Schnürsenkel aus Amerika für Amerika

Klingt etwas belanglos: amerikanische Schnürsenkel für Amerikaner. Abgesehen davon, dass dieses Kickstarter-Projekt auf Anhieb doppelt so viel Geld eingesammelt wie benötigt, hat die Sache aber noch einen ernsten Hintergrund – hier ebenso wie in den USA. Viele Menschen scheinen bereit zu sein, mehr Geld dafür auszugeben, wenn sie hochwertige Produkte aus dem eigenen Land kaufen können. Offensichtlich setzen nicht alle auf Billig-Varianten von irgendwoher, nötigenfalls aus Fernost oder aus Ländern, wo man es mit den Produktionsbedingungen nicht so genau nimmt.

Ob das auch aufs Schnäppchenland Deutschland übertragbar ist, kann man wohl nicht sagen. Durch vergleichbare Projekte bei uns würde das Thema aber sicher mehr Bedeutung gewinnen. Außer dem Textilhersteller Trigema fallen deutschen Verbrauchern wahrscheinlich auf Anhieb kaum Firmen ein, die garantiert auch in Deutschland produzieren. Immerhin ist das schwäbische Vorzeige-Unternehmen Beleg dafür, dass es geht, qualitativ gute Ware in Deutschland zu vernünftigen Preisen zu produzieren.

Man muss sich ja gar nicht das Ziel setzen, die Billig-Ramscher, die auch T-Shirts für 3,99 Euro anbieten, vom Markt zu verdrängen. Aber gezielt Alternativen aufzubauen und zu bewerben scheint mir noch in einigen anderen Bereichen erfolgreich möglich zu sein.

Warum werden Hühnereier in Amerika gewaschen?

Eier - am besten bio

Amerikaner waschen Hühner-Eier: Americans – why do you keep refrigerating your eggs?. Klingt zunächst nicht so spektakulär, auch wenn das in Europa gar verboten ist. Aber wer dem Artikel folgt, der stellt schnell fest, dass da ja noch mehr dran hängt: Da soll es eine Schutzschicht auf dem Ei geben, die dadurch entfernt wird. Und so erscheint in den USA dann eine Lagerung im Kühlschrank sicherer, um eine Vermehrung von Keimen und Bakterien zu verhindern.

Die europäische Logik erscheint besser: dafür zu sorgen, dass die Eier sauber erzeugt werden und sauber zum Verbraucher kommen. In den meisten Haushalten (nicht in den Supermärkten) werden die Eier aber anschließend dennoch gekühlt.

Trinkschoggi – in Bioqualität aus dem Online-Shop

Die Zahl der Gründer, die irgendwas mit bio online vertreiben wollen ist ja mittlerweile inflationär. Meistens sind es Wirtschaftsstudenten, die einigen bekannten Vorbildern nacheifern und quasi vom Computer aus einen Onlinehandel installieren wollen – und dann doch wieder recht schnell von der Bildfläche verschwinden oder den Laden rasch verkaufen.

trinkschoggi

Einige Zeit auf dem Markt ist TRINKSCHOGGI. Kerstin Dorner im schwäbischen Deizisau ärgerte sich als Mutter darüber, dass die meisten Getränkepulver für ihre Kinder entweder viel zu süß sind, mit unnötigen Zusätzen versehen oder von sogenannten global playern stammen, die sich um die Herkunftsbedingungen des Kakaopulvers wenig scheren.

Sie fand einen Bio-Importeur, der auf faire Bedingungen ohne Kinderarbeit achtet und rief ihren Trinkschoggi-Shop ins Leben. Inzwischen ist ihr Vorhaben von einigen Medienvertretern beleuchtet und für gut befunden worden. Auf der Website gibts zahlreiche weitere Informationen dazu. Das Angebot ist übersichtlich, die Preise erscheinen fair und auch die Versandbedingungen sind durchaus tragbar.

Getestet habe ich die Trinkschoggi selbst noch nicht (ich bin kein Fan von Milchgetränken), aber manchmal ist es ja schon beruhigend, eine Alternative zu wissen zu Produkten und Herstellern, die man nicht unterstützen möchte. Und rechtzeitig zu Beginn der kalten Jahreszeit steigen vielleicht auch Milch-Muffel ab und zu auf eine heiße Schokolade um.

NDR-Beitrag: Schwindel mit Vollkorn-Brötchen

Vollkorn oder nicht?

Überraschend ist eigentlich nur, dass alle in dem Beitrag befragten Verbraucher wirklich überrascht sind: Niemand hatte wohl damit gerechnet, dass in einem Vollkorn-Brötchen nicht zu 100 oder 90 Prozent Vollkorn verarbeitet ist: Schwindel mit Vollkorn-Brötchen | NDR.de.

Die Experten hatten es dagegen nicht schwer, die „Fälschungen” zu erkennen: Farbstoffe im Teig, zu wenig Vollkornanteil, das erkannten Sie bereits beim Aufschneiden und Betasten der Brötchen. Der Acht-Minuten-Beitrag ist durchaus sehenswert. Man erfährt einiges über das Verhältnis der meisten deutschen Bäcker zu industriellen Backmischungen und der Abhängigkeit von solchen „Hilfen”. Und darüber, dass die meisten Bäcker wohl auch gar nicht wissen, welche Anteile in welchen Backmischungen enthalten sind.

Über mich

Joachim Ott (joachimott.de) ist der Testschmecker. Journalist, Fotograf und Filmemacher. Geboren in Schwaben, lebt in Baden. Ständig auf der Suche nach guten Lebensmitteln.

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