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Testesser im Bio-Dschungel


Im Blickpunkt: Das Schwein

Slow Food Magazin SchweinDa ist es wieder, das Thema gutes Fleisch. Und das ganz, ohne dass ein Fleischskandal wieder einmal die Republik erschüttert, einfach so. Das Slow Food Magazin widmet dem Borstentier seine Titelseite und etliche gute Geschichten (zum Beispiel eine detaillierte Erklärung, welche Stücke vom Schwein woher kommen und unter anderem auch gute Lesetipps). Dass die Schweinehaltung klimafreundlicher sei als die Rinderzucht ist nicht wirklich neu. Meinen eh schon mäßigen Fleischgenuss beeinflusst das kaum.

Genuss steht auch im Mittelpunkt einer anderen Geschichte, die auf den ersten Blick nichts für zart Besaitete zu sein scheint, die mich aber dennoch brennend interessiert hätte: Das Porkcamp fand Anfang 2010 auf Gut Hesterberg nahe Neuruppin statt. Begeisterte Bericht schwirren durchs Netz, einer davon ist hier.

Dort wurde offensichtlich “gmetzget” und so ziemlich alles schmackhaft verwertet, was das Tier zu bieten hat. Klingt etwas blutig und ist / war es sicher auch. Aber das Schlachten gehört dazu, wenn man Fleisch essen möchte Und ich persönlich halte nicht nur die Frage für wichtig, wie man schlachtet, sondern auch, wie die Tiere vorher gelebt haben. Wenn beides stimmt und der Fleischkonsum vernünftige Ausmaße hat, kann man sein Fleisch ruhigen Gewissens genießen.

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Bio-Themen in Mediendschungel

Seltsame Überschrift, nicht wahr? Nun meine ich, mich einigermaßen in der Medienwelt auszukennen und zurecht zu finden. Aber manches überrascht mich dann doch immer wieder. Zum Beispiel, dass das Thema Bio, Nachhaltigkeit, Lohas etc. jahrelang eigentlich nicht stattfand in den Printmedien.

Immer wieder mal ein Hinweis in der Food-Rubrik oder der Lifestyle-Ecke. Von Beständigkeit keine Spur. Als würde das Phänomen Umwelt-Interesse nur kurzfristig beim Verbraucher aufflammen.

Dann steigen renommierte Verlage und Zeitschriften auf das Thema ein: National Geographic, für mich die Institution für wissenschaftliche Berichte, bringt ein neues Heft (The GreenGuide), das den aktuellen Stand für all diejenigen wiedergibt, die die letzten Jahrzehnte auf einem anderen Planeten gelebt haben. Auch andere Verlage bringen Sonderhefte zu Umweltthemen wie TV-Sondersendungen zu Naturkatastrophen.

Sogar die Autobranche versteigt sich zu grünen Sonderheften, Auto, Motor und Sport bringt den Ablager ECO Drive heraus, und auch Auto Bild springt auf diesen Zug auf, mit einer besonders dreisten Variante: Dort werden in einem Heft offensichtlich bevorzugt schon veröffentlichte Artikel zusammengefasst zu diesem Themenbereich.

Seit kurzem finden Umweltbewegte jetzt einen weiteren Titel am Kiosk: Mylife - die neue Art bewusster zu leben. Auch hier haben grüne Themen Konjunktur. Und auch hier ist es wieder eine recht belanglos erscheinende Mischung aus Lifestyle-Häppchen und Werbung. Die Begriffe Bio und ECO tauchen recht häufig auf, doch offensichtlich ist die Auffassung der Redakteure der Burda Media Solutions GmbH von diesem Begriff recht weit gefasst.

Der “Abenteurer” David de Rothschild darf eine Fotostrecke lang die Uhr seines Sponsors ins Bild halte, weil er mit einem Boot aus recycelten Plastikflaschen segeln gehen möchte. Kauf-Tipps machen weite Teile der Berichte aus, und man ist schon froh, dass 23 Seiten in der Mitte des Heftes klar als Werbestrecke gekennzeichnet sind. Drollig auch der Beitrag über Eco-Fashion, wo man dann schnell den Eindruck bekommt, es machen ja alle ein bißchen öko und man soll sich die Freude am Einkaufen bloß nicht verderben lassen.

Mein Fazit: Offensichtlich wollen etliche Verlage zur Zeit hier eine Lifestyle-Ecke abgrasen, von der sie sich schnelles Geld ohne viel Aufwand versprechen: PR, Pressemitteilungen und Werbung mit ein paar recycelten Artikeln aufmischen und auf den Titel möglichst oft die Begriffe Bio, Eco, grün und und öko aufdrucken.

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