Kürbis-Gnocchi selber machen

1. Oktober 2021 | Pasta, Reis & Co, Rezepte | 2 Kommentare

Genügt ein Fingerdruck oder soll es eine kunstvollere Gnocchi-Form sein?

Gnocchi selbst gemacht: Genügt ein Fingerdruck oder soll es eine kunstvollere Gnocchi-Form sein?

Kürbis-Gnocchi haben bei mir einen besonderen Stellenwert. Nicht, dass ich die normalen Gnocchi nur aus Kartoffeln nicht mögen würde, im Gegenteil. Aber dieser eine Extra-Schritt mit dem im Ofen gegarten Kürbis, der macht die Sache zwar aufwändiger. Aber das Ergebnis ist eben auch besonders. Angefangen bei der goldgelben Farbe bis hin zum Geschmack. Und wenn man sich an den Gedanken gewöhnt hat, dass der Kürbis eigentlich ohne jede Zuwendung einfach im Ofen gart, dann erscheint einem der Aufwand doch auch wieder überschaubar, oder?

Kürbis, Kartoffeln und Mehl sind die Hauptbestandteile des Gnocchi-Teigs.

Kürbis, Kartoffeln und Mehl sind die Hauptbestandteile des Gnocchi-Teigs.

Diese Kürbis-Gnocchi stehen bei uns in einer Reihe mit selbstgemachten Spätzle, Nudeln oder Maultaschen. Man muss dafür eben einen Ticken mehr Aufwand betreiben und bekommt das Gericht vielleicht nicht an einem normalen Werktag auf den Tisch. Aber sobald es die Zeit erlaubt (und die Saison dafür passt) macht man sich eben doch wieder daran. Und wird jedes Mal wieder belohnt. Das Rezept außerhalb der Kürbis-Saison (also ohne Kürbis) stehet ebenfalls unter den Zutaten.

Mit etwas Vorplanung lassen sich die Kürbis-Gnocchi aber durchaus auch in meiner 30-Minuten-Alltagsküche zubereiten. Knackpunkt sind die beiden Hauptzutaten Kartoffeln und der Kürbis. Wer das am Morgen der Zubereitung noch unterbringt, der hat mittags leichtes Spiel.

Kürbis-Gnocchi mit verschiedenen Saucen

Kürbis-Gnocchi mit verschiedenen Saucen

Die Zutaten:

  • 1/2 Hokkaido-Kürbis
  • 3-4 Kartoffeln, gerne mehlig kochend
  • 100 Gramm Mehl
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer, ggf. Muskat

außerhalb der Kürbis-Saison

  • 800 Gramm mehlig kochende Kartoffeln
  • 100 Gramm Mehl
  • 100 Gramm Grieß
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer)

Die Zubereitung der Kürbis-Gnocchi

Als erstes muss der halbe Hokkaido-Kürbis in den Ofen. Dazu die Hälfte in Spalten schneiden. Ich mache die Schale weg und schneide die Spalten in kleine Stücke. Die kommen auf ein Backblech und bei 180 Grad für eine halbe Stunde in den Backofen.

Die Kartoffeln werden ebenfalls geschält und in kleine Stücke geschnitten (wie für Salzkartoffeln). Dann kommen sie in heißes Wasser in einen Kochtopf oder (mein Favorit) in den Dämpfeinsatz in einen Schnellkochtopf. Dort müssen sie nur einmal aufkochen bis zum ersten Ring und können dann beiseite gestellt werden.

Und noch zwei weitere Abkürzungen für die schnelle Küche seien hier erwähnt. Natürlich kann man auch die Kürbisstücke im Schnellkochtopf kochen. Sie haben dann aber eine andere Konsistenz und enthalten mehr Feuchtigkeit. Und außerhalb der Kürbis-Saison kann man auch zu Kürbis-Mus in der Dose greifen (was nach meiner Erfahrung aber geschmacklich eher eine Notlösung ist).

Ist beides etwas abgekühlt gebe ich erst die Kürbis-Stücke, dann die Salzkartoffeln in eine Spätzlepresse und drücke sie durch. Von dem Mehl kommt ein größerer Anteil dazu, etwas Salz, Pfeffer und ggf. Muskat und dann knete ich alles von Hand durch. Der Rest vom Mehl ist für die Arbeitsfläche. Die Teigkonsistenz ist je nach Stärkegehalt der Kartoffeln und Kürbissorte unterschiedlich und verlangt mal etwas mehr oder weniger Mehl. Der Teig ist immer klebrig, also sollte man gar nicht erst versuchen, solange Mehl hinzuzugeben, bis er nicht mehr klebrig ist.

Die Teigmenge ergibt zwei lange Teigrollen.

Die Teigmenge ergibt zwei lange Teigrollen.

Welches Gnocchi-Modell soll es sein?

Die Teigmasse muss nur soweit handhabbar sein, dass man aus daraus zwei Hälften teilt und aus jeder eine lange, ziemlich gleichmäßige Wurst rollt. Die schneidet man dann mit einem bemehlten Kochmesser in kurze Stücke. Diese etwas unförmigen Wurststücke lassen sich noch verfeinern. Das italienische Modell sieht so aus, dass die Stücke über den Zinken einer Gabel mit dem Daumen gedrückt und abgerollt werden. Man kann auch einfach mit der Gabel oben einstechen.

Die einfache und schnelle Methode dagegen begnügt sich damit, mit dem Zeigefinger oben eine Mulde in jedes Stück zu drücken. Der Sinn beider Übungen ist der gleiche: Es geht darum, dass die Kürbis-Gnocchi später die Sauce gut aufnehmen.

Auch am nächsten Schritt gibt es Variationen. Die Gnocchi kommen in zwei Portionen ins heiße sprudelnde Wasser. Die Kochplatte kann man danach kleiner stellen, die Gnocchi ziehen jetzt nur noch im heißen Wasser. Wenn sie aufsteigen sind sie fertig und werden mit einer Schaumkelle abgeschöpft. An dieser Stelle kann man schon zum finalen Schritt übergehen und die Sauce zubereiten.

Mein Favorit: Die Gnocchi erst anbräunen und dann in der Sauce kurz ziehen lassen.

Mein Favorit: Die Gnocchi erst anbräunen und dann in der Sauce kurz ziehen lassen.

Gekocht und / oder gebräunt?

Ich finde das Aussehen der in der Pfanne gebräunten Gnocchi allerdings so anziehend, dass ich das auch schon gemacht und direkt verglichen habe. Geschmacklich macht es nach meinem Eindruck keinen Unterschied. Selbst die durch die Bräunung verursachte zarte Kruste macht sich kaum mehr bemerkbar, wenn die Gnocchi in der Sauce landen.

Eine Ausnahme sind natürlich die Gnocchi, die in Salbeibutter geschwenkt werden. Dazu etwas Butter in einer Pfanne zerlassen und reichlich Salbeiblätter zugeben. Das Ganze schmurgelt bei mittlerer Hitze für etwa 5 Minuten, dann kann man eine zerdrückte Knoblauchzehe zugeben für etwas eine weitere Minute. Beide Zutaten kommen wieder raus und die Gnocchi rein, bis sie goldbraun sind. Fertig!

Wer wie ich auf die Farbe und die Aromen abfährt, der sollte gleich mit Kürbis-Gnocchi anfangen. Aber schon für den Vergleich von fertigen zu selbst genachten Gnocchi lohnt sich die Zubereitung der ‘normalen’ Gnocchi aus Kartoffelteig. Oder die Variante mit einem Teig aus Süßkartoffeln.

Saucen-Auswahl

Die Zubereitung in Salbeibutter ist sozusagen ein Klassiker. Mir gefallen drei weitere Varianten besonders gut. Das eine ist eine cremige Sauce aus Sahne und Parmesan mit etwas Knoblauch. Bei der anderen Variante wird ein Stück Gorogonzola in heißer Sahne aufgelöst. Und bei der dritten Variante greife ich schließlich auf ein selbst gemachtes Pesto zurück. Was aber nur funktioniert, wenn unser Balkonkasten genügend Basilikum abwirft (das klappt meistens bis Anfang November).

Vorratshaltung

Wer den Aufwand sinnvoll und effektiv nutzen möchte, der kann die Kürbis-Gnocchi auch auf Vorrat produzieren. Dazu bietet es sich an, die übrigen noch nicht gekochten Gnocchi einzufrieren. Das ist auch deswegen sinnvoll, weil man den ganzen Kürbis – egal welcher Größe – auf einmal verarbeiten kann. Für den Anfang ist es aber sicher sinnvoll, sich mit einer kleineren Menge an die richtige Teigkonsistenz heran zu tasten.

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2 Kommentare

  1. Asuman Jakupovic

    Vielen Dank für Ihre tollen Rezepte

  2. joachimott@gmx.de

    Ganz herzlichen Dank für die Rückmeldung! Das freut mich sehr!

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Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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