Mein Küchenbalkon: Obst und Gemüse für City-Gärtner von Alex Mitchell

Buchtipp: Mein KüchenbalkonMein Küchenbalkon: Obst und Gemüse für City-Gärtner Naja, den Untertitel des Buches würde ich korrigieren: City-Gärtner sind wir keine, aber wir haben trotzdem viel Freude an unserem Balkon mit bunten Kästen, aus dem man in diesem Jahr auch (reichlich) ernten kann. Auch wenn das Thema des Buches eigentlich „Stadtgärtnern” ist: Angesprochen kann sich jeder, der keinen eigenen Garten hat oder wegen des großen Aufwandes auch gar nicht haben möchte.

Den Balkonkasten hat man immer im Blick, im Urlaub kann man mit einfachen Bastel-Lösungen für Bewässerung sorgen (oder die Nachbarn bitten, die Wassermengen sind schließlich überschaubar).

Der Dachgarten mit Aussicht - Traum jeden Hobbygärtners

Stadtgärtner ist das große Thema derzeit, fast kein Lifestyle-Blog, in dem „urban gardening” (so nennt man das jetzt) nicht vorkommt. Auch das Buch kommt nicht aus ohne den Blick auf stylische Dachgärten in Großstädten, auch wenn es seinem Titel treu bleibt und auch für kleine und kleinste Verhältnisse gute Tipps gibt.

Besonders liebenswert finde ich die vielen praktischen Tipps fürs Drumherum: selbstbewässernde Gefäße im Eigenbau werden da erklärt. Oder wie man mit Dachrinnen Salatreihen an die Wand zaubern kann. Und was die Pflanzen angeht, bleibt die Autorin Alex Mitchell auch nicht beim obligaten Kräutergärtchen, für das auch in der kleinen Hütte Platz sei. Die Pflanzen-Top-Ten der Ernterekorde führen zum Beispiel die Bohnen und Tomaten an und es ist bildhaft belegt, dass das durchaus auch auf dem Balkon funktioniert. Auch vor Kartoffeln, die im Eimer angepflanzt werden, schreckt die Autorin nicht zurück oder Himbeeren als Topfkulturen.

Von den genügsamen Pflanzenvertretern, die mit wenig Wasser auskommen, kann ich aus eigener Erfahrung Physalis empfehlen, sehr wohlschmeckend und erstaunlich ergiebig.

Kurzum: Wer nach diesem schön illustrierten und ganz praktisch geschriebenen Buch nicht den Drang verspürt, seinen Balkon (oder auch Dachgarten, Hinterhof, was acuh immer) so zu begrünen, dass eine kleine Ernte dabei abfällt, der ist wohl resistent gegen die grüne Verlockung.

Alle anderen bekommen für 20 Euro nicht nur einen schönen und praktischen Bildband, sondern auch jede Menge Hilfestellung, Anleitungen und Inspiration. Selbst diejenigen wahrscheinlich, die schon einen „großen” Garten haben.

Praktische Tipps und Anregungen: (fast) alles ist möglich

Kartoffel-Ernte 2012

Kartoffelernte

Wir haben keinen Nutzgarten. Nur ein paar Tomaten auf dem kleinen Grün hinterm Haus. Die Freude und der Stolz meiner Frau. Jetzt zur Erntezeit werden wir verwöhnt mit den Früchten der Arbeit anderer. Und manchmal dürfen wir helfen. Kartoffeln raus machen zum Beispiel. Wesentlich anstrengender als die anderen Arbeiten, die man uns Laien sonst zutraut. Aber schön.

Die „eigenen” Kartoffeln schmecken natürlich ganz anders. Und sie sind – vielleicht weil sie aus dem Schwäbischen kommen – die besten Kartoffeln überhaupt für Kartoffelsalat.

Wir bekommen auch die ganz kleinen, die normalerweise weggeschmissen werden. Zum „Mit-Schale-essen” und / oder im Backofen machen. Und meistens reicht unser kleiner Anteil an der kleinen Ernte fast ein Jahr lang für leckere Kartoffelgerichte. Liegt vielleicht daran, dass Kartoffeln bei uns nicht ganz so oft auf dem Speiseplan stehen.

Unsere Kartoffeln sind – ohne dass dies unser Verdienst wäre – auch biologisch. Aber das ist noch nicht das Beste. Das Beste ist, dass man jedes Mal bei einem leckeren Essen wieder an die denkt, die geackert und geschafft haben, damit es auch uns gut geht.

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen sich um ein kleine Stückchen Grün bemühen, auch auf dem Balkon oder am Stadtrand oder auch mitten in der Stadt.

Mein Tipp zum Anfangen: Erdbeeren im Balkonkasten oder kleine Tomaten, die dort ebenfalls bestens gedeihen. Und als Buchtipp: Mein Küchenbalkon: Obst und Gemüse für City-Gärtner

Kartoffelernte

Kartoffelernte