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Testesser im Bio-Dschungel

Archive for the ‘Märkte & Marken’


Supermärkte: Regional und / oder bio?

Regionale Supermärkte

Bio ist auch nicht alles, sagen zum Beispiel die Nachhaltigkeits-Befürworter. Entscheidend sei nicht immer nur die biologische Erzeugung, sondern auch und vor allem die Nachhaltigkeit: Wo ein Produkt herkommt spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.

In den Zentralen der Supermarktketten hat man das vielleicht erkannt (vielleicht auch nicht, und das regionale Angebot in manchen Märkten hat nur logistische Gründe), ganz sicher aber bei etlichen Marktbetreibern, die auf Regio-Produkte setzen.

Wer Kontakte zu Erzeugern der Region hat, der erfährt schnell, welche Betriebe sich um regionale Produkte kümmern und welche nicht. Fast immer geht mit der Berücksichtigung der Angebote vor der eigenen Haustüre auch das Bemühen um mehr Qualität und Frische einher.

In Südbaden stößt man beim Thema Supermärkte rasch auf einen bestimmten Namen: Schmidts Märkte. Der Familienbetrieb betreibt mittlerweile gleich mehrere Filialen im Bereich südlicher Schwarzwald. Wie das Bio-Angebot dort ist, kann ich nicht beurteilen. Die Berücksichtigung regionaler Ware scheint aber einen großen Stellenwert zu haben - wie man immer wieder hört oder auch auf der Website des Familienunternehmens nachlesen kann.

Welchen Stellenwert Kundenservice hat sieht man hier zum Beispiel auch beim Thema Wein: Es gibt nicht nur einen Wein des Monats, der ziemlich ausführlich beschrieben wird. Auch ein Weinfachberater und die Möglichkeit zum Probieren der Weine ergänzen das Angebot.

Dass solch ein Konzept funktioniert ist nicht selbstverständlich: Zu viele Kunden orientieren sich offensichtlich alleine am Preis der Produkte. Wäre spannend zu wissen, wann solche Konzepte Erfolg haben können und wie man “seinen” Markt zum Beispiel beeinflussen kann, einen ähnlichen Weg einzuschlagen.

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Nicht nur für Gastronomen: Megatrend Aufrichtigkeit & Bio

Der Wirteverband Basel Stadt informiert seine Mitglieder und Interessenten regelmäßig über aktuelle Trends und Entwicklungen. Jetzt hat er die Prognose einer amerikanischen Beratungs- und Marktforschungfirma aufgegriffen, die eine dramatische Veränderung des Marktes in den letzten 12 Monaten schildert und daraus neue Entwicklungen und Anforderungen für die Gastro-Branche begründet.

Die ganze lesenswerte Zusammenfassung findet sich hier unter dem Thema “Megatrend Aufrichtigkeit”. Kurz gesagt fordern die Autoren eine erneuerte Konsumkultur, bei der Authentizität an erster Stelle steht. Und für die Gastronomen sagen die Marktforscher im Wesentlichen vier wichtige Veränderungen voraus:

1. Bessere Qualität zu einem erschwinglichen Preis wird erforderlich sein, um bestehen zu können.
2. Gestiegenes Umweltbewußtsein wird sich in allen Bereich niederschlagen, von ökologischen Einrichtungsmaterialien bis hin zu abbaubaren Verpackungen.
3. Neue Technologien erschließen neue Möglichkeiten (SMS-Marketing, Online-Bestellungen, mobile Applikationen).
4. Die kleinen ganz groß - das gelte für die baulichen Einrichtungen bis hin zur Portionsgröße

Die Zusammenfassung des Berichts ist spannend zu lesen und gibt durchaus Anlass zur Hoffnung auf viele neue und positive Entwicklungen in der Branche.

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Verbraucher fordern verantwortungsvollen Fischfang

Die Naturschutzorganisation WWF unterstützt die EDEKA-Gruppe bei der Umstellung auf Fisch aus nachhaltiger Fischerei, die Partner fordern ein Umdenken der Politik.

Der WWF und die Hamburger EDEKA-Gruppe haben auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin ihre Kooperation für nachhaltige Fischprodukte vorgestellt. Mit Unterstützung der Umweltschützer will der größte deutsche Lebensmittelhändler bis Ende 2011 nur noch Fisch aus nachhaltiger Fischerei anbieten.

Laut einer vom WWF in Auftrag gegebenen repräsentativen Forsa-Umfrage entspricht die EDEKA -Gruppe mit ihrer Nachhaltigkeits-Strategie dem Willen der Verbraucher. 85 Prozent der 1002 Befragten sind der Auffassung, dass Supermärkte und Fischgeschäfte keinen Fisch mehr anbieten sollten, bei dessen Fang oder Zucht die Meeresumwelt geschädigt wird. Auf Dauer setzt EDEKA vor allem auf Fischprodukte, die das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) tragen oder aus nachhaltiger Aquakultur stammen.


Leere Meere: Gibt es Fischer bald nur noch in Bronze gegossen?

Auch die Politik müsse umsteuern, fordern die Partner. 94 Prozent der Bürger sind laut WWF-Umfrage der Auffassung, die Regierungen sollten die Meere durch strengere Gesetze und stärkere Kontrollen besser schützen. Der WWF und EDEKA setzen sich für eine neue, umweltfreundliche Fischereipolitik ein. Gemeinsam fordern die Umweltschützer und der Lebensmittelkonzern die drastische Verringerung des Beifangs von Meeresschildkröten, Haien, Delfinen und Fisch. Diese Fänge werden meist noch auf See wie Müll wieder über Bord geworfen. Nach Angaben des WWF wird allein in der Nordsee jedes Jahr ein Drittel des Fanges – das entspricht etwa einer Million Tonnen Fisch und Meerestiere – wieder über Bord geworfen. Besonders betroffen ist der stark überfischte Nordsee-Kabeljau. Fast die Hälfte des gefangenen Kabeljau verendet auf diese Weise. Die EDEKA will durch eine Sortimentsumstellung sowie durch politische Initiativen in Berlin und Brüssel dazu beitragen, den Kabeljaubeifang in der Nordsee zu drosseln.

Der Testschmecker meint: Das Plündern und Verseuchen der Gewässer ist eine absolute Zeitbombe, die in den nächsten Jahren dringend von einer verantwortungsvolleren Politik und durch nachhaltiges Handeln entschärft werden muss. Denn mit dem Leben im Meer stirbt auch der Mensch, der Ursprung alles Leben auf unserem Planeten liegt im Wasser. Also ist es höchste Zeit, dass sich die großen Lebensmittelkonzerne ihrer Verantwortung stellen.

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REWE bekennt sich zu Nachhaltigkeit und Ökologie

“Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil der Kultur der REWE Group. In unserem soeben neu formulierten und heute erstmals vorgestellten Leitbild bekennen wir uns dazu. Wir sind davon überzeugt, dass der Lebensmittelhandel vor einer Zeitenwende steht. Nur wenn wir ökologische und soziale Belange zur Richtschnur unseres Handelns machen, schaffen wir die Voraussetzungen, dass auch spätere Generationen hochwertige Lebensmittel und eine lebenswerte Umwelt haben”, so Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der REWE Group, im Rahmen eines Pressegesprächs am gestrigen Tage.

Die REWE Grpop investiert in \"Grüne\" Projekte, im Bild der Vorstandsvorsitzende Alain Caparros
Die REWE Group investiert in ökologische Projekte, im Bild der Vorstandsvorsitzende Alain Caparros im Bio-Gewächshaus auf dem ErlebnisBauernhof der Grünen Woche 2008

Den Worten folgen auch Taten: Mit einem Tropenprojekt in Kooperation mit Chiquita will der Konzern in Panama die einzigartige Fauna und Flora der empfindlichen Küstenregionen und Mangrovenwälder erhalten und renaturieren. Zudem legt es den Grundstein für einen wachsenden ökologischen Tourismus, um die Abhängigkeit der Menschen vor Ort von der Banane zu verringern. Bereits heute ist die Insel Bocas Del Toro ein beliebtes Ziel für Ökotouristen.

Die Projektpartner wollen ebenso soziale Verantwortung übernehmen und setzen sich für verbesserte Lebensbedingungen und den Erhalt der Traditionen der Einwohner ein. Neue Arbeitsplätze sollen durch den Verkauf von traditionellen Handarbeiten entstehen. Zudem soll das Umweltbewusstsein der Einwohner gestärkt werden. Denn: “Ohne das Verständnis und die Beteiligung der lokalen Bevölkerung ist nachhaltiger Naturschutz nicht denkbar.”

Seit Januar dieses Jahres bezieht die REWE Group zu hundert Prozent Strom aus erneuerbaren Energien wie Wasser, Wind oder Biomasse für ihre bundesweit über 6.000 Märkte (REWE, Penny, toom BauMarkt, B1 BauMarkt-Discount, ProMarkt), eigene Reisebüros (Atlas, Derpart) und Läger. Damit ist die REWE Group als Vorreiter der größte Nutzer von Grünstrom in Deutschland.

Der Testschmecker meint: Klingt gut und ist hoffentlich mehr als reine PR. Neben dem ständig erweiterten Produktangebot von REWE Bio scheint sich der Konzern zunehmend ökologisch auszurichten. Schaun mer mal!

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Der Streit ums korrekt gelegte Ei

Seit dem Enthüllungsbericht der Tierschutzorganisation PETA um scheinbar falsch deklarierte Eier vor rund zwei Wochen kamen einige Steine ins Rollen. Auch das ZDF berichtete in Frontal 21 über diesen Etikettenschwindel. Angeblich wurden Eier aus Industrieanlagen Bodenhaltung als Produkte freilaufender Hennen oder gar von Bio-Hühnern deklariert. Abnehmer sind unter anderen die Big Player des deutschen Lebensmittelhandels: EDEKA, REWE, Penny und Tengelmann.


Dieses Ei scheint zumindest von einem richtigen Huhn gelegt worden zu sein

Ganz aktuell wird eine Entlastung durch die zuständigen Landesämter von PETA in einer Presseerklärung als “absolut nicht relevant“ zurückgewiesen. REWE und Penny haben die kurzfristig ausgesetzte Belieferung durch einen ins Zwielicht geratenen Lieferanten wieder aufgenommen. Das könnte sich als verfrühte Aktion herausstellen, die das Vertrauen der Verbraucher in die Deklaration der gehandelten Eiern weiter erschüttert. Wenn es weitere Erkenntnisse und Fakten zu diesem Fall gibt, werden wir hier berichten.

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Alnatura erzielt zweistelliges Umsatzplus und fordert die verstärkte Umstellung auf ökologische Landwirtschaft

Da die folgende Pressemitteilung von Alnatura viele aufschlussreiche Zahlen über die Entwicklung des Marktes von Bio-Lebensmitteln enthält, gebe ich diese hier in Auszügen wieder:

Mit einem zweistelligen Umsatzplus hat Alnatura sein Geschäftsjahr 2007/2008 am 30. September 2008 abgeschlossen. Das Naturkost-Handelsunternehmen aus dem hessischen Bickenbach erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 304 Millionen Euro und damit eine Steigerung von 24 Prozent zum Vorjahr. Das Unternehmen wächst damit weiterhin stärker als der deutsche Bio-Markt, der im Kalenderjahr 2007 zwischen 15 und 18 Prozent zulegen konnte.

Zehn neue Super Natur Märkte hat Alnatura im letzten Geschäftsjahr eröffnet. Damit erhöht sich die Anzahl der Märkte auf 44 Filialen in 32 Städten. Bis Ende 2008 kommt ein weiterer Markt in München hinzu: Mit insgesamt 45 Filialen ist Alnatura damit weiterhin Marktführer unter den Filialisten der Bio-Supermärkte. Aufgrund der starken Filialexpansion konnte Alnatura im letzten Geschäftsjahr weitere Arbeitsplätze schaffen: 200 neue Mitarbeiter wurden eingestellt - damit beschäftigt das Unternehmen aktuell 1.150 Menschen. Die Bio-Branche insgesamt ist ein wichtiger Wachstumsmotor für die Schaffung neuer Arbeitsplätze: Rund 170.000 Menschen arbeiteten 2007 in diesem Sektor als Erzeuger, Hersteller, Händler, Dienstleister oder in Verbänden.

Der Bio-Handel in Deutschland entwickelt sich weiterhin positiv, wenn auch etwas verhaltener als im vorangegangenen Jahr: 2007 erzielte der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln ein Volumen zwischen 5,3 und 5,45 Milliarden Euro (Differenz aufgrund unterschiedlicher statistischer Verfahren) und damit eine Steigerungsrate zwischen 15 und 18 Prozent. Der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt liegt damit bei schätzungsweise 3,2 Prozent.


Die steigende Nachfrage an heimischen Produkten kann derzeit nicht befriedigt werden (alle Fotos: Alnatura)

Wie bereits in den vergangenen Jahren führte die Umsatzsteigerung im Bio-Handel nicht zur dringend notwendigen verstärkten Umstellung von konventionellem auf Öko-Landbau: Die Anzahl der landwirtschaftlichen Öko-Betriebe stieg 2007 um 6,5 Prozent auf 18.703 Betriebe. Die ökologisch bewirtschafteten Flächen erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 4,8 Prozent auf 865.000 Hektar und entsprechen damit einem Anteil von 5,1 Prozent an den gesamten landwirtschaftlichen Nutzflächen in Deutschland. Im Jahr 2006 hatte die Steigerung bei den Öko-Flächen lediglich 2,3 Prozent betragen: Damit ergibt sich für 2007 zwar eine leichte prozentuale Zunahme bei der Umstellung auf Öko-Landbau, diese reicht aber bei weitem noch nicht aus, um die weiter steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln aus heimischer Produktion zu befriedigen.

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