Blog

Rezepte, Tipps und Anleitungen – wöchentlich neu

Edeka kooperiert mit Slow Food

Da denkt man immer, man lebt im traumhaften und biologisch orientierten Südwesten, und dann das: „Slow-Food-Produzenten bekommen zunächst im Bereich Nordbayern – Thüringen – Sachsen Zugang zu den Lebensmittelmärkten“, lässt Slow Food in einer Pressemitteilung verlauten. Das Konzept klingt gut: Regionale Produkte, die nach den Slow-Food-Prinzipien gut, sauber, fair hergestellt werden, sollen in Zukunft in den Edeka-Märkten Nordbayerns, Thüringens und Sachsens zu finden sein.

Diese Regionalorganisationen von Edeka haben mit Slow Food einen Vertrag geschlossen, demzufolge Produzenten, die Slow-Food-Förderer sind, in jeweils 30 Kilometern Umkreis zu einem Edeka-Markt ihre Lebensmittel und Getränke zu einem fairen Preis anbieten. Diese Grenze, so heißt es, solle die „strikte Regionalität“ dieses Produktangebots wahren.

Weiter Regionalorganisationen der Supermarktkette konnen (sollen?) beitreten, dazu gäbe es bereits auch Gespräche. Edeka Südwest hatte sich bereits in der Vergangenheit an Slow-Food-Messen beteilgt, ist aber bei diesem Projekt noch nicht dabei.

Natürlich sind – wie das bei einem Vertrag so sein soll – auch die Gegenleistungen festgelegt: Die Marktbetrieber dürfen das Slow Food Logo verwenden, das offensichtlich mittlerweile schon zu einer geldwerten Marke geworden ist. Dafür zahlt Edeka einen Förderer-Beitrag an Slow Food.

REWE Bio-Orangensaft aus Konzentrat

REWE Bio-Orangensaft

Die Vielfalt der Bio-Säfte im Supermarkt ist verhältnismäßig groß. Als Entscheidungshilfe dient einmal der Preis und dann die Bekanntheit einer Marke. Darum also der Griff nach REWE Bio-Orangensaft aus Konzentrat. Ein Liter im Tetra-Pak kostet 1,49 Euro.

Zum Vergleich: Eine Nicht-Bio-Variante aus der Getränkemarkt-Abteilung kostet 0,95 Euro in der 1-Liter-Pfandflasche, aber die Spannweite ist groß: Auch für Nicht-Bio-Produkte kann man hier den gleichen Preis zahlen, wie für den Bio-Saft. Und renommierte Bio-Produkte, die nicht aus Konzentrat hergestellt wurden, sind deutlich teurer.

Zuhause also der Vergleich mit dem konventionellen Lucull-Saft: Der Bio-Saft schmeckt etwas süßer, runder, lieblicher. Der andere hat eine leicht säuerliche Note, den ich als Laie mit der Fruchtsäure in Verbindung bringe. Das konventionelle Produkt wirbt mit dem Aufdruck „ohne Zuckerzusatz“. Aber auch auf dem Bioprodukt kann ich keinen Hinweis auf Zuckerzusatz erkennen.

Der darf aber offensichtlich rein: Bis zu 15 g je Liter sind erlaubt, diese „Korrekturzuckerung“, die einen wetterbedingten Mangel an Zucker ausgleichen darf, muss nicht im Zutatenverzeichnis angegeben werden. Farb- und Konservierungsstoffe dürfen dagegen prinzipiell nicht enthalten sein.

Die meisten Säfte sind heute aus Konzentrat, auch Biosäfte. Bei der Herstellung des Konzentrats werden die leicht flüchtigen Aromen extrahiert, dann wird der Saft eingedampft und die Aromen werden wieder zugesetzt. Die Ausnahme, die ich im Supermarkt entdeckt habe: Direktsaft, meistens schon im Erzeugerland gepresst, erst beim Abfüller dann ohne Zucker- und Wasserzusatz in Flaschen gefüllt. Direktsaft ist relativ preisgünstig zu haben, zumindest meistens preisgünstiger als Bio-Ware.

Was also ist besser? Letztlich entscheidet der Geschmack. Und die praktische Handhabung. Da ich meistens in den gleichen Märkten einkaufe, sind die Pfandflaschen und -kästen kein Problem für mich. Säfte, die pur genossen werden, sollte man im Vergleich kosten und sich dann entscheiden. Entscheidend ist oft auch die Regionalität: Die Äpfel meiner bevorzugten Saftmarken kommen aus der Region, Orangen in den meisten Fällen aus Brasilien.

Für mich ist der 50-prozentige Preisaufschlag für Bio-Orangensaft zwar gerade noch akzeptabel. Im Alltag werde ich jedoch den konventionelle O-Saft ohne Zuckerzusatz in der Pfandflasche beibehalten.

Georgsenf: Bio-Spezialität im Online-Versand

Hier gehts nicht um die Wurst. Viel besser: Es geht um den Senf! Senfliebhaber schwören auf die richtige Mischung und Schärfe. Und viele haben ihre Lieblingsmarken, was anderes kommt ihnen nicht auf den Teller.

Nun habe ich zwar auch meine Vorlieben, aber vom Georgsenf habe ich nun schon ein paar Mal gehört, in einer Fachzeitschrift und einem Fernseh-Beitrag. Weil es der einzige deutsche Bio-Senf sein soll, habe ich recherchiert. Und siehe da: So exotisch und weit entfernt ist diese Bio-Spezialität gar nicht, sie liegt nur einen Mausklick entfernt.

Georgsenf

Jörg Hündorf betreibt nicht nur die 2004 gegründete Senfmühle, sondern auch eine gut gepflegte Website, mit vielen aktuellen Infos, einer Händlerliste und den Senfnachrichten, es gibt auch einen Online-Shop.

Georgsenf-Päckchen

Der Versand geht blitzschnell, gut eingepackt treffen nach wenigen Tagen drei Sorten Senf bei mir ein: Georgsenf Classic, Georgsenf mit Bienenhonig und Georgsenf „Herrensenf“. Schmucke, schlichte 201-Gramm-Gläser, die zwischen 5 und 5,50 Euro kosten. Klar, dass das nach einer Verkostung ruft und einem gründlichen Vergleich. Auf den Speiseplan kommen also vier verschiedene Würste (gekochte Knacker und Weißwürste, weiße Bratwurst klassisch und eine Art Thüringer Grillwurst), Kartoffelsalat und Rohkostsalat.

Wurst-Senf-Testessen

Die Nuancen sind feiner als man zuerst denkt. Alle drei Sorten habe eine gesunde Schärfe, sind fein gemahlen und haben ihr eigenes Geschmacksbild. Der Classic macht seinem Namen Ehre: Feine Würze und Schärfe, das Universaltalent, das sich auch zum Kochen eignet. Die Variante mit Bienenhonig ist im Geruch und zuerst auch im Geschmack nur leicht süßlich, nicht wie ein typischer Weißwurstsenf. Auf der Zunge kommt dann die Schärfe sozusagen hinterher. Passt auch zu Weißwurst, müsste aber auch prima zu hellem Fleisch passen oder in asiatischen Speisen. Und schließlich der Herrensenf: Die Zugabe von Weißwein macht ihn wohl etwas milder, dennoch kräftiges Aroma und eine gesunde Schärfe.

Alle drei Sorten sind köstlich, wenn ich nur einen bestellen dürfte, würde ich dem Classic ganz knapp den Vorzug vor Herrensenf und dem mit Bienenhonig geben. Alle drei zu ordern ist kein Fehler: Die Bio-Senfsorten halten seiner Auskunft nach gut ein Jahr (aber solange dürften sie in keinem Haushalt reichen). Die 250-ml-Steinzeugtöpfe sind noch etwas schmucker und haben einen Korkverschluss.

Georgsenf

Jörg Hündorf bezieht seine Senfsaaten aus regionalem biologischen Anbau. Im Gegensatz zum Industriesenf kommt hier das Kaltmahlverfahren zum Einsatz, die Temperatur bleibt stets unter 30 Grad. So bleibt der Geschmack und die Schärfe der ätherischen Öle erhalten.

Mein Tipp: Ruhig etwas mehr bestellen von den insgesamt vier Sorten (es gibt noch Georgsenf mit grünem Urwald-Pfeffer). Nicht nur der schicken Hülle wegen eignet sich diese Spezialität auch als Geschenk. Und zur Zubereitung von Saucen und Salatsaucen. Aber wer ihn gekostet hat, wird wohl das meiste für sich selbst behalten wollen…

Utopia-Special: Ernährung

Utopia Ernährungs-SpecialDie Website Utopia hat heute ein Ernährungsspecial veröffentlicht: All you can eat: Das Utopia-Ernährungsspecial: Ich kann nicht beurteilen, ob das alles neue Beiträge sind. Aber es geht mir wie immer bei Utopia, ich finde einige Beiträge sehr nützlich und andere, naja, zumindest überflüssig.

Positiv ausgedrückt: Es ist bestimmt für jeden, der sich für biologischen und nachhaltigen Genuss interessiert etwas dabei. Ganz kurz die Spannweite:

Es gibt ein Video zum Thema Bio-Einkauf, das ich für ziemlich überflüssig halte. Wenn ich mich für das Thema Genuss und Bio interessiere und mich trotzdem über eine Fertigpizza informieren will, dann will ich keine langen Ausführungen mehr hören, dass ich damit nicht die Welt rette.

Ein ziemlich umfangreicher Müsli-Test untersucht Müslis aus Supermärkten und Naturkostläden. Stichwortartige Zusammenfassungen, als PDF downloadbar, nützlich.

Das Thema „Wasser aus aller Welt“ scheint mir dagegen wieder keinen Nutzwert zu haben: Typischer Hochglanz-Magazin-Beitrag aus der Rubrik Lifestyleprodukte.

Aber wie gesagt: Bei der Themen-Mischung findet jeder was nützliches / interessantes.

Ohne Geschmacksverstärker, mit Hefeextrakt?

Es wird Zeit, auch einmal in die Tiefen der chemischen Analyse hinabzutauchen (keine Sorge, nicht zu tief). Sind Sie auch beruhigt, wenn Sie auf einem Bio-Produkt den Aufdruck „ohne Geschmacksverstärker“ lesen? Ja, das ist schon ein Vorteil. Manche wissen, dass es sich bei den Geschmacksverstärkern meist um Mononatriumglutamat, Natriumglutamat, Dinatriumguanylat, Natriumguanylat und Dinatriuminosinat, Natriuminosinat handelt.

Und weil immer mehr Menschen allergisch auf Zusatzstoffe reagieren, müssen diese Geschmacksverstärker auch angegeben werden. Manchmal erfolgt diese Angabe allerdings nicht ganz so deutlich, nämlich über die sogenannten E-Nummern. In obigem Fall wären das E621, E627 und E631. Glutamat aus dem Labor steht auf der Zutatenliste als Mononatriumglutamat oder mit den E-Nummern 620 bis 625 für die Salze der Glutaminsäure.

Wie beruhigend wirken doch die Zutatenangaben auf den Bio-Lebensmitteln: Da ist höchstens mal Hefeextrakt oder Würze drin, das klingt ganz natürlich. Ist aber dummerweise genau die gleiche Substanz. Sie soll zum Beispiel auch in einer Bio-Tütensuppe enthalten sein. Und wenn man nach löslicher Gemüsebrühe oder Fleischbrühe sucht, dann erscheint auch hier mit an vorderster Stelle die Zutat Hefeextrakt.

Ganz „ohne Geschmacksverstärker”?

Manche Hersteller bekommen offensichtlich in jüngerer Zeit kalte Füße bei dem Zusatz „ohne Geschmacksverstärker“. Ein kleines Sternchen klärt den Verbraucher dann darüber auf, dass sich diese Angabe auf die gesetzlichen Bestimmungen beziehe. Denn Hefeextrakt enthält noch kein isoliertes Glutamat – setzt aber welches frei.

Nun braucht man deswegen nicht in Panik ausbrechen: Glutamat ist kein Gift, eine Schädlichkeit ist nicht bewiesen. Viele Lebensmittel enthalten schon von Natur aus hohe Anteile von Glutamat: Käse oder reife Tomaten zum Beispiel. In vielen Publikationen und erst recht in Blogs und Foren findet man immer wieder Formulierungen wie: „steht im Verdacht … auszulösen.“ Und statt … kann man wahlweise alles einsetzen, dessen Ursachen noch nicht geklärt sind, also Allergien, Mygräne etc.

Was ist die Alternative? Wer Bio-Lebensmittel ohne Geschmacksverstärker und Hefeextrakt sucht, der sucht ziemlich lange, zumindest im Supermarkt. Bioläden und Reformhäuser sind hier vielleicht eher Fundquellen. Wer selbst kocht, der kann Gemüsebrühe ja auch eher dezent einsetzen. Wer ganz darauf verzichten will, der sollte eine ziemlich große Vielfalt an Kräutern und Gewürzen parat haben, wenn er seinen Geschmack nicht „umschulen“ will. Salz, Sellerie und Maggikraut sind sicherlich noch die Würzmittel, die am ehesten schmeckbare Veränderungen hervorrufen.

Was mich letztlich am meisten stört, ist der Versuch, etwas zu verschleiern: Als Geschmacksverstärker wird Hefeextrakt eingesetzt, das Glutamat freisetzt: Das kann man doch zugeben. Alles andere ist Augenwischerei. Außer vielleicht der Aufdruck: Ohne Geschmacksverstärker und ohne Hefeextrakt.

Instagram Leitfaden

Instagram Leitfaden 2020
Instagram Leitfaden 2020

Hier kannst Du Dich zum Newsletter anmelden!

Als kleines Dankeschön erhältst Du den Instagram-Leitfaden und Zugriff auf meine kleine PDF-Bibliothek.

Weitere Infos zur Newsletter-Anmeldung und zu Datenschutz.

Hinweis: Bei den gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate Links. Durch einen Kauf über den Link werde ich am Umsatz beteiligt. Dies hat für Dich keine Auswirkungen auf den Preis.

Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

Testschmecker Videos

Testschmecker Videos

Hier gibt es eine Auswahl meiner Testschmecker Videos. Es sind Anleitungen, Reportagen, kleine Dokumentarvideos.

Website-Schaufenster

Physiotherapie-Praxis Straub-Ott in Teningen