Britisch: der simple Teigroller

141101_teigrollerTeigroller Buchenholz 43 cmWer ab und zu Koch- und Backsendungen der Briten ansieht (die machen wirklich etliche gute, finde ich), der entdeckt einige Unterschiede zwischen englischen und deutschen Küchengeräten. Der auffallendste ist das Nudelholz oder Teigroller: Statt dick und relativ kurz mit Griffen an den Seiten verwenden die Engländer vorzugsweise eine simple Holzrolle mit geringem Durchmesser, aber größerer Breite.

Die Physik dahinter ist einfach: je kleiner der Durchmesser, desto mehr Kraft kommt auf den Teig. Nach der Bestellung des oben abgebildeten simplen (und billigen) Nudelholzes für sieben Euro konnten wir das auch in der eigenen Küche feststellen. Schöner Nebeneffekt: Durch die große Breite kann man auch Kuchenblech-Breite ausrollen, ohne für jede Lage mehrfach über den Teig zu rollen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Handhabung, aber dann genießt man das Rollen mit weniger Kraftaufwand.

Noch etwas weiter gehen italienische Köche, die ihren Nudelteig von Hand ausrollen: Dort wird ein noch dünnerer Buchenstab verwendet, wie man ihn auch im Baumarkt bekommt. Damit lässt sich auch der kräftigere Nudelteig schneller und leichter dünn ausrollen.

Für die anstehende Weihnachtsbäckerei auf jeden Fall eine Empfehlung und bei dem geringen Preis einen Versuch wert.

Braided Nutella Bread

Nutella-Hefe-Zopf

Vereinfacht gesagt: Ein Nutella Hefe-Zopf. Sieht lecker aus, die Zubereitung geht auch schnell: Braided Nutella Bread. Zwar sind die leckeren schwäbischen Schneckennudeln nur einen kleinen Tick aufwändiger, aber gut: Wenn das der Punkt ist, der zum selber backen führt, dann ist das gegenüber den vielen Fertig-Zuckerbäckerwaren aus Bäckerei-Ketten-Filialen ja eine ganz gute Alternative.

Erdbeer-Saison: Das Beste zum Schluss

Nachdem der Spargel jetzt wohl für dieses Jahr von der Karte gestrichen werden kann, muss man sich auch beim zweiten Juni-Klassiker, den Erdbeeren allmählich auf ein Ende einstellen. Zwar werden bestimmte Sorten heute fast den ganzen Sommer angeboten. Die großen, frischen Ernten aber sind in absehbarer Zeit vorbei – was aber auch sei Gutes hat.

Unbedingt auf die Todo-Liste setzen sollte man jetzt die Erdbeer-Marmelade. Das wird eigentlich erst richtig interessant, wenn die wirklich reifen bis überreifen Früchte zu haben sind, oft genug sind die dann auch noch billiger, weil sie optisch nicht mehr mithalten können.

Die Zubereitung ist keine Kunst, wer wenig Chemie drin haben möchte nimmt einfach den normalen Gelierzucker, da ist nur Pektin drin. Zeitaufwand: Ein Samstag reicht reicht für Einkaufen und Kochen.

Erdbeeren

Zweiter Favorit, der das Saison-Ende krönen sollte: Der Erdbeerkuchen. Und zwar die Version mit dunklem Schoko-Teigboden, der statt mit Erdbeer-Marmelade mit Nutella bestrichen wird. Dazu Schlagsahne. Tortenguss rot oder weiß: egal. Nur von dem mit Erdbeer-Aroma lasse ich die Finger. Wenn das Aroma für den Kuchen aus dem Tortenguss kommen muss, dann hat man was falsch gemacht.

Und schließlich der Abschluss, mit dem man heute eigentlich keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann, der aber nostalgisch schön ist und bleibt: Die Erdbeer-Bowle. Nachdem jetzt auch seriöse Winzer die Wein-Mixgetränke und Wein-Cocktails für sich entdeckt haben (oder bessert: für ihre Kunden) kann man sich einen reizvollen Mix ohne Aromastoffe und Zusätze auch gleich selbst herstellen.

Die größte Hürde ist sicher die Bowlen-Schüssel, die in heutigen Haushalten kaum noch vorhanden ist. Bei Eltern und Großeltern wird man oft fündig. Das gute Stück wird nur wenige Male im Sommer benutzt und wandert dann wieder in den Keller. Aber es ist einfach stilvoller, aus dem großen Gefäß zu schöpfen und die Bowle aus dem Henkelglas zu trinken.

Man muss von einigen lieb gewordenen Gewohnheiten lassen: Kein trockener Wein zum Ansetzen. Und kein Sekt brut zum Aufgießen. Die Menge Zucker, egal ob in den Getränken schon vorhanden oder zugesetzt, muss man durch Probieren herausfinden. Wichtig: Die Früchte schon früh ansetzen, gleich gesüßt, und dann im Kühlschrank lagern.

Wenn man damit durch ist, kann man sich von den roten Früchtchen erst einmal verabschieden und sich auf die nächste Ernte freuen. Den Abschieds-Triathlon sollte man machen, wenn es reife Früchte in rauhen Mengen gibt. Dann kann man sich ja mit den restlichen Angeboten des Sommers noch immer vertrösten.

Chocolate Mousse – mit Avocado und Bananen

Chocolate Mousse | Green Kitchen Stories

Das sieht schon von der Konsistenz sehr lecker und geschmeidig aus. Und da die Verwendung von rohen Eiern (nicht nur) bei diesen Temperaturen immer etwas heikel werden kann, scheint mir das eine gute Alternative, zumindest einen Versuch wert.

Auch wenn ich für unseren Haushalt das Risiko bei der Verwendung roher Eier als relativ gering einschätze (immer ziemlich frisch und bio) komme ich doch ins Grübeln, wenn zum Beispiel ältere Verwandte zu Besuch sind. Dann werden solche Gerichte gestrichen und es kommen wirklich „sichere” Mahlzeiten auf den Tisch.

Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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