ShadowBan bei Instagram

21. April 2017 | Instagram-Tipps, Soziale Medien | 0 Kommentare

Der Shadowban bei Instagram

Der Shadowban bei Instagram

Der ShadowBan scheint mittlerweile sehr, sehr viele Instagram-Accounts zu betreffen. Das ist nicht nur am Rande ein Thema, das auch Food-Blogs betrifft, zumal auch der Testschmecker-Account davon betroffen ist. Die Folgen dieses „Bans”: Die Zahl der Likes bei Instagram bricht drastisch ein, auch die Followerzahlen stagnieren entweder oder gehen zumindest mittelfristig zurück. Was steckt dahinter, was kann man tun?

Was ist der ShadowBan?

Er scheint zumindest willkürlich zu sein. Denn mein Testschmecker-Account bei Instagram ist betroffen, mein anderer Account dagegen nicht. Beide werden gleich behandelt und geführt. Wie macht sich der Ban bemerkbar?

Erstes deutliches Anzeichen: Die Like-Zahlen brechen drastisch ein. Beim Testschmecker ging das von im Schnitt 120 bis 14o Likes am ersten Tag nach Veröffentlichung auf etwa 30 zurück (bei 560 Abonnenten, Tendenz rückläufig). Kann passieren, denkt man sich da.  Aber auch wenn alles in Ordnung scheint mit dem Account, der Fehler ist etwas perfider. Während ich als Account-Inhaber meine Bilder unter den von mir verwendeten Hashtags sehe (zum Beispiel foodblogger_de) ist das bei anderen nicht mehr der Fall.

Die Folge: Meine Bilder werden nur noch von meinen Followern gesehen, andere finden mich beim Stöbern unter bestimmten Hashtags nicht mehr. Damit ist ein Wachstum des Accounts quasi ausgeschlossen.

Was steckt dahinter?

Offensichtlich ist dieser Ban der Plattform Instagram als eine Aktion gedacht, mit der man Missbrauch bekämpfen wollte. Massenhaften Einsatz von Robots, die Likes verteilen und folgen, dafür gibt es spezielle Dienste, die man beauftragen kann. Verständlich dass das Instagram nicht gefällt. Auch die missbräuchliche Verwendung von Hashtags wird als Ursache vermutet. Dass zum Beispiel Hashtags unabhängig vom Bild-Inhalt verwendet werden, nur weil sie gerade „trendig” sind.

Tatsache ist aber, dass bei mir und den meisten anderen betroffenen Accounts als Ursache auszuschließen ist. Für mich sind keine Robots unterwegs, es gibt keine gekauften Follower oder Likes, die Hashtags beziehen sich auf meinen Themenbereich. Das ist sozusagen die mühsame Methode, die ich verwende: Langsamer Aufbau des Accounts durch stetiges Posten und Interaktion auf der Plattform. Ohne irgendwelche Dienste, die unerlaubt oder auch nur fragwürdig wären.

Was tun?

Die Antwort ist etwas ernüchternd. Instagram äußert sich zu dem Vorgehen wohl nicht. Und alles Tricks und Kniffe, die genannt wurden, um den ShadowBan aufzuheben, haben sich mittlerweile als nutzlos erwiesen. Konkret gegen den Ban kann man wohl nichts unternehmen.

Geraten wird zu Ruhe und Gelassenheit, Abwarten auf die weitere Entwicklung. Das geht bei mir, auch wenn es ärgerlich ist. Ich reduziere meine Aktivitäten in diesem Account und widme mich (unter anderem) dem anderen Account. Im Jahr 2017 gibt es aber wohl eine nicht unerhebliche Zahl von Nutzern, bei denen die Sozialen Medien Stütze und Grundlage ihres Geschäfts geworden sind. Für die ist so ein Einbruch ziemlich katastrophal.

Ich habe meine Aktivitäten drastisch reduziert, werde aber in Kürze wahrscheinlich wieder täglich posten.

Neubewertungen

Ich selbst habe lange Zeit bei Kunden und Geschäftspartnern für ein Engagement in den Sozialen Netzwerken geworben. Aber immer mit einem Vergleich, der den Stellenwert deutlich machen sollte. Die eigene Website, so meine Ansicht, ist wie das eigene Haus. Hier bin ich mein eigener Herr. Jedes Engagement in den Sozialen Medien ist den Spielregeln (um nicht zu sagen der Willkür) der Betreiber unterworfen. Das kann lange gut gehen, muss aber nicht.

Auch wenn ich davon ausgehe, dass dieser „Ban” in Kürze abgemildert oder aufgehoben wird, ist es ein guter Anlass, die Ausgewogenheit der eigenen Präsenz zu überdenken. In Zeiten, in denen auch Betriebe ihre eigene Website zu Gunsten ihres Facebook-Accounts aufgegeben haben, sollten solche Aktionen zumindest nachdenklich machen. Die Amerikaner haben dafür eine Redewendung, die etwas lautet, man sollte nicht alle Eier in einen Korb legen. Das triffts recht gut.

PS: Es gibt einige Artikel zu diesem Thema im Netz, englisch- und deutschsprachig. Ich verlinke jetzt keinen, weil die Entwicklung es sicher sinnvoller macht, bei Bedarf nach aktuellen Artikeln zu suchen.

PPS: Noch ein Hinweis auf Fehlfunktionen bei Instagram: Egal, welchem Food-Account ich als Testschmecker jetzt folge, die daraufhin automatisch vorgeschlagenen Accounts haben rein gar nichts mehr mit dem ThemenbereichFood zu tun. Statt dessen werden Accounts zu genau einem Themenbereich vorgeschlagen, den mir Facebook vor Jahren (!) zum Start meines Facebook-Accounts ständig unterjubeln wollte. Wenn es denn einen Algorhitmus gibt für diese Plattformen (und ich zweifle nicht daran), dann wäre es doch sinnvoll, wenn er sich an meinem Verhalten orientiert.

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Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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