Und wieder eine Kampagne: Bio-Kräuter und -Gewürze

Testauswahl Biokräuter und -gewürze: Pfeffer und italienische Kräutermischung

UPDATE: Die neue Website heißt gewuerzkampagne.de

Es gibt wenige Lebensmittel, die es auf Kio-Preise über 200 Euro bringen, Gewürze gehören dazu. Den meisten Verbrauchern fällt das nicht auf, weil die Tütchen immer sehr kompakt sind und meist 80 bis 100 Gramm beinhalten. Und weil sie meistens auch recht lange halten, achtet da wahrscheinlich auch kaum jemand besonders drauf.

Anders der Unternehmensgründer Hans Christian Heinemeyer, für den neben dem Preis noch ein anderer Aspekt beim Gewürzkauf maßgeblich war: „2009 gab es eine Studie von Greenpeace zur Belastung von getrockneten Kräutern und Gewürzen mit Pestiziden (Greenpeace, Mit Gift gewürzt: Pestizide in Kräutern und Gewürzen, 28.10.2009), berichtet er am Telefon. Das war einer der Gründe für das neue Unternehmen, beim preiswerten Kampagnenverkauf von Kräutern und Gewürzen gleich auf Bio-Qualität zu setzen.

www.bio-kraeuter-und-gewuerze.de

Auf seinem Online-Shop www.bio-kraeuter-gewuerze.de bietet er eine begrenzte Anzahl von direkt importierten und preisgünstig kalkulierten Bio-Kräutern und Gewürzen sowie einer Kräutermischung.

Hervorgegeangen ist die Unternehmensgründung (wie unter anderem auch das hier vorgestellte RatioDrink, die Teekampagne oder Rapskernoel.info aus den Überlegungen des Berliner Professors Faltin, die er auch in seinem Buch „Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein.” beschreibt.

Bio-Pfeffer in der Aromaverpackung

Kern der Aussage: Man suche sich eine Nische, in der die Konkurrenz nicht übermäßig groß, die Gewinnspannen aber beträchtlich sind. Durch einfach gehaltene Unternehmen, in denen viele Funktionen ausgelagert werden, kann man in diesem Marktsegment nicht nur überleben, sondern oft auch preisgünstiger anbieten, als die wenigen Konkurrenten.

Kilopreise von über 200 Euro sind keine Seltenheit

Beim Thema Gewürze bedeutet dies: Die Kilopreise von Basilikum liegen mit rund 200 Euro in Deutschland so hoch, dass eine Konzentration auf wenige Produkte und ein schlankes Management es ermöglichen, beste (bio-)Qualität zum niedrigen Preis anzubieten. Kräuter und Gewürze werden derzeit beim Importeur gekauft, einheitlich abgepackt und in verschiedenen Packungsmengen so abgewogen, dass man für 4,95 Euro immer eine aromasicher verpackte Menge zwischen 60 und 220 Gramm bestellen kann.

Was auf den ersten Blick nach Verschleierung aussieht (die unterschiedlichen Gewichte) ist in Wahrheit dem unterschiedlichen Volumen der Kräuter und Gewürze geschuldet, berichtet Heinemeyer. Außerdem ist der Grundpreis stets mit angegeben und macht den wahren Wert deutlich. Für den Kunden gestaltet sich der Einkauf dadurch auch ein Stück weit leichter, weil die Gesamtkosten recht einfach zu kalkulieren sind.

Nächster Schritt: direkter Kontakt zu den Erzeugern

„Mittelfristig wollen wir schon direkten Kontakt zu den Anbietern in den Ursprungsländern aufnehmen”, berichtet Heinemeyer. Bislang scheitert eine Direktbelieferung aber an den Mindestmengen, die in Containern bemessen werden und angesichts der Grundpreise erhebliche Kosten verursachen. Nicht zuletzt macht ein direkter Kontakt mit den Erzeugern auch die Bio-Qualität transparenter, die jetzt durch internationale Organisationen bestätigt wird.

Zwei Jahre, so erfährt man über ein Video auf der Website, hat die Vorbereitung der Unternehmensgründung gedauert. Jetzt werden zweimal im Jahr größere Mengen bestellt und abgepackt.

Italienische Kräutermischung bio

Auf der Website wird auch das Kampagnenprinzip erläutert: „Wir bieten die wichtigsten Gewürzsorten der italienischen Küche in großen Packungen an und geben den Preisvorteil im Einkauf an Sie als Verbraucher weiter.” Außerdem wird auf die Themen Aromaschutz und Bio-Zertifizierung eingegangen. Auch die einzelnen Kräuter und Gewürze werden ausführlich vorgestellt, von Anbauland und Geschmack über Einsatzzweck und Kombinationen bis hin zu Inhaltsstoffen und Heilwirkung.

Aromaschutz: Die Verpackung aus beschichtetem Kunststoff ist licht- und luftdicht. Beim Öffnen strömt einem das Aroma der Gewürze entgegen, klar und unverbraucht. Die Preise, so rechnet Heinemeyer vor, lägen bis zu 76 Prozent unter denen im Supermarkt.

Zum Geschmackstest: Probiert wurden von mir der schwarze Pfeffer (logischerweise kommt der ungemahlen) und die italienische Kräutermischung. Beim frisch gemahlenen Pfeffer einen Unterschied zu entdecken, ist sehr schwierig. Da würde ich mir kein Urteil beim Vergleich mit anderem schwarzem Pfeffer anmaßen. Ich fand ihn aber sehr frisch und scharf, so wie er sein soll.

Auch die Kräutermischung ist sehr aromatisch. Ich habe sie für Tomatensauce und Salatsauce verwendet und hatte mir sie eigentlich etwas würziger, pikanter, vorgestellt. Aber das ist nur mein persönliches Geschmacksempfinden, kein Qualitätsurteil, und ändert nichts am positiven Gesamtbild.

Mein Fazit: Gut und günstig, nicht nur die Kampagnen-Idee besticht, auch die Umsetzung und das Produkt sind in Ordnung.

Zum Ende der Saison: Bärlauchöl

Rezept für Bärlauchöl

Die Bärlauchsaison geht zu Ende und ich habe an dieser Stelle in diesem Jahr kein einziges Bärlauchrezept veröffentlicht. Muss ja nicht sin, da Bärlauch schwer in Mode gekommen ist, finden sich die zuhauf.

Eines allerdings fiel mir jetzt auf und liegt mir am Herzen, weil man damit gerade zum Ende der Bärlauchsaison noch einmal das wundervolle Aroma konservieren kann: Claudia Schmidt hat auf ihrem Blog Fool for food ein Rezept für Bärlauchöl veröffentlicht. Eignet sich auch sehr gut als kleines kulinarisches Geschenk, wenn man es in schicke kleine Fläschchen abfüllt.

Slow Food Magazin: Schwerpunkt (Oliven)-Öl

Slow Food Magazin, Schwerpunktthema: Öl„Öl – mehr als Fett”, so lautet das Schwerpunktthema des aktuellen Slow Food Magazins. Wie immer lesenswert und aufschlussreich, was die Slow Food Redakteure hier zusammengetragen habe. Wer sich für Öle und speziell für Olivenöle interessiert, der findet hier reichhaltige Informationen.

Das Motto, das zu Beginn des Themenschwerpunktes formuliert wird, rückt scheinbar erst einmal in den Hintergrund: „Abwechslung gefragt”, heißt es da. Und wer selbst gerne kocht, der wird das wahrscheinlich auch auf die verschiedenen Öle beziehen, die er im Küchenregal stehen hat. Doch zunächst geht es fast ausschließlich ums Olivenöl. Die anderen Ölsorten haben offensichtlich nicht den gleichen Stellenwert.

Aber natürlich haben die Heftmacher den Schwerpunkt Olivenöl nicht grundlos gewählt: Nicht nur bei den Feinschmeckern, auch bei den Verbrauchern ist es wohl das vorrangige Thema. Nicht zuletzt auch wegen der starken Qualitätsunterschiede und dem Mythos um gesundheitliche Wirkungen.

Hilfreich: Der umfangreiche Adressteil mit vielen Bezugsquellen.

Geschenke aus der Küche: Zum Beispiel Salz

Geschenk aus der Küche: Salz

Klingt erst einmal etwas unspektakulär: Wenn schon etwas verschenken, warum dann gerade Salz? Wer halbwegs leidenschaftlich kocht, der weiß allerdings auch, dass der Begriff nicht nur den Billig-Artikel im Supermarkt umfasst. Er reicht vom Fleur de Sel bis zum Hawaiianischen Salz. Und die Preise mancher exotischen Köstlichkeiten steigen in astronomische Höhen.

Doch bevor man darüber nachdenkt, wie man aus fernen Ländern diverse Luxusprodukte einfliegen lässt: Es gibt auch attraktivere Alternativen zum Aufpeppen dieses Küchenklassikers.

Steffi Luxat hat in ihrem Blog mit dem beziehungsreichen Namen Ohhh…Mhhh… eine schöne Anleitung verfasst, wie man aus einfachen Zutaten wie Zucker und Salz ansprechende (und sinnvolle) Geschenke macht, die noch dazu dem Küchenleben etwas Würze verleihen.

Die Bilder inspirieren zu eigenen Versuchen, den Kombinationen sind kaum Grenzen gesetzt.

Rezepte für Bio-Weihnachtsgebäck

Rezepte für Bio-Weihnachtsgebäck

Im vergangenen Jahr hatte ich mir anlässlich dieser Buchvorstellung (Bio-Weihnachtsbäckerei) darüber schon Gedanken gemacht: Brauchts ein eigenes Backbuch für Bio-Weihnachtsgebäck? Nach dem Testen einiger der Buch-Rezepte war ich zu dem Schluss gekommen, dass das nicht verkehrt ist: Manche der Bio-Zutaten reagieren etwas anderes, als herkömmliche Produkte.

Sinnigerweise sind auch die Bio-Anbeiter bei uns relativ zurückhaltend mit Rezepte für ihre Produkte. Eine Ausnahme habe ich in Österreich gefunden: ichkoche.at ist ein Web-Angebot, das die Produkte eines österreichischen Bio-Herstellers in den Blickpunkt rückt. Aber nichtsdestotrotz sind die Rezepte ja übertragbar. Und bei solch komplexeren Geschichten halte ich es auch für gut vertretbar, wenn nicht alle Zutaten „bio” sind: Gerade bei den Gewürzen ist nicht alles in Bio-Qualität erhältlich. Und manches kann man wirklich nur für Weihnachtsgebäck verwenden, das ist bis nächstes Jahr wahrscheinlich unbrauchbar.

Der Grill-Tipp: Bio-Senf in großer Auswahl

Bio-Senf von Steck

Passend zur Grill-Saison häufen sich in den Supermärkten zur Zeit jede Menge Grill-Saucen, eingelegtes Fleisch und diverse Würstchen. Darunter etwas in Bio-Qualität zu finden, fällt schwer.

Unverhofft groß fand ich dagegen die Auswahl beim Senf: Bio-Senf in allen Variationen. Meine Wahl fiel auf ein regionales Produkt aus dem Schwarzwald. Von Steck – Schwarzwälder Naturkost gab es gleich etliche Varianten an Senf, Meerrettich und anderen Würzmitteln, darunter einige in Bio-Qualität.

Meine Wahl fiel auf den Bio-Senf mittelscharf nach Dijon-Art und den scharfen Bio-Meerrettich-Senf. Beide in der 100-ml-Tube für jeweils 1,49 Euro.

Die Zutatenliste ist übersichtlich und unverdächtig, der Geschmack bei beiden ist eher unspektakulär, aber in Ordnung. Der mittelscharfe Senf ist würzig und aromatisch. Beim scharfen Meerrettich-Senf vermisst man zunächst die Schärfe, kein Vergleich zu einem Löwe-Senf zum Beispiel. Doch wie beim Meerrettich üblich kommt die Schärfe eher dezent im Nachhinein auf die Zunge.

Als willkommene Bio-Abwechslung zum moderaten Preis durchaus zu empfehlen. Echte Schärfe-Fans müssten allerdings nach Alternativen suchen.