Wie gut ist Billig-Bio fragt das ZDF

Wie gut ist Billig-Bio

Eigentlich bin ich ja immer froh, wenn ich das Thema Bio in den Medien entdecke. Naja, wenn nicht froh, dann zumindest neugierig. Was man sich bei dieser Fragestellung beim ZDF gedacht hat, erschließt sich mir allerdings nicht: Wie gut ist Billig-Bio? – ZDF.de. Nachdem auch überzeugte Bio-Kenner nun fast schon gebetsmühlenartig wiederholen, dass sich Bio-Anbau in der Regel nicht auf den Geschmack von Lebensmitteln auswirkt, scheint mir das eher etwas reißerisch zu sein. Da wird ein Sternekoch auch nicht weiterhelfen.

Bio ist an sich eben noch kein absolutes Qualitätsmerkmal: Bio kann auch aus fernen Ländern kommen, lange Transportwege verursachen, schlecht gemacht sein und industriell gefertigt. Auch in der Bio-Szene wird man schwerlich noch Anhänger finden, die einfach auf bio schwören, weil es bio ist. Nachhaltig, regional, saisonal sind Aspekte, die genauso wichtig sind. Dass zum Beispiel ein Nudelhersteller auch bio kann – klar. Dass das nicht besser oder anders schmecken muss – auch klar.

Bei manchen Bioprodukten liegt der Sinn einfach darin, dass die Risiken und Nebenwirkungen des Anbaus minimiert werden – auch wenn das Produkt selbst geschmacklich wenig gewinnen sollte. Nach meiner Erfahrung liegen geschmackliche Verbesserungen oft in den Begleiterscheinungen des Bio-Anbaus begründet. Viele Bio-Erzeuger beschäftigen sich ganz neu und viel intensiver mit der Materie, wenn sie auf bio umsteigen. Sie stecken mehr Zeit und Arbeit in ihr Produkt, zum Beispiel auch die Sortenwahl. Und wenn dann zum Beispiel im Obst- und Gemüsebau alte Sorten zum Einsatz kommen, die nicht auf Turbo-Wachstum getrimmt wurden, dann kann sich das auch geschmacklich auswirken. Oder ein geringerer Ertrag kann zum Beispiel im Weinbau auch eine gute Voraussetzung sein für bessere Qualität. Aber das sind eben alles Kann-Bestimmungen.

Kartoffel-Ernte 2012

Kartoffelernte

Wir haben keinen Nutzgarten. Nur ein paar Tomaten auf dem kleinen Grün hinterm Haus. Die Freude und der Stolz meiner Frau. Jetzt zur Erntezeit werden wir verwöhnt mit den Früchten der Arbeit anderer. Und manchmal dürfen wir helfen. Kartoffeln raus machen zum Beispiel. Wesentlich anstrengender als die anderen Arbeiten, die man uns Laien sonst zutraut. Aber schön.

Die „eigenen” Kartoffeln schmecken natürlich ganz anders. Und sie sind – vielleicht weil sie aus dem Schwäbischen kommen – die besten Kartoffeln überhaupt für Kartoffelsalat.

Wir bekommen auch die ganz kleinen, die normalerweise weggeschmissen werden. Zum „Mit-Schale-essen” und / oder im Backofen machen. Und meistens reicht unser kleiner Anteil an der kleinen Ernte fast ein Jahr lang für leckere Kartoffelgerichte. Liegt vielleicht daran, dass Kartoffeln bei uns nicht ganz so oft auf dem Speiseplan stehen.

Unsere Kartoffeln sind – ohne dass dies unser Verdienst wäre – auch biologisch. Aber das ist noch nicht das Beste. Das Beste ist, dass man jedes Mal bei einem leckeren Essen wieder an die denkt, die geackert und geschafft haben, damit es auch uns gut geht.

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen sich um ein kleine Stückchen Grün bemühen, auch auf dem Balkon oder am Stadtrand oder auch mitten in der Stadt.

Mein Tipp zum Anfangen: Erdbeeren im Balkonkasten oder kleine Tomaten, die dort ebenfalls bestens gedeihen. Und als Buchtipp: Mein Küchenbalkon: Obst und Gemüse für City-Gärtner

Kartoffelernte

Kartoffelernte

Watch. Think. Act: Do Something Reel Film Festival

Ganzjähriges Film-Festival zu Umweltthemen.

Das Motto macht schon deutlich, dass es hier nicht um seichte Unterhaltung geht: Watch. Think.Act. Das steht dick auf der Eingangsseite der Website Do Something Reel Film Festival.

Das Projekt ist nichts weniger als ein Film-Festival. Ein ganzes Jahr lang sollen Filme aus dem Umweltbereich gezeigt werden. Und die ersten Beispiele belegen schon, dass das Niveau durchaus professionell ist. Auf der Filmseite werden die Filmemacher vorgestellt. ZU allen Filmen gibt es vorab schon die Trailer zusehen, die wirklich Lust auf mehr machen.

Kleiner Haken an der Sache: Nicht nur die Filme sind professionell, auch der Verleih. Die Filme kann man ausleihen gegen Gebühren von rund 5 US-Dollar. Und natürlich braucht man dazu auch einen eigenen Account, also nix mit iTunes und Konsorten.

Das ist alles sehr verständlich und dass gute Dokumentarfilme naturgemäß werbefrei sein sollten, ist auch klar. Ich würde aber mal vermuten, dass die Verbreitung dieser Filme damit doch eher etwas eingeschränkt bleiben wird. Dabei sind die Themen spannend und – zumindest nach dem was man aus den Trailern schlussfolgern kann – auch gut gemacht.

Zum Beispiel der Film über die Truck Farm: Ein Garten, der auf der Ladefläche eines Pickup eingerichtet wurde. Oder der Titel „King Corn”, der die Tatsache beschreibt, dass Mais in den USA wohl in so ziemlich allen Lebensmittel enthalten sein soll. Beide Filme kommen von denselben Filmemachern und sind im Juli zu sehen.

Wer also im TV-Sommerloch steckt und keine Lust auf Fußball hat, der kann für einen informativen Abend ja mal die fälligen paar Euro locker machen. Billiger als Kino und in einigen Fällen wohl auch interessanter.

Aus meinem Einkaufskorb: Maggi Bio-Gemüsebrühe ohne Hefeextrakt

Bio-Gemüsebrühe von Maggi ohne Hefeextrakt

Einer der meist gelesensten Artikel hier auf testschmecker.de ist dieser: „Ohne Geschmacksverstärker, mit Hefeextrakt?”. Der ist nun schon etwas älter, an der Grundproblematik hat sich wenig geändert: Gesundheitsbewusste Menschen sind aufgeschreckt wegen der Berichte über Glutamat, also Geschmacksverstärker in Lebensmitteln.

Und sie sind umso mehr aufgebracht, wenn sie erfahren, dass in den vermeintlich glutamat-freien Produkten statt den Zusatzstoffen mit den E-Nummern genau die gleiche Substanz unter dem Namen Hefeextrakt enthalten ist.

Lange Zeit war es fast schon ein beliebter Wettbewerb, als Geheimtipp Produkte weiter zu empfehlen, die eben beides nicht enthalten. Wer bei seinen Einkäufen öfters mal auf das Kleingedruckte der Verpackungen schaut, der weiß, das so etwas sehr schwer zu finden ist. Erst recht, wenn man in normalen Supermärkten einkauft.

Und nun das: Bei einem eher gelangweilten Routineblick auf die Rückseite der Maggi-Gemüsebrpühe entdeckte ich, dass der Marktführer seine gesundheitsbewussten Kunden wohl erhört hatte: Eine Bio-Gemüsebrühe ohne Geschmacksverstärker und Hefe-Extrakt. Siehe da, es scheint zu gehen.

Und mit einem Preis von 1,99 Euro fürs Glas (ergibt 8 Liter Gemüsebrühe) scheint mir das noch nicht mal besonders teuer. Zumal sehr viele Bio-Produkte eben doch Hefe-Extrakt enthalten, oftmals auch mit dem ausführlichen Hinweis darauf, dass keine künstlichen Geschmacksverstärker zugesetzt sind. Kontrollieren kann man das als Kunde freilich kaum.

Übrigens habe ich keine Mengenanagabe auf dem Maggi-Glas gefunden. Wenn man das aber zurückrechnet (4 Gramm auf 1/4-Liter), dann kommt man drauf, dass in dem Glas 128 Gramm drin sein müssen.

Discounter wieder mit mehr Bio im Angebot?

Bio-Angebote vom Discounter

Wer das Angebot von Bioprodukten bei Supermarktketten und Discountern im Blick behält, der findet nicht immer leicht zu einem klaren Urteil darüber, wohin die Entwicklung geht. Eine Zeit lang konnte man denken, schon bald wird es zu jedem konventionellen Produkt eine Bio-Alternative im Regal geben.

Einer der Vorreiter war in meinen Augen REWE, die recht früh ein ansprechendes Bio-Anngebot hatten. Doch plötzlich setzte man bei REWE mit der Eigenmarke Expedition Genuss auf höherwertige und höherpreisige Artikel mit schickem Design und – in meinen Augen – manchmal auch grenzwertige Verpackung. Die Zahl der Bio-Artikel ist danach meiner Einschätzung zufolge kaum noch gestiegen und generell schien es mir als stagniere der Bio-Zuwachs.

Diese Woche landete auf Umwegen ein Aldi-Prospekt auf meinem Schreibtisch, in dem auf immerhin 14 Seiten Bioprodukte beworben werden (bei einem Gesamtumfang 32 Seiten finde ich das ganz ordentlich). Und das ganz ohne einen aktuellen Lebensmittelskandal oder andere externe Anlässe.

Nach wie vor ist es wohl kein Problem für die Anbieter, die Grundnahrungsmittel in Bioqualität auch zu niedrigsten Preisen zu bekommen. Fleisch- und Wurstwaren dagegen oder sogenannten Fertiggerichte waren bislang die Hochpreis-Inseln im Biosegment der Ketten. Wenn jetzt einer der ganz großen auch in diesem Segment (zum Beispiel mit Wurst und Hackfleisch, Veggie-Burgern und Tofu-Bolognese) neue Marken setzt, könnte wieder etwas Bewegung in den Bio-Markt kommen.

Offensichtlich hat man hier auch das neue EU-Zeichen für Bioware zum Anlass genommen, das Bio-Sortiment optisch etwas aufzufrischen.

Auf der Website sind die Artikel alle aufgelistet, wer also bei der Zusammenstellung seines Speisezettels gleich nachschauen möchte, was wo in Bio-Qualität vorhanden ist, der wird hier fündig.

Heldenmarkt: Shoppen für Weltverbesserer

Heldenmarkt in Berlin

Und wo kann eine Veranstaltung mit dem diesem eher unbescheidenen Titel wohl am ehesten stattfinden? Ganz genau: in Berlin. Am 26. und 27. März gehts in unserer Hauptstadt beim Heldenmarkt um „verantwortungsvollen Konsum, Genuss und Freude an ästhetischer und technischer Kreativität im Alltag”.

Für fünf Euro Eintritt bekommt man Hilfestellung auf der Suche nach einem nachhaltigeren Lebensstil:

Auf 2000 Quadratmetern präsentieren rund 100 Aussteller schöne, ungewöhnliche Produkte aus ausgefallenen Materialien. Sie zeigen innovative energieeffiziente Technik und informieren über Ressourcen schonende Produktion und fairen Handel. Vorträge bieten Informationen zu verschiedensten Aspekten nachhaltiger Lebensweise. Bio-Catering sorgt für leckeres Essen, Berliner DJs untermalen die entspannte Atmosphäre, und für Kinder gibt es eigene Angebote.

Eine Ausstellerliste konnte ich auf der Website leider noch nicht entdecken, aber wer in der Nähe ist, der hat seine fünf Euro für den Eintritt wahrscheinlich gut angelegt.