Fünf-Früchte-Saft

140805_saft1

Überquellende Gärten und Marktstände mit frischen Beeren: So viel kann man gar nicht essen, wie man kaufen möchte. Und wie immer in einem ergiebigen Sommer, versucht man ein Stück dieser Farbigkeit und Fruchtigkeit in ruhigere Zeiten hinüberzuretten.

Das Rezept für diesen Fünf-Früchte-Saft ist bestechend einfach: Ursprünglich sind es

- 1,5 kg rote Johannisbeeren
- 500 g schwarze Johannisbeeren
- 1 kg Himbeeren
- 1 kg Erdbeeren
- 1 kg Sauerkirschen- 240 bis 550 g Zucker

Das passt ganz gut, weil rote Johannisbeeren als Hauptanteil recht preiswert sind, wenn man sie kauft. Und wer einen Garten hat, der kommt ebenfalls leicht auf diese Menge.

Alles zupfen, entkernen etc., waschen und in einem großen Topf mit 1,25 Liter Wasser aufkochen. Das Ganze danach über ein Sieb mit Tuch abgießen. Wir nehmen alte Geschirrhandtücher, besser ist der Windelstoff (einer neuen Windel). Ausdrücken und zum Saft den Zucker geben.

140805_saft2

Achtung: Ziemlich regelmäßig geliert der Saft, das ist ziemlich ärgerlich. Wir hatten erst den Zucker in Verdacht und haben die Zuckermenge reduziert (was gut möglich ist). Inzwischen sind wir der Meinung, dass vor allem in den roten Johannisbeeren von Natur aus viel Pektin, das nimmt man auch zur Geleeherstellung und für Marmelade. Generell lautet der Rat beim unbeabsichtigten Gelieren: Weniger Zucker nehmen, evt. mehr Wasser.

Als Faustregel wird angegeben pro Liter Saft (das kann man dann ja abmessen, wenn man es ausgepresst hat) 80 bis 180 Zucker zu nehmen. Wir sind wie gesagt an der unteren Grenze, seitdem klappts.

140805_saft3

Der Saft ist trotzdem beinahe ein Sirup, etwas zähflüssig, aber das macht ja nix. Er eignet sich hervorragend zum verdünnt trinken oder wir nehmen ihn pur als Grundlage für rote Grütze – ein weiteres Highlight der Beeren-Saison. Und da darf dann ja auch alles wieder gelieren.

140805_saft4

Und damit ist dann der Bestand des köstlichen Saftes schon wieder deutlich dezimiert, bevor der Sommer zu Ende ist. Pro Durchgang ergibt das bei uns rund fünf kleine Fläschchen, insgesamt machen wir das drei oder vier Mal. Das bedeutet, nur wenige Fläschchen (die abgebildeten haben übrigens die ideale Größe für unsere Rote-Grütze-Menge) schaffen es in die kalte Jahreszeit.

PS: Das ursprüngliche Rezept stammt übrigens aus diesem Buch, das ich nur empfehlen kann.

sehr gut haltbar machen

140805_saft5

Zucchini-Butter als leckerer Brotaufstrich

selbst gemachte Zucchini-Butter

Zucchinibutter, wie sie hier beschrieben ist, ist eigentlich keine Butter. Klingt zunächst etwas irreführend, weil man vielleicht an Bärlauchbutter und ähnliche Varianten denkt. Tatsächlich ist in diesem Rezept (Jennie Cooks Zucchini Butter) nur wenig Butter, man kann genausogut Olivenöl verwenden. Und heraus kommt letztlich einfach ein Brotaufstrich.

Die im ursprünglichen Rezept angegebene Kochzeit von 15 Minuten habe ich übrigens nicht eingehalten: Nach dieser Zeit ist mir das definitiv zu weich. Ich habe die gehäckselten Zucchini in ein wenig Olivenöl angebraten. Als mir das Ganze weich genug immer noch etwas bissfest erschien, habe ich die Masse in ein Sieb gegeben, um die Flüssigkeit zu entfernen. Dann zurück auf den abgeschalteten Herd mit Butter und Salz und verrührt.

Passt hervorragend zu einem etwas aromatischeren Bauernbrot (auch getoastet oder gegrillt) und zu Gegrilltem. Zucchini selbst haben ja keinen so starken Eigengeschmack. Entscheidend ist deswegen letztlich die Dosierung von Knoblauch und Salz, evt, auch etwas Chili oder Paprika, Pfeffer etc. Dann könnte man auch gleich Butter nehmen? Stimmt, aber diese Variante ist ja fast fettfrei.

140721_zucch_butter2

Sehr gut haltbar machen – Einkochen, Einlegen, Konservieren

sehr gut haltbar machenSehr gut haltbar machen: Einkochen, Einlegen, Konservieren Dieses Buch bekommt mein persönliches Test-Siegel „sehr gut”. Eigentlich wollte ich das hier gar nicht mehr vorstellen, weil es nun doch schon älter ist (erschienen 2011). Aber wenn man es jedes Jahr aufs Neue in die Hand nimmt, immer wieder gute Rezepte findet und alles funktioniert so, wie es soll, dann freut man sich doch immer wieder über die sinnvolle Anschaffung (knapp 20 Euro).

Gegliedert ist das Buch in einige grundlegende Themen wie konservieren, sterilisieren, heißeinfüllen, einfrieren, einlegen, verzuckern und kandieren, Milchsäuregärung und trocknen. Und dann natürlich Kapitel über die Produkte und Rezepte. Manches davon geht blitzschnell (einfrieren, heiß einlegen), anderes erfordert mehr Vorbereitung und Verarbeitung (Milchsäuregärung).

Das Spektrum reicht von eingekochtem Obst und Gemüse über Gelee und Marmelade bis zu Ketchup und Pesto: Für jede Jahreszeit, jede Vorliebe und jede Fähigkeit ist etwas dabei. Die Rezepte treffen die richtige Balance von altbekannten Klassikern bis hin zu fortgeschrittenen, abwechslungsreicheren Varianten. So kann man das Buch und seine Rezepte jedes Jahr wieder neu entdecken.

Obwohl ich bei Kochbüchern sehr auf eine gute Bebilderung Wert lege, ist diese bei diesem Buch eher sparsam geraten – und es stört mich überhaupt nicht. Würzöle sehen immer aus wie Würzöle, wegen der Nuancen brauche ich nicht jedes Mal ein neues Bild, wie das bei anderen Speisen wünschenswert ist. Die grafische Aufmachung ist trotzdem sehr ansprechend und gut bebildert.

Das ausgerechnet die Stiftung Warentest eine Art „Kochbuch” herausgibt, macht in meinen Augen übrigens durchaus Sinn: Eine Hauptaufgabe vieler Verbraucherschützer besteht ja schon seit einiger Zeit darin, aufzudecken, was in den Lebensmitteln drin ist. Wobei aufdecken auch bedeuten kann: Leute, lasst mal das Kleingedruckte auf den Produktetiketten.

Bei diesen Rezepten ist die Zutatenliste sehr überschaubar und immer sehr „sauber”: Grundnahrungsmittel, Obst und Gemüse, Zucker und Salz und ein paar Gewürze. Das „kritischste” was man da entdecken kann ist wahrscheinlich Sojasauce aus dem Asialaden (habe ich nach langem Suchen nach industriellen Zutaten bei einem Rezept entdeckt).

Lemon Meringue Pie Recipe – von Inthekitchenwithkate

Nur als Gedächtnisstütze, weil ich das unlängst in einem guten Café in Münster gegessen habe: Eine Lemon-Meringue-Tarte. Ist offensichtlich gar nicht so schwer. (Und ich liebe es, wenn Eigelb und Eiweiß nachher so aufgehen, dass nix übrig bleibt…) Die exotischste Zutat ist Maismehl, also kein echtes Problem beim Einkauf.

Es gibt zu dem Suchwort übrigens mehrere Treffer, so dass man sich sein Lieblingsrezept aussuchen kann. Zar setehen auf der Liste der selbstgebackenen Kuchen derzeit noch alle Varianten mit Früchten ganz oben, aber man muss ja vorsorgen.

Notizen zu Dänemark: Fish and Chips…

fish and chips

So, dann also mal Dänemark. Zwei Wochen in einem Land, das ziemlich teuer ist, auch und erst recht bei Lebensmitteln. Kauft man im Supermarkt ein, dann kann man noch auf Angebote ausweichen. Im Café oder Restaurant dagegen muss man einfach die hohen Preise akzeptieren: rund sieben Euro für einen Capucchino, etwa 10 Euro für ein Bier, richtig Essen gehen natürlich dementsprechend.

In der Kombination mit (preiswertem) Ferienhaus (davon gibts echt viele in Dänemark) und selber kochen ist das angeblich um 40 Prozent höhere Preisniveau noch erträglich. Eher störend ist der Einkauf bei den nördlichen Nachbarn. Wir hätten geschworen, dass in europäischen Supermärkten die Grundversorgung immer sehr gut und preisgerecht ist. Bei den Dänen, die uns ja sehr sympathisch sind, klappt das nicht so richtig. Wenige Frische-Angebote trotz hoher Preise, eher Discounter-Angebote.

Generell fanden wir viele Lebensmittel dort auch eher, naja, zurückhaltend gewürzt. Dänen lieben es offensichtlich mild. Richtig gut ist an den Küsten das Fischangebot, frisch und geräuchert. Brot ist eher englisch: lätschig und verlangt nach Einsatz eines Toasters. Hier haben die Dänen übrigens eine ganz eigenwillige Lösung: Anstelle des senkrechten Scheibentoasters mit Auswurf findet man hier einen horizontalen Toaster, erinnert eher an einen Grill. Die Brotscheiben werden aufgelegt, ein Timer eingestellt und nach dem „Pling” nochmal wenden und wieder toasten. Warum sich das klassische Toastermodell dort nicht durchgesetzt hat, haben wir nicht herausgefunden.

Vielleicht hats was mit dem ästhetischen Empfinden zu tun: Die Dänen haben gerne besonders gut gestaltete Alltagsdinge um sich. Auch beim Einrichten der Häuser und Ferienhäuser geht es sehr stilvoll zu.

Zum Thema Essen gibts noch zwei Highlights, die ich für mich festhalten möchte: Wie in jedem nördlichen Land mit Zugang zur Küste waren Fish und Chips am Hafen eine sichere Bank. Natürlich fettig und salzig wie überall anders auch. Aber als einfaches Essen aus der Hand, sehr frisch und schmackhaft, mit Möwengeschrei und Blick aufs Meer einfach unschlagbar.

Und als zweiter Tipp sei noch das Louisiana-Museum nahe Kopenhagen genannt, das schon an sich ein Erlebnis ist, aber eben auch wegen des Essens. Denn dort gibts für relativ wenig Geld ein schmackhaftes und üppiges Buffet, weit unter dem dänischen Preisnviveau.