Morgen-Routine: Der Morgenlauf

20. November 2015 | Aktuelles, Lifestyle | 0 Kommentare

Dieses Mal gehts nicht zuerst um Ernährung, ums Kochen, um Lebensmittel. Dieses Mal gehts um einen guten Start in den Tag, genauer: in meinen Tag. Unter dem Begriff Mourning routine findet man allerlei im Netz, unter anderem Videos von Frauen, die schildern, wie sie sich auf den Tag einstimmen. Dabei gehts oft (aber nicht ausschließlich) um Make-Up, Frisuren etc.

Spannender finde ich Berichte von Leuten, die andere Morgen-Routinen beschreiben: vom Aufstehen übers Frühstück bis zu Yoga, Sport, Workout etc. Mein Favorit (zumindest von Montag bis Freitag) ist ebenfalls eine Kombination aus eher kargen Mahlzeiten und einem längeren Lauf zum wach werden. Danach gehts in den allermeisten Fällen ziemlich entspannt an die Arbeit: Selbst wenn mich manche Probleme auch während des Laufens nicht loslassen: Nach der Heimkehr bin ich entspannt, erfrischt und meistens gut gelaunt.

Das Essen spielt da wie gesagt eine eher untergeordnete Rolle. Minimale Kalorienzufuhr vor dem Start (am einfachsten: Marmeladebrot), etwas Kaffee, und los gehts. Und danach stehen erst einmal die Getränke im Vordergrund, bevor es einen zweiten Kaffee und ein halbwegs „gesundes” Frühstück gibt, meistens mit Müsli und Jogurt.

Witzig ist, dass die meisten Menschen, die davon erfahren, mich fragen, auf was ich trainiere. Auf nix: Ich laufe, damit ich laufe. Wahrscheinlich bin ich im Vergleich auch ziemlich langsam, aber für mich ist einstündige Dauerleistung durchaus ausreichend und jeden Tag anders. Es geht immer bergauf und bergab, nur durch Wald, keine ebene Strecke, keine befestigten Wege. Keine Menschen, nur ab und zu Hunde-Ausführer, Jogger, Walker.

Ich mag das Laufen nicht mehr missen, bei jedem Wetter, Schnee und Regen inklusive. Manchmal variiere ich die Strecken, manchmal laufe ich auf „Autopilot”. Ich versuche, nicht nur an Alltagsdinge, Aufgaben und Termine zu denken. Denn es kam schon vor, dass ich zurückkam und nicht mal mehr genau wusste, wo ich gelaufen bin, und wie es dort heute aussah. So viel Autopilot soll es definitiv nicht sein.

Ich laufe morgens vor der Arbeit, weil das der sichere Termin ist, den ich zu 99 Prozent einhalten kann (seltene Auswärts-Termine mit langer Anfahrt ausgenommen). Wahrscheinlich wäre Abwechslung besser: Gymnastik, Krafttraining, Entspannungsübungen. Vielleicht später mal. Ich laufe alleine, weil ich kein Bedürfnis habe, mich auf dem Weg von Noch-im Halbschlaf zu Ziemlich-Ausgepowert zu unterhalten.

Jetzt beginnt die Jahreszeit, wo der Start und später auch der erste Teil meiner Strecke im Dunkeln absolviert wird. Dafür gibts hervorragende Stirnlampen (Petzl), außerdem kennt man nach einigen Jahren seine Strecken auch im Schlaf. Frauen laufen meistens erst wenn es hell ist und ganz selten alleine. Das verstehe ich. Ich bin in langen Jahren noch nie jemandem begegnet, dem ich – auch bei völliger Dunkelheit – misstraut hätte.

Das skurilste und sicher schönste Erlebnis war bislang, in frostklaren Winternächten bei Vollmond-Beleuchtung durch Tief-Schnee zu „hüpfen” (hüpfen, weil der Schnee federt und normales Laufen kaum möglich ist). Wahnsinnig anstrengend.

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Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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