Kochen in Papier: einfach und schnell

How to Cook Fish in Parchment Paper | # Dish Dilemmas

Ich muss zugeben, dass cih das mit Papier noch gar nicht ausprobiert habe. Aber in Alufolie – was natürlich nicht ganz so umweltfreundlich ist. Mein Favorit in Alufolie war stets gedünstetes Gemüse: kleine geschnippelt, mit ein paar Gewürzen, Butter und einem Schuss Wein. Nach 20 Minuten kommt das butterzart und aromatisiert aus dem Ofen. Prinzipiell geht das natürlich auch mit Fisch (ausprobiert mit ganzen Forellen) und Kartoffeln (da habe ich noch nicht darauf vertraut, dass die nach 20 Minuten wirklich durch sind).

Die oben gezeigte Variante mit Papier erscheint mir umweltfreundlicher und appetitlicher. Auch wenn ich zum Servieren dann doch auf die Papierunterlage verzichten würde.

Kleiner Garten – große Ernte: Selbstversorgung Schritt für Schritt von Lucy Halsall

Kleiner Garten - große ErnteKleiner Garten – große Ernte: Selbstversorgung Schritt für SchrittWann ist der beste Zeitpunkt, ein eigenen Garten zu bewirtschaften besser als jetzt, zu Beginn des Sommers? Gut, die Fachleute werden auflachen und sagen: fast jeder andere Zeitpunkt ist besser. Schließlich muss viel vorbereitet werden, geplant und ausgesät…

Aber die Menschen sind halt so gestrickt, dass der Anreiz zum Gärtnern dann am größten ist, wenn überall frisches Obst und Gemüse angeboten wird, wenn man sich viel im Freie aufhält und mit neuer Lust ans Kochen geht.

Dieses Buch ist schon deshalb perfekt, weil es die größten Hürden ausräumt: Es richtet sich an Menschen, die nicht viel Raum zur Verfügung haben, zum Beispiel im Vorgarten, auf dem Balkon etc. Und es gibt Tipps dafür, was schnell wächst, trotz kleiner Fläche einen vernünftigen Ertrag bringt und unkompliziert zu handhaben ist. Die schöne Gestaltung des Buches (wie das ja fast immer bei Dorling Kindersley der Fall ist) tut ein Übriges, um Anreize zu schaffen.

Vernünftig, gut vorbereitet und planmäßig in die nächste Gartensaison starten, das kann man ja dann immer noch im nächsten Gartenjahr.

Die Autorin nimmt auch Anfänger bei der Hand und leitet an schwierigsten Klippen vorbei: Horizontale Gewächse auf dem Balkon, gärtnern auch in Töpfen und Balkonkästen – (fast) alles scheint möglich. Das Buch gibt auch ein bißchen was vom britischen Faible für Gärten wieder. Lucy Halsall ist Redakteurin der englischen Zeitschrift „Grow Your Own” und war am Garten der Royal Horticultural Society tätig. Der Schwerpunkt des Buches liegt im Bereich Gemüse und Salate, aber auch dem Thema Obst ist ein Kapitel gewidmet.

Mit 17 Euro (256 Seiten) ist die sehr brauchbare Anleitung wohl eine der kleineren Hürden auf dem Weg zum eigenen Garten.

Mariniertes Gemüse – einfach, lecker, sommerlich

... leckeres Ergebnis mit wenig Aufwand.

Es gibt ja so Sachen, die macht man dauernd, wenn man mal auf den Geschmack gekommen ist. Zum Beispiel mariniertes Gemüse, das ist für mich der Sommerhit dieses Jahres. Sehr einfach, sehr lecker, genau richtig, wenn man bei großer Hitze nicht allzu lange in der Küche brutzeln möchte. Macht immer satt, lässt sich schnell in fast jeder beliebigen Menge anrichten und lässt sich auch gut aufbewahren.

Mariniertes Gemüse: wenige Zutaten...

Geht ganz einfach:

Meine Lieblingskombination besteht aus Zucchini, Auberginge und Paprika. Die Zucchini halbiere ich und mache dann längs schmale Streifen, die mit etwas Olivenöl in der Pfanne angebraten werden. Bei Zucchini erkennt man sehr schön, wenn sie auf der Unterseite gebräunt sind, sie riechen dann nach Honig. Auf beiden Seiten anbräunen, raus aus der Pfanne und die nächste Ladung braten. Sie müssen natürlich nebeneinander liegen, damit sie gleichmäßig bräunen, mehrere Pfannen beschleunigen das Ganze.

Auberginen habe ich zuerst in Scheiben geschnitten und gebraten, die werden dann aber nach dem Marinieren matschig. Besser ist es, die Scheiben (etwa einen halben Zentimeter dick) unter dem Grill zu bräunen. Den muss man wegen der Paprika sowieso anwerfen: Die in Viertel geschnittenen Paprika werden dort ziemlich dunkel gegrillt, bis die Haut Blasen wirft. Dann deckt man sie mit einem nassen Küchentuch / Papiertuch ab und schält sie nach wenigen Minuten. Dann werden sie ebenfalls klein geschnitten.

Die Marinade besteht bei mir aus Olivenöl, Knoblauch, Pepperoni, Kräutersalz, Pfeffer. Wie scharf oder wieviel Knoblauch bleibt jedem selbst überlassen, auf jeden Fall nicht zu wenig Öl. Das Gemüse lege ich in Schichten in eine verschließbare Plastikdose, die Marinade wird bei jeder Schicht wieder drüber gepinselt. Die verschlossene Box kann bei Zimmertemperatur mindestens zwei Stunden stehen bleiben, sie ab und zu auf den Kopf zu stellen oder zu schütteln sorgt für bessere Verteilung der Marinade und mehr Aroma.

Wer vorausplant, der macht das am Abend vorher, aber zwei Stunden vor dem Essen genügen auch. Ich mache das Gemüse zehn Minuten vor dem Servieren raus, streife Öl und Gewürze mit einer Gabel ab und lege alles auf einen Teller. Bei sommerlicher Hitze genügt eine Platte Gemüse, ein frisches Baguette, vielleicht noch ein Salat und ein kühler Rosé oder Gutedel. Passt auch gut zu gegrilltem Fisch.

Einen Tag kann man das Ganze in der Box stehen lassen, um die Reste am nächsten Tag zu vertilgen. Länger würde ich es auch im Kühlschrank nicht aufheben. Außerdem finde ich, dass das Gemüse nicht gekühlt gegessen werden sollte, sondern bei Zimmertemperatur.

Buchtipp: Das Biokisten-Kochbuch

Das Biokisten-Kochbuch aus dem Kosmos-Verlag

Biokisten Kochbuch: Die echte regionale Saisonküche

Im Sommer ist ja manches etwas einfacher: Die Märkte sind voll mit frischem Gemüse und Salat, auch der weniger versierte Hobbykoch findet eigentlich relativ leicht das frische Grünzeug, mit dem er gut zurecht kommt. Sprich: Bekanntes und Bewährtes, bei dem man vielleicht auch mal auf Mutterns Hilfe zurück greifen kann oder etwas improvisieren kann.

Zur Biokiste, also einem Abonnement beim Bio-Bauern, der einem wöchentlich frische Erzeugnisse in Bio-qualität anliefert, finden die meisten Menschen in denjenigen Jahreszeiten, wo es nicht so leicht ist, an frisches Gemüse zu kommen. Und für viele weniger ambitionierte Köche warten dann auf einmal wöchentlich neue Herausforderungen in der Bio-Kiste: Was bitte schön ist Topinambur und was um Himmels Willen mache ich damit?

Etwas Ruhe und Gelassenheit hilft, oft auch die Suche nach Rezepten, die heute meist nur einen Mausklick entfernt sind. Mit den gängigen Zubereitungsarten kommt man mit fast allem zurecht, ein paar Variationen hat man sich ebenfalls schnell angeeignet. Aber bevor es alle Gemüsearten in Sahnesoße gibt oder mit Käse und Speck überbacken, lohnt es sich, auf fachlich versierte Hilfe zurückzugreifen.

Originelle Bio-Rezepte, gut aufgemacht

Der Kosmos-Verlag hat in seinem aktuellen Programm einige schön aufgemachte Kochbücher mit interessanten Themen, das Biokisten-Kochbuch von Cornelia Schinharl gehört zu denjeningen, nach denen ich zuerst gegriffen habe – und mit dem ich nicht enttäuscht wurde.

Es ist ganz klassisch nach den Jahreszeit geordnet, die ja schließlich auch die Füllung der Biokisten bestimmen: Im Gegensatz zum Einkauf im Supermarkt liefert uns der Biobauer ja (meistens) keine zugekaufte Ware aus anderen Ländern, sondern eben genau das, wes gerade jetzt auf seinen Feldern wächst und gedeiht.

Nach den vergleichsweise üppigen Jahreszeiten Frühjahr, Sommer und Herbst sind im Winter zum Beispiel Rosenkohl und Schwarzwurzeln, Chicoree und Portulak. Wer einmal ganz unbedarft angefangen hat, Schwarzwurzeln genauso zu schälen, wie den Spargel, für den er sozusagen von vielen als Ersatz gehandelt wird, der ist für Ratschläge schon ganz dankbar.

Im Buch werden auf 144 Seiten die Renner der Saison vorgestellt, es gibnt allgemeine Tipps aber eben auch viele konkrete, leicht nachzukochende Rezepte. Dabei geriet die Auswahl durchaus originell: Mit dem Chicoree wird ein Risotto bereitet, die Schwarzwurzeln gibt es mit Senf-Zitronen-Schaum. Also durchaus interessante Abwandlungen der Klassiker, ohne dass man deswegen stundenlang im Supermarkt nach exotischen Zutaten suchen muss.

Bio-Gerichte schön aufgemacht

Ganz praxisorientiert sind auch die regelmäßigen Tipps in der Rubrik „Das ist wirklich wichtig” und der Saison-Kalender für Gemüse auf den ersten Seiten. Dazu kommen gute und Appetit machende Fotos, genau die richtige Mischung aus anregender Food-Fotografie und interessanten Details.

Die 14,95 für das praktische Softcover-Buch sind gut angelegt und sorgen für Abwechslung in der Bio-Küche. Mein Favorit für den bevorstehenden Herbst: Wirsingröllchen mit Kastanien-Ricott-Füllung, die ich bei nächster Gelegenheit nachkochen werde.

Der eigene Garten – auch ohne Garten

meine-ernte.de

Einen eigenen Garten zu haben ist der Wunschtraum vieler junger Familien: Das eigene Gemüse ernten und verzehren, anbauen wie man will, den Kindern zeigen, wie es wächst, das hat gerade für Menschen in den Ballungsräumen einen ganz eigenen Charme.

Dummerweise ist aber auch da, wo die Besiedlungsdichte am höchsten ist, die Chance gering, eigenes Grün beackern zu können. Ein findiger Unternehmer (eine GbR in Bonn) scheint nun eine Lösung zu haben: Auf der Website meine-ernte.de kann man in etlichen größeren Städten seinen eigenen Garten reservieren. Und einfach sein soll es obendrein.

In Städten von Berlin über Hannover und Bonn bis Frankfurt kann man sich offensichtlich in das System einkaufen: Online bestellt man seinen eigenen Garten, das Unternehmen Sät und bepflanzt mit über 20 Gemüsesorten und Blumen. Danach kann man hegen und pflegen – und ernten. Auch Erweiterungen des Standard-Angebotes sollen wohl möglich sein.

Wie immer beim gärtnern ist wohl auch hier die Liebe zum eigenen Gewächs ausschlagebend – und weniger der Gedanke einer billigen Selbstversorgung mit Grünzeug: Der kleine Garten für zwei Personen kostet rund 180 Euro pro Saison, der größere für vier Personen 330 Euro.

Von Bio-Anbau ist zwar nicht die Rede und einer Zertifizierung würden wohl eigene Bemühungen auch nicht standhalten. Aber da es offensichtlich Freiraum gibt, selbst noch auszusäen und natürlich alles selbst zu bearbeiten, könnte man das auch so grün wie möglich gestalten.

Unterstützung, so verspricht es die Website, gibts vom Anbieter. Auch die Bauern, die hierfür als Partner die Flächen zur Verfügung stellen, könnten hilfreich sein, hier gibts auch Biobauern.

Mein Fazit: Die Idee finde ich gut. Auch deswegen, weil durch den gemeinsamen Anbieter größere landwirtschaftliche Flächen genutzt werden und nicht jeder irgendwo noch einen Grünzipfel abzwackt. Und so kann man zumindest ohne größere Investitionen erst einmal testen, ob einem das Gärtnern überhaupt liegt. Und man kann recht schnell abschätzen, ob der finanzielle Aufwand und der Ertrag in einem angemessenen Verhältnis stehen, oder ob nicht vielleicht die Abo-Gemüsekiste auch eine gute Lösung wäre.

Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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