die sich auch in statistische Zahlen fassen lässt. Sind diese Zahlen gut, kann man entweder den Namen des Blogs oder tatsächlich das ganze Blog samt Konzept und Design zu Geld machen. Alleine der richtige Domainnamen kann da schon eine Menge Geld bringen.

Die Zahl der deutschsprachigen Blogs, die dafür in Frage kommen, ist eher gering. Das hat mit der Reichweite zu tun, die natürlich im englichsprachigen Raum wesentlich höher ist.

Die Lesefrage: Wie halte ichs nun mit meinen Blogs?

Letztlich wird das jeder nach eigenem Geschmack und Sympathien für den / die Schreibende(n) entscheiden. Die oft kritisierte einfache Werbung oder Affiliate-Links sollten aber immer den kleinsten Einfluss haben: Das ist meiner Ansicht nach die offenste Art der Werbung, die man als Leser auch am einfachsten ausblenden kann.

Beschreibt jemand nur Produkte eines bestimmten Herstellers, veröffentlicht er regelmäßige bezahlte Werbe-Beiträge oder entdeckt man auf solchen Seiten laufend Pressemitteilungen, die als eigener Bericht daher kommen, sollte man als Leser nachdenklich werden.

Klar ist: Je professioneller Websites und Blogs werden (und bei Food-Blogs ist die Professionaliserung unübersehbar), desto wichtiger sind Methoden, mit denen man diese Arbeit finanziert. Transparenz ist für beide Seiten immer eine gute Sache.

Wer einen Einblick bekommen möchte, wie sich Blogs refinanzieren, der kann zum Beispiel auf die Website selbständig-im-netz schauen. Dort veröffentlicht Autor Peer Wandiger nicht nur Tipps für Blogger zum Geld verdienen im Netz. Er zeigt regelmäßig auch die Einnahmen deutschsprachiger und internationaler Blogs. Die Spanne ist enorm.

Eines der beeindruckendsten Beispiel dieser kommerziellen Blogs, die richtig handfeste Einnahmen erzielen, ist die amerikanische Website pinchofyum.com. Dort wurde aus einem Food-Blog ein richtig komplexes Geschäftsmodell entwickelt. Und aus den monatlichen Zahlen lässt sich ersehen, auf wie vielen Wegen man Einnahmen erzielen kann. Auch die Gesamtsumme von einigen zigtausend Dollars pro Monat an Einnahmen spricht eine eigene Sprache.

Fazit bleibt, dass in der schier unübersehbaren Vielfalt auch deutschsprachiger Food-Blogs die allermeisten mit sehr viel Herzblut betrieben werden – und sehr ehrlich: Den meisten geht es wirklich um die Lust am Kochen und Backen und darum, andere teilhaben zu lassen. Ein paar Anzeigen sollte man als Leser dafür in Kauf nehmen.

Die Sicht der Schreibenden

Wer heute einsteigen möchte in die Food-Bloggerei, der hat soviele Möglichkeiten wie nie zuvor. Wer aber auf gute Besucherzahlen und Erlöse schielt, der hat es dagegen deutlich schwieriger als noch vor einigen Jahren. Wie schon in dem oben verlinkten Artikel beschrieben, sind die Anforderungen für diese Art des Erfolgs (der nichts mit dem persönlichen Erfolg zu tun haben muss) gestiegen. Heute geht nichts ohne Soziale Medien, erstklassige Bilder, die in verschiedenen Formaten und in verschiedenen Posts bei Facebook, Google+, Twitter und Pinterest veröffentlicht werden, gleich mehrmals sogar. Dazu kommen Kenntnisse in der Suchmaschinen-Optimierung und einiges mehr.

Meiner Ansicht nach ist auch die am meisten verbreitete Form des Food-Blogs, die reine Rezepte-Sammlung, ein Auslaufmodell: Klar liest man gerne bei vielen Food-Bloggern mit, die einen eigenen Stil haben beim Kochen und Backen, beim Schreiben und Gestalten. Aber wer heute Rezepte sucht, der sucht über alle Websites hinweg und bleibt dort hängen, wo er was passendes findet. Eine Anhängerschaft zu finden und aufzubauen wird damit immer schwieriger.

Das soll niemanden in seinem Tatendrang hindern: Bloggen macht Spass, bringt viele neue Bekanntschaften und das eigene Food-Blog kann ein großes persönliches Erlebnis und persönlicher Erfolg sein – auch mit wenigen Anhängern.

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Hängt der Erfolg eines Food-Bloggers an den Fotos? Ein Behind-The-Scenes Video

Food-Blogs sind in den letzten Jahren immer professioneller geworden; food-Fotos spielen eine immer größere Rolle: Die „Nebenher”-Food-Blogger haben sich professionalisiert. Sie lernten, anspruchsvolle Fotos zu erzeugen, sie betrieben Keyword-Planung um ein immer größeres Publikum zu erreichen. Und sie öffneten sich schließlich – mehr oder weniger – kommerziellen Einflüssen.

Was Peter von der Arbeit an seinem Blog souvlakiforthesoul.com hier beschreibt, ist sicher etwas außergewöhnlich: Als professioneller Fotograf betreibt er sicher etwas mehr Aufwand für Food-Fotografie als viele andere. Und die Planung und Gestaltung seiner Beiträge erscheint mir auch engagiert (auch wenn das stellenweise noch etwas unfertig (zum Beispiel mit den Länderkategorien, was ich mir wirklich als gute Ergänzung vorstelle).

Wer sich durch die bei diversen Anlässen prämierten Food-Blogs klickt, der findet zwar noch immer etwas altbacken und zuweilen sogar eher gruselige Optik. Die Mehrzahl der Food-Blogger hat aber fototechnisch ordentlich nachgelegt und bietet Food-Fotos vom Feinsten.

Was brauchts, um ein Foodblog auch optisch ansprechend zu präsentieren?

Da muss zum Einen das Layout stimmen. Die Mehrzahl der Blogger setzt heute auf WordPress oder ähnliche Redaktionssysteme. Für fast alle gibt es eine große Auswahl von Layoutpaketen (zum Beispiel bei themeforest.net), die sich auch leicht anpassen lassen und dann für ein erstklassiges Erscheinungsbild sorgen.

Kniffliger wird es, wenn man dieses Layout dann mit eigenen erstklassigen Bildern füllen muss. Den meisten Food-Bloggern kommt hier entgegen, dass sie reine Rezepte-Blogs betreiben. Sie müssen sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie sie ein Thema illustrieren. Es geht fast immer darum, ein Gericht mit netten Accessoires auszustatten und in Szene zu setzen.

Ich habe das in den vergangenen Jahren für eigene und fremde Websites gemacht. Meine Ausrüstung hat seit meinen journalistischen Anfängen etliche Entwicklungen durchgemacht und ist auch ziemlich angewachsen. Die ernüchterne Erkenntnis: Es kommt nicht auf die große Ausrüstung an. Einige der wichtigsten Anforderungen erkennt man auch gut am obigen Video.

1. Natürliches Licht

Natürlich ist es etwas knifflig, wenn man in den späten Abendstunden spontan in die Tasten greift, einen Artikel verfasst und vielleicht auch noch gleich „bekocht”: Wer bekommt in einer dunklen, meist zu kleinen Küche noch anständige Fotos hin? Mein Tipp: Bei den (falls überhaupt gewünschten) Fotos der Zubereitung sich mit einfachen Lampen und Leuchten behelfen. Das Gericht selbst bei natürlichem Licht aufnehmen. Möglichst am Fenster und ohne direkt Sonneneinstrahlung. Wer um den Abend-Foto-Termin nicht herumkommt sollte mindestens zwei Leuchten haben oder einen, besser zwei indirekte Blitze verwenden.

Hilfreich: Ein Redaktionskalender fürs Schreiben, Fotografieren und Veröffentlichen, wie hier beschrieben.

2. Aufheller einsetzen

Was nahe am Fenster steht bekommt immer nur von einer Seite Licht ab. Nun kann man von der anderen Seite mit einer Lampe dagegen halten, aber das ausgewogen zu beleuchten ist schwierig. Einfacher ist es, auf der dem Fenster abgewandten Seite eine helle Fläche zur Aufhellung zu platzieren. Das kann ein großer heller Karton sein, professionellen Aufheller, die es heute klein zusammenklappbar und in verschiedenen Größen und Ausführungen gibt. Oder eine Platte mit Alufolie.

[Amazon-Affiliate Link: 5 in 1 Faltreflektoren Set]

3. Tiefenschärfe

Wir kennen alle den Effekt, dass ein Objekt „freigestellt” wirkt: Der Hintergrund ist unscharf, das eigentliche Motiv sticht klar und deutlich hervor. Wenn wir das mit einer kleinen Digitalkamera versuchen wird das meistens nicht: Die Blendenöffnung ist nicht groß genug für diesen Unschärfe-Effekt und das ist auch so gewollt. Der Kamera-Hersteller will, dass auf den Fotos möglichst viel von Vorder- bis Hintergrund scharf bleibt. Behelfen kann man sich mit DSLR- oder spiegellosen Digitalkameras, die Wechselobjektive haben (das klassische Normalobjektiv 1,8 / 50 MM)oder Objektive mit hoher Lichtstärke (die sind aber recht selten). [Affiliate-Link Amazon: Ich benutze unter anderem die Panasonic DMC-LX100]

Wer keines von beiden hat, kann es mit einem Trick versuchen: Setzt man sein Telezoom ein, dann wird der Schärfentiefe-Bereich ebenfalls kleiner. Meistens ist dann auch die Blende kleiner und die Verschlusszeit länger, so dass man auf ein Stativ oder eine Unterlage zurückgreifen muss. Bei Tageslicht und nahe am Fenster bekommt man das noch am ehesten freihändig hin.

Mit diesen drei Tipps sollte man die meisten Situationen schon meistern können – wenn das Gericht ansprechend aussieht und die Details rundherum stimmen. Deshalb möglichst:

– nicht am Herd fotografieren (meist unordentlich, zu viel Ablenkung vom Motiv und schlechtes Licht)
– nicht auf unschönen Untergründen (Resopalplatte, Küchentuch etc.)
– Accessoires sparsam einsetzen, aber nicht darauf verzichten (stimmig zum Gericht und zur Präsentation, gerne auch schon im Unschärfebereich)

Mein Fazit: Ja, um in dem Umfeld ambitionierter Food-Blogs mithalten zu können braucht es gutes Layout und gute Fotos. Gutes Layout gibts einfach und schnell, gute Fotos machen Arbeit. Wer nur ein immer verfügbares Rezepte-Blog braucht, muss sich das nicht antun. Aber meine Erfahrung zeigt: Wer kreativ kocht, der gestaltet meistens auch gerne kreativ Website und Fotos.

5 Alltags-Kameras, die sich für Food-Fotografie mehr oder weniger eignen:
– Canon-DSLR mit Wechselobjektiven (+++)
– Canon ESO M spiegellos mit Wechselobjektiven (+++)
– Actionkamera GoPro (-)
– Panasonic Lumix100, spiegellose, Festobjektiv Zoom (++)
– Nicht im Bild: iPhone 6s (++)

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Ausgezeichnete Food Blogs

Food-Blog Mundwerk

Die Gewinner des diesjährigen AMA Food Blog Awards wurden bekannt gegeben: Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner AMA Food Blog Award. Und wie immer findet man neben einigen alten Bekannten auch interessante neue Food-Blogs.

Ganz gut gefällt mir das Mundwerk. Und wie so oft bei neueren, professionell wirkenden und schön aufgemachten Food-Blogs ist auch dieses von einem Profi, einem Gestaltungsprofi (Designerin).

Krautkopf ist ein vegetarisches Food-Blog, dem ich auch (als Nicht-Vegetarier) schon einige Zeit folge und natürlich sind auch alle anderen ausgezeichneten Food-Blogs einen Besuch und eine Erkundung wert.

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Lady and Pups – an angry food post

Food Blog: Ladyandpups

Schönes Food-Blog, das gerade auch Finalist bei den Saveur Best-Food-Blog-Awards ist: JUSTICE IS SOFT-SERVED | Lady and Pups – an angry food post. In dem verlinkten Post gehts aktuell umd Joghurt-Eis, was ja angesichts der steigenden Temperaturen ganz passend ist. Und dieser Post macht auch dem Untertitel einige Ehre: An angry food blog.

Auslöser für Post und das zugehörige Rezept ist nämlich, dass die Lady tatsächlich angepisst ist, weil sie ein dermaßen schlechtes Joghurt-Eis gekauft hatte.

Ansonsten ist das Blog durchweg kein Grund für schlechte Laune, im Gegenteiel: Die Rezepte sind originell und gut beschrieben, die Geschichten dazu launig und die Fotos professionell. Die Autorin zog vor drei Jahren von New York nach Peking und befindet sich nach eigener Aussage deswegen in ihrer Midlife-Crisis, daher soll das „angry“ kommen. Und wer – deutschsprachig – irritiert ist von „pups“: Das kommt von Puppies und die zugehörigen drei kleinen Hündchen sind auf der About-Seite ebenfalls zu sehen.

Mir gefallen nicht nur Rezeptauswahl und Aufmachung gut. Der sehr persönliche Schreibstil fällt positiv aus dem Rahmen und die hohe Frequenz der Beiträge lässt keine Langeweile aufkommen. Die Lady hat deswegen einen prominenten Platz in meinem Newsreader bekommen.

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