abgespeist.de: Von aufgetischten Werbelügen

abgespeist.de

„Abgespeist – denn Etiketten lügen wie gedruckt“. Das ist Thema und Titel der Website, die von Foodwatch ins Leben gerufen wurde. Und genauso gibt sie sich auch: Kämpferisch, aufklärerisch, plakativ. Dahinter steckt Thilo Bode, der in der grünen Szene, bei Verbraucherschützern und Lebensmittelexperten kein Unbekannter ist.

Pfiffig an der Website finde ich Technik und Darstellung, die hier zum Einsatz kommen. Wie oft lesen wir aufklärerische Texte, gedruckt oder im Internet, und wünschen uns nichts mehr, als dass der Autor die Sache allmählich auf den Punkt bringt. In der Flash-Darstellung kann man die wichtigsten Punkte anklicken, in denen Dichtung und Wahrheit aufeinandertreffen.

Mit dem Klick zu „Kompaktinfo“ kommt man zu einer ausführlicheren Darstellung und natürlich darf auch der Email-Button nicht fehlen, mit dem man dem Hersteller seine Meinung sagen soll.

Derzeit ist das Informationsangebot mit neun Artikel noch nicht so üppig. Aber die gründliche Aufarbeitung und die gute Darstellung rechtfertigen das. Schließlich werden die Autoren auch mit den Herstellern noch manchen Strauß auszufechten haben.

Man kann sich mit einem Newsletter auf dem Laufenden halten lassen, die Seite per Mausklick weiter empfehlen oder auch selbst ein Produkt vorschlagen.

Alles in allem eine gute Sache, hinter der viel Aufwand steckt und ziemlich sicher auch vergleichsweise viel Unterstützung. Der Ansatz, Werbelügen anzuprangern ist gut, der Weg schwieriger als die Beschreibung der positiven Beispiele. Auf Erfolgserlebnisse – sprich: Korrekturen der Hersteller – dürften die Autoren sicher lange warten, aber – und das ist gut für uns Verbraucher – das scheint ihnen wenig auszumachen.

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Edeka Bio-Salat-Dressing Knoblauch

Edeka Bio Salat Dressing

Der Artikel gehört in der Kategorie Fertigprodukte, aber gerade die sollen ja eine große Zukunft vor sich haben. Also teste ich ein fertiges Salat-Dressing, Edeka Bio, Geschmacksrichtung Knoblauch.

Edeka Bio Salat DressingWer es ganz bequem mag, der liegt mit dieser Kombination richtig: Salat gleich gewaschen und zerpflückt in der Tüte einkaufen, fertig abgepackt, dazu das Bio-Salatdressing im wieder verschließbaren Beutel (200 ml, 1,29 Euro). Genauso wird das im Supermarkt ja auch angeboten, zusammen in der Frische-Abteilung. Wahrscheinlich gedacht für all diejenigen, die zum Beispiel im Büro auch mal einen gesunden Imbiß zu sich nehmen wollen.

Der Geschmack ist in Ordnung, für verwöhnte Gaumen vielleicht etwas künstlich, aber im Vergleich zu anderen Fertigsaucen, die ich schon probieren durfte, ganz akzeptabel. Schmeckt nach Mayonaise, eher dezent nach Knoblauch, leicht süßlich. Es fehlt ganz die Säurenote, die bei Sommersalaten ja die Spritzigkeit ausmacht. Für Geschmack und Handling gibts also gute Noten.

Zutatenliste und Nährwerte sind für diese Kompromißlösung auch in Ordnung: 100 g enthalten 5,3 g Zucker und 17,6 g Fett. In der Zutatenliste stehen nach Wasser Joghurt, Rapsöl, Rohrzucker, Branntweinessig, 1,7 % Knoblauch, Salz, modifizierte Maisstärke, Verdickungsmittel: Xanthon und Guarkernmehl, Gewürze, Säueruungsmittel Citronensäure und Kräuter.

Die Verpackung ist wirklich gut wiederverschließbar, so daß man mit den typischen Ein-Personen-Portionen wohl eine Weile hinkommt. Die Empfehlung, das Dressing auch zu Gemüsesticks zu verwenden ist eine gute Ergänzung.

Bio-Dressing selbstgemachtFazit: Anstelle von Wurstsemmel, Pommes oder Currywurst etwas Salat mit Bio-dressing in der Mittagspause – das ist sehr empfehlenswert, finde ich. Angesprochen werden sicher zuerst Singles. Wer im Haushalt bereits ein paar Bio-Zutaten hat und seinen Salat einplant, der tut sich mit dieser Methode genauso leicht:

Gewaschenen und zerpflücken Salat in einer Box mitnehmen, mit oder ohne Gemüsestreifen. In ein altes Marmeladeglas mit Schraubverschluß drei Teile Bio-Rapsöl, ein Teil Bio-Essig füllen, Salz und Pfeffer aus der Mühle, Kräuter aus dem Balkonkasten und ein oder zwei Löffel Kräuter Crême fraiche füllen, Deckel drauf. Und dann: Shake it, Baby. Hält auch ohne Kühlschrank bis zur Mittagspause.

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REWE Bio Erdnussbutter Crunchy und Barney’s Best Peanut Butter

Erdnussbutter

„Es gibt nur eine.“ So warb meine regionale Tageszeitung eine Zeit lang. Und ich ärgerte mich, dass man diesen Nachteil für einen Kunden so herausstellt. Als meine Kinder auf den Geschmack von Erdnußbutter kamen stellte ich fest: Auch hier gilt offensichtlich „es gibt nur eine (Sorte)“. Das amerikanische Produkt Barney’s Best Peanut Butter gibts in genau zwei Ausführungen (mit Stückchen und ohne) in fast jedem Supermarkt. Aber sonst nix.

Neuerdings ist das anders: REWE Bio Erdnussbutter Crunchy steht zwar nicht neben dem konventionellen Produkt sondern in der Bio-Abteilung. Aber es kommt im Glas zum gleichen Preis von 1,79 Euro. Lesen hilft: Hier sind nur 250 Gramm drin, das US-Produkt bietet 350 Gramm.

Erdnussbutter VergleichDeckel ab, Nase ins Glas: Feiner, aromatischer Duft nach Erdnüssen im REWE Bio-Glas. Barney’s Best versucht durch Röstaromen zu punkten, die gleich wesentlich intensiver und appetitanregend sind. Das Bio-Produkt wirkt fast etwas blaß im Vergleich zum amerikanischen, auch sind dort die Stückchen größer, die das Prädikat „crunchy“ ausmachen.

Trotz des schnellen Punkterfolgs des Standardproduktes: In der Familienrunde schneiden beide gut ab und das Bio-Produkt erfeut sich ebenso großer Beliebtheit. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, dass die amerikanischen Hersteller etwas mehr Erdnüsse zugegeben haben (90 statt 88 %). Aber dann kommen dort in der Reihenfolge ihrer Mengenanteile gleich Zucker an zweiter Stelle, Öl pflanzlich gehärtet, Speisesalz.

Dass es auch gesünder geht, zeigt REWE Bio: Palmfett, Meersalz, Vollrohrzucker lautet dort die Reihenfolge. Und damit ist das Bioprodukt trotz des fast 50 Prozent höheren Preises eine sehr gute, wenn nicht gar die bessere Alternative.

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BioBio Schokoladen-Butterkeks und Bahlsen Choco Vollmilch im Vergleich

BioBio Schoko-Keks

Mmmmhhh, lecker: Schoko-Kekse. Die Variante mit einem knusprigen Butterkeks unten und einem Schokotäfelchen oben drauf gehört zu meinen Lieblingssorten. Bei Plus gibt es solche unter der Eigenmarke BioBio (Schokoladen-Butterkekse für 1,99 Euro, 130 Gramm). Und weil Lieblingssorten in der Erinnerung ja immer gut abschneiden holte ich mir zum direkten Vergleich noch den Klassiker von Bahlsen, Leibniz Choco Vollmilch, als Big Pack mit 166 g für 1,29 Euro.

Bevor es an irgendwelche Zahlen und Daten geht: Auspacken, Reinbeißen. Prima Test, beide sind lecker. Die nach EU-Zeichen kontrollierten sind etwas kleiner (15 Stück für insgesamt 130 g) als die von Bahlsen (12 Stück für 166 Gramm). Außerdem haben die Bahlsen auch mehr Schokolade draufgepackt. Solange man nicht abnehmen möchte (und wer isst schon Schoko-Kekse, wenn er abnehmen möchte?) hat das durchaus seinen Reiz.

BioBio und LeibnizDie Bahlsen schneiden auch in anderer Beziehung besser ab: Der Keks kommt mir knuspriger vor, die Schokolade ist härter. Die BioBio Variante ist in der Zutatenliste fast identisch, nur eben mit Bio-Zutaten. Der Anteil der Vollmilchschokolade ist aber hier nur 48 %, bei Bahlsen sind es 66 %. Psychologisch vielleicht etwas ungeschickt: Ausgerechnet BioBio benennt die Backtriebmittel mit den kryptischen E-Nummern (E503ii, E500ii) während Bahlsen Begriffe wie Natriumhydrogencarbonat und Dinatriumphosphat aufzählt.

Bahlsen versucht außerdem mit dem Öko-Test-Urteil „sehr gut“ zu punkten und das bezieht sich auf Inhaltsstoffe und Verpackung. Die Qualitätsgarantie sagt: Ohne Zusatz von Konservierungsstoffen, künstlichen Aromen und Farbstoffen.

Fazit: Wer bei Plus einkauft tut sich und der Umwelt etwas Gutes, wenn er auch nach den BioBio-Keksen greift. Der Preisaufschlag auf rund das Doppelte (wenn man den 100-g-Preis zugrunde legt) ist happig und das Bahlsen-Produkt passt durchaus in die Kategorie „nicht bio aber trotzdem gut“.

Beide Marken bekommen übrigens noch einen Extrapunkt für gute und informative Websites: Bei Bahlsen (wo es auch noch die Varianten edelherb, Choco Banane und Vollmilch Diät gibt) stehen viele Infos auch zu Rohstoffen, Qualitätsgarantie, Herstellverfahren. BioBio ist zurückhaltender mit Detail-Infos zu den einzelnen Produkten, führt aber alle BioBio-Produkte mit Bild, Menge und Preisangabe (!) auf.

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Kleine Zwischenbilanz eines Testschmeckers

Testprodukte

Dies ist der 33. Beitrag im Testschmecker-Blog – und der erste, in dem es nicht konkret ums Essen und Trinken, um ein Lebensmittel und Bioware geht. Lars und ich arbeiten jetzt seit mehreren Monaten an unserem Projekt, und es zeigt zumindest bei mir erste Folgen. Nicht dass ich irgendwie aufgeschlossener für Bio-Lebensmittel geworden wäre, das war ich ja vorher schon. Und biologisch eingekauft wurde – in Maßen – auch.

Aber alleine das Durchforsten des Bildmaterials hat mir neulich erst gezeigt, welche Ausmaße das annimmt: Der Blick beim Einkaufen ist fokussiert auf Artikel mit Bio-Kennzeichnungen. Kenn ich das schon, ist das neu? Stimmt der Preis oder sollte man das von vorneherein gar nicht auf die Testliste setzen?

Ich habe mir angewöhnt, immer auch nach Vergleichsprodukten zu schauen: Entweder eine andere Bio-Variante zu – beispielsweise – Erdnussbutter. Oder eben das konventionelle Produkt im Vergleich dazu. Wichtig ist immer auch das Urteil von anderen („Magst Du mal probieren? Ich hab da was…“) und das Protokollieren mit Fotos und Kassenzetteln. Die Familie hat sich dran gewöhnt und macht mit Freuden mit („Kauf doch mal Smoothies…“ – „Was sind Smoothies?“).

Und trotzdem das alles manchmal etwas in Streß ausartet: Es macht Spaß! Natürlich, weil ich auf dem Wege auch Dinge entdecke und kaufe, die ich sonst vielleicht hätte im Regal liegen lassen. Aber auch, weil ich den Eindruck habe, es bewegt sich etwas. Als ich neulich in einem Supermarktregal nebeneinander konventionelles und Bio-Rapsöl habe stehen sehen und beide hatten den gleichen Preis, da dachte ich mir: So weit wird es kommen.

Nicht so weit, dass Bio-Ware unter Preis verkauft wird. Aber bei kluger Kalkulation reicht die Gewinnspanne von manch industriellem Nahrungsmittel sicher auch für Bio-Erzeuger. Was mich in letzter Zeit begeistert hat: Bioware, die den Weg aus der Nische geschafft hat, erfolgreich ist und eine Super-Qualität hat. Auch wenn sie mehr kostet, wie zB Bionade. Was mich gefrustet hat: Schlechte Bio-Tütensuppe, zwei Teller für 1,30 Euro, Preis und Leistung passen hier nicht.

Die Themen gehen uns nicht aus: Wir werden Websites vorstellen, die sich mit der gleichen Thematik beschäftigen, werden Bio-Versandprodukte testen, sicher auch Sachen, die nicht bio aber trotzdem eine gute Alternative sind. Für uns bleibts also spannend.

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Edeka Bio-Schwarzwälder Schinken

Schwarzwälder Bio-SchinkenSchwarzwälder Schinken bringen viele Touristen aus dem Urlaub mit: Vakumiert, in großen Stücken, mit schmalem Fettrand. Schon längst kann man ihn aber auch in jedem Supermarkt kaufen, zum Beispiel den Edeka Bio Wertkost Schwarzwälder Schinken, 100 g zu 2,99 Euro. Über Schwarzwälder Schinken braucht man zunächst nicht viel zu wissen, ein Wikipedia-Eintrag reicht.

In der Praxis wird man schnell feststellen, dass es Riesen-Unterschiede gibt: Der Salzgehalt, die Rauchnote, das Aroma, das nicht nur durch Tannenreisig, sondern oft auch noch durch Wacholder und Kräuter bestimmt wird. Und schließlich Maserung und Qualität des Fleisches.

Edeka Bio-SchinkenDas Edeka-Produkt kann es hierbei mit den meisten Metzger-Qualitäten aufnehmen: Feiner Duft, dezentes Aroma, nicht zu salzig, optisch und geschmacklich ein Leckerbissen. Die feine Maserung des Fleisches verspricht meist mehr Geschmack als die Trennung in einen dunkelroten, maserungsfreien Teil und einen Fettstreifen, den die meisten Menschen sowieso wegschneiden.

Der Preis ist hoch, aber angemessen, finde ich: Für mich ist solch ein Schinken auch kein Alltagsprodukt, sondern etwas Besonderes. Kontrollierte ökologische Erzeugung, Weidehaltung, keine Gentechnik, keine künstlichen oder naturidentischen Aromen – das hat seinen Preis.

Die Zutatenliste ist kurz (Schweinehinterschinken, Meersalz, Kochsalz, Gewürze, Rohrohrzucker, Traubenzucker. Konservierungsstoff: Natriumnitrit, Tannenrauch. Ohne Natriumnitrit scheint es nicht zu gehen, und wer nach dieser Lektüre noch Schinken mag, wird sich damit abfinden müssen.

Den Vergleich mit anderen Supermarkt-Produkten (doppelte Menge zum fast halben Preis) gewinnt der Schwarzwälder Bio-Schinken um Längen, ein solcher Wettbewerb ist auch ehrlich gesagt vom Ansatz her nicht ganz fair. Aber er bestärkt mich in meiner Haltung, lieber auf die „billige“ Luxusware „Schinken für jeden Tag“ zu verzichten und sich dafür den wahren Luxus eben etwas seltener zu gönnen.

Wer übrigens mal eine größere Schweinezucht besichtigt hat und auch im Freien lebende Tiere im Schwarzwald erlebt hat, der weiß wie solche Preisunterschiede zustande kommen. Die aktuelle Diskussion um den Streik der Milchbauern im Schwarzwald hat ein ähnliches Thema, wobei es hier freilich nicht um Luxusgüter geht.

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