Bagels selber backen

Bagels mit dickem Belag: dafür sind sie gemacht, finde ich.

Bagels mit dickem Belag: dafür sind sie gemacht, finde ich.

Bagels finde ich gut und originell: Ein Gebäck, das so aussieht, kann ja nur gut schmecken. Zumal es massenhaft Platz bietet für einen üppigen Belag. Warum also nicht ausprobieren. So schwer kann es ja nicht sein. Unter all den Rezepten fiel meine Wahl auf eines mit frischer Hefe und 550er Mehl. Und statt der Methode mit dem nachträglich angebrachten Loch, entschied ich mich für das Ausrollen. Dabei wird der Teigstrang um die Hand gelegt. Die beiden Enden verbinden sich auf der Unterseite der Hand, während der Teig mehrfach hin- und her gerollt wird.

Das Ergebnis sei gleich vorneweg verraten: Die Bagels sind nicht so leicht und fluffig wie viele Brötchen. Meine sind durch die Ring-Technik auch etwas größer. Die Sesam-Körner als Belag halten ohne „Kleber” erst mal schlecht. Aber Geschmack und Konsistenz sind durchaus ok.

Und weil die Bagels deutlich mehr Platz brauchen, als beispielsweise Brötchen, ist ein weiteres Backblech ganz praktisch (und habe auch für jedes Blech Backmatten gekauft).

Das Bagel-Rezept

Benötigt werden

  • 750 Gramm Mehl Type 550
  • ein Würfel frischer Hefe
  • 1 EL Zucker
  • 2 TL Salz
  • 440 ml lauwarme Milch
  • evt. Sesam, Mohn oder Körner als Belag

Die Zubereitung

Im Prinzip sind die Bagels ja ein ganz normales Hefeteig-Rezept. Es gibt zwei Besonderheiten. Die oben schon erwähnte Formung des Kringels. Und die Tatsache, dass die geformten Bagel-Teigstücke in siedendem Wasser gewendet werden.

Ich gebe die zerböckelte Hefe in ein Gefäß mit etwas warmer Milch und dem Zucker. Vermengt stehen lassen, bis die Hefe etwas aufschäumt (10 bis 15 Minuten). Das Gemisch mit Mehl und Salz und Milch in eine Schüssel geben, gut vermengen und 30 Minuten stehen lassen.

Dann den Teig ausrollen, in 8 bis 12 Stücke teilen und jedes von Hand zu einer geraden Wurst ausrollen. Den Teigstrang um die Hand legen, so dass die beiden Enden unten zusammen kommen. Mit der flachen Hand ein kurzes Stück hin und her rollen, damit sich die Enden verbinden und der Bagel schön glatt wird. Weitere 10 Minuten abgedeckt ruhen lassen.

Thema mit Variationen: mit und ohne Körner, dick oder dünn belegt, süß oder herzhaft.

Thema mit Variationen: mit und ohne Körner, dick oder dünn belegt, süß oder herzhaft.

Kochen, Bestreuen, Backen

Backofen auf 200 Grad vorheizen, Wasser in einem großen flachen Topf aufkochen. Ich habe mich für die Rezept-Variante entschieden, bei der Natronpulver in das Wasser kommt. Die Bagels kommen für 30 Sekunden ins heiße Wasser, mach dem Wenden mit der Schaumkelle nochmal 30 Sekunden warten. Dann heraus nehmen und auf ein Küchentuch legen.

Während die nächsten Bagels schwimmen, nehme ich die etwas abgekühlten Bagels und lege in einen Teller mit Sesam. Die Körnerseite nach oben kommen sie aufs Backpapier.

Im Ofen bei 220 Grad Umluft etwa 20 Minuten backen, dann auf ein Abkühlgitter legen.

Am besten schmecken sie frisch. Aber auch wenn man sie einfriert, verlieren sie beim Aufbacken / Erwärmen nicht viel von ihrer Qualität. Sie eigenen sich natürlich als normales (Frühstücks-) Gebäck. Aber vor allem für üppige Beläge. Zum Beispiel mit Frischkäse und Kräutern, Räucherlachs und Ei, Schinken, Käse, Tomaten…

Gebäck mit Loch: wie groß soll es denn sein?

Gebäck mit Loch: wie groß soll es denn sein?

Eine Frage des Lochs…

Meine Version ist etwas größer, weil ich einen Bagel mit richtigem Loch wollte. Das kleinere Loch, dass man mit einem Kochlöffel durchstößt, wächst durch die Teigausdehnung wieder ziemlich zu. Die große Version mit größerem Loch ist dagegen fast schon eine Hauptmahlzeit.

Noch verbessern möchte ich die Teigkonsistenz. Und die Sesamsaaten sind abgesehen von der geringen Haftung auch noch etwas blass und klein geblieben. Vielleicht hilft ungeschälter Sesam.

 

Tomatenquiche zum Sommer-Ausklang

Am besten lauwarm servieren, mit frischem Salat.

Am besten lauwarm servieren, mit frischem Salat.

Tomatenquiche – ein weiterer Gemüsekuchen zur Sommerzeit. Und weil gegen Ende des Sommers die roten Früchte nochmal in Massen reif werden, bevor die Ernte zur Neige geht, bietet sich eine Quiche zur Tomaten-Verwertung an. Wegen dem saftigen Innenleben der Nachtschattengewächse braucht man sich keine allzu großen Sorgen zu machen: das Problem lässt sich bei dieser Tomatenquiche beheben.

Zugegeben: Das hier ist die faule Variante: Puristen überbrühen die Tomaten mit heißem Wasser und entfernen dann die schwer verdauliche Tomatenhaut. Aber ich finde die Tomaten auch mit Haut nach dem Backen durchaus akzeptabel.

Rezept für die Tomatenquiche:

Der Teig ist ein einfacher Mürbteig mit Quark aus

  • 250 Gramm Mehl
  • 50 Gramm Magerquark
  • 100 Gramm Butter
  • 1 Ei
  • Salz

Die Zutaten verrühren oder mit dem Knethaken der Küchenmaschine verarbeiten. In einer Schüssel im Kühlschrank für etwa 30 Minuten kalt stellen.

Die Füllung:

  • 750 g Tomaten (ich bevorzuge größere)
  • Blätter von einem Zweig Basilikum
  • 150 Gramm geriebener Käste (Gouda, Emmentaler etc.)
  • 2 EL geriebener Parmesan /  Grana Padano)
  • 200 Gramm Magerquark
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer, evt. Sahne
Tomatenquiche: ein schneller Gemüsekuchen.

Tomatenquiche: ein schneller Gemüsekuchen.

Tomaten waschen, halbieren, die Stilansätze herausschneiden, die Kerne mit einem kleinen Löffel entfernen, in Scheiben schneiden. Ich gebe die Tomaten dann noch in ein Sieb zum Abtropfen. Die Flüssigkeit im Kuchen soll in erster Linie aus der Quark-Ei-Mischung kommen, nicht so sehr aus dem Saft der Tomaten.

Basilikumblätter klein schneiden und mit den Tomaten vermischen.

Quark mit Eiern und Parmesan, Salz und Pfeffer verrühren. Wenn die Masse trotz der Eier zu fest ist, etwas Sahne zugeben.

Die Tarteform einfetten, den Teig ausrollen und Form damit auslegen. Dahinein kommt die Tomaten-Basilikum Mischung, darüber die Quark-Ei-Masse und oben auf der Reibekäse. Die Tomatenquiche geht für 30 Minuten in den Backofen, Umluft, 180 Grad. Den Kuchen danach etwas abkühlen lassen und noch warm servieren.

Scones: Teatime mit Clotted Cream (Ersatz)

Scones mit Clotted Cream (oder einem Ersatz) und Erdbeer-Marmelade: ein Sommer-Hit.

Scones mit Clotted Cream (oder einem Ersatz) und Erdbeer-Marmelade: ein Sommer-Hit.

Ich liebe Scones. Und ich verstehe den Spott über das Essen der Engländer nicht. Sie haben die Teatime erfunden, und die Scones. Sie haben Clotted Cream und Cornish Pasties und tolle Sandwiches. Dabei sind alleine schon die Scones eine Auszeichnung wert. Noch lauwarm, frisch aus dem Ofen,mit Clotted Cream und Erdbeer-Marmelade –  das braucht sich auch vor einer deutsche Kaffee-Tafel nicht verstecken. (auch wenn aus mir kein Tee-Trinker mehr wird, und ich zur Teatime einen guten Kaffee bevorzuge.)

Tipp: Besser bei kleinem Haushalt nur die halbe Rezeptmenge verwenden.

Tipp: Besser bei kleinem Haushalt nur die halbe Rezeptmenge verwenden.

Scones – in zweierlei Hinsicht genial

Gäbe es die Scones nicht schon, man müsste sie erfinden. Ein Teig mit den einfachsten Zutaten und Backpulver statt Hefe. Keine Diskussionen um Warte- und Verarbeitungszeiten, Zimmertemperatur oder nicht. Wer um drei Uhr nachmittags Appetit auf frische Scones verspürt, liegt noch gut in der Zeit. Und kann pünktlich um vier Uhr seinen Kaffee aufsetzen.

Den Vorteilen – einfachste Zutaten und schnelle Zubereitung – steht als Nachteil allerhöchstens entgegen, dass eben Weißmehl und Zucker dominieren. Aber wer sich vernünftig und abwechslungsreich ernährt, der kann sich im Sommer einen frischen Erdbeerkuchen mit Sahne ebenso gut gönnen wie Scones mit Clotted Cream. Wobei letztere hierzulande schwer erhältlich ist und deswegen eine höhere Hürde bildet. Aber auch dafür gibts eine Lösung, doch der Reihe nach.

Fixe Teigbereitung: Nach wenigen Minuten können die Scones-Rohlinge in den Ofen - für gerade mal 15 Minuten.

Fixe Teigbereitung: Nach wenigen Minuten können die Scones-Rohlinge in den Ofen – für gerade mal 15 Minuten.

Zutaten für Scones

In unserem Zwei-Personen-Haushalt sind Scones nach diesem Rezept zwar sehr beliebt, aber von der Menge her etwas zu üppig. Man kann den Rest einfrieren oder von vorneherein zum Beispiel die Hälfte machen. Die meisten klassischen Rezepte gehen mit weniger Butter und Milch, dafür ohne Eier.

  • 500 Gramm Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 2 Esslöffel Zucker
  • etwas Salz
  • 2 Eier
  • 120 Gramm Butter
  • 250 Gramm Vollmilchjoghurt
  • 1 Eigelb und etwas Wasser
Fertig: außen leicht braun, innen locker und fluffig.

Fertig: außen leicht braun, innen locker und fluffig.

Die fixe Zubereitung

Was soll ich sagen? Einfach alles zusammen rühren? Fast. Das Eigelb mit Wasser heben wir uns auf. Der Teig aus den restlichen Zuataten wird ausgerollt, etwa zwei bis drei Zentimeter stark. Dann sticht man mit einem Glas runde Formen aus. Die Reste wieder vermengen, ausrollen, ausstechen, bis man das letzte Scone von Hand formt.

Eigelb mit Wasser vermischen und die Scones auf dem Backbleich (mit Backpapier oder Silikonmatte) großzügig bestreichen. Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad Umluft etwa 15 Minuten backen, abkühlen lassen.

Der Clotted Cream Ersatz

Was wären Scones ohne Clotted Cream? In Deutschland bleiben einige wenige Versender, wo man diese Cream bekommen kann. Gute Tipps zum selber machen habe ich nach dem Lesen des ersten Schrittes (Sahne acht bis zwölf Stunden im Backofen erwärmen) verworfen.

Allerdings findet man auch einige Anleitungen im Netz für einen Clotted-Cream-Ersatz. ich habe das aufs wesentliche reduziert und vermische Mascarpone mit etwas Sahne, bis die Konsistenz zäh, aber streichfähig ist. Ohne Zucker, Aromen, Gewürze.

Bleibt nur noch die Frage zu klären, ob man Scone mit Clotted Cream und Erdbeer-Marmelade klassisch englisch genießt (zuerst die Marmelade aufs aufgeschnitten Scone, dann die Clotted Cream) oder deutsch nach Art des Marmelade-Brötchens. Aber das kann man nun wirklich nicht als Problem beschreiben. Näher ans Original kommt man hierzulande wohl kaum.

 

Kartoffelgratin: die schnellste und leichteste Variante

Leckerer ist das Kartoffelgratin, wenn es dünner ist.

Leckerer ist das Kartoffelgratin, wenn es dünner ist.

Kartoffelgratin gehört für viele zu den Rezepten, die man aufs Wochenende schiebt: Kartoffeln schälen, schneiden, und dann alles noch eine Stunde lange in den Backofen. Ich liebe schnelle Küche. Nicht nur, weil ich meine Mittagspause effektiv nutzen möchte. Deswegen hier das ultimative schnelle Rezept für Kartoffelgratin.

Die Zutaten fürs Kartoffelgratin:

  • etwa ein Pfund Kartofffeln
  • 1/8 Liter Sahne
  • 1/8 Liter Milch
  • Salz, Pfeffer
  • eine handvoll Parmesan oder Reibekäse

Und weils zum Gratin auch was dazu geben soll, hier beispielhaft noch das Rezept für mein Backofengemüse:

  • drei Gemüsesorten (bei mir waren es hier Fenchel, Brokkoli und Lauch)
  • Butterfläckchen
  • Salz, Pfeffer,
  • 0,25 l Weißwein
  • Speckwürfel (optional)
Kartoffelgratin, schnell und einfach. Und das Gemüse dazu geht in einem Aufwasch.

Kartoffelgratin, schnell und einfach. Und das Gemüse dazu geht in einem Aufwasch.

Die Zubereitung:

Sahne und Milch in einen beschichteten Topf geben und erwärmen.

Jetzt werden die Kartoffeln geschäflt und in dünne Scheiben geschnitten. Küchenmesser-Arbeit genügt vollkommen. Die Kartoffeln müssen nicht hauchdünn gehobelt werden. Dann zur Flüssigkeit in den Topf geben, mit Salz und Pfeffer würzen. Einmal aufkochen, dann bei mittlerer Hitze 10 Minuten köcheln lassen.

Jetzt kann man sich um das kümmern, was es zum Kartoffelgratin geben soll. In diesem Fall war das Gemüse, das ebenfalls im Backofen gedünstet wurde. Es wird nicht ganz so aromatisch und Herzhaft wie das hier beschriebene Grill-Gemüse. Aber da das Gratin schon durch den Käse etwas herzhafter sind und beim Gemüse noch Speckwürfel dabei sind, finde cih die Kombination sehr schmackhaft.

Gemüse in Alufolie: Der Wein verdampft, das Aroma bleibt.

Gemüse in Alufolie: Der Wein verdampft, das Aroma bleibt.

Doppel-Belegung im Backofen spart Zeit

Dafür drei verschiedene Gemüsesorten kleinschneiden. Ein Backblech mit Alufolie auslegen, die Folie aber nicht von der Rolle abtrennen. Gemüse mit Butterstückchen belegen, mit Salz und Pfeffer würzen, evt. Speckwürfel drüber geben. Mit der Rolle Alufolie nochmal drüber gehen und mit etwas Zugabe dann am Anfang des Blechs die Alufolie von der Rolle so abtrennen, dass man die Enden zusammenfalten kann.

Nur das bißchen Speck macht es nicht-vegetarisch. Kann man auch weglassen.

Nur das bißchen Speck macht es nicht-vegetarisch. Kann man auch weglassen.

Jetzt an der hinteren Kante des Alufolienbündels ebenfalls beide Lagen zusammenfalten. Die Alufolie bildet jetzt ein Tasche für das Gemüse und ist nur an der Vorderseite noch offen.  Blech und Alufolientasche mit Gemüse vorne leicht anheben und ein Glas Weißwein von vorne in diese Tasche gießen.

Nun auch auch die Vorderseite des Alufolien-Bündels zusammenfalten. Dann kann das Gemüse mit etwas Fett und Salz im Weißwein schonen gedämpft werden.

Die Kartoffeln samt Flüsigkeit in eine gefettete Auflaufform geben und den geriebenen Käse drüber geben. Kartoffeln und das Backblech mit dem Gemüse jetzt zusammen auf zwei verschiedenen Stufen bei Umluft in den Ofen geben. Bei 200 Grad etwa 20 bis 25 Minuten backen, bis das Gratin an der Oberfläche schön knusprig braun ist.

Beides zusammen herausnehmen und servieren.

Ideale Ergänzung: Kartoffeln und Gemüse.

Ideale Ergänzung: Kartoffeln und Gemüse.

No-Knead-Bread – das Brot ohne Kneten

Der Teigschluss nach oben sorgt für die elegante Falte.

Der Teigschluss nach oben sorgt für die elegante Falte des No-Knead-Bread .

Das No-Knead-Bread, das Brot ohne Kneten, ist eigentlich ein alter Hut. 2006 stellte es Mark Bittman in einem Video der New York Times vor. Damals vor 10 Jahren dachte ich schon: genial. Inzwischen gibt es sehr viele Menschen, die das nachgemacht, variiert, fotografiert und gefilmt haben. Soll ich mich da einreihen?

Ja! Der Bäcker, der das damals vorgestellt hat, Jim Lahey von der Sullivan Street Bakery, hat das Brot damals vorgestellt. Auslöser war seine Behauptung, das ein Sechsjähriger mit dieser Methode ein besseres Brot machen kann als so ziemlich jede Bäckerei in diesem Land. Und als sich der New Yorker Journalist schließlich später verabschiedete, kündigte er an, er „stehle das Rezept für Jahre” (was sich als sehr wahr herausstellen sollte). Und Jim Lahey sagte: Stellen Sie sicher, dass jeder Zugang dazu bekommt.

Das No-Kenad-Bread braucht eine relativ lange Vorlaufzeit von 12 bis 18 Stunden.

Das No-Knead-Bread braucht eine relativ lange Vorlaufzeit von 12 bis 18 Stunden.

Schlabbrig und gar nicht zum Kneten geeignet: Der No-Knead-Teig.

Schlabbrig und gar nicht zum Kneten geeignet: Der No-Knead-Teig.

Das kinderleichte No-Knead-Bread

GSW Schmortopf

GSW Schmortopf

Und so sollte es sein: Jeder sollte wissen, dass es zumindest ein Rezept gibt, mit dem man kinderleicht ein herrliches Brot backen kann. Einziger Haken (je nach elterlichem Haushalt) ist der geschlossene gusseiserne Topf, den man dazu braucht. Das der wirklich notwendig ist, erklärt auch Lahey im Video: Zwei Drittel der Backzeit sollte das Brot im geschlossenen Topf mit hohem Wasserdampfgehalt backen, erst danach wird der Deckel geöffnet, damit sich eine schöne Kruste bilden kann.

Was mich davon abgehalten hat war ebenfalls dieser Topf. Bei der ersten Recherche bleibt man den (in meinen Augen überteuerten) Töpfen renommierter Hersteller hängen. 250 Euro für einen Schmortopf? Eher nicht. Aber weil das Thema immer wieder aufkam habe ich schließlich diesen preiswerten gusseisernen Topf aus deutscher Produktion für gerade mal 40 Euro auf die Wunschliste gesetzt und schließlich auch angeschafft. Und damit geht es natürlich auch ganz hervorragend.

Weizenschrot oder wie hier Sesamkörner beleben die Kruste.

Weizenschrot oder wie hier Sesamkörner beleben die Kruste.

Deswegen jetzt ohne langes Herumgerede:

Das Rezept

Im originalen Text heißt es:

  • 3 cups flour
  • 1½ teaspoons salt
  • ½ teaspoon instant yeast
  • 1½ cups room temperature water

Das Suchen nach deutscher Übersetzung und Anpassung der Maßeinheiten kann man sich sparen, es geht genauso, wie man es vermutet.

  • 3 Tassen Mehl
  • 1,5 TL Salz
  • 0,5 TL Trockenhefe
  • 1,5 Tassen zimmerwarmes Wasser

Statt Abwiegen einfach Tassen und Teelöffel verwenden, fertig.

Die Zubereitung

Die Anleitung ist ebenso kurz und schmerzlos, wie im Video gezeigt.

Mehl, Salz und Hefe in einer großen Schüssel vermengen. Das Wasser dazu geben und etwa eine Minute vermischen. Fertig.

Den Teig 12 bis 18 Stunden gehen lassen.

Dann den Ofen mitsamt dem Topf und Deckel vorheizen auf 250 Grad. Den Teig aus der Schüssel nehmen, viermal falten, mit dem Schluss nach unten, glatte Seite nach oben gehen lassen, bis der Ofen heiß ist. Dann kommt das Brot in den heißen Topf mit dem Schluss nach oben, glatte Seite unten fertig. Ich habe mich für die Variante entschieden, den Teigfladen nicht in den Topf zu werfen, sondern statt dessen mitsamt Backpapier einzulegen.

Backpapier erleichtert das Handling.

Backpapier erleichtert das Handling.

Nach 30 Minuten kommt der Deckel runter, nach 45 Minuten ist das Brot fertig.

Es ist so lecker und so einfach, dass es jeder mal probiert haben sollte.

Es sollte frisch, sogar noch lauwarm auf den Tisch.

Es sollte frisch, sogar noch lauwarm auf den Tisch.

PS:  Jim Lahey und die Bäckerei gibts heute noch. Und es gibt dort wohl auch eine University of bread. Mark Bittmann hat seine Kolumne „The Minimalist” aufgegeben und nach 25 Jahren die NYT verlassen. Der Mann mit der sonoren Stimme arbeitete heute wohl selbständig und ist – unter anderem – erfolgreicher Buchautor.

 

Schneckennudeln – das fixe Kaffee-Gebäck

Die kleinen Schneckennudeln haben eine robustere Füllung bieten mit Kruste und Füllung etwas mehr Crunch als die gebräuchliche Bäcker-Variante.

Die kleinen Schneckennudeln haben eine robustere Füllung bieten mit Kruste und Füllung etwas mehr Crunch als die gebräuchliche Bäcker-Variante.

Schneckennudeln sind im Schwabenland heiß begehrt. Also zumindest war das so, bevor die riesigen Hefe-Monster mit wenig Füllung aufkamen. Weich, weiß, mit Zuckerguss. Die traditionellen sind kleiner, sie sind in bißchen knusprig (was in Zeiten der Back-Shops generell eine unerwünschte Eigenschaft zu sein scheint). Und sie sind gefüllt mit Rosinen, Zucker und gemahlenen Haselnüssen oder Mandeln. Ihr Vorteil ist, dass sie so klein sind. Eine geht immer noch, auch zwischendurch und ohne Kaffee. Ihr Nachteil ist, dass sie so klein sind. Denn man isst gerne mal eine zu viel.

Schneckennudeln –  auch aus Hefeteig-Resten

Schneckennudeln gehen so fix, dass sie bei uns zur Standard-Resteverwertung bei zu großen Hefeteig-Mengen geworden sind. Beim Standard-Rezept mit einem Pfund Mehl und einem Hefewürfel zum Beispiel für Dampfnudeln bleibt bei zwei Personen die Hälfte übrig. Nach dem Mittagessen lässt sich dann noch fix eine Portion Schneckennudeln backen, die rechtzeitig zum Kaffee warm aus dem Ofen kommen.

Schneckennudeln selbst gemacht - das geht natürlich auch gleichmäßiger als diese hier.

Schneckennudeln selbst gemacht – das geht natürlich auch gleichmäßiger als diese hier.

Rühren und Kneten

Für den Hefeteig braucht man

  • 500 Gramm Mehl
  • 50 Gramm Zucker
  • 50 Gramm Butter
  • ein Würfel Hefe
  • zwei Eier
  • 1/4 Liter Milch
  • eine Prise Salz

Für die Füllung:

  • 100 Gramm gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
  • 100 Gramm Rosinen
  • 50 Gramm Zucker
  • 60 Gramm zerlassene Butter
  • 2 EL Sahne

Zubereitung

Hefeteig-Reste: Ein halbes Pfund reicht für eine gute Portion Schneckennudeln.

Hefeteig-Reste: Ein halbes Pfund reicht für eine gute Portion Schneckennudeln.

Bei der Füllung gibts zahlreiche Variationsmöglichkeiten.

Bei der Füllung gibts zahlreiche Variationsmöglichkeiten.

Milch und Butter werden in einem kleinen Topf auf dem Herd warm gemacht. Das Mehl mit Zucker in einer Schüssel vermischen. Die Hefe in einer Tasse zerbröseln, einen Esslöffel vom Zucker abzweigen und zur Hefe geben. Etwas von der lauwarmen Milch zugeben, so dass sich die Hefe gut verrühren lässt.

Alles zusammen in der Rührschüssel mit der Küchenmaschine oder von Hand kneten und danach für mindestens 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Normalerweise reicht Zimmertemperatur. Wer sicher gehen will, dass es warm genug ist, der mach kurz seinen Backofen bei 50 Grad Umluft an und nach einer Minute wieder aus. Dann die Teigschüssel zugedeckt in den Backofen stellen.

Die Füllung sieht so verteilt etwas sparsam aus, reicht aber völlig aus.

Die Füllung sieht so verteilt etwas sparsam aus, reicht aber völlig aus.

Die Hälfte (oder auch alles) noch einmal durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsplatte etwa einen Zentimeter dick zu einem Rechteck ausrollen. Mit zerlassener Butter bestreichen. Mandeln / Haselnüsse, Zucker, Rosinen und Sahne vermischen und auf dem Teig möglichst bis zum Rand ausstreichen. Bei der Füllung sind natürlich mehr Variationen möglich. Wer keine Rosinen mag, kann Cranberrys nehmen. Beliebt ist auch eine Füllung mit Zimt. Und ein Zuckerguss zum Abschluss. Mein Favorit ist die schwäbische Variante wie oben beschrieben.

Alles drin: Rosinen, Zucker, Haselnüsse.

Alles drin: Rosinen, Zucker, Haselnüsse.

Von der Rolle

Dann das Rechteck von der langen Seite her vorsichtig aufrollen und die Rolle in etwa zwei bis drei Zentimeter dicke Streifen schneiden. Diese werden flach auf das Backblech gesetzt. Falls sie beim Schneiden etwas verformt wurden, wieder möglichst in eine runde Form bringen. Die ganze Menge von einem Pfund Mehl reicht für etwa zwei Backbleche. Etwa 30 Minuten gehen lassen.

Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad Umluft etwa 30 Minuten backen. Und dann möglichst noch lauwarm zum Kaffee servieren. Reste lassen sich auch gut einfrieren. Aber wer die halbe Portion bäckt, der hat wahrscheinlich nach Kaffee und dem nächsten Frühstück keine Reste mehr.

Die Scheiben sind nach dem Abschneiden noch etwas oval.

Die Scheiben sind nach dem Abschneiden noch etwas oval.