Bier brauen – testschmecker tv

testschmecker tv: Bier brauen

Zu Besuch bei Römerbräu in Riegel am Kaiserstuhl. Edgar Schopferer und Stefan Motzkus betreiben hier, auf dem Gelände der ehemaligen Riegeler Brauerei, ihr kleines Unternehmen Römerbräu. Beide sind im Hauptberuf anderweitig engagiert, das Bier brauen entwickelt sich vom Hobby zum Nebenerwerb.

Verkauft wird das Bier in den großen, dunklen 1-Liter-Flaschen mit Bügelverschluss nur freitags von 18 bis 20 Uhr und nach Vereinbarung. Beliefert werden aber auch Gastronomen und andere Kunden mit den drei Sorten: Helles, Dunkles, Weizenbier. Alle drei Biere sind naturtrüb und naturgemäß nicht so lange haltbar wie Industriebiere. Alle drei haben einen ganz eigenen, würzigen Geschmack, der aber auch für Menschen, die bisher nur Bier aus dem Supermarkt getrunken haben, nicht weiter gewöhnungsbedürftig ist.

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Bier – in Zahlen

Bier in Zahlen

Ratschläge sind immer eine gute Sache, erst recht, wenn sie von erfahrenen Fachleuten kommen. Und als mir berichtet wurde, dass ein solcher Bier-Fachmann auf die Frage nach der besten Brauerei geantwortet haben soll: „Kaufen Sie das Bier einer kleinen Brauerei in Ihrer Nähe”, da kam mir das seltsam bekannt vor.

Bier ist heute fest in der Hand von Konzernen. Als vor Jahren das Belgische InBev den US-Rivalen Anhaeuser-Busch übernehmen wollte, da konnte man in fundierteren Zeitungsartikeln erfahren, welche Marken wo dazu gehören. Kaum einer der großen Namen scheint noch selbständig, die meisten sind Teil großer Konzerne. Und wer die Schließung regionaler Brauereien bzw. die Verlagerung der Produktionsstätten nach einem Verkauf mitverfolgt, bei dem nährt sich der Verdacht, dass dieser Zweig der Lebensmittelindustrie immer mehr den Markt dominiert.

In den vergangenen Jahren hat sich das scheinbar etwas gelockert: Noblere Biersorten gelangten in den Verkauf (Champagner-Art), kleinere Brauereien machten von sich reden und aus lokalen Feierabend-Brauern wurden schon mal selbständige kleine Unternehmen. Nur ein Trend hat in Deutschland nicht Fuß gefasst: Home-Brewing bleibt weiterhin bevorzugtes Hobby in anderen Ländern, allen voran den USA.

Man konnte recht froh sein um das Aufkommen der kleineren Brauereien, schließlich erweiterte die Bier-Industrie den Markt mit sogenannten Bier-Mix-Getränken. Und was einst ein eher unbedenkliches Getränk mit einfachen Zutaten zu sein schien („Reinheitsgebpot”), das wurde nun eingefärbt und aromatisiert was das Zeug hielt.

Deutschland gilt als das Land der Biertrinker schlechthin, erreicht in der Verbrauchs-Statistik aber in Europa nur den zweiten Platz hinter Tschechien (Wikipedia, Zahlen von 2009). Dafür hat Deutschland unangefochten den Platz eins bei der Produktion – vor den Engländern, Polen und Spanien.

Aber der Pro-Kopf-Verbrauch (zuletzt 108 Liter) und die Produktion (94 mio hl) ging beständig zurück, auch wenn die „Zahl der betriebenen Braustätten” seit 2004 zunahm auf 1.340 (Angaben: Die deutschen Brauer). Wer heute also eine kleinere Brauerei in der Nähe sucht, der müsste relativ leicht fündig werden. Zumindest in Südbaden ist die Auswahl recht gut und neben den oft nur an wenigen Tagen betriebenen Kleinbrauereien finden sich auch oft genug Brau-Gaststätten, wo man beim Brauen zusehen darf und sein Bier auch schon mal im 2-Liter-Krug mit nach Hause nehmen kann.

Was soll nun besser daran sein, bei einer kleinen Brauerei zu kaufen? Zunächst mal kauft man kein Industrieprodukt, das oftmals durch Konzerne vermarktet wird: Bier aus der Nachbarschaft wird meistens auch mit Produkten der Region erzeugt, die Zutaten stammen nicht vom sogenannten globalen Markt. Und die kleinen Brauereien sorgen auch für eine größere Geschmacksvielfalt als die in Millionen Hektolitern erzeugten Einheitsbiere – die freilich qualitativ nicht schlecht sein müssen und auch gut schmecken.

Oft genug ist der Einkauf in der Nachbarschaft auch mit Unannehmlichkeiten verbunden: Ist der Einkauf nur zu bestimmten Zeiten möglich, bedeutet das oft eine weitere Einkaufsfahrt. Auch sind viele dieser Biere naturtrüb und nicht lange haltbar. Und sechs Literflaschen wollen erst einmal im Familien-Kühlschrank untergebracht sein.

Letztlich dürfte das Hauptargument die geschmackliche Vielfalt sein, die man damit unterstützt und erhält. Und die Unterstützung regionaler Anbieter, auch der Zulieferer. Beim Bier erscheint uns das oftmals noch etwas ungewohnt. Beim Wein dagegen hat sich längst durchgesetzt, dass der Einkauf bei diversen Winzern viele Vorteile bietet – gegenüber dem Tetrapak eines Getränkekonzerns, den wir auch viel leichter und billiger im Supermarkt bekommen könnten. Aber wer will das schon?

Mit Bio-Bieren, so ist mein Eindruck, tun sich übrigens alle schwer: die kleinen und die großen Anbieter. Das scheint auch auf längere Sicht eine Domäne von spezialisierten Brauereien, die ihre Produkte über den Bio-Handel vertreiben.

testschmecker tv: Die ersten Folgen…

testschmecker tv

Noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache zum Thema testschmecker tv. Dieser Begriff tauchte jetzt zum ersten Mal beim Video über Bio-Hühnerhaltung auf. Für mich ist das eine Art Versuchsballlon für eine neue Richtung, diese Website bkommen sollte: testschmecker tv ist zunächst eine kurze Reihe mit thematisch passenden, eigenen dokumentarischen Videos. Aufgenommen ist das Material für drei Folgen, noch vor dem Beginn der Schulferien in baden-Württemberg sollen die veröffentlicht sein. dann mal schauen…

testschmecker.de ist diejenige meiner Websites mit den meisten Besucher. Allerdings gab es hier seit dem Beginn einen ziemlich Wechsel: Nach anfänglich doch recht umfangreichen und aufwändigen Artikeln über Bio-Lebensmittel aus dem Supermarkt erwies sich dieses Thema als langfristig schwierig: Die Palette der Hersteller ist nicht so groß, das Wachstum im Bio-Bereich hat sich nicht unbedingt auch in einer größeren Vielfalt der Angebote widergespiegelt. Irgendwann, so meine Befürchtung, ist das Thema „gegessen”.

Hinzu kommt, dass diese Artikel eigentlich am wenigsten den Erzeugern und Produzenten nützen, als vielmehr den Handelsplattformen. Interessanter erscheint es mir mittlerweile, nachhaltige Erzeuger mit guten Produkten ins rechte Licht zu rücken. Wobei die Videos natürlich ungleich aufwändiger zu erstellen sind, als gut fotografierte umfangreiche Artikel.

Nach den ersten drei Videos und einem Blick in die Statistik und auf Rückmeldungen, werde ich sehen, wie gut das angenommen wird. Schon jetzt ist mir klar, dass diese Arbeit interessanter und anspruchsvoller ist, als der bisherige Weg. Gerechtfertigt ist der Aufwand für mich auch dadurch, dass ich mir durch mein „Schaufenster” auch Aufträge erhoffe, bei denen ich dokumentarische Videos einsetzen kann.

Bis jetzt ist es auf jeden Fall schön und schön aufregend. Denn jedem Anfang wohnt ja bekanntlich ein Zauber inne…

Bio-Hühnerhaltung: Glückliche Hühner…

Das Thema Bio-Eier ist ja in der jüngeren Zeit hier mehrfach aufgetaucht (mit Rezepten und mit einer kleinen Statistik) – und das nicht grundlos: Im Mai war ich auf dem HofBauernhof in Loßburg im Schwarzwald und habe mir von Roland Lübbertsmeier die biologisch-dynamische Hühnerhaltung mit dem Hühnermobil erklären lassen.

Wer die Berichterstattung zum Thema Tierhaltung verfolgt, der hat ja bestimmte Bilder im Kopf. Die allerdings stammen zum größten Teil eben aus einer industrialisierten Tierhaltung. Mit Landwirtschaft und erst recht mit biologischer Landwirtschaft hat das wenig zu tun. Allerdings sind mittlerweile auch etliche Großbetriebe im Bio-Bereich eingestiegen: Hühnerhaltung mit etlichen tausend Tieren sind keine Seltenheit. Und wer beim Einkauf nicht aufpasst, dessen Bio-Eier überqueren vielleicht beim Transport schon einige europäische Grenzen.

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Mehr Eier: Produktion und Verzehr nehmen zu

Eier-Statistik

Keine Frage, auf die die Statistik nicht eine Antwort wüsste: Wie halten es die Deutschen jetzt mit den Eiern? Nach einigen Skandalen und der ständigen Diskussion um die Tierhaltung. Verzichten Sie eher? Steigen sie auf Bio-Eier um? Eine kleine Übersicht, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.

Im März diesen Jahres veröffentlichte das Bundesagrarministerium die aktuellen Zahlen. Demnach stieg durchschnittliche Verbrauch pro Kopf auf 217 Eier (212 Stück im Jahr 2011).

In Deutschland wurden 13,3 Milliarden Eier erzeugt, das sind 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Inklusive importierter Eier und Eiprodukte wurden 17,7 Milliarden Eier als Nahrungsmittel verbraucht.

Beim Einkauf dominiert offensichtlich der Preis: Die Kennzeichnungen reichen von bio (mit 0) gekennzeichnet über Freiland (1) Bodenhaltung (2) bis zur Käfighaltung (3). Am beliebtesten bei uns sind mit rund zwei Dritteln (64 Prozent) Eier aus Bodenhaltung (2, die „zweitschlechteste” Lösung), gefolgt von Eiern aus Freilandhaltung (1, rund 25 Prozent), Öko-Eiern (0, 8,2 Prozent) und der Hennenhaltung in Kleingruppenkäfigen (3 Prozent).

Auf bunten gekochten Eiern wird die Herkunft wohl nicht angegeben, auch bei der Verwendung in anderen Lebensmitteln (beispielsweise Nudeln) begnügt man sich wohl mit Formulierungen wie „frisch aufgeschlagen”.

Das Maß aller Dinge ist für den Verbraucher noch immer der Preis

Die meisten Eier werden beim Discounter gekauft.

Käfighaltung fand – solange erlaubt – auf 750 cm2 statt, nach der Legehennenverordnung ist in Deutschland ab 1. Januar 2009 die konventionelle Käfighaltung verboten. Nachfolger war die sogenannte Kleingruppenhaltung („als unvereinbar mit dem Grundgesetz, weil die Tierschutzkommission nicht in der nach dem Tierschutzgesetz erforderlichen Weise angehört wurde” – Wikipedia). Da gabs 800 bis 900 cm2 Platz für die Hühner.

Freilandhaltung: „Legehennen müssen bei der Freilandhaltung neben ihrem Stall einen Mindestfreilauf von 4 m² Freiland pro Huhn haben.” (Wikipedia)

Die Eierpreise im Lebensmittel-Einzelhandel reichten in den vergangenen drei Jahren zwischen 1,19 und 2,89 für 10 Eier. Auf dem Wochenmarkt zahlt man mehr, erst recht beim Bio-Erzeuger. Für Eier aus biodynamischer Tierhaltung im Hühnermobil habe ich (gerne) 50 Cent pro Stück gezahlt.

Das BMELV schreibt zur Vorgabe für die Bio-Eier-Produzenten:

Welche besonderen Anforderungen müssen Erzeuger von Bio-Eiern bei der Tierhaltung erfüllen?

Als Haltungsform für Hühner kommt im ökologischen Landbau nur die Freilandhaltung in Frage. Jedem Tier muss mindestens vier Quadratmeter Auslauffläche zur Verfügung stehen. Bio-Geflügel darf nicht in Käfigen gehalten werden. Darüber hinaus gelten folgende Bestimmungen:

Zumindest ein Drittel der Stallbodenfläche muss eine feste Konstruktion sein, das heißt, sie darf nicht aus Spalten- oder Gitterkonstruktionen bestehen und muss mit Streumaterial in Form von Stroh, Holzspänen, Sand oder Torf bedeckt sein.

In den Ställen für Legehennen müssen Sitzstangen sowie Ein- und Ausflugklappen vorgeschriebener Mindestgröße zur Verfügung stehen.

Jeder Geflügelstall beherbergt maximal 3.000 Legehennen. Pro Quadratmeter Stallfläche, die den Legehennen zur Verfügung steht (ohne beispielsweise Wege), dürfen maximal sechs Hennen gehalten werden. Zwischenböden bei der Volierenhaltung und Wintergärten können zur Stallfläche gerechnet werden, soweit sie den Tieren ständig zugänglich sind.

Das Geflügel muss ständig freien Zugang zu Freigelände haben, soweit die Witterungsbedingungen und der Bodenzustand dies gestatten. Dieser Zugang muss mindestens während eines Drittels der Lebenszeit der Tiere bestehen. Die Ausläufe müssen überwiegend Pflanzenbewuchs aufweisen und mit Schutzvorrichtungen (zum Beispiel Bäume, Sträucher oder entsprechende Unterstände) versehen sein.

Eine künstliche Beleuchtung der Ställe fördert die Legeleistung und ist bei Bio-Legehennen in Kombination zum natürlichen Licht auf täglich insgesamt maximal 16 Stunden zu begrenzen.

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Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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