Erdbeer-Marmelade selber kochen

21. Juni 2022 | Anleitung, Beeren-Sommer, Erdbeerzeit, Rezepte, Süßes & Knuspriges | 0 Kommentare

Erdbeer-Marmelade selber machen: Bringt Spass und ein schnelles Erfolgserlebnis.

Erdbeer-Marmelade selber machen: Bringt Spass und ein schnelles Erfolgserlebnis.

Erdbeer-Marmelade selber kochen bringt das Sommer-Aroma pur – und das meist gleich für mehrere Wochen. Das Einkochen selbst geschieht sehr schnell. Und wer darauf achtet, ab dem Frühjahr Gelierzucker und ein paar gebrauchte Gläser mit Schraubverschluss im Haus zu haben, der kann eigentlich jederzeit loslegen. Der beste Zeitpunkt ist dann, wenn nach dem ersten Hype im Frühsommer die Nachfrage und die preise wieder etwas nachlassen. Oder immer dann, wenn man eine ausreichende Menge an Früchten übrig hat. Dann ist es meistens auch so, dass die Früchte sehr reif sind, vielleicht auch optisch schon etwas angeschlagen wirken. Das Aroma ist aber umso besser, je reifer, die Beeren sind.

Auch wenn die roten Früchte noch so süß sind – ohne Zucker geht es nicht. Vielen erscheint es verlockend, weniger Zucker zu verwenden und zum Gelierzucker 3:1 zu greifen. Aber wer vom Verhältnis 1:1 abweicht (beim klassischen Gelierzucker) der muss auch wissen, dass bei einem geringeren Zuckeranteil mehr Chemie zum Einsatz kommt.

Manchmal liest man begeisterte Berichte, dass man Früchte einfach so zu Marmelade verkochen kann, ohne Zucker zuzugeben. Das krankt in der Praxis an zwei Dingen. Erstens schmeckt Marmelade ganz ohne Zucker je nach verwendeten Früchten, naja, sagen wir einmal:  ungewohnt. Zweitens hat der Gelierzucker auch die Funktion, die Marmelade haltbar zu machen: Ohne Zucker sollte man die Marmelade maximal zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Für mich liegt der Sinn des Einkochens auch in der Vorratshaltung und im Konservieren: Man will das Aroma frischer Früchte in die nächsten Wochen und Monate, bestenfalls bis zum Beginn der nächsten Erdbeer-Saison hinüberretten.

Wer mit dem klassischen Konservieren in die Obst- und Beerensaison starten möchte, der sollte mit Erdbeeren anfangen, auch zum Üben. Zum einen geht es darum, wie wenig Zucker man verwenden möchte. Statt 100 % Zucker, als im Verhältnis 1:1, kann man je nach Süße der Früchte auch nur 90 % oder 80 % Zuckermenge im Vergleich zur Fruchtmenge nehmen, und damit Erfahrungen sammeln. Und zweitens kann man mit Erdbeer-Marmelade wenig falsch machen. Man lernt auch, wann eine Kombination mit anderen Früchten erfolgreich ist, welche Rolle der Zucker und der Reifegrad spielen. Und schließlich kann man Erdbeeren auch ganz gut mit anderen Früchten kombinieren wie Rhabarber oder Holunder. Die verschiedenen Sorten sollten eben auch annähernd gleichzeitig reif sein und preisgünstig zu haben.

Einfach und schnell – ohne Zubehör

Die Gerätschaften zum Marmelade-Kochen hat in der Regel fast jeder zuhause: Herd, Kochtopf, Kochlöffel, Marmeladengläser. Man kann gut gebrauchte Gläser verwenden. Aber die Anschaffung von neuen Marmelade-Gläsern lohnt sich auch, wenn man das öfters macht. Die Füllmenge sollte zwischen 100 Milliliter und 300 Milliliter liegen. Einzige Zutat ist Gelierzucker, ich empfehle den einfachen für die Verwendung 1:1.

Wem der aktuelle Preis für die 500-Gramm-Schale der Erdbeeren zu hoch ist, der kann nach Früchten vom Vortag fragen. Im Supermarkt klappt das nicht unbedingt, aber an Marktständen oder direkt beim Erzeuger bekommt man in der Regel spätestens ab Mitte Juni die am Vortag geernteten Erdbeeren billiger. Meistens gibts eine ganze Stiege (10 mal 500 Gramm) zum Sonderpreis. Das lohnt sich und hat den Vorteil, dass die Früchte nach einem Tag eher aromatischer geworden sind. Mein Tipp: Auf jeden Fall vorher mal kosten.

Wenige Arbeitsschritte, wenig Zeitaufwand

Das Prozedere ist einfach. Früchte waschen, Grünzeug und evt. weiche Stellen entfernen. Früchte und Zucker abwiegen. Wer einen Mixer besitzt, der kann die Früchte pürieren. Ansonsten kann man auch die ganzen Früchte in den Topf werfen. In fünf Minuten Kochzeit werden die Früchte weich. Ich mag es, wenn noch kleine Fruchtstückchen vorhanden sind.

Der beim Kochen entstehende Schaum wird abgeschöpft. Aber das ist nur nötig, weil er beim Abgießen und Verschließen der Gläser hinderlich sein könnte. Der Schaum geliert genauso gut wie der Rest der Marmelade und schmeckt auch genauso gut. Was man hier als Schaum abschöpft, das kann man getrost zum nächsten Frühstück auf den Tisch stellen und es wird ebenso viel Anklang finden.

Das Abgießen der Gläser ist einfach, wenn man bei der Auswahl auf einen Mindest-Durchmesser achtet. Wem das zu knifflig ist, der nimmt eine Schöpfkelle oder besorgt sich einen einen speziellen weiten Trichter. Nach dem luftdichten Verschließen mit dem Deckel kann man die Gläser auf den Kopf stellen – muss man aber nicht: Das Abkühlen sorgt auch so dafür, dass der Deckel luftdicht schließt. Meistens hört man das durch das Knacken des Deckels.

Kombinationen bringen neue Geschmackserlebnisse

Experimentieren macht Spass! Und der Vorteil bei Erdbeeren ist, dass sie heute relativ lange am Markt verfügbar sind. So bekommt man frische Erdbeeren noch immer, wenn schon Pfirsiche oder Feigen reif sind, mit denen man die Erdbeeren kombinieren kann. Spannend ist es, wenn man mit etwas kombiniert, das nicht nur süß ist (wie zum Beispiel Feigen) sondern auch Früchte mit etwas Säure dazu nimmt (wie Rhabarber).

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Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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