Kleiner Garten – große Ernte: Selbstversorgung Schritt für Schritt von Lucy Halsall

Kleiner Garten - große ErnteKleiner Garten – große Ernte: Selbstversorgung Schritt für SchrittWann ist der beste Zeitpunkt, ein eigenen Garten zu bewirtschaften besser als jetzt, zu Beginn des Sommers? Gut, die Fachleute werden auflachen und sagen: fast jeder andere Zeitpunkt ist besser. Schließlich muss viel vorbereitet werden, geplant und ausgesät…

Aber die Menschen sind halt so gestrickt, dass der Anreiz zum Gärtnern dann am größten ist, wenn überall frisches Obst und Gemüse angeboten wird, wenn man sich viel im Freie aufhält und mit neuer Lust ans Kochen geht.

Dieses Buch ist schon deshalb perfekt, weil es die größten Hürden ausräumt: Es richtet sich an Menschen, die nicht viel Raum zur Verfügung haben, zum Beispiel im Vorgarten, auf dem Balkon etc. Und es gibt Tipps dafür, was schnell wächst, trotz kleiner Fläche einen vernünftigen Ertrag bringt und unkompliziert zu handhaben ist. Die schöne Gestaltung des Buches (wie das ja fast immer bei Dorling Kindersley der Fall ist) tut ein Übriges, um Anreize zu schaffen.

Vernünftig, gut vorbereitet und planmäßig in die nächste Gartensaison starten, das kann man ja dann immer noch im nächsten Gartenjahr.

Die Autorin nimmt auch Anfänger bei der Hand und leitet an schwierigsten Klippen vorbei: Horizontale Gewächse auf dem Balkon, gärtnern auch in Töpfen und Balkonkästen – (fast) alles scheint möglich. Das Buch gibt auch ein bißchen was vom britischen Faible für Gärten wieder. Lucy Halsall ist Redakteurin der englischen Zeitschrift „Grow Your Own” und war am Garten der Royal Horticultural Society tätig. Der Schwerpunkt des Buches liegt im Bereich Gemüse und Salate, aber auch dem Thema Obst ist ein Kapitel gewidmet.

Mit 17 Euro (256 Seiten) ist die sehr brauchbare Anleitung wohl eine der kleineren Hürden auf dem Weg zum eigenen Garten.

Der eigene Garten – auch ohne Garten

meine-ernte.de

Einen eigenen Garten zu haben ist der Wunschtraum vieler junger Familien: Das eigene Gemüse ernten und verzehren, anbauen wie man will, den Kindern zeigen, wie es wächst, das hat gerade für Menschen in den Ballungsräumen einen ganz eigenen Charme.

Dummerweise ist aber auch da, wo die Besiedlungsdichte am höchsten ist, die Chance gering, eigenes Grün beackern zu können. Ein findiger Unternehmer (eine GbR in Bonn) scheint nun eine Lösung zu haben: Auf der Website meine-ernte.de kann man in etlichen größeren Städten seinen eigenen Garten reservieren. Und einfach sein soll es obendrein.

In Städten von Berlin über Hannover und Bonn bis Frankfurt kann man sich offensichtlich in das System einkaufen: Online bestellt man seinen eigenen Garten, das Unternehmen Sät und bepflanzt mit über 20 Gemüsesorten und Blumen. Danach kann man hegen und pflegen – und ernten. Auch Erweiterungen des Standard-Angebotes sollen wohl möglich sein.

Wie immer beim gärtnern ist wohl auch hier die Liebe zum eigenen Gewächs ausschlagebend – und weniger der Gedanke einer billigen Selbstversorgung mit Grünzeug: Der kleine Garten für zwei Personen kostet rund 180 Euro pro Saison, der größere für vier Personen 330 Euro.

Von Bio-Anbau ist zwar nicht die Rede und einer Zertifizierung würden wohl eigene Bemühungen auch nicht standhalten. Aber da es offensichtlich Freiraum gibt, selbst noch auszusäen und natürlich alles selbst zu bearbeiten, könnte man das auch so grün wie möglich gestalten.

Unterstützung, so verspricht es die Website, gibts vom Anbieter. Auch die Bauern, die hierfür als Partner die Flächen zur Verfügung stellen, könnten hilfreich sein, hier gibts auch Biobauern.

Mein Fazit: Die Idee finde ich gut. Auch deswegen, weil durch den gemeinsamen Anbieter größere landwirtschaftliche Flächen genutzt werden und nicht jeder irgendwo noch einen Grünzipfel abzwackt. Und so kann man zumindest ohne größere Investitionen erst einmal testen, ob einem das Gärtnern überhaupt liegt. Und man kann recht schnell abschätzen, ob der finanzielle Aufwand und der Ertrag in einem angemessenen Verhältnis stehen, oder ob nicht vielleicht die Abo-Gemüsekiste auch eine gute Lösung wäre.