codecheck.info: (Bio)-Produkte online überprüfen

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Man kann von der Online-Welt halten, was man will: Einige Dinge aus diesem Bereich erleichtern uns das Leben einfach. Natürlich geht nichts über die einfache Kulturtechnik des Lesens: Würden alle Verbraucher die Liste der Inhaltsstoffe lesen, die auf den Produkten abgedruckt sind, dann würde sich das Einkaufsverhalten wahrscheinlich drastisch ändern.

Doch der Mensch ist nur in geringem Maße lernfähig und es müssen schon größere Katastrophen und Lebensmittelskandale durch die Medien geistern, damit das Muster des normalen Einkaufsverhaltens -dominiert von Werbung und der Suche nach niedrigen Preisen – durchbrochen wird.

Was auch helfen kann: der Spieltrieb. So lässt sich zumindest der Erfolg zahlreicher kleiner Apps erklären, also Anwendungen für Mobiltelefone. Vor Ort kann man so erfahren, was es woanders vielleicht billiger gibt, was hinter den jeweiligen Marken und Produkten steht etc.

In diesem Sinn ist die App und / oder Website Codechek ganz hilfreich. Die App gibts für das iPhone, wer mobil nicht ganz so gut ausgerüstet ist, dem reicht auch ein Computer mit Internetanschluss und der Besuch der Website.

Dann gibt man hier einfach den Code des jeweiligen Produktes ein, und erfährt beispielsweise schon zuhause die Inhaltsstoffe (die freilich auch auf dem Rückenetikett stehen), welche Zusatzstoffe problematisch sein können und – und hier steckt der echte Zusatznutzen – welche Alternativen es gibt.

Ein Beispiel: Man gibt ein beliebiges Produkt ein wie den Maille Dijon-Senf und erfährt: Er enthält Citronensäure. Also klickt man auf „Alternativen finden” und wählt dort: „ohne Citronensäure”. Dann bekommt man eine Liste alternativer Produkte ohne Citronensäure, und wenn man Glück hat, sogar auch ein Bioprodukt angezeigt. Auf diese Weise kann man zuhause seinen Einkaufszettel optimieren.

In diesem Fall wäre die Alternative ein Zwergenwiese Senf mittelscharf, ein Bioprodukt, das es aber vergleichsweise selten im Supermarkt gibt. Das ist eher ein Naturkostladen-Produkt, aber auch das kann einem ja weiterhelfen…

Im Zweifelsfall kann man auf diesem Weg auch einfach nach Alternativen ohne fragwürdige Zusatzstoffe suchen.

Geschenke aus der Küche: Zum Beispiel Salz

Geschenk aus der Küche: Salz

Klingt erst einmal etwas unspektakulär: Wenn schon etwas verschenken, warum dann gerade Salz? Wer halbwegs leidenschaftlich kocht, der weiß allerdings auch, dass der Begriff nicht nur den Billig-Artikel im Supermarkt umfasst. Er reicht vom Fleur de Sel bis zum Hawaiianischen Salz. Und die Preise mancher exotischen Köstlichkeiten steigen in astronomische Höhen.

Doch bevor man darüber nachdenkt, wie man aus fernen Ländern diverse Luxusprodukte einfliegen lässt: Es gibt auch attraktivere Alternativen zum Aufpeppen dieses Küchenklassikers.

Steffi Luxat hat in ihrem Blog mit dem beziehungsreichen Namen Ohhh…Mhhh… eine schöne Anleitung verfasst, wie man aus einfachen Zutaten wie Zucker und Salz ansprechende (und sinnvolle) Geschenke macht, die noch dazu dem Küchenleben etwas Würze verleihen.

Die Bilder inspirieren zu eigenen Versuchen, den Kombinationen sind kaum Grenzen gesetzt.

Bio-Biere: bald auch bei uns im Supermarkt?

Nicht dass ich ohne nicht auskäme, aber wo bleibt das Bio-Bier in deutschen Supermärkten? Zwar stärkt der Glaube an das deutsche Reinheitsgebot die Zuversicht, dass Bier ein recht naturnahes Produkt ist. Aber einiges davon scheint doch bei uns falsch verstanden worden zu sein:
„Vereinfacht werden diese Regelungen landläufig so verstanden, dass Bier nur Hopfen, Malz und Wasser enthalten darf, was jedoch nur teilweise der tatsächlichen Rechtslage entspricht.”(Wikipedia)

Auf jeden Fall schafft die kleine Schweiz etwas, was bei uns noch in weiter Ferne scheint: Dort gibt es im Supermarkt nicht nur ein, sondern gleich mehrere Bio-Biere: Mit und ohne Alkohol, und auch regionale Spezialitäten. Das für mich überraschendste: Auch die Preis rangieren hier nicht im Top-Bereich, sondern eher im mittleren Segment.

Seit einigen Jahren beobachte ich bei meinen Schweiz-Aufenthalten, wie das Bio-Angebot im Supermarkt dort stetig wächst. Auch wenn das Preisniveau dank des starken Franken jetzt wieder vergleichsweise höher ist als noch vor wenigen Jahren: Die angebotenen Bioprodukte sind nicht nur für fast jedes Angebotssegment vertreten, sondern auch in verschiedenen Preiskategorien.

Bioweine im Supermarkt zu entdecken ist übrigens in der Schweiz dann wieder vergleichsweise schwieriger als in Deutschland, auch dafür weiß ich aber keine Erklärung.

Mit dem Bierpreisniveau kann das schwächelnde deutsche Bio-Angebot kaum begründet werden: Längst gibts diverse Bierspezialitäten und Mischgetränke, deren Absatz beweist, dass unsere Biertrinker nicht immer nur nach dem preiswertesten Bier greifen.

Was bei uns bleibt ist der Gang (bzw. in den meisten Fällen die Fahrt) zum Bioladen oder Bio-Supermarkt. Vielversprechend scheinen auch die Möglichkeiten des Internet-Versandhandels. Doch auch die Website biobierkiste.de, die ich jüngst entdeckt habe, führt (zumindest derzeit) in eine Sackgasse: Wegen Umzugs erfolgt derzeit kein Versand.

„we eat fine” – gut und geradlinig

Kochblog we eat fine

Wenn man heute manche Food-Blogs ansieht, dann wird man manchmal schon aus der Bahn geworfen: Design und Technik verursachen schon den ersten Wow-Effekt, auch Rezepte, Fotos und Videos wirken, als ob hier hauptberuflich gewerkelt wird.

Andere kommen auf den ersten Blick unscheinbarer daher – und haben genauso viel zu bieten: Das Kochblog we eat fine bringt die Sache schon beim Titel ziemlich genau auf den Punkt, beschränkt sich beim Design auf eine klare, schlichte Linie und präsentiert dennoch schöne, originelle Rezepte mit guten Zutaten.

Zwar erfährt man über die Autoren / Autorinnen herzlich wenig, aber in der Rubrik „selbstverständlich” wird immerhin betont, dass vorwiegend Bioprodukte verwendet werden, weitest möglich saisonale, frische Zutaten verwendet werden und dass die Zutaten am besten in der näheren Umgebung erzeugt sind. Gut, das schreibt die Kaschemme an der Ecke auch in ihre Speisekarte, aber bei dem liebevoll geführten und gestalteten Blog möchte man das einfach mal glauben.

Die Rezeptesammlung ist schon ganz beachtlich, wer bei der Suche in den Kategorien oder nach Zutaten nicht gleich fündig wird, der mag vielleicht lieber das Rezeptarchiv, mir erscheint das im Zusammenhang mit einer Textsuche im Browser übersichtlicher.

Barcoo – Lebensmittel scannen

Lebensmittel scannen

Witzigerweise ist es das, was ich meistens beim Einkauf im Supermarkt tue: Lebensmittel scannen. Freilich mehr im übertragenen Sinn: Ist die Verpackung gut und sinnvoll, wo stehen die Inhaltsstoffe und weitere wichtige Infos.

Einfacher gehen soll es mit Barcoo, einer kleinen, kostenlosen App fürs iPhone, deren Macher gerade jetzt damit werben, man könne feststellen, welche Eier mit Dioxin belastet sind. Mal abgesehen davon, dass ich das nicht wirklich testen kann und will: mein Glaube an solch zuverlässige Informationen ist relativ gering. Erst recht, wenn man weiß, dass die Dioxinbelastung ja schon im Frühjahr vergangenen Jahres eingetreten ist. Also diejenige, von der wir jetzt gerade erfahren haben….

Wie auch immer: Prinzipiell sind diese Infos gut und sinnvoll. Man erhält sie – wie der Name der App schon verrät – über den Barcode eines Produktes. Und damit ist dann auch schon das Meiste gesagt.

Bei Büchern mag das noch ganz prima klappen, auch bei Technik-Produkten mag das schön sein, wenn man auf diese Weise einen Preisvergleich starten kann.

Bei Lebensmitteln wird das etwas kniffliger: Wer bitte schön hat denn bislang alle Informationen, die mich zu einem Lebensmittel interessieren? Das Öko-Ranking eines Herstellers bei Greenpeace kann angezeigt werden (das kenne ich aber bislang nur aus dem Elektronikbereich).

In diesem Beitrag auf dem barcoo-Blog wird erklärt, wie das mit der Erkennung von Dioxin-Eiern funktioniert: Mit Scannen gehts in diesem Fall wohl nicht mehr, man muss den Code auf dem Hühner-Ei vielmehr von Hand eingeben. Dann wird erkannt, ob der Erzeuger zu denjenigen Betrieben gehört, die mit belastetem Futtermaterial beliefert wurden – sofern diese Informationen auch von Behördenseite noch (oder schon) aktuell sind.

Wer die Berichterstattung in den vergangenen Wochen zu diesem Thema aufmerksam verfolgt hat, der wird dazu seine eigene Meinung haben.

Mein Fazit: Der Grundgedanke ist gut, für mich ist die App allerdings nichts. Erstens habe ich keine Lust, jedes Nahrungsmittel erst einmal zu scannen (und damit meine Daten weiter zu geben: Es gibt eine Live-Suche, mit der mitgeteilt wird, nach was gerade so gesucht wird). Zweitens stehen die für mich wichtigen Infos entweder direkt auf dem Lebensmittel (Inhalts- und Zusatzstoffe) oder ich gehe nach Hause und recherchiere das erst einmal.

Und drittens halte ich mir zugute, dass ich über aktuelle Ereignisse meistens so gut informiert bin, dass ich auf andere Art Vorsorge treffen kann. In diesem Fall sind Bio-Eier das Mittel der Wahl.

Als technikaffiner Mensch (klingt doch viel schöner als Nerd, oder?) bin ich für solche Spielereien trotzdem sehr aufgeschlossen. Ideal wäre aus meiner Sicht, wenn man über Datenbanken wirklich auf detailliertere Infos zugreifen könnte: Infos über Herstellerbetriebe, Zusatzstoffe, Zertifizierung, Nachhaltigkeit etc. Und dann wäre ich wirklich froh, wenn solche Apps nicht „nach Hause telefonierten”: Die Suchbegriffe werden übermittelt und zum Beispiel in Top-Scan-Listen ausgewertet.

Positive Bewertungen im App-Store gibt es massenhaft, einer der Benutzer bringt allerdings meine Befürchtungen auf den Punkt: „Ich füttere kostenlos die Datenbank von denen und teile gleichzeitig meine Einkaufsgewohnheiten mit, die dann zusammen mit meinem Standort zu Marktforschungszwecken höchstbietend weiterverkauft werden können um mich noch gezielter mit Werbung zu belästigen”, schreibt beispielsweise Visiondpc und vergibt nur einen Stern.

Ich selbst bin mit meinen Daten gar nicht mal so zurückhaltend, aber es kommt drauf an, wer sie für welche Zwecke erhält.

Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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