Sigg-Aluflaschen oder Plastik?

Sigg-Trinkflaschen

Diese Frage beschäftigt wohl einige Familien: Einerseits steht ja die Wiederverwertbarkeit im Blickpunkt. Sigg-Aluflaschen sind nahezu unverwüstlich (ich sage nur: Apfelschorlen-Gärungs-Bombe, wenn man die Flaschen mal vergessen hat). Sie sind schick, gut zu reinigen, lassen sich überall einsetzen. Es gibt sie mit eindrehbarem Stopfen oder mit dem Radler-Nuckel-Deckel.

In unserem Haushalt gibt es rund ein Dutzend davon. Einige davon haben wir auch schon weggeschmissen: Sie waren so verdellt und die Lackierung war abgeplatzt, dass eine Neuanschaffung sinnvoll erschien. Der Schüler- und Sportler-Alltag kann wohl ziemlich hart sein…

Nichtsdestotrotz kaufen wir immer wieder welche. Auch weil sie schick sind. Und trotzdem man auch für alte Flaschen leicht neue Verschlüsse und Dichtungen bekommt. Dies alles, in Kombination mit einem schicken Internet-Shop, könnte die Ideallösung sein.

Wenn, ja wenn da nicht ein Faktor wäre, der unser aller Verbraucher-Verhalten dominiert: Psychologie. Irgendwann gehört für Heranwachsende die Sigg-Flasche unabwendbar in die Kategorie Kindheit. Abgeschlossen. Schick werden alle möglichen Wässerchen in Plastikflaschen. Nur der Gott der Jugend alleine mag wissen, welche Sorten gerade hipp sind.

Da unsere Kinder sparsam erzogen sind und – naja zumindest einigermaßen – resistent gegen allzu schnelllebige Moden, sind es nicht Designer-Wässerchen, sonder schlichte Halbliter-Noname-Wasserflaschen, die hoch im Kurs stehen. Mit abgelöstem Etikett.

Die Kosten sind minimal, man kann einfüllen, was mann will. Man sieht den Verschmutzungsgrad. Man kann sie auch mal irgendwo vergessen, ohne großen finanziellen Schaden. Sie sind nahezu unverwüstlich, zumindest ist noch keine in Taschen ausgelaufen. Und nach einiger Zeit bringt an sie sauber zum Recyceln zurück in den Laden.

Was ist nun besser? Ich weiß es nicht. Alu an sich ist ja kein sehr umweltfreundliches Material. Und recyceltes Plastik ist andererseits auch kein Teufelswerk. Also mischt sich alles munter, zumindest in unserer Familie. Tröstlich ist: beide Lösungen sind relativ umweltfreundlich und kein Ausdruck einer Ex-und-Hopp-Mentalität.

Sarotti Bio Zartbitter Schokolade

Sarotti Bio Zartbitter Schokolade

Um die Süßigkeiten-Ecke schleiche ich in letzter Zeit immer sehr aufmerksam herum. Es gibt ja eigentlich keinen guten Grund laufend Süßigkeiten zu kaufen. Unsere Schoko-Vorräte für den täglichen Espresso kommen meist als Geschenk ins Haus.

Da ist die Sarotti Bio Zartbitter Schokolade, die ich bei REWE für 1,40 Euro (100-Gramm-Tafel) doch ein willkommener Anlass für einen Testschmecker-Test. Schon die Verpackung ist eine gute Verbindung von edel und ökologisch: Karton in dezenten Farben, gut gestyled, nur die großen Aufkleber wirken fast etwas marktschreierisch.

Aber Trommeln gehört zum Geschäft und es kann sich ja auch alles sehen lassen, was da kommuniziert wird: Eine Aktion mit Utopia („Wir pflanzen einen Kakao-Baum für Sie!“), das Bio-Label und ein Öko-Test „sehr gut“. Na, wenn dann noch der Geschmack mithalten kann…

Er kann! Ein schöner und sehr angenehmer Bitter- und Kaffee-Geschmack, knackige Konsistenz, tolle Aromen. Auch den Preis finde ich in Ordnung bei dieser Qualität. Normalerweise will ich nichts ungefragt mitfinanzieren, aber die Unterstützung für das Utopia-Projekt ist eine gute Sache. Also rundum positiv zu bewerten.

Kakao-Baum-Projekt

Spargel mit Bio-Kräuterfrischkäse und Kartoffeln

Spargel

Mit dem Einzug des Spargels in deutsche Supermärkte ist auch der Bio-Spargel wieder angekommen. Ich hatte den schon einmal hier vorgestellt. Damals als Empfehlung für die Nicht-Spargel-Gebiete und auch heute möchte ich den regionalen Aspekt über den Bio-Aspekt stellen: Wenn Sie bei Ihrem Erzeuger auf dem Markt oder an Ständen frischen Spargel aus der Region bekommen, dann kaufen Sie den, statt französischen oder spanischen Bio-Spargel aus dem Supermarkt.

Der ist in der Regel frischer, hat eine bessere Ökobilanz und schmeckt mit Sicherheit auch besser, als der „weit gereiste“. Sollten Sie vor Ort Bio-Spargel bekommen – noch besser.

Bei diesem Rezept können Sie alle anderen Zutaten in Bio-Qualität verwenden: Spargel schälen, in Stücke schneiden, in der Pfanne anbraten, mit Gemüsebrühe ablöschen, Deckel drauf. Nach 10 Minuten ist er bissfest. Den Bio-Kräuter-Frischkäse (1,29 von REWE) zum Abschluss dazugeben und mit der Flüssigkeit vermengen, so dass alles schön sämig wird. Dann noch wahlweise Bio-Schinken oder normale Speckwürfel untermischen. Dazu gibts frische Bio-Kartoffeln.

Lecker, schmackhaft, frisch und preiswert: Die 1a-Qualität Spargel gibts derzeit für 6,90 Euro das Kilo, für die Zubereitungszeit reicht etwa eine halbe Stunde. Dazu passt ein Silvaner aus Rheinhessen wie der von Eckhard Weitzel.

GEPA Bio-Cocoba: schokoladig, gut und fair

Bio-Cocoba

Wer trinkt heute nach Kakao? Heranwachsende verstehen unter diesem Begriff automatisch ein Instantgetränk mit Schokoladegeschmack. Und die Suche im Supermarktregal führt denn auch zuerst zu den schnell löslichen Kakaogetränken.

Der Blick auf die Zutatenliste offenbart Erschreckendes: 40 bis 50 % Zuckeranteil sind fast schon normal – es gibt auch welche mit 70 Prozent.

Die wohltuende Ausnahme: Bio-Cocoba von Gepa. Fairer Kaffee mit dem „Aha“-Effekt: GEPA-Café Aha vorne bei Stiftung Warentest

„Rundherum gut“: Café Aha überzeugte beim Einsatz für Mensch und Umwelt sowie bei Kaffeequalität
Wuppertal. GEPA-Kaffee mit dem Aha-Effekt: In der aktuellen Maiausgabe der Zeitschrift „test“ hat die Stiftung Warentest 31 Röstkaffees getestet sowie das Engagement der beteiligten 19 Unternehmen für Soziales und Umwelt untersucht.
Der Café Aha der GEPA gehört demnach zu den vier Kaffees, die sowohl mit starkem Sozial- und Umwelt-Engagement als auch mit „gutem“ Geschmack als „rundherum gut“ überzeugen konnten.
Nach Stiftung Warentest profitierten  Discounter, die bei Sozialem und Umwelt gut abschnitten, von ihren Bio- und Fairtrade-Lieferanten.
Was den Produkttest angeht, so schnitten neben der GEPA 19 weitere Kaffees mit „gut“ ab, vier mit  „befriedigend“, vier mit „ausreichend“ und drei mit „mangelhaft“.
Für den Unternehmenstest wurden 40 Kriterien zur sozialen und ökologischen Unternehmensverantwortung (CSR – Corporate Social Responsibility) definiert und abgefragt. GEPA wird als Unternehmen „starkes Engagement“, „sehr umfassende CSR-Politik“ und „sehr gute Beantwortung Kundenanfragen“ bescheinigt. Auch die Transparenz der GEPA wird mit „sehr stark engagiert“ bewertet.
Der konventionellen Kaffee-Industrie wird vorgeworfen, dass „ihre Werbung nicht der Realität standhält“, denn viele konnten oder wollten ihre Kaffees nicht genau in den Ursprung zurückverfolgen.
„Wir sind stolz auf dieses  gute Ergebnis“, erklärte GEPA-Geschäftsführer Thomas Speck“. „Der Café Aha ist als einziger der vier hervorgehobenen Kaffees kein Bio-Kaffee, daher freut uns das Resultat besonders. Dass die positive Wirkung des Fairen Handels für die Kaffeebauern bescheinigt wird, bestätigt unsere jahrelange intensive Pionier- und Entwicklungsarbeit“.
Rund  55 Prozent aller Kaffees im GEPA-Sortiment sind Bio-Kaffees. Der GEPA-Handelspartner Fedecocagua aus Guatemala, der den Hauptanteil für den untersuchten Café Aha liefert, produziert sowohl konventionellen als auch Bio-Kaffee. Im Test wird das starke Umweltengagement der  Kooperative hervorgehoben.
Stiftung Warentest zeigt ebenfalls auf, wie die Bauern im Gegensatz zur konventionellen Kaffee-Industrie von den Mehrpreisen des Fairen Handels profitieren: „Das Geld, das Bioverbände und fairer Handel über dem Marktpreis zahlen, kommt vor Ort an.“ Im Verhältnis zu nur 6 Prozent, die die Bauern von einem konventionellen Kaffee erhalten, wird ein Bio-Kaffee der GEPA gegenübergestellt, wo 16 Prozent beim Bauern bleiben.
Der Café Aha der GEPA sowie viele andere Kaffeespezialitäten sind erhältlich in den 800 Weltläden, im Lebensmittelhandel sowie im GEPA-Onlineshop unter www.gepa.de . In vielen Firmenkantinen und Bildungseinrichtungen wird ebenfalls GEPA-Kaffee getrunken. Im Bio- und Naturkosthandel sind viele Bio-Kaffees der GEPA erhältlich.
Bereits seit mehr als fünf Jahren wird in der Zentrale des Deutschen Fußballbundes (DFB) in Frankfurt fairer GEPA-Kaffee ausgeschenkt. Seit dem Pokalfinale in Berlin 2007 ist die Café Si Bar der GEPA bei vielen Länderspielen der Frauen- und Männer-Nationalteams im VIP-Bereich dabei.
Die GEPA handelt als größte europäische Fair Handelsorganisation seit mehr als 30 Jahren mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika und Asien zu fairen Preisen und langfristigen Handelsbeziehungen. Hinter der GEPA stehen Misereor, der Evangelische Entwicklungsdienst (eed), die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und die evangelische Hilfsaktion „Brot für die Welt.

Der Biertester und seine Erzählungen

Der Biertester

Ich gebe es zu: Meine Suche nach Bio-Bier im Supermarkt ist einigermaßen frustrierend. Zuweilen tröste ich mich damit, dass deutsches Bier nach dem Reinheitsgebot ja auch eine „saubere“ Sache sein sollte. Aber irgendwie verstehe ich die Zurückhaltung des Handels in diesem Bereich nicht. Zumal ein Blick in die Bio-Märkte (vor allem in die größeren) eine erfrischende Vielfalt an Bio-Bieren zeigt.

Richtig wohltuend war da schon die Entdeckung des Blogs Biertest. Hier werkelt Jens Meng ziemlich gewissenhaft vor sich hin. Mit schöner Regelmäßigkeit testet er neue Biere und berichtet recht ausführlich darüber („Deutschlands höchstes Kulturgut, portraitiert in kleinen Erzählungen“). Die Artikel sind gut zu lesen, nicht so abgehoben wie manche Weinbeschreibungen, haben immer ein einfaches Fazit und er gibt auch immer an, wo er das Bier gekauft hat (der Mann hat jede Menge Quellen).

Besonders interessant ist, dass es auch eine Rubrik Biobiere gibt. Ernüchternd dagegen, dass auch diese Biere zum größten Teil aus dem Bio-Laden stammen, wie er mir per Mail geschrieben hat.

Das Blog trägt übrigens den Stempel „Mitglied des ehrenwerten Clubs der erfolglosen Blogger“. Und das alleine macht ihn mir so sympathisch, dass ich ihn gleich in die Blogroll aufgenommen habe.

Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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