Erdbeer-Marmelade: jetzt ist der richtige Zeitpunkt

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, aus der Flut süßer und reifer Erdbeeren auch Vorräte zu schaffen. Erdbeer-Marmelade ist bei uns der Favorit, mit Rhabarber und ohne, evt. mit Vanille, oder – wenn man erst Erdbeer-Mark herstellt und einfriert – später auch mit anderen Früchten wie zum Beispiel Stachelbeeren. (Ich bin da fürchterlich konservativ: ausprobieren darf man alles mal, aber am klassischen Vorrat purer Erdbeer-Marmelade sollte man nicht rühren).

Die Kurz-Anleitung wurde hier ebenfalls schon mal veröffentlicht.

Erdbeermarmelade selber machen

Wer es einmal gemacht hat, wird es immer wieder machen: Kaum etwas ist einfacher herzustellen und bietet mehr Genuss als Marmelade aus reifen, aromatischen, gesunden Früchten.

Wer Feinschmecker-Zeitschriften liest, der wird wohl ins Grübeln kommen, ob das wirklich etwas zum Selber-Machen ist: Da wird stundenlang gekocht, es gibt geheime Zutaten und die exotischsten Kombinationen an Früchten.

Vergessen Sie’s! Beginnen Sie mit reifen Früchten, die es zur Hochsaison günstig gibt. Erdbeeren sind gut für den Einstieg, weil überall zu bekommen, oft auch in Bioqualität. Sie sind einfach zu verarbeiten und lassen sich – später einmal – gut kombinieren mit manchen anderen Dingen (mein Favorit zu Erdbeeren: Holunderblüten oder Rhabarber).

Sie brauchen wirklich nichts anderes, als einen Herd, Kochtopf, Kochlöffel, Marmeladengläser (es dürfen ruhig gebrauchte sein) und als einzige Zutat Gelierzucker.

Das Grundrezept: Reife Früchte, gleiche Menge 1:1-Gelierzucker. Früchte waschen, Grün entfernen. Früchte und Zucker abwiegen. Wenn Sie zuhause auch einen Mixer haben: Prima, rein mit den Früchtchen. Wenn nicht: auch egal. Dann kommen die Früchte eben so in den Topf, werden fünf Minuten gekocht, gerührt, ein bißchen zermatscht. Auch bei der Verarbeitung im Mixer achte ich darauf, dass nicht alles breiig gekocht ist, ein paar Stückchen machen sich immer gut. Man kann auch klein geschnittene Früchte beiseite legen und etwas später in den Topf werfen.

Der beim Kochen entstehende Schaum wird abgeschöpft. Wer diesen „Abschaum“ nun für etwas Schlechtes hält, der irrt: Er kommt bei uns in offenes Schüsselchen und gleich am nächsten Tag aufs Brot.

Praktisch ist zum Abfüllen in Gläser auch ein spezieller, sehr weiter Trichter. Wenn man den nicht hat, gießt man die heiße Marmelade vorsichtig mit der Schöpfkelle in die Gläser.

Deckel drauf und zu. Das Lehrbuch sagt: kurze Zeit auf den Kopf stellen. Die Hausfrau sagt: Muss nicht sein. Das Abkühlen sorgt auch so dafür, dass der Decker luftdicht schließt.

Wenn Sie die ersten Erfolgserlebnisse gehabt haben, können Sie anfangen zu experimentieren. Suchen Sie im Internet nach Kombinationen, die schmackhaft klingen. Unsere jüngsten „Versucherle“ waren Himbeer-Pfirsich und Himbeer-Prosecco. Wir achten darauf, dass wir nicht nur süßes kombinieren, sondern auch etwas Säure reinkommt.

Noch ein Tipp zur Bio-Beschaffung: Im Bekanntenkreis gibt es immer wieder Hobbygärtner, die kein Gift an ihre Erzeugnisse lassen und immer etwas mehr ernten, als sie selbst verbrauchen können. Dort kommt man auch an neue Früchte und zu neuen Experimenten. Bei uns im Süden der Republik kommt man so zum Beispiel ganz unverhofft zu Feigen.

Über Gelierzucker kann man sich hier schlau machen, wir bevorzugen den 1:1-Gelierzucker. Es gibt auch Bio-Gelierzucker aus Rohrzucker, allerdings habe ich den noch nicht im Supermarkt gefunden.