Lady and Pups – an angry food post

Lady and Pups

Unter den Trilliarden Food Blogs wieder eines entdeckt, dem ich gerne folge: Lady and Pups – an angry food post. Die Lady ist vor nunmehr drei Jahren von new York nach Peking gezogen, die Pups sind auf der About-Seite abgebildet: ihre Hündchen. Der Anger bezieht soch wohl auf die Unzulänglichkeiten, die sie in China erfährt: „So come share how I turned a lot of frustration and anger in a lovely meal.”

Ich mag das Blog vor allem wegen des Erscheinungsbildes und der guten und schönen Fotos, die die Entstehung der Gerichte gut dokumentieren: Nicht überkandidelt und auch nicht nur das obligatorische Abschluss- und Beweisfoto „ich hab es wirklich selbst gekocht”. Ich mag die Rezepte (zum Beispiel die multy-layered scallion flat breads). Und ich mag die relativ langen Texte.

Die Darstellung ist trotz der Fülle der Rezepte noch ziemlich übersichtlich, hilfreich sind auch die featured posts, die thematisch sortiert sind wie aktuell die featured finger foods, wo ich diese hier gefunden habe. Alles in allem also einen Eintrag in meinen RSS-Reader wert und ein Facebook-Like, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Großmütter aus der ganzen Welt – und ihre Delikatessen

Großmütter und ihre Delikatessen

So fangen ja viele Geschichten über Lieblingsessen an: „Meine Großmutter hat immer…” Das muss wohl auch bei dem italienischen Fotografen Gabriele Galimberti so gewesen sein. Er hat ein Fotoprojekt mit Aufnahmen von Großmüttern aus der ganzen Welt realisiert, von Alaska bis Malawi – mit den entsprechenden Lieblingsgerichten. Herausgekommen sind keine aufgehübschten Hochglanz-Porträts sondern eher dokumentarisch-nüchterne Aufnahmen, die durchaus landestypisch erscheinen: Delicatessen with love.

Natürlich lohnt sich besonders der Klick auf den Link unter den Bildern: Unter „More Info” steht, wer da zu sehen ist und was es zu essen gibt, wie man es zubereitet. Viel spannender dürften die Geschichten hinter der Geschichte sein: Was die Großmütter dem Fotografen sonst noch alles erzählt haben – und wie es geschmeckt hat.

Auf seiner Website finden sich übrigens viele vergleichbar gute und interessante Fotoprojekte mit Aufnahmen aus vielen Ländern.

Wie (selbst) kochen das Leben verändern kann

Michael Pollan on Cooking

Nettes Video, gute und treffende Botschaft. In Kurzfassung: Essen Sie was Sie wollen – solange Sie es selbst zubereiten. Da ist viel Wahres dran. Zum Beispiel die auch im Film zitierte Tatsache, dass Salz, Zucker und Fett auch deshalb die beliebtesten zutaten der Lebensmittelindustrie sind, weil sie so unglaublich billig sind.

Aber abgesehen davon: Nichts schärft den Blick für die Zutaten und die Zubereitung eines Gerichts wohl so sehr, wie die eigenen Erfahrungen, die man beim Kochen (und Einkaufen) gemacht hat.

2014 wird lecker…

testschmecker tv 2013

Wo gehts lang mit dem Testschmecker im Jahr 2014? Sagen wir so: Ideen gibts genug, Grenzen setzen die verfügbare Zeit und das Budget. Auch in diesem Jahr wird aus dem Testschmecker kein Rezepte- und Koch-Blog, auch wenn diese Elemente natürlich fehlen dürfen.

Die Richtung, die ich 2013 mit testschmecker tv eingeschlagen habe, werde ich fortsetzen: Mehr Hintergrundinformationen zu Lebensmitteln und deren Erzeuger, dazu aber auch aktuelle Infos aus dem Lebensmittelbereich von bio bis vegan, von Tierhaltung bis zu Zusatzstoffen. Bezeichnenderweise ist seit langem mein am häufigsten gelesener Artikel der über Geschmacksverstärker und Hefe-Extrakt.

Die Reihe interessanter Partner für Interviews und Videos ist lang, da aber in diesen Beiträgen oft tagelange Arbeit steckt, werden die auch 2014 nicht so häufig erscheinen können, wie ich mir das wünsche.

Welche Themen werden 2014 also im Vordergrund stehen?

Bio-Lebensmittel, Erzeuger und Einkaufsmöglichkeiten bilden weiterhin einen Schwerpunkt, aber bio ist nicht alles: Es gibt genügend nachhaltig arbeitende kleine Betriebe, die oft auch nur regional vermarkten und dennoch ein gutes Beispiel geben. Und auch wenn vegane und vegetarische Ernährung in den Medien allüberall präsent ist und auch von mir bei der Themenwahl berücksichtigt wird: Fleisch und Wurst sind auch weiterhin nicht von unseren Speisezetteln wegzudenken, Tierhaltung wird auch künftig eine wichtige Rolle spielen und da lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Anregungen für den Alltag bestehen aber auch in Rezepten und Anleitungen. Da gibts spezialisierte Blogs, die machen das vielleicht ausführlicher, aber aus meinem Themenspektrum ist das nicht wegzudenken. Immer populärer wird auch das Thema Konservieren und Einmachen. Und das Getränkespektrum wurde hier in jüngerer Zeit oftmals zulasten des Bioweins (ein weiterer Themenschwerpunkt meiner Arbeit als Journalist) vernachlässigt.

Fleischatlas der Böll-Stiftung

Fleischatlas

Der Fleischatlas 2014 wurde veröffentlicht – und für wenige Tage rückt der Fleischkonsum der Deutschen wieder in den Mittelpunkt. Und entgegen den sonstigen Darstellungen schneiden die Deutschen gar nicht mal so schlecht ab: Der Fleischkonsum ist moderat zurückgegangen, sagen die Statistiken. Was natürlich nichts an den Bedingungen ändert, unter denen dieses Fleisch noch immer „produziert” wird.

Die Heinrich-Böll-Stiftung, Le Monde Diplomatique und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlichten den „Fleischatlas 2014“, demzufolge bis Mitte dieses Jahrhunderts weltweit jährlich fast 470 Millionen Tonnen Fleisch – 150 Millionen Tonnen mehr als heute – produziert werden. Mehr Fleisch bedeutet auch mehr Flächenverbrauch für Futtermittel.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, kritisierte die Industrialisierung in der Fleischerzeugung: „Moderne Schlachtanlagen in Europa und den USA nehmen immer absurdere Dimensionen an. Während wir hierzulande 735 Millionen Tiere pro Jahr töten, schlachtet alleine die US-Gesellschaft Tyson Foods mehr als 42 Millionen Tiere in einer einzigen Woche. Dahinter kann kein gesundes Agrarsystem stehen.“

Der größte Boom der Fleischproduktion finde in den aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften statt. „Hier wird nach westlichem Vorbild zunehmend unter hochindustrialisierten Bedingungen Fleisch erzeugt, mit all den unerwünschten Nebeneffekten wie Lebensmittelskandalen, Antibiotikamissbrauch, Nitratbelastungen und Hormoneinsatz“, so Unmüßig.

Schon heute wandert allein für die europäische Fleischproduktion Soja von umgerechnet 16 Millionen Hektar Land in die Tröge. „Das Futter für die zusätzliche Produktion von mehr als 150 Millionen Tonnen Fleisch im Jahr wird Land- und Nahrungsmittelpreise explodieren lassen. Die Zeche für den globalen Fleischhunger zahlen die Armen, die von ihrem Land verdrängt werden und sich aufgrund der hohen Preise weniger Nahrung leisten können“, prognostizierte Unmüßig.

Während weltweit etwa70 Prozent aller Agrarflächen von der Tierfütterung beansprucht werden ging der Fleischkonsum in Deutschland im letzten Jahr durchschnittlich um mehr als zwei Kilogramm pro Einwohner zurück.

Der BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung warnten vor einer möglichen Einfuhr hormonbehandelten Fleisches aus den USA durch das zwischen den USA und der EU geplante Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership).

Den Fleischatlas kann man hier als PDF herunterladen:
www.boell.de/fleischatlas

Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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