Und wieder eine Kampagne: Bio-Kräuter und -Gewürze

1. Juni 2011 | Gewürze, Essig, Öl, Internet | 1 Kommentar

Testauswahl Biokräuter und -gewürze: Pfeffer und italienische Kräutermischung

UPDATE: Die neue Website heißt gewuerzkampagne.de

Es gibt wenige Lebensmittel, die es auf Kio-Preise über 200 Euro bringen, Gewürze gehören dazu. Den meisten Verbrauchern fällt das nicht auf, weil die Tütchen immer sehr kompakt sind und meist 80 bis 100 Gramm beinhalten. Und weil sie meistens auch recht lange halten, achtet da wahrscheinlich auch kaum jemand besonders drauf.

Anders der Unternehmensgründer Hans Christian Heinemeyer, für den neben dem Preis noch ein anderer Aspekt beim Gewürzkauf maßgeblich war: „2009 gab es eine Studie von Greenpeace zur Belastung von getrockneten Kräutern und Gewürzen mit Pestiziden (Greenpeace, Mit Gift gewürzt: Pestizide in Kräutern und Gewürzen, 28.10.2009), berichtet er am Telefon. Das war einer der Gründe für das neue Unternehmen, beim preiswerten Kampagnenverkauf von Kräutern und Gewürzen gleich auf Bio-Qualität zu setzen.

www.bio-kraeuter-und-gewuerze.de

Auf seinem Online-Shop www.bio-kraeuter-gewuerze.de bietet er eine begrenzte Anzahl von direkt importierten und preisgünstig kalkulierten Bio-Kräutern und Gewürzen sowie einer Kräutermischung.

Hervorgegeangen ist die Unternehmensgründung (wie unter anderem auch das hier vorgestellte RatioDrink, die Teekampagne oder Rapskernoel.info aus den Überlegungen des Berliner Professors Faltin, die er auch in seinem Buch „Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein.” beschreibt.

Bio-Pfeffer in der Aromaverpackung

Kern der Aussage: Man suche sich eine Nische, in der die Konkurrenz nicht übermäßig groß, die Gewinnspannen aber beträchtlich sind. Durch einfach gehaltene Unternehmen, in denen viele Funktionen ausgelagert werden, kann man in diesem Marktsegment nicht nur überleben, sondern oft auch preisgünstiger anbieten, als die wenigen Konkurrenten.

Kilopreise von über 200 Euro sind keine Seltenheit

Beim Thema Gewürze bedeutet dies: Die Kilopreise von Basilikum liegen mit rund 200 Euro in Deutschland so hoch, dass eine Konzentration auf wenige Produkte und ein schlankes Management es ermöglichen, beste (bio-)Qualität zum niedrigen Preis anzubieten. Kräuter und Gewürze werden derzeit beim Importeur gekauft, einheitlich abgepackt und in verschiedenen Packungsmengen so abgewogen, dass man für 4,95 Euro immer eine aromasicher verpackte Menge zwischen 60 und 220 Gramm bestellen kann.

Was auf den ersten Blick nach Verschleierung aussieht (die unterschiedlichen Gewichte) ist in Wahrheit dem unterschiedlichen Volumen der Kräuter und Gewürze geschuldet, berichtet Heinemeyer. Außerdem ist der Grundpreis stets mit angegeben und macht den wahren Wert deutlich. Für den Kunden gestaltet sich der Einkauf dadurch auch ein Stück weit leichter, weil die Gesamtkosten recht einfach zu kalkulieren sind.

Nächster Schritt: direkter Kontakt zu den Erzeugern

„Mittelfristig wollen wir schon direkten Kontakt zu den Anbietern in den Ursprungsländern aufnehmen”, berichtet Heinemeyer. Bislang scheitert eine Direktbelieferung aber an den Mindestmengen, die in Containern bemessen werden und angesichts der Grundpreise erhebliche Kosten verursachen. Nicht zuletzt macht ein direkter Kontakt mit den Erzeugern auch die Bio-Qualität transparenter, die jetzt durch internationale Organisationen bestätigt wird.

Zwei Jahre, so erfährt man über ein Video auf der Website, hat die Vorbereitung der Unternehmensgründung gedauert. Jetzt werden zweimal im Jahr größere Mengen bestellt und abgepackt.

Italienische Kräutermischung bio

Auf der Website wird auch das Kampagnenprinzip erläutert: „Wir bieten die wichtigsten Gewürzsorten der italienischen Küche in großen Packungen an und geben den Preisvorteil im Einkauf an Sie als Verbraucher weiter.” Außerdem wird auf die Themen Aromaschutz und Bio-Zertifizierung eingegangen. Auch die einzelnen Kräuter und Gewürze werden ausführlich vorgestellt, von Anbauland und Geschmack über Einsatzzweck und Kombinationen bis hin zu Inhaltsstoffen und Heilwirkung.

Aromaschutz: Die Verpackung aus beschichtetem Kunststoff ist licht- und luftdicht. Beim Öffnen strömt einem das Aroma der Gewürze entgegen, klar und unverbraucht. Die Preise, so rechnet Heinemeyer vor, lägen bis zu 76 Prozent unter denen im Supermarkt.

Zum Geschmackstest: Probiert wurden von mir der schwarze Pfeffer (logischerweise kommt der ungemahlen) und die italienische Kräutermischung. Beim frisch gemahlenen Pfeffer einen Unterschied zu entdecken, ist sehr schwierig. Da würde ich mir kein Urteil beim Vergleich mit anderem schwarzem Pfeffer anmaßen. Ich fand ihn aber sehr frisch und scharf, so wie er sein soll.

Auch die Kräutermischung ist sehr aromatisch. Ich habe sie für Tomatensauce und Salatsauce verwendet und hatte mir sie eigentlich etwas würziger, pikanter, vorgestellt. Aber das ist nur mein persönliches Geschmacksempfinden, kein Qualitätsurteil, und ändert nichts am positiven Gesamtbild.

Mein Fazit: Gut und günstig, nicht nur die Kampagnen-Idee besticht, auch die Umsetzung und das Produkt sind in Ordnung.

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1 Kommentar

  1. Karl Hinrichs

    Toller Artikel, war am Anfang etwas verwirrt wegen des Links oben drüber „Wahl zur dreistesten Werbelüge“, aber beim Lesen hat sich das dann geklärt. Seit einigen Jahren versuche auch ich, ausschließlich BIO Gewürze zu kaufen und kann das hervorschießen solcher „Kampagnen“ natrülich nur begrüßen, weil das den Preis eindeutig realistischer gestaltet.

    Antworten

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Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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