Facebook fürs Food-Blog: was hilft?

Facebook-Video als Beispiel: große Reichweite (bei rund 150 Followern)

Facebook-Video als Beispiel: große Reichweite (bei rund 150 Followern)

Facebook ist nicht mehr dieselbe Plattform wie vor wenigen Jahren. Noch vor kurzem konnte man bei Facebook durch seine Aktivitäten zunehmend mehr Follower erreichen. Dann schwand diese Wirkung allmählich und konnte teilweise durch Anzeigen wieder etwas aufgebessert werden.  Heute ist bekannt, dass Follower-Zuwachs fast nur noch durch Anzeigen erreicht werden kann.

Was ist dran und wie gut oder schlecht ist die Lage für Food-Blogger? Nun habe ich nicht die Erfahrung einer Agentur mit Dutzenden von Kunden und vielen Variationsmöglichkeiten. Aber das sind die Dinge, die ich selbst ausprobiert habe. Allerdings spielen meine Facebook-Seiten für mich nicht die große Rolle. Ich investiere hier nicht übermäßig viel Zeit und Arbeitskraft investiere, um dann wirklich beeindruckende Followerzahlen zu erzeugen. Insofern sind die Aussagen nur begrenzt zu verallgemeinern.

Nicht alle Blogger erleben das Gleiche

aZunächst einmal gilt – wie fast immer – nicht für alle Blogger das Gleiche. Wer Publikumsverkehr im realen Leben verzeichnen kann, der hat weiterhin ganz gute Chancen, auf Facebook eine größere Anhängerschaft aufzubauen. Wo also ein Restaurant dahintersteht oder ein Gasthof, sind die Aussichten besser. Und wer als Buch-Autor Webseiten Menschen anspricht, wer als Journalist in Print-Medien veröffentlicht, für den gelten andere Regeln.

Bei allen anderen kann es gut sein, dass sie sich redlich mühen und dennoch nur wenig erreichen – wenn sie nicht ein paar Tricks beachten.

Engagement in Gruppen

Mit Engagement auf der eigenen Seite lässt sich also trotz oftmals toller Inhalte nicht mehr viel bewirken. Dafür lässt sich mit dem gleichen Aufwand in Gruppen oft noch einiges erreichen. Auch hier wird es allerdings schwierig, wenn man seine Posts auf der Facebook-Seite nur dann veröffentlicht, wenn man auf einen neuen Blogpost auf der eigenen Website hinweisen möchte. Gefragt ist wirkliches Engagement, auch was das Zeit-Budget betrifft.

Die großen Gruppen findet man nach eigenem Geschmack in großer Vielfalt zu fast jedem Themenbereich. Erst recht natürlich für das Thema Food. Ich bin vorwiegend und gerne auf Köstlich & Konsorten unterwegs.

Die 4 zu 1 Regel

Noch vor einiger Zeit las man das als Geheim-Tipp, mittlerweise rät selbst Facebook ganz offen dazu: Beiträge auf der Facebook-Seite sollten gewichtet werden. Auf etwa vier Beiträge, die „nur” unterhaltend, informativ sein sollten, kommt idealerweise ein Facebook-Post, der die Leser von Facebook mit einem Link wegführt. Das ist nämlich ganz offensichtlich das, was Facebook nicht möchte. Dass Leser zunehmend über solche selbst promoteten Links sozusagen „abwandern”, zum Blog, zu einer Landig-Page, zu einem speziellen Angebot. Bei meinen Versuchen machte das bei der Reichweite Unterschiede bis zum Faktor 10: Resonanz im Hunderter-Bereich bei Bildern mit Text, im Zehner-Bereich bei Links zu meinen Blog-Artikeln.

Videos kommen an

Dass Videos bei vielen Gelegenheiten selbst gute Fotos ausstechen, hat sich herumgesprochen. Wer seine Anhängerschaft nicht sowieso schon über einen großen Youtube-Kanal generiert (und dann wahrscheinlich auch nicht auf Facebook angewiesen ist), der sollte Erfahrungen mit Videos für die eigene Webseite und für die Sozialen Netzwerke sammeln.

Für meinen Geschmack ist der Aufwand für Videos zu groß, um sie alleine auf Facebook zu verwenden. Aber für mich funktioniert es ganz gut, die größeren, längeren, aufwändigeren Videos für Webseiten zu produzieren -und dann für Facebook einen kleinen „Ableger” zu erzeugen. Der Aufwand beim Schneiden eines Videos ist meistens sowieso größer, als der des Filmens. Der Mehraufwand für zusätzliche Videos ist dann vergleichsweise gering.

Ich erstelle also einen ”normalen” Film mit drei bis zehn Minuten Länge. Und dann wird eine Kopie in FCPX angelegt, die ich radikal kürze (als Redakteuer meine favorisierte Arbeit ;-). Dieser kurze Ausschnitt hat idealerweise eine Minute Länge, manchmal auch zwei. Und weil diese Schnipsel meistens ohne Ton laufen, kann man zumindest den O-Ton rausnehmen, der in der 1-Minuten-Fassung oft den Zusammenhang vermissen lässt. Statt dessen kann man ja Musik drunter legen.

Fazit

Auch mit diesen Tipps kommt man ehrlich gesagt noch lange nicht an das dran, was noch vor einigen Jahren auf Facebook möglich war. Und auch, wenn diese Schritte weiter helfen: Letztlich zählen doch noch immer die Inhalte. Ein Post, der nichts aussagt, wird wahrscheinlich von Facebook ebenso wenig „ausgespielt” wie ein Video, das nicht zumindest schön anzusehen ist. Besser noch ist es auch unterhaltend, lustig und hat einen konkreten Nutzen.

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Bioweinbau-Videos als Dokus für den Verbraucher

Hier gehts zum Beitrag auf der ECOVIN Baden Webseite.

Bioweinbau ist eine komplexe Sache. Da ist es wie immer erhellend, den Erzeugern von Lebensmitteln über die Schulter zu schauen. Das habe ich zu Beginn der kurzen Reihe testschmecker tv schon getan. Zum Beispiel bei einem Demeterbetrieb, der Hühnerhaltung in einem Hühnermobil betreibt. Oder einem Kaffeeröster und einer Klein-Brauerei. Allesamt kleine Betriebe, die mit Liebe und Sorgfalt arbeiten. Und sie gehen offen damit um, wie sie produzieren und warum sie das so machen.

Die jüngsten Beiträge dieser Art sind jetzt hier eingebunden. Es sind zwei kleine Dokumentationen für den badischen ECOVIN-Regionalverband. Mit ihnen soll die Website des Regionalverbands noch mehr konkreten Nutzen für die Verbraucher anbieten. Sie sollen das Verständnis von den Zusammenhängen, von der Arbeitsweise und den Beweggründen vertiefen. Letztlich soll dies auch für mehr Unterstützung der Bio-Arbeit sorgen. Denn kaum jemand verschließt sich dem Argument, dass man mit dieser Anbaumethode etwas Gutes für die Umwelt tut. Da die Biowinzer erhöhten Aufwand und ein höheres wirtschaftliches Risiko tragen, ist das allerdings mit Mehrkosten verbunden.

Bioweinbau-Infos aus erster Hand

Zu Wort kommen in diesen Biowein-Videos die Erzeuger selbst. Es sind zwei Biowinzer aus dem Markgräflerland, die die Richtlinien und Vorgaben für die Bio-Anbau umsetzen. Günter Kaufmann aus Efringen-Kirchen und Thomas Harteneck aus Schliengen sind Erzeuger, die jahrelang Zeit und Geld in neue Anbau- und Ausbaumethoden investieren. Sie suchen nach neuen Wegen und geben ihre Erfahrungen an Kollegen weiter. Zunehmend sollen jetzt über den ECOVIN-Regionalverband auch die Verbraucher direkt informiert werden.

Im Gegensatz zu meinen Beiträgen bei testschmecker tv sind das Auftragsarbeiten für den Regionalverband. Es sind keine Werbebeiträge, sondern kurze Dokumentationen. Der ECOVIN-Regionalverband hat weder den Biowinzern noch mir als Journalist und Videofilmer Vorgaben gemacht hat. Die beiden ECOVIN-Winzer berichten ungefiltert aus ihrer täglichen Praxis.

Dies ist der Artikel auf der ECOVIN Baden Seite.

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Eine Video-Web-Serie der anderen Art: my life in sourdough

MY LIFE IN SOURDOUGH – Teaser season 2 from MY LIFE IN SOURDOUGH on Vimeo.

Als „mini-series about food & love in New York” wird diese Web-Video Serie auf der eigenen Homepage my life in sourdough. vorgestellt. Es ist eine Mischung aus romantischer Komödie und Koch-Show, die die Filmemacherin Marie C.im Jahr 2013 geschaffen hat. Zwei Serien sind veröffentlicht, eine dritte ist in Arbeit. Und 2015 wurde sie bereits beim Tribeca Film Festival ausgezeichnet.

Der Sauerteig spielt nicht nur eine sinnbildliche Rolle: Es dreht auch optisch viel ums gute Essen, Kochen und Backen.

Es ist abseits der großen TV-Kochshows eine ganz andere Sicht auf das Thema, und verknüpft auf witzige und unterhaltsame Art die Bereiche Lust und Genuss mit dem Kochen und Backen und einem eher sinnlichen Verhältnis zu Lebensmitteln.

Eine gute Alternative zu den deutschen TV-Angeboten, und das nicht nur im Sommerloch.

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Hängt der Erfolg eines Food-Bloggers an den Fotos? Ein Behind-The-Scenes Video

Food-Blogs sind in den letzten Jahren immer professioneller geworden; food-Fotos spielen eine immer größere Rolle: Die „Nebenher”-Food-Blogger haben sich professionalisiert. Sie lernten, anspruchsvolle Fotos zu erzeugen, sie betrieben Keyword-Planung um ein immer größeres Publikum zu erreichen. Und sie öffneten sich schließlich – mehr oder weniger – kommerziellen Einflüssen.

Was Peter von der Arbeit an seinem Blog souvlakiforthesoul.com hier beschreibt, ist sicher etwas außergewöhnlich: Als professioneller Fotograf betreibt er sicher etwas mehr Aufwand für Food-Fotografie als viele andere. Und die Planung und Gestaltung seiner Beiträge erscheint mir auch engagiert (auch wenn das stellenweise noch etwas unfertig (zum Beispiel mit den Länderkategorien, was ich mir wirklich als gute Ergänzung vorstelle).

Wer sich durch die bei diversen Anlässen prämierten Food-Blogs klickt, der findet zwar noch immer etwas altbacken und zuweilen sogar eher gruselige Optik. Die Mehrzahl der Food-Blogger hat aber fototechnisch ordentlich nachgelegt und bietet Food-Fotos vom Feinsten.

Was brauchts, um ein Foodblog auch optisch ansprechend zu präsentieren?

Da muss zum Einen das Layout stimmen. Die Mehrzahl der Blogger setzt heute auf WordPress oder ähnliche Redaktionssysteme. Für fast alle gibt es eine große Auswahl von Layoutpaketen (zum Beispiel bei themeforest.net), die sich auch leicht anpassen lassen und dann für ein erstklassiges Erscheinungsbild sorgen.

Kniffliger wird es, wenn man dieses Layout dann mit eigenen erstklassigen Bildern füllen muss. Den meisten Food-Bloggern kommt hier entgegen, dass sie reine Rezepte-Blogs betreiben. Sie müssen sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie sie ein Thema illustrieren. Es geht fast immer darum, ein Gericht mit netten Accessoires auszustatten und in Szene zu setzen.

Ich habe das in den vergangenen Jahren für eigene und fremde Websites gemacht. Meine Ausrüstung hat seit meinen journalistischen Anfängen etliche Entwicklungen durchgemacht und ist auch ziemlich angewachsen. Die ernüchterne Erkenntnis: Es kommt nicht auf die große Ausrüstung an. Einige der wichtigsten Anforderungen erkennt man auch gut am obigen Video.

1. Natürliches Licht

Natürlich ist es etwas knifflig, wenn man in den späten Abendstunden spontan in die Tasten greift, einen Artikel verfasst und vielleicht auch noch gleich „bekocht”: Wer bekommt in einer dunklen, meist zu kleinen Küche noch anständige Fotos hin? Mein Tipp: Bei den (falls überhaupt gewünschten) Fotos der Zubereitung sich mit einfachen Lampen und Leuchten behelfen. Das Gericht selbst bei natürlichem Licht aufnehmen. Möglichst am Fenster und ohne direkt Sonneneinstrahlung. Wer um den Abend-Foto-Termin nicht herumkommt sollte mindestens zwei Leuchten haben oder einen, besser zwei indirekte Blitze verwenden.

Hilfreich: Ein Redaktionskalender fürs Schreiben, Fotografieren und Veröffentlichen, wie hier beschrieben.

2. Aufheller einsetzen

Was nahe am Fenster steht bekommt immer nur von einer Seite Licht ab. Nun kann man von der anderen Seite mit einer Lampe dagegen halten, aber das ausgewogen zu beleuchten ist schwierig. Einfacher ist es, auf der dem Fenster abgewandten Seite eine helle Fläche zur Aufhellung zu platzieren. Das kann ein großer heller Karton sein, professionellen Aufheller, die es heute klein zusammenklappbar und in verschiedenen Größen und Ausführungen gibt. Oder eine Platte mit Alufolie.

[Amazon-Affiliate Link: 5 in 1 Faltreflektoren Set]

3. Tiefenschärfe

Wir kennen alle den Effekt, dass ein Objekt „freigestellt” wirkt: Der Hintergrund ist unscharf, das eigentliche Motiv sticht klar und deutlich hervor. Wenn wir das mit einer kleinen Digitalkamera versuchen wird das meistens nicht: Die Blendenöffnung ist nicht groß genug für diesen Unschärfe-Effekt und das ist auch so gewollt. Der Kamera-Hersteller will, dass auf den Fotos möglichst viel von Vorder- bis Hintergrund scharf bleibt. Behelfen kann man sich mit DSLR- oder spiegellosen Digitalkameras, die Wechselobjektive haben (das klassische Normalobjektiv 1,8 / 50 MM)oder Objektive mit hoher Lichtstärke (die sind aber recht selten). [Affiliate-Link Amazon: Ich benutze unter anderem die Panasonic DMC-LX100]

Wer keines von beiden hat, kann es mit einem Trick versuchen: Setzt man sein Telezoom ein, dann wird der Schärfentiefe-Bereich ebenfalls kleiner. Meistens ist dann auch die Blende kleiner und die Verschlusszeit länger, so dass man auf ein Stativ oder eine Unterlage zurückgreifen muss. Bei Tageslicht und nahe am Fenster bekommt man das noch am ehesten freihändig hin.

Mit diesen drei Tipps sollte man die meisten Situationen schon meistern können – wenn das Gericht ansprechend aussieht und die Details rundherum stimmen. Deshalb möglichst:

– nicht am Herd fotografieren (meist unordentlich, zu viel Ablenkung vom Motiv und schlechtes Licht)
– nicht auf unschönen Untergründen (Resopalplatte, Küchentuch etc.)
– Accessoires sparsam einsetzen, aber nicht darauf verzichten (stimmig zum Gericht und zur Präsentation, gerne auch schon im Unschärfebereich)

Mein Fazit: Ja, um in dem Umfeld ambitionierter Food-Blogs mithalten zu können braucht es gutes Layout und gute Fotos. Gutes Layout gibts einfach und schnell, gute Fotos machen Arbeit. Wer nur ein immer verfügbares Rezepte-Blog braucht, muss sich das nicht antun. Aber meine Erfahrung zeigt: Wer kreativ kocht, der gestaltet meistens auch gerne kreativ Website und Fotos.

5 Alltags-Kameras, die sich für Food-Fotografie mehr oder weniger eignen:
– Canon-DSLR mit Wechselobjektiven (+++)
– Canon ESO M spiegellos mit Wechselobjektiven (+++)
– Actionkamera GoPro (-)
– Panasonic Lumix100, spiegellose, Festobjektiv Zoom (++)
– Nicht im Bild: iPhone 6s (++)

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Video: Glückliche Schweine

Und ein weiteres Mal: glückliche Schweine. Das Video ist mit 16 Minuten etwas lang, kommt aus Großbritannien und ist immerhin auch schon zwei Jahre alt. Aber es ist im wörtlichen Sinne „ausgezeichnet” und zeigt, dass die artgerechte Aufzucht von Tieren eben doch einen Unterschied macht zum Industrieprodukt Fleisch: „… they had a great life. They only have one bad day, and they don’t know when that is coming”.

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