Berliner Wertewochen Lebensmittel 25.09.13 bis 06.10.13

Berliner Wertewochen

Gute Sache: Die Berliner Wertewochen Lebensmittel 25.09.13 bis 06.10.13.

Das Thema Essensvernichtung stößt ja in den Medien derzeit auf erfreulich gute Resonanz. Das ist zwar schon schön und gut, noch besser ist es aber sicher, die Menschen direkt anzusprechen: Vom Fernsehseesel aus kann man halt nicht die Welt retten…

Berlin machts jetzt vor, zusammen mit etlichen Sponsoren / Partnern. Auf der Website wirdvorgerechnet, dass die 82 Kilogramm Lebensmittel, die pro Person und Jahr im Müll landen, rund 235 Euro wert sind.

Die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz veranstaltet vom 25. September bis 6. Oktober 2013 zum ersten Mal die „Wertewochen Lebensmittel“ mit zahlreichen Aktionen zum Thema Wertschätzung von Lebensmitteln.

Das Angebot reicht vom Blick in den Ofen des Lieblingsbäckers oder dem Geschmackstest mit eingefärbten Säften bis hin zum Testen der eigenen bäuerlichen Fähigkeiten.

Bier brauen – testschmecker tv

Zu Besuch bei Römerbräu in Riegel am Kaiserstuhl. Edgar Schopferer und Stefan Motzkus betreiben hier, auf dem Gelände der ehemaligen Riegeler Brauerei, ihr kleines Unternehmen Römerbräu. Beide sind im Hauptberuf anderweitig engagiert, das Bier brauen entwickelt sich vom Hobby zum Nebenerwerb.

Verkauft wird das Bier in den großen, dunklen 1-Liter-Flaschen mit Bügelverschluss nur freitags von 18 bis 20 Uhr und nach Vereinbarung. Beliefert werden aber auch Gastronomen und andere Kunden mit den drei Sorten: Helles, Dunkles, Weizenbier. Alle drei Biere sind naturtrüb und naturgemäß nicht so lange haltbar wie Industriebiere. Alle drei haben einen ganz eigenen, würzigen Geschmack, der aber auch für Menschen, die bisher nur Bier aus dem Supermarkt getrunken haben, nicht weiter gewöhnungsbedürftig ist.

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Nachhaltig – ein bißchen weniger gut als bio?

UTZ

Etliche Tageszeitungen berichteten jetzt darüber, dass die Firma Ritter Sport ihr Engagement im Bio-Anbau der Rohstoffe für ihre Schokolade zurückfahren möchte. Vor einiger Zeit klang das noch ganz anders: Als Erfolgsgeschichte war die Einführung von Bio-Schokolade durch das Waldenbucher Unternehmen immer gefeiert worden. Jetzt stellt die Firma den Öko-Anbau von Kakao in Nicaragua wohl größtenteils wieder auf konventionellen Anbau um. Begründet wird dies mit dem geringen wirtschaftlichen Erfolg der Bio-Schokolade.

Seit 2008 gab es die Ergänzung durch die Bioprodukte – seinerzeit noch die große Ausnahme bei den Schokolade-Herstellern. Das Bio-Engagement passte gut ins Bild des eifrigen Unternehmers, der sich auch sonst im Umweltbereich engagierte.

Was ist nun die Alternative? Am Preis kanns nicht liegen, wurde doch berichtet, dass die Bauern weiterhin überdurchschnittlich gut für ihre Produkte bezahlt werden. Alternative ist wohl ein anderes Label für Nachhaltigkeit: UTZ. (Was ist UTZ Certified?)

Auf der UTZ-Website ist die Rede von der Förderung des nachhaltigen Anbaus – aber eben nicht von Bio-Anbau. Bereits jetzt stamme ein steigender Anteil des weltweiten Kaffees, Kakaos und Tees aus „verantwortungsvollen Anbauverfahren”. Und nach Angaben auf der Website sind bereits 50 % des gesamtem zertifizierten nachhaltigen Kaffes UTZ-zertifiziert.

Über bessere Anbaumethoden, bessere Arbeitsbedingungen und besseren Umweltschutz sollen nach UTZ-Darstellung verbesserte Ernten und ein höheres Einkommen der Erzeuger erreicht werden. Die Kriterien dafür sind im Detail auf der Website nur schwer oder gar nicht nachvollziehbar. Eine Kontrolle gehört wohl ebenso zum Programm wie regelmäßige Studien und Auswertungen.

Transparenz soll für den Verbraucher vor allem durch die Rückverfolgung der Lieferketten erreicht werden. Tatsächlich stehen auf der Liste der Partner schon einige der ganz großen Namen wie Mars, Ahold, IKEA, Migros, Tchibo und Nestlé.

Der Verbraucher wird sich wohl damit zufrieden geben müssen, dass die Kriterien hier eher schwierig nachzuverfolgen sind. Oder er weicht – trotz höherer Kosten – auf zertifizierte Bioprodukte aus. Am Beispiel der Ritter Sport-Schokolade bedeutete dies, für Bio-Schokolade rund den doppelten Preis zu bezahlen, was wohl nicht genügend Kunden getan haben.

Yuckmovie: ein Viertklässler zwischen Wallraff und Jamie Oliver

Zum Video

Als ich die Geschichte das erste Mal hörte, dachte ich: Wie mutig. Ein Viertklässler fotografiert über sechs Monate hinweg sein Schulessen, macht heimlich Videos und prangert dann die Qualität der Schülerversorgung an. Heute ist klar, dass Zachary nicht nur mutig ist, sondern trotz seiner jungen Jahre bereits einen Plan hat. Inzwischen ist sein Video erschienen, ein Dokumentarfilm, jetzt auch schon mehrfach ausgezeichnet.

Kostenlos im Netz habe ich das übrigens nicht gefunden, es gibt da nur einen Trailer. Der investigative Dokumentarfilmer hat eine eigene Website, gibt fleißig Interviews und arbeitet wohl schon an seiner Karriere im Filmgeschäft. Wofür die Chancen – thematisch irgendwo zwischen Günther Wallraff und Jamie Oliver – wohl nicht schlecht stehen.

A Day at the Happy Egg Farm – Einblick in den Hühnerhof

Passt gerade irgendwie zur aktuellen Diskussion um die mangelnde Kontrolle von angeblichen Bio-Höfen für Hühnerhaltung oder der angeblichen Freilandhaltung von Hühnern. Wo angeblich niemand gemerkt, dass vielmehr Tiere auf der Fläche gehalten wurden, als angegeben. Und wo selbst die Landwirtschaftsministerin rügte, die Kontrolle dürfe nicht am Schreibtisch erfolgen.

Da ist dieser Beitrag doch irgendwie sympathisch: Keine niedliche Bio-Hof-Idylle mit einem bärtigen Farmer und 20 Hühnern, sondern ein Großbetrieb, ganz offensichtlich. Aber einer der seine Türen auch für Menschen mit Kameras öffnet und der Augenschein bestätigt schon einmal, dass es den Tieren dort wohl ganz gut geht.

Was auch wieder zu der Frage zurückführt, ob es immer bio sein muss. Oder ob anderen Aspekte nicht auch bzw. genauso wichtig sind.

Das Video stammt vom Team von Sorted food, dessen Website durchaus empfehlenswert ist. Und weil sie schon den Hof mit den Hühnern besucht haben, gabs dazu auch dieses Rezept (siehe unten).

Malaysian Laksa Curry Recipe