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Obst & Gemüse | testschmecker.de

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Saisonal, lokal und bio – die Gemüsekiste

18. März 2011

Die Gemüsekiste im Abo

Jeden Freitag nachmittag klingelt es an meiner Tür, und mit einem Lächeln überreicht mir der freundliche Bauer eine frische Gemüsekiste. Ich tausche sie gegen die leere grüne Plastikkiste von voriger Woche, wir verabschieden uns und der Bauer setzt seine Tour fort, um Berliner Haushalte mit frischem Bioobst und Biogemüse aus Brandenburg zu beliefern. Seit mehr als vier Jahren begleitet mich die “Biokiste” schon und strukturiert meine kulinarische Wochenplanung ebenso, wie sich mich als Großstadtbewohner am Gartenjahr teilhaben lässt. Deshalb möchte ich mich auch gerade mit diesem Artikel gerne als neuer Autor beim Testschmecker vorstellen.

Das Prinzip der Gemüsekiste ist einfach wie einleuchtend: frisches, regionales Biogemüse kommt ohne Umweg über den Handel direkt vom Erzeuger zum Verbraucher. In meinem Fall ist das ein kleiner, familienbetriebener Hof in der Nähe des brandenburgischen Dorfes Görzke. Anbieter von Gemüsekisten gibt es jedoch in ganz Deutschland, eine – wenn auch nicht vollständige – Auflistung gibt es beispielsweise unter gemuesekiste.de. Wer sein Gemüse über eine Abokiste bezieht, handelt gleich in mehrerlei Hinsicht umweltbewusst: ein Pluspunkt in der Ökobilanz ist der kontrolliert biologische Anbau. Durch die lokale Produktion entfallen lange Transportwege. Lieferwege über den halben Planeten vermeidet schließlich auch, wer mit saisonalem Gemüse kocht.

Saisonales Gemüse – das heißt für mich in dieser frühen Märzwoche etwa Mohrrüben, Topinambur, Rote Beete, dazu Kartoffeln, Äpfel, Zwiebeln und Kresse. Im Winter finden sich auch manchmal für den Supermarktkunden von heute beinahe exotisch anmutende Gemüsesorten wie Steckrüben, Pastinaken oder Petersilienwurzeln in der Kiste. Das ist zweifellos am Anfang gewöhnungsbedürftig, hat aber einen ungemein positiven Einfluss auf die Kreativität beim Kochen. Und wer einmal nicht weiß, was er diese Woche mit Schwarzwurzeln, Weißkohl oder Rettich anfangen soll, für den liegt immer noch ein passendes Rezept als Zugabe in der Kiste.

“Wird das nicht auf die Dauer langweilig?”, werde ich manchmal gefragt. Mir bislang nicht. Zugegeben, ich freue mich auch auf den Sommer, auf frische Beeren, auf Spinat, Zucchini oder Tomaten. Andererseits kann ich auf geschmacklose holländische Tomaten im Winter ohnehin gut verzichten. Zudem gibt es die Möglichkeit, den Inhalt der Kiste jede Woche vorzubestellen – und sich dann z.B. auch Biodatteln aus Tunesien, Biobananen aus der Dominikanischen Republik oder Bioorangen aus Italien ins Haus kommen zu lassen. Der Anbieter der Biokiste kauft diese im lokalen Großhandel ein. Ich jedoch habe bislang von dieser Möglichkeit noch nie Gebrauch gemacht, sondern freue mich jede Woche auf meine Überraschungskiste.

“Was kostet denn so eine Biokiste?”, ist die zweite regelmäßige Frage. Den Preis kann der Kunde selbst bestimmen, er bekommt dann wöchentlich Waren im entsprechenden Wert. Als Student haben mir die fünf bis sechs Obst- und Gemüsesorten, die ich für 10 Euro zuzüglich 2,50 Euro Liefergebühr jede Woche bekommen habe, eigentlich immer gereicht. Mit langsam wachsender Familie heißt es nun auch bei der Biokiste aufstocken, bei einem Lieferwert von 12 Euro kaufen wir momentan für unseren Zweipersonenhaushalt jede Woche etwas Gemüse im Supermarkt dazu. Wer ganz und gar autark vom Supermarkt leben möchte, kann sich übrigens mit seiner wöchentlichen Gemüse- und Obstration gleich auch noch Biokäse, Biobrot, Bioeier, Biomilch und sogar Biofleisch in der Abokiste liefern lassen.

Das vielleicht wichtigste Argument für eine Gemüsekiste ist für Stadtmenschen die Verbindung zum Land. Daher steht für diesen Sommer auch der feste Vorsatz, endlich einmal den von “unseren” Biobauern angebotenen monatlichen Besuchssonntag für einen kleinen Familienausflug aufs Land zu nutzen.

Robert Kalimullin

Der eigene Garten – auch ohne Garten

25. Februar 2011

meine-ernte.de

Einen eigenen Garten zu haben ist der Wunschtraum vieler junger Familien: Das eigene Gemüse ernten und verzehren, anbauen wie man will, den Kindern zeigen, wie es wächst, das hat gerade für Menschen in den Ballungsräumen einen ganz eigenen Charme.

Dummerweise ist aber auch da, wo die Besiedlungsdichte am höchsten ist, die Chance gering, eigenes Grün beackern zu können. Ein findiger Unternehmer (eine GbR in Bonn) scheint nun eine Lösung zu haben: Auf der Website meine-ernte.de kann man in etlichen größeren Städten seinen eigenen Garten reservieren. Und einfach sein soll es obendrein.

In Städten von Berlin über Hannover und Bonn bis Frankfurt kann man sich offensichtlich in das System einkaufen: Online bestellt man seinen eigenen Garten, das Unternehmen Sät und bepflanzt mit über 20 Gemüsesorten und Blumen. Danach kann man hegen und pflegen – und ernten. Auch Erweiterungen des Standard-Angebotes sollen wohl möglich sein.

Wie immer beim gärtnern ist wohl auch hier die Liebe zum eigenen Gewächs ausschlagebend – und weniger der Gedanke einer billigen Selbstversorgung mit Grünzeug: Der kleine Garten für zwei Personen kostet rund 180 Euro pro Saison, der größere für vier Personen 330 Euro.

Von Bio-Anbau ist zwar nicht die Rede und einer Zertifizierung würden wohl eigene Bemühungen auch nicht standhalten. Aber da es offensichtlich Freiraum gibt, selbst noch auszusäen und natürlich alles selbst zu bearbeiten, könnte man das auch so grün wie möglich gestalten.

Unterstützung, so verspricht es die Website, gibts vom Anbieter. Auch die Bauern, die hierfür als Partner die Flächen zur Verfügung stellen, könnten hilfreich sein, hier gibts auch Biobauern.

Mein Fazit: Die Idee finde ich gut. Auch deswegen, weil durch den gemeinsamen Anbieter größere landwirtschaftliche Flächen genutzt werden und nicht jeder irgendwo noch einen Grünzipfel abzwackt. Und so kann man zumindest ohne größere Investitionen erst einmal testen, ob einem das Gärtnern überhaupt liegt. Und man kann recht schnell abschätzen, ob der finanzielle Aufwand und der Ertrag in einem angemessenen Verhältnis stehen, oder ob nicht vielleicht die Abo-Gemüsekiste auch eine gute Lösung wäre.

Lecker Gemüsesuppe…

14. Januar 2011

… oder ganz aktuell: ohne Eier und Fleisch ins neue Jahr. Nicht dass der aktuelle Dioxinskandal ganz an uns vorüber gegangen wäre, aber Suppen haben bei uns im Winter Konjunktur und auch ohne Fleisch kommen wir ganz gut aus (wenn auch nicht immer).

Diese Variante ist wohl eine der schnellsten Suppen überhaupt, braucht aber (zumindest bei mir) zwei Töpfe und alle Zutaten lassen sich ohne großen Aufwand in Bioqualität besorgen.

Die Nudeln werden in heißem Salzwasser extra aufgesetzt, damit sie nicht zu weich werden.

An Gemüse kann man alles nehmen, was knackig und schnittfest ist: Zwiebeln, Karotten und Sellerie sowieso (weil Sellerie ein idealer Geschmacksträger ist), Rosenkohl, Lauch geht auch, Blumenkohl und Brokkoli mag ich weniger in der Suppe. Es gibt übrigens auch Tiefkühl-Gemüsemischungen in Bioqualität: durchaus empfehlenswert für Wenig-Kocher, die nicht auf den Resten einer großen Gemüseauswahl sitzen bleiben wollen.

Ich brate Zwiebeln, Karotten und Sellerie an, lösche ab, dann erst kommen die andere Zutaten hinzu, die nur gekocht werden. Kräutersalz und Gewürze kommen bei Verwendung eines Dampfkochtopfes gleich dazu, sonst später zusammen mit Petersilie. Zum Schluss kommen die al dente gekochten Nudeln hinzu, dazu gibts ein Scheibe frisches Bauernbrot und am besten noch ein Dessert zum Abschluss (Grießflammeri zum Beispiel).

Wer keinen Energie sparenden Dampfkochtopf verwendet, der verkürzt die Kochzeit, in dem er das Gemüse etwas kleiner schnippelt. Aufgewärmt ist die Suppe dann am Abend noch aromatischer – ohne Zusatzstoffe, Farb- oder Aromastoffe.

Bio-Äpfel: am besten aus der Nachbarschaft

17. September 2010

Bio-Äpfel

Man muss ja nicht gleich so weit gehen, wie die Initiatoren dieser Website, die ich im April auf meiner Website bestebioweine.de vorgestellt habe: Auf mundraub.org wird genau das propagiert – freilich nach festgelegten, fairen Spielregeln. Das Anliegen ist, dass kein herrenloses Obst mehr an Bäumen verrottet (und ich hätte damals nicht gedacht, dass diese Website jetzt zur Erntezeit wirklich so populär wird; es sei ihr vergönnt!).

Bio-Äpfel zu finden fällt in dieser Zeit auch nicht besonders schwer, auch wenn ein großer Teil dieses Angebots auch jetzt – wie das ganze Jahr über – aus fernen Ländern kommt. Mein Tipp: Wenn der örtliche Supermarkt nichts hergibt lieber auf den Wochenmärkten suchen oder mal in den Anzeigenteil Ihrer Zeitung schauen. Nach meinem Gefühl sind Äpfel wirklich das Bio-Produkt, das am leichtesten zu bekommen ist.

Wer in den Märkten nicht fündig wird, der sollte regionalen privaten Erzeugern noch den Vorzug geben vor Bio-Obst aus Übersee. Auch wenn die Transportfolgen und -kosten durch Massentransporte kleingerechnet werden: Hier kann man wirklich leicht eine Bio-Alternative finden.

Sollten alle Stricke reißen, dann versenden die Bio-Erzeuger auch kistenweise, und auch das ist – deutschlandweit – sicher die bessere Lösung.

Mein Lieblingsrezept mit Äpfel sind übrigens Apfelküchle, deren Herstellung ich hier beschrieben habe.

The good food store – oder die Rückkehr des Einzelhändlers

27. August 2010

The good food store

Ich bin ein pragmatischer Mensch: Wenn ich alles in einem Supermarkt einkaufen kann, dann tue ich das in der Regel. Schon aus Zeitgründen. An zwei Wochentagen morgends auf den Wochenmarkt, regelmäßig zu den (besten) Bäckern und Metzgern in meiner Umgebung und ab und zu ein Ausflug zu besonderen Einkaufsstätten – das war einmal.

Natürlich gibt es immer noch besondere Einkäufe, die man woanders erledigen muss oder besser: will. Aber das Zeitbudget für den Einkauf ist kleiner geworden, das ist halt so.

Was mir in letzter Zeit immer weniger Spaß macht, ist das Einkaufen von Obst und Gemüse in Supermärkten. Zwar gibt es auch dort ab und zu Bioware, aber die (negative) Kaufentscheidung ist meistens schon gefallen, bevor ich zum Bio-Etikett oder zum Preis komme: Meine Vorstellung von frischem Obst, Salat, Gemüse deckt sich meistens nicht mit dem, was und wie dort Ware präsentiert wird. Und ob ich wirklich 20 Gramm Petersilie in der Blister-Verpackung kaufen muss, sei ebenfalls dahingestellt.

Vor wenigen Jahren, als es “nur” den negativen Trend gab, dass immer mehr kleinere Läden in den Orten schließen, wäre das ein Grund zum Verzweifeln gewesen. Heute gibt es einen neuen Trend: Gerade für frisches Grünzeug gibt es wieder kleine, sehr ansehnliche Läden, schon alleine zwei in meinem Viertel. Und im (kleineren) Nachbarort gibt es ebenfalls eine solche Auswahl.

Die Ware dort ist immer frisch, die Betreuung sehr persönlich und: ehrlich! Auf Nachfrage erfahre ich sehr wohl, welche Tomaten oder Aprikosen frischer, knackiger, süßer oder aromatischer sind. Und die Auskünfte stimmen zudem. Was spielt es da für eine Rolle, dass die Preise (manchmal!) etwas höher sind? Ich kaufe das Grünzeug ja nicht als Alibi für meinen Ernährungsplan sondern aus Lust aufs Frische.

Auch in meinem England-Urlaub ist mir aufgefallen, dass selbst in kleineren Orten solche kleinen Obst- und Gemüseläden existieren und offensichtlich auch ganz gut laufen. Und mit den Namen finden die Engländer halt viel leichter wirklich knackige Lösungen…

Für mich gilt im Zweifelsfall: Lieber aufs Bio-Merkmal auch mal verzichten, wenn lokal gute, regionale oder importiere Ware angeboten wird. Die persönliche Beratung ist sowieso unbezahlbar…

Aus meinem Einkaufskorb: REWE Bio Pizza-Tomaten

6. August 2010

REWE Bio Pizza TomatenBrauchts das mitten im Sommer: Tomaten aus der Dose? Ja, schon, zumindest für mich ist das ein attraktives Angebot. Bio-Tomaten besorgen, überbrühen, schälen, entkernen… und das für eine Zutat von vielen. Das spar ich mir. Bei 89 Cent für eine kleine Dose Bio-Pizza-Tomaten kann man eigentlich nix falsch machen.

Und der Geschmack? Auch Kochprofis haben schon mehrfach bestätigt, dass Tomaten aus der Dose in der Regel den normalen Tomaten geschmacklich nicht nachstehen. Also dann, wenns ums Kochen geht. Wer auf den Geschmack solch köstlicher Sorten wie Berner Rose steht oder oder die alten russischen Sorten bevorzugt, der kann ja falls möglich darauf zurückgreifen.

Die Zutatenliste ist so übersichtlich, wie ichs mag: Tomaten, Tomatensaft, Citronensäure. Ideal für Spaghetti, Pizza, aber auch für Tomatensuppe oder Ratatouille.

Fazit: Gute Qualität, echte Arbeitserleichterung, Bio-Qualität vollreifer, italienischer Tomaten.