Skyr – die andere isländische Eroberung

Gibt viel Farbe ab...

Ist das jetzt Quark oder Joghurt? In einem Supermarkt in Reykjavik stehen wir vor einem großen Kühlregal von mit Skyr-Bechern. Ja, schon mal irgendwo gehört, auch zuhause in Deutschland. Aber nur Skyr? Was ist mit dem guten alten Fruchtjoghurt, den wir sonst in großen Bechern kaufen? Egal, man muss die Sitten und Gebräuche des Landes ebenso kennen lernen wie die dort heimischen Nahrungsmittel. Und um es gleich vorweg zu sagen: Skyr war mit die angenehmste Überraschung.

Skyr ist sozusagen die andere isländische Eroberung. Die eine kennen wir aktuell: Fußballer und Fans haben die Herzen der europäischen Sportgemeinde erobert. Die Geschichte von Skyr ist freilich etwas länger. Es soll Vorteile haben für eine gesunde Ernährung und könne beim Abnehmen helfen, liest man oft.

Skyr ist – auch wenn man auf der Insel kaum irgendwo Kühe sieht – ein traditionelles Milch­produkt der Isländer. Ähnlich wie Joghurt gibts Skyr dort in großen 500-Gramm-Bechern, mit oder zusätzlichem Geschmack durch Früchte und oder Schokolade. Am häufigsten greifen die Isländer wohl nach der Blaubeer-Variante. Wir probieren uns durch verschiedene Geschmacksrichtungen. Und wieder zuhause in Deutschland finden wir von einem Hersteller auch Skyr, den wir allerdings bislang nur natur verzehrt haben.

Zwischen Joghurt und Quark, diese Einstufung triffts schon recht gut. Von der Konsistenz eher näher bei Quark, allerdings fehlt dem Geschmack die Säure des Quarks, er ist milder.

Bei uns kommt Skyr wohl bislang nur von einem Anbieter in Meck­lenburg-Vorpommern (dessen Werbung für Skyr den Isländern übrigens nicht zu gefallen scheint. Sie sehen das als isländisches Produkt an.)

Viel Eiweiß, viel Kalzium

Die Eigenschaften von Skyr machen das Produkt derzeit recht populär bei uns: fettarm mit viel Eiweiß. Der Hersteller bietet in Deutschland einen 450-Gramm-Becher an (dieses Maß ist mir ziemlich unsympathisch. Macht man das, damit der Preis freundlicher erscheint?) Deklariert wird Skyr hierzulande als „Frischkäse, Magerstufe”. 100 Gramm erhalten den Infos auf dem Becher zufolge 65 kcal, 0,2 Gramm Fett und 4 Gramm Zucker und 11 Gramm Eiweiß.

Angeführt wird als Vorteil von Skyr immer wieder der hohe Kalziumgehalt. Allerdings ist Kalziummangel bei uns wohl kein brennendes Thema. Der Kalziumgehalt liegt deutlich über dem von Magerjoghurt und Magerquark. Und damit interessieren sich wohl automatisch all diejenigen besonders für Skyr, die mit einer eiweißreichen Ernährung und mit wenig Kohlehydraten abnehmen wollen.

Doch immer öfter wird die Frage gestellt, wie gesund Milch und Milchprodukte wirklich sind.

… und wie gesund ist eigentlich Milch? Und Kalzium?

Die Debatte umd die Bedeutung von Milch, Eiweiß, Kalzium kann man an vielen Stellen im Netz verfolgen. Etwas ernüchternd war für mich die Meldung, dass Frauen wohl generell vom Milchkonsum gesundheitlich profitieren, beim Mann dagegen sehr hohe Kalziummengen das Risiko von Prostatakrebs erhöhen sollen. (Siehe Artikel bei test.de: https://www.test.de/Milch-Macht-sie-krank-oder-stark-4899426-0/). Ähnlich hohen Kalziumgehalt wie Skyr haben wohl diverse Käsesorten wie Parmesan, Gouda und Tilsiter.

Das ist sicher kein Grund zur akuten Beunruhigung. Denn damit gefärhlich wird, müsste man sehr hohe Mengen dieser besonders kalziumhaltigen Milchprodukte zu sich nehmen. Und wenn Wissenschaftler von sehr hohen Mengen sprechen, dann meinen sie auch sehr hohe Mengen. Auf der anderen Seite gibt es wohl auch wenig Gründe, dem Skyr (außer im oder nach einem Island-Urlaub) einen besonderen Stellenwert in der täglichen Ernährung zuzumessen. Als ein weiteres Milchprodukt in der Palette ist es für mich ok, auch den höhere Preis und den hohen Kalziumgehalt nehme ich zur Kenntnis. Aber für mich bedeutet das Erscheinen von Skyr in deutschen Kühlregalen vor allem weitere Abwechslung auf dem Speisezettel – ohne Illusionen über die Wirkungen auf Gesundheit und fürs Abnehmen.

Heidelbeer-Skyr

Der landwirtschaftliche Familienbetrieb, der Weltklasse-Köche beliefert

Drei Dinge, die für Köche wichtig sind: Geschmack, Geschmack, Geschmack. Mit dieser Aussage beginnt das kurze Video, das zeigt, wie ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb sein Überleben sicherte, in dem er sich ganz auf die Bedürfnisse der Küchenchefs konzentrierte.

Klasse statt Masse, das klingt jetzt fast etwas zu einfach. Und es wird zumindest als Konzept in den Krisenzeiten der Landwirtschaft nicht dem Anspruch gerecht, ein Ausweg aus der Krise zu sein. Aber wie viele andere kleine und große Projekte zeigt es, dass abseits des Modells immer mehr zu erzeugen um mehr zu erlösen ein Ausweg möglich ist.

Der anhaltende Trend zur gesunden Ernährung wird wohl immer mehr Nischen öffnen für landwirtschaftliche Erzeuger. Und abseits des Billig-Segments auch Märkte öffnen, die vor allem auch lokal und regional interessant sind, weil immer mehr Verbraucher auf der einen Seite sparen – und auf der anderen Seite sehr wohl Geld ausgeben für Produkte, von denen sie überzeugt sind.

Online-Plattform von Ikea will einsame Weihnachtsesser zusammenbringen

Ikea-Weihnachtsaktion

Nette Idee! Und wer machts? Ikea. Über eine eigene Plattform (Zusammen wirds ein Fest # Gästaurant) will das Möbelhaus einsame Weihnachtsesser zusammenringen. Man kann sich als Gastgeber anmelden und wildfremde Leute einladen. Oder man kann sich als Gast einfach dazu setzen.

Für eine solche (werbe-)Aktion gibts sicher von vielen Seiten Bedenken, von wegen Kommerz und Werbung und Datenschutz und was nicht alles. Aber angesichts der Tatsache, dass man eine große Plattform braucht mit vielen Besuchern um eine gute Idee auch umzusetzen, finde ich das ziemlich gut. Und wenns auch der Werbung für Ikea dienen soll – dann finde ich das immer noch ziemlich gut. Ist mir lieber als alle Geil-ist-irgendwas-Kampagnen und die Rabattschlachten, die in den vergangenen Tagen mein Email-Postfach verstopft haben.

Das Dilemma mit der Brezel

Die Brezel

Wochen-, monatelang kann man es vergessen. Und dann trifft es einen doch wieder mit ganzer Wucht: Die bittere Erkenntnis, dass man in einem Landesteil des Bindestrich-Landes lebt, in dem man sich nicht auf die Herstellung einer Brezel versteht. Baden ist meine Wahlheimat, ich lebe gerne hier. Die Südwest-Ecke Deutschlands hat viele Vorzüge. Backwaren gehören nicht unbedingt dazu.

Doch spätestens wenn man für einen Kurzbesuche ins Schwäbische zurückkehrt, stellt man fest, wie groß die Diskrepanz ist: Badener können keine Brezeln backen. Punkt. Das ist bitter. In Zeiten, in denen es das schwäbische Laugengebäck bis in die nördlichsten Provinzen, ja, bis ins Ausland geschafft hat, sollt eman meinen, dass sich rumgesprochen hat, wie eine ordentliche Brezel aussieht. Baguettes und Croissants gibt es ja ab und an auch außerhalb Frankreichs in akzeptabler Qualität.

Vielleicht liegt es ja gar nicht am Unvermögen der Bäcker, vielleicht kennen die Back-Experten die geheimen Wünsche der Menschen außerhalb Schwabens, die sich die Brezel halt anders wünschen: nicht knusprig, nicht mit einer dünnen Seite, nicht mit einer braunen Laugenkruste. Dafür mit viel Salz.

Die extremsten Negativ-Beispiele waren bislang labbrig-weiche Brezeln, total bleiche Teiglinge oder – und das ist ja schon fast wieder kultig, wenn man was ganz anderes aus einem Original macht – eine kreisrunde Brezel, die auf allen Seiten fast gleich dick war und in die Butter (oder Margarine) gespritzt (!) worden war. Sozusagen die Parodie auf eine Butterbrezel.

Da ich einige Male im Jahr in der Nähe von Stuttgart unterwegs bin, schöpfe ich aus dem Vollen und praktiziere bei diesen Exkursionen eine Butterbrezel-Capucchino-Diät. die Kaffees sind meist total unterschiedlich, die Brezeln schwanken zwar auch in der Qualität liegen aber deutlich über dem, was man im Badischen erhält. Erstaunlicherweise schaffen es einige Aufback-Automaten der Supermärkte, Brezel-Exemplare herzustellen, die dem Original näher kommen als viele Bäcker-Brezeln.

Hat es was mit der alten Rivalität von Badenern und Schwaben zu tun? Nach dem Motto: Wenn wir schon das schwäbische Nationalgebäck nachmachen, dann machen wir es ganz anders. Oder sind die Geschmäcker regional so verschieden?

Angesichts der steigenden Brezel-Preise (derzeit 70 Cent) fällt es immer schwerer, den hiesigen Bäckern die reue zu halten. Vielleicht nimmt sich die Bäcker-Innung der Sache mal an. Nachdem man den gerichtlichen Streit mit den Diskountern ums Backen und Aufbacken ergebnislos beigelegt hat, wäre das doch eine gute Möglichkeit, Profil zu gewinnen. .

Eigene Pfirsiche im Hitzesommer

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Die große Hitze und Trockenheit bei uns im Südwesten mag den Landwirten zu schaffen machen und vielen Produkten schaden. Unsere kleinen Pfirsichbäume scheinen sich dagegen über die südlichen Verhältnisse zu freuen. Auch wenn man den Eindruck hat, außer dem Stein kann da nicht mehr viel dran sein: Sie schmecken hocharomatisch und sind (relativ) saftig.

Derweil klagen die Landwirte natürlich in vielen Bereichen, lediglich die Winzer scheinen ganz zufrieden zu sein.

HackTheMenu: Zum Beispiel Starbucks Cotton Candy Frappuccino

HackTheMenu

Der Name ist Programm: Secret Menu – #HackTheMenu. Dort erfährt man, was viele Genussfreunde meist verächtlich abtun: Rezepte für die Zubereitung der erfolgreichen Angebote großer Fastfood-Ketten. Aber: Fast jeder Genussmensch hat ja trotz alledem auch Erfahrungen mit Starbucks, MacDonalds & Co. Und die meisten haben acuh etwas, was ihnen aus diesem Angebot besonders gut schmeckt.

Wie machen die das nur? Diese Frage beantwortet der Skeptiker meist mit ”alles Chemie”. Aber so einfach ist es nicht. Und wer schon immer wissen wollte, wie man den
Starbucks Cotton Candy Frappuccinou auch zuhause hinbekommt, der kann ja mal hier reinspickeln. Muss man ja nicht weiter erzählen unter den Genießerfreunden, dass man dort ”sein” Rezept gefunden hat.