Manchmal muss es englisch sein…

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Ja, gesunde Ernährung ist toll: Morgends ein Müsli mit frischem Obst, mittags Gemüse und zwischendurch stets einen Bissen Obst parat haben. Ausgesetzt wird so etwas meistens auf Reisen (zu kompliziert an gutes, gesundes, preiswertes Essen zu kommen, wenn man nicht gerade in einer Großstadt unterwegs ist oder viiiieeel Zeit hat). In England dürfen es dann schon mal die Klassiker sein: Schinken und Ei zu Frühstück, Fish & Chips zu mittag und zur Tea Time dann natürlich Scones mit Clotted Cream und Tee (in meinem Fall eher Kaffee).

Ungesund ist das nämlich nur dann, wenn man es dauernd und ausschließlich isst. Muss aber nicht sein, nicht einmal in England. Die guten Supermärkte sind mindestens so gut sortiert wie die in Deutschland, mit Restaurants habe ich zugegebenermaßen weniger Erfahrung.

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HackTheMenu: Zum Beispiel Starbucks Cotton Candy Frappuccino

HackTheMenu

Der Name ist Programm: Secret Menu – #HackTheMenu. Dort erfährt man, was viele Genussfreunde meist verächtlich abtun: Rezepte für die Zubereitung der erfolgreichen Angebote großer Fastfood-Ketten. Aber: Fast jeder Genussmensch hat ja trotz alledem auch Erfahrungen mit Starbucks, MacDonalds & Co. Und die meisten haben acuh etwas, was ihnen aus diesem Angebot besonders gut schmeckt.

Wie machen die das nur? Diese Frage beantwortet der Skeptiker meist mit ”alles Chemie”. Aber so einfach ist es nicht. Und wer schon immer wissen wollte, wie man den
Starbucks Cotton Candy Frappuccinou auch zuhause hinbekommt, der kann ja mal hier reinspickeln. Muss man ja nicht weiter erzählen unter den Genießerfreunden, dass man dort ”sein” Rezept gefunden hat.

The Slacker Shake

Wirkt auf den ersten Blick etwas dekadent. Hat aber wirklich den Vorteil, dass es sehr schnell geht. Wer mit den Eiskrem-Sandwiches aus dem Supermarkt nicht so richtig glücklich ist, der nimmt (eigenes) Vanille-Eis und Schoko-Kekse. Die schnell-und-einfach-Variante hat aber durchaus auch ihren Reiz, finde ich.

Warentest: grüne Fertig-Pesto kritisiert

Frisches Pesto, selbst gemacht

Die Stiftung Warentest hat grünes Fertigpesto getestet – und ist wenig begeistert von den Ergebnissen. Geschmacklich nicht überzeugend, von den Inhaltsstoffen und Zutaten her manchmal sogar richtig überraschend: Anstelle der klassischen Zutaten wie Basilikum, Olivenöl und Pinienkerne gabs billigeres Öl, Cashew-Nüsse und Aromastoffe. Der gute Parmesan dürfte dabei auch eher selten zum Einsatz kommen.

Dabei ists eigentlich ganz einfach: In diesem Post vom vergangenen September „Pesto – schnell mal selbst gemacht“ habe ich beschrieben, wie schnell und einfach das geht. Ob man damit den Grundpreis von wenigen Cent pro 100 Gramm erreicht, wie viele industrielle Hersteller das tun, braucht man nicht zu überlegen: Die Antwort ist Nein.

Aber wer einmal erlebt hat, dass man tatsächlich geröstete Pinienkerne herausschmeckt und das Aroma eines feinen Olivenöls, der wird die fünf Minuten an Pfanne und Mixer ebenso gerne investieren, wie die Kleingeld für frisches Basilikum und Pinienkerne (den Rest sollte man bereits zuhause haben).

14 Dark Secrets Of How Your Groceries Are Made

Lebensmsittel

Journalisten und generell alle Medienleute lieben es ja, vor allem negative Nachrichten in die Schlagzeilen zu hieven: Bei solchen Hinguckern ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie gelesen werden, einfach größer. Gepaart mit dem Listen-Tick aller Blogger kommen dann solche Sachen dabei heraus: 14 Dark Secrets Of How Your Groceries Are Made.

Zumindest bei uns in Deutschland sind die meisten Punkte keine „dunklen Geheimnisse” mehr, aber das mit dem griechischen Joghurt habe ich jetzt beispielsweise auch nicht gewusst. Neu waren für mich auch, dass Reibekäse angeblich Zellulose beigesetzt wird und dass Kaffeesahne aus Mais-Sirup und pflanzlichen Ölen hergestellt wird. Aber wer das Wort Lebensmittelindustrie richtig versteht, der wird von vielem wohl auch nicht mehr geschockt sein. Schließlich handelt es sich durchweg um industrielle Lebensmittelprodukte, die beim Verbraucher durch Verpackung, Design und leichte Handhabung punkten. Wer schaut schon auf die Inhaltsstoffe oder weiß gar etwas über den Herstellungsprozess?

Rund eine Million Zugriffe auf diesen Artikel zeigen aber, dass das Interesse an (eher allgemeinen) schlechten Nachrichten aus dem Lebensmittelbereich ungebrochen ist.

Sauce Hollandaise – die Überschätzte

Spargel und Saucen - es geht auch ohne Päckchen

Ich liebe die Spargel-Zeit: Jede Woche steht nun einmal das Stangengemüse auf dem Speiseplan. Nicht immer in Bio-Qualität, dann aber auf jeden Fall als regionales Produkt, ganz frisch auf den Tisch. Und es hat sich im Laufe der Jahre eine schöne Sammlung an Rezepten angehäuft, die für Abwechslung sorgt.

Nach dem anfänglichen Ausprobieren der „klassischen” Spargel-Rezepten ist aber eine Zutat so gut wie komplett verschwunden: Die schier unvermeidbare Sauce Hollandaise. Und es wundert mich auch nicht, dass der NDR nun auf Mogeleien in Restaurants hinweist, wonach Pflanzenöl statt echter Sauce Hollandaise verwendet wird. Illusionen über die Zubereitung von Saucen darf man sich in Restaurants nach meiner Einschätzung erst ab einer bestimmten Preisklasse machen, und auch da will man das vielleicht eher nicht nachprüfen.

Wer regelmäßig in die Fachzeitschriften der Gastro-Szene schauen darf, der wundert sich nicht mehr über die kübelweise angepriesenen Fertigprodukte. Die Vielfalt ist auch in diesem Bereich groß, aber nach meiner Wahrnehmung toppt die Hollandaise-Fertigsaucen-Werbung gefühlt alles andere – selbst, wenn sie jahreszeitengemäß bald wieder etwas reduziert wird.

Was ist so verlockend an einer Hollandaise? Einiges: Sie ist von der Substanz her schon so geschmeidig, dass sie ein Erlebnis ist. Und zum Spargel, aber auch zu vielen anderen Gempüsegerichten, passt sie wirklich hervorragend.

Aber ist das ein Grund, sein Leben lang nur Spargel mit Sauce Hollandaise zu essen? Nein. Und zwar weder für diejenigen, die sie mit einigem Aufwand selbst machen, und erst recht nicht für diejenigen, die zum billigen Abklatsch aus der Tüte greifen. Sie ist und bleibt immer sehr fett. Und wer die Päckchenlösung bevorzugt, der lese einmal die lange Zutatenliste.

Also: Ein oder zwei Mal pro Saison ist das ok. Ansonsten empfehle ich die Suche nach klassischen Saucen-Rezepten, die sich leicht und mit deutlich weniger Kalorien (und ohne Fleisch oder Bratenfonds) herstellen lassen. Die Platte reicht von mehlgebundenen Saucen als Senf- oder Schnittlauchsauce über eingekochte Sahnesaucen bis hin zu natürlich aromatisierten Saucen mit Kräutern oder Orangensaft. Und: Fast alle diese Varianten lassen sich auch als Bio-Variante herstellen (übrigens ebenso wie die Hollandaise oder die Bernaise).

Und wers noch abwechslungsreicher mag, der macht seinen Spargel im Risotto mit Lachs, überbacken oder in der Pfanne gedünstet mit anderen Gemüsen, aber eben ohne Sauce. Es soll ja genügend Menschen geben, die ihre Kalorien sehr genau zählen.

Für die Hollandaise blieben – wenn man den Fettgehalt akzeptiert – damit noch genau zwei Möglichkeiten: Man macht sie selbst oder vertraut seinem Lieblingskoch.