Bagels selber backen

Bagels mit dickem Belag: dafür sind sie gemacht, finde ich.

Bagels mit dickem Belag: dafür sind sie gemacht, finde ich.

Bagels finde ich gut und originell: Ein Gebäck, das so aussieht, kann ja nur gut schmecken. Zumal es massenhaft Platz bietet für einen üppigen Belag. Warum also nicht ausprobieren. So schwer kann es ja nicht sein. Unter all den Rezepten fiel meine Wahl auf eines mit frischer Hefe und 550er Mehl. Und statt der Methode mit dem nachträglich angebrachten Loch, entschied ich mich für das Ausrollen. Dabei wird der Teigstrang um die Hand gelegt. Die beiden Enden verbinden sich auf der Unterseite der Hand, während der Teig mehrfach hin- und her gerollt wird.

Das Ergebnis sei gleich vorneweg verraten: Die Bagels sind nicht so leicht und fluffig wie viele Brötchen. Meine sind durch die Ring-Technik auch etwas größer. Die Sesam-Körner als Belag halten ohne „Kleber” erst mal schlecht. Aber Geschmack und Konsistenz sind durchaus ok.

Das Bagel-Rezept

Benötigt werden

  • 750 Gramm Mehl Type 550
  • ein Würfel frischer Hefe
  • 1 EL Zucker
  • 2 TL Salz
  • 440 ml lauwarme Milch
  • evt. Sesam, Mohn oder Körner als Belag

Die Zubereitung

Im Prinzip sind die Bagels ja ein ganz normales Hefeteig-Rezept. Es gibt zwei Besonderheiten. Die oben schon erwähnte Formung des Kringels. Und die Tatsache, dass die geformten Bagel-Teigstücke in siedendem Wasser gewendet werden.

Ich gebe die zerböckelte Hefe in ein Gefäß mit etwas warmer Milch und dem Zucker. Vermengt stehen lassen, bis die Hefe etwas aufschäumt (10 bis 15 Minuten). Das Gemisch mit Mehl und Salz und Milch in eine Schüssel geben, gut vermengen und 30 Minuten stehen lassen.

Dann den Teig ausrollen, in 8 bis 12 Stücke teilen und jedes von Hand zu einer geraden Wurst ausrollen. Den Teigstrang um die Hand legen, so dass die beiden Enden unten zusammen kommen. Mit der flachen Hand ein kurzes Stück hin und her rollen, damit sich die Enden verbinden und der Bagel schön glatt wird. Weitere 10 Minuten abgedeckt ruhen lassen.

Thema mit Variationen: mit und ohne Körner, dick oder dünn belegt, süß oder herzhaft.

Thema mit Variationen: mit und ohne Körner, dick oder dünn belegt, süß oder herzhaft.

Kochen, Bestreuen, Backen

Backofen auf 200 Grad vorheizen, Wasser in einem großen flachen Topf aufkochen. Ich habe mich für die Rezept-Variante entschieden, bei der Natronpulver in das Wasser kommt. Die Bagels kommen für 30 Sekunden ins heiße Wasser, mach dem Wenden mit der Schaumkelle nochmal 30 Sekunden warten. Dann heraus nehmen und auf ein Küchentuch legen.

Während die nächsten Bagels schwimmen, nehme ich die etwas abgekühlten Bagels und lege in einen Teller mit Sesam. Die Körnerseite nach oben kommen sie aufs Backpapier.

Im Ofen bei 220 Grad Umluft etwa 20 Minuten backen, dann auf ein Abkühlgitter legen.

Am besten schmecken sie frisch. Aber auch wenn man sie einfriert, verlieren sie beim Aufbacken / Erwärmen nicht viel von ihrer Qualität. Sie eigenen sich natürlich als normales (Frühstücks-) Gebäck. Aber vor allem für üppige Beläge. Zum Beispiel mit Frischkäse und Kräutern, Räucherlachs und Ei, Schinken, Käse, Tomaten…

Gebäck mit Loch: wie groß soll es denn sein?

Gebäck mit Loch: wie groß soll es denn sein?

Eine Frage des Lochs…

Meine Version ist etwas größer, weil ich einen Bagel mit richtigem Loch wollte. Das kleinere Loch, dass man mit einem Kochlöffel durchstößt, wächst durch die Teigausdehnung wieder ziemlich zu. Die große Version mit größerem Loch ist dagegen fast schon eine Hauptmahlzeit.

Noch verbessern möchte ich die Teigkonsistenz. Und die Sesamsaaten sind abgesehen von der geringen Haftung auch noch etwas blass und klein geblieben. Vielleicht hilft ungeschälter Sesam.

 

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NDR-Beitrag: Schwindel mit Vollkorn-Brötchen

Vollkorn oder nicht?

Überraschend ist eigentlich nur, dass alle in dem Beitrag befragten Verbraucher wirklich überrascht sind: Niemand hatte wohl damit gerechnet, dass in einem Vollkorn-Brötchen nicht zu 100 oder 90 Prozent Vollkorn verarbeitet ist: Schwindel mit Vollkorn-Brötchen | NDR.de.

Die Experten hatten es dagegen nicht schwer, die „Fälschungen” zu erkennen: Farbstoffe im Teig, zu wenig Vollkornanteil, das erkannten Sie bereits beim Aufschneiden und Betasten der Brötchen. Der Acht-Minuten-Beitrag ist durchaus sehenswert. Man erfährt einiges über das Verhältnis der meisten deutschen Bäcker zu industriellen Backmischungen und der Abhängigkeit von solchen „Hilfen”. Und darüber, dass die meisten Bäcker wohl auch gar nicht wissen, welche Anteile in welchen Backmischungen enthalten sind.

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Die Spur der Teiglinge: Billige Brötchen im SWR Fernsehen

SWR-Sendung über Bäckereien

Zwar ganz kurzfristig, aber so ist das halt mit dem Fernsehprogramm: Manches entdeckt man erst spät – oder wenn es zu spät ist. Heute, Mittwoch abend, den 14. Dezember 2011, läuft im SWR Fernsehen um 20.15 Uhr Die Spur der Teiglinge: Billige Brötchen. Die Mitarbeiter der „betrifft”-Redaktion sind dafür zu Großbäckereien in Deutschland und Polen gereist. Und sie beschreiben das Los einer Familie in Karlsruhe, die ihre Bäckerei aufgeben muss.

Die Tendenz hat sicher schon jeder in seiner Umgebung mitverfolgen können: Immer mehr traditionelle Handwerksbetriebe geben auf, weil irgendwelche Filialisten in den besseren Lagen Teiglinge aufbacken. Dabei will ich gar nicht behaupten, dass diese Bäcker nicht selbst auch jede Menge Fehler gemacht haben: Wenn in allen Bäckereien die Brote aus den immergleichen Backmischungen verkauft werden, dann kann man ja wirklich den Eindruck bekommen, es sei egal, wo man einkauft….

Ich bin gespannt, was der Beitrag bringt und ob auch konkrete Tipps und Empfehlungen dabei sind.

Der Film von Manfred Ladwig ist übriigens als Wiederholung noch einmal am 10. Januar 2012 um 01.20 Uhr im SWR Fernsehen zu sehen.

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