Ein Food-Blog starten – auf was muss ich achten?

Starte Dein Food-Blog in nur einem Tag

Starte Dein Food-Blog in nur einem Tag

Ein Food-Blog zu starten, mit dieser Idee beschäftigen sich erstaunlich viele Menschen. Oft geht es dabei um den technischen Kleinkram. Denn die anderen Dingen – Kochen, Backen, Fotografieren, Schreiben – die trauen sich die meisten Menschen schon zu, die ein Food-Blog starten wollen. Vielleicht ist das tägliche Kochen ja der Anlass, die Freude an kulinarischen Genüssen oder die Lust an schönen Food-Fotos.

Tatsache ist, das recht viele Menschen diesen Schritt wagen und ein Food-Blog starten. Tatsache ist aber auch, dass etlichen nach einigen Wochen die Luft ausgeht. Deswegen ist es sinnvoll, rechtzeitig sowohl technisch als auch inhaltlich die Weichen zu stellen, damit das bloggen nicht zur Qual wird.

Achtung: Aktuell gibt es hier einen kurzen, knackigen Leitfaden:
Starte Dein Food-Blog in einem Tag! Mit allen wichtigen Infos und Links. 

Die Technik

Blog-Software ist heute nicht nur einfach zu bedienen, sie kann auch nach Herzenslust optisch gestaltet und umgestaltet werden. Es gibt sie meistens gratis und man muss kein Programmierer sein, um Einrichtung und Blog-Betrieb zu bewältigen. Die verbreitetste Software dafür heißt WordPress. Sie läuft auf einem Server des Providers (also nicht auf dem eigenen Rechner) und ist kostenlos. In vielen Fällen ist WordPress sogar schon vorinstalliert und kann per Mausklick gestartet und eingerichtet werden.

Ist die  Technik wichtig? Ja. Aber die Wahl von WordPress ist ein No-Brainer: Kostenlos, vielfältig anpassbar, eine riesige Community, die bei Problemen helfen kann und ständige Anpassungen und Erweiterungen. Die derzeit wohl beste Möglichkeit, wenn Du ein Food-Blog starten willst.

Domain und Provider

Es gibt heute eine große Zahl deutschsprachiger Angebote von Providern, die für eine monatliche Gebühr die Infrastruktur Deiner Website zur Verfügung stellen (Hosting-Angebote). Ich würde immer dazu raten, die eigene Domain selbst zu verwalten und nicht ein Blog als Subdomain bei einem großen Anbieter zu betreiben. So kann man bei WordPress und einigen anderen Anbietern zum Beispiel auch ein eigenes Blog ins Leben rufen, ohne dass man sich selbst um Technik und Hosting (Speicherung und Anbindung der Daten) kümmern muss.

Will man später doch ein eigenes Blog unter eigenem Domainnamen bei einem Provider einrichten, erweist sich der Umzug der Daten manchmal als knifflig. Also lieber gleich auf eigenen Füßen stehen.

Für die Wahl des Domainnamens (also so etwas wie testschmecker.de) gibt es viele gute Tipps. Ich halte den Namen nicht für so wichtig. Niemand sucht aus eigenem Antrieb nach einem Phantasienamen, den Du Dir ausgedacht hast.  Wahrscheinlicher ist es, dass jemand auf Deine Bilder und Artikel stößt und Dich liked, abonniert, oder Dich sonstwie im Auge behält. Das geschieht per Mausklick. Einen witzigen Namen zu haben ist schön, aber den Start eines Blogs danach auszurichten ist unnötig.

Sind Domainname und Provider wichtig? Ja, aber… Es gibt viele gute und preiswerte Angebote bei deutschsprachigen Providern,  ein Wechsel ist später relativ leicht möglich. Den Domainnamen behält man dagegen sein ganzes Blog-Leben lang. Aber er muss nicht irrwitzig und super-originell sein, nur eben nicht absolut falsch.

Das Theme

Die Layoutpakete, die Deinem Blog das unverwechselbare Gesicht gegen, heißen Themes. Es gibt sie in großer Anzahl kostenlos, für einige sogenannte Premium-Themes zahlt man meist einmalig so um die 50 Euro. Neben diesen fertigen Themes gibt es aber auch Baukastensysteme, mit denen man per Mausklick Seiten und Layout verändern kann. Das ist insofern hilfreich, als die meisten Themes, die man sich zu Beginn ausgeguckt hat, der zunehmenden Erfahrung und den wachsenden Ansprüchen nicht mehr gerecht werden.

Nach einigen Wochen fehlen einem Funktionen, die man vielleicht per Plugin nachrüsten kann (auch die gibts in großer Zahl kostenlos). Oder man ist mit der Struktur unzufrieden, will eine andere Gestaltung, größere Bilder, bessere Übersichten – was auch immer. Das ist nicht tragisch und passiert jedem Blogger. Nach einiger Zeit hat sich auch aufgrund der technischen Entwicklungen – und der veränderten eigenen Prioritäten – so viel getan, dass es einfacher ist, auf ein neues Blog umzuziehen (wohlgemerkt mit dem ursprünglichen Domainnamen und den gesicherten Inhalten aus der Datenbank).

Ist das Layout wichtig? Ja, sehr! Aber die Vielzahl kostenloser responsiver und schicker Layouts ist schier unüberschaubar. Es ist eher die Qual der Wahl. Und auch hier sind spätere Wechsel möglich.

Andere Technik & Accessoires

Ja, auch für andere Dinge ist Technik nicht ganz unwichtig. Ein Food-Blog ohne gute Fotos ist heute fast undenkbar. Konntest Du Facebook, Instagram & Co. noch direkt aus dem Handy mit Deinen Bildern bedienen, lohnt sich für ein Food-Blog schon etwas mehr Aufwand. Eine eigene Kamera, vielleicht verschiedene Objektive, gutes Licht oder ein Set-Up, um mit natürlichem Licht gute Bilder zu machen.

Bildbearbeitung kann zudem ein spannendes Thema werden. Ein schnell wachsendes Bildarchiv verlangt zudem nach guten und preiswerten Speicherlösungen. Und wenn man Videos einsetzen möchte, ist das ganze Drumherum noch einmal aufwändiger und vielleicht auch teurer.

Gerade beim Thema Kochen kommt noch ein anderer Aspekt dazu. Viele denken: Meine Küche ist nicht vorzeigbar, der Herd veraltet, das Geschirr hässlich. Accessoires sind wichtig. Aber man muss deswegen keine großen Investitionen tätigen. Auf dem Flohmarkt oder bei Auktionen kann man sich wenige Einzelstücke zulegen, die zum eigenen Stil passen und ansprechend aussehen. Und mit etwas Geschick kann man beim Fotografieren viel von de, was einen stört, ausblenden. Der Rest ergibt sich mit der Zeit.

Ist Foto-Technik wichtig? Ja, aber nur für den eigenen Spass und die eigenen Ansprüche. Wer ein gutes Smartphone hat und damit gute Bilder macht, kann weitere Kaufentscheidungen erstmal hinten anstellen. Sehr wahrscheinlich kommt auch hier der Appetit beim Essen und man kauft später sukzessive eine kleine oder größere Foto-Ausrüstung. Und was Accessoires angeht lässt sich viel mit kleinem Budget beschaffen oder ansprechend gestalten.

Die Inhalte

Der am weitesten verbreitete Zugang zum eigenen Food-Blog sind das Kochen und die eigenen Rezepte und das Schreiben. Das ist ein weites Feld mit vielen spannenden Aspekten. Ich will auch gar nicht mit dem müden Argument kommen, dass alle Rezepte dieser Erde nicht nur schon einmal ausprobiert wurden. Sie wurden sehr wahrscheinlich auch schon so veröffentlicht, dass sie übers Internet gefunden werden.

Tatsache bleibt aber, dass für die reine Rezeptsuche Suchmaschinen oft hilfreicher sind als Blogs, die man auf seiner Liste hat. Egal was ich heute koche und fotografiere: Andere haben das schon vor mir gemacht. Natürliche ist jede Darstellung einzigartig und wertvoll (wenn man nicht unerlaubt kopiert hat). Und ich würde mit gerne sagen, dass meine persönliche Handschrift beim Kochen und Fotografieren Leute zu wiederholten Besuch auf meinem Blog einlädt. Aber wahrscheinlich braucht es doch noch eine geheime Zutat, damit Besucher immer wieder auf Dein Blog kommen.

Ist die Ausrichtung meines Blogs wichtig? Super-super-wichtig. Wer nicht gerade nur für sich und als Archiv eigene Rezepte speichern möchte (das ginge auch ohne Blog) will mit seinen Inhalten gefunden werden. Als reine Rezepte-Sammlung geht man in der Flut unter.

Reine Rezepte-Sammlungen haben es heute schwer – egal, wie gut sie gestaltet sind. Die großen Rezepte-Websites halten für jede Suchanfrage viele Rezepte bereit. Ich kann nach eigenem Geschmack das passendste aussuchen. Und ich kann darüberhinaus die „Schwarmintelligenz” der Bewertungen nutzen. Ein Rezept, das bei Chefkoch ein paar hundert gute Bewertungen aufweist, wird viel eher angeklickt als eines mit drei schwachen Bewertungen.

Rezepte-Sammlung oder mehr Persönlichkeit?

Jeder kennt das Phänomen des Binge-Watching: Ich entdecke ein gutes Video, suche den passenden Video-Kanal bei Youtube oder Vimeo und schon bald klicke ich eine Video nach dem anderen an. Ich habe einen Stil, eine Persönlichkeit, ein Thema entdeckt, das mich anspricht. Das müssen jetzt nicht die besten Videos der Welt sein, mit den besten Tipps oder einzigartigen Inhalten. Sondern vielleicht einfach etwas, das auf meiner Wellenlänge ist

Ist das eigene Profil wichtig? Yep. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man damit eine Anhängerschaft gewinnt ist groß. Dazu muss man kein Star sein, Weltklasse-Fotos haben oder absolute High-End-Rezepte. Ich zum Beispiel mag Leute, die alltagsgerecht kochen, trotzdem originell sind, keine miesen Fotos verwenden und ein bißchen von ihrer Persönlichkeit rüberbringen.

Was ist mein Stil?

Manchmal weiß man das selbst nicht so genau. Dann hilft es, eine Meinung von außen einzuholen. Freunde, Bekannte, Familie. Wichtig ist, dass die persönliche Handschrift auch rüberkommt.  Manchmal ist die Geschichte zum Essen ja spannender als das Essen selbst. Die Kunst besteht in der Balance von Selbst-Darstellung und Erzählung auf der einen Seite und konkreten, hilfreichen Infos und nützlichen Anleitungen auf der andere Seite.

Und weil man in seinem Blog vielleicht nicht alles unterbringt (oder dort veröffentlichen möchte), ist es auch legitim, das ergänzend bei Facebook oder Instagram zu tun. Eben weil die meisten Blog-Leser mehr erfahren möchten, schaut man zumindest bei neuen Entdeckungen auch gleich in die zugehörigen Social Media Accounts rein.

Sind meine persönlichen Aspekte wichtig? Ja. Niemand muss sich deswegen zum Affen machen oder Dinge ausplaudern, die besser in der Familie bleiben. Aber Menschen mögen Menschen. Und nicht zuallererst ein Rezept. Die Balance ist wichtig. Kinder-Anekdoten und Familien-Erlebnisse sind immer lustig. Aber ich würde mir drei Mal überlegen, ob ich Namen und Fotos meiner Liebsten ins Netz stelle. Ich tue es nicht, hier ist meine Grenze.

Was bedeutet Kontinuität?

Ein Food-Blog ins Leben zu rufen ist kein Hexenwerk. Es am Laufen zu halten erfordert dagegen schon einige Anstrengungen. Zu Beginn würde man vielleicht gerne fünf Mal die Woche Fotos und Rezepte raushauen. Nach einigen Wochen ist man oft froh, wenn man sich einmal pro Woche etwas aus den Fingern saugen kann.

Was hilft – bei zu vielen Ideen und bei zu wenigen – ist Planung. Das Sammeln von Anregungen und Ideen bei Blogger-Kollegen und in anderen Medien. Kontinuität ist sehr wichtig. Vielleicht bekommt man nur einen guten Blog-Artikel pro Woche hin, aber das ist auch ok. Dafür kann man sicher öfter mal einen Schnappschuss oder eine kurze Infos über die Sozialen Medien posten.

Ist Kontinuität wichtig? Unbedingt. Mit etwas Planung kann man wochenlanges Abtauchen vermeiden. Leser sind (in allen Medien) anspruchsvoll und wollen unterhalten sein.

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Hühner-Eier mit vielen Infos: die Printnummer

Hühner-Eier mit Bio-Herkunft aus Deutschland belasten die Haushaltskasse nur geringfügig mehr als konventionelle.

Hühner-Eier mit Bio-Herkunft aus Deutschland belasten die Haushaltskasse nur geringfügig mehr als konventionelle.

Die Frage, was auf dem Ei steht, wird immer dann interessant, wenn ein neuer Lebensmittel-Skandal die Verbraucher umtreibt. So wie jetzt, im Sommer 2017. Die Medien melden, dass mit Eier im Umlauf sind, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind. Die Untersuchungen dazu begannen in Belgien wohl Anfang Juni, nach Presseberichten erfuhren die anderen EU-Länder erst ab dem 20. Juli von der Belastung.

Hühner-Eier

Die erste Fassung dieses Artikel stammt übrigens aus dem Jahr 2009. Seitdem könnte ich ihn in regelmäßigen Abständen aktualisieren und neu auflegen. Immer wieder kommen entweder Berichte über Mißstände bei der Tierhaltung oder die Belastung mit Chemikalien und Pharmaka ans Licht. Und immer wieder ist der Verbraucher erstaunt. Das Hühner-Ei – ein Industrieprodukt? Belastet mit seltsamen Substanzen? Hat ja keiner wissen können.

Die Website „Was steht auf dem Ei” liefert die wichtigsten Informationen.

Die Website „Was steht auf dem Ei” liefert die wichtigsten Informationen.

Was steht auf dem Ei?

Dabei gibt es schon seit langem einen Aufdruck auf den Eiern, der uns einiges verrät. Er nennt uns nicht nur das Erzeugerland und die Region, sondern auch die Art der Tierhaltung. Dazu gibt es eigentlich wenig zu wissen, wenn man sich an einen (meinen) beherzten Rat hält: Kaufen Sie Bio-Eier aus Ihrer Region. Bio-Eier tragen als erste Ziffer eine Null in der Printnummer. Das Länderkürzel gibt an, dass das Bio-Ei aus Deutschland stammt.

Es folgen zwei weitere Ziffern, die die Herkunftsregion benennen:

01 – Schleswig-Holstein
02 – Hamburg
03 – Niedersachsen
04 – Bremen
05 – Nordrhein-Westfalen
06 – Hessen
07 – Rheinland-Pfalz
08 – Baden-Württemberg
09 – Bayern
10 – Saarland
11 – Berlin
12 – Brandenburg
13 – Mecklenburg-Vorpommern
14 – Sachsen
15 – Sachsen-Anhalt
16 – Thüringen

Die übrigen Zahlen schließlich geben den Erzeugerbetrieb an.

Auf der Website Was steht auf dem Ei finden Sie genau diese aktuellen Informationen auf einfachstem Wege.

Weidehuhn-Eier: Hier gehts den Hühnern besonders gut

Weidehuhn-Eier: Hier gehts den Hühnern besonders gut

der Kauf von Bio-Eiern belastet die Haushaltskasse nur wenig.

der Kauf von Bio-Eiern belastet die Haushaltskasse nur wenig.

Bio-Erzeuger sprechen über Tierhaltung

Bio-Erzeuger sprechen über Tierhaltung

Warum regionales Bio?

Das hat nichts mit dem Glauben zu tun, dass in allen anderen Ländern und Regionen betrügerische Machenschaften am Werk sind. Es ist einfach viel wahrscheinlicher, dass Sie von Belastungen oder Unregelmäßigkeiten in den Medien hören, wenn ein Betrieb in ihrer Region betroffen ist. Falls jemals ein Betrieb davon betroffen ist. Und schließlich sind auch die Transportwege kürzer, die Ware frischer und die Umweltbelastung geringer.

Die meisten Supermärkte sind längst dazu übergegangen, sich nicht nur von der Zentrale überregional beliefern zu lassen. Vielmehr sucht man oft aktiv nach guten Erzeugern aus der Region, nicht zuletzt, weil immer mehr Verbraucher danach fragen.

In meinem Supermarkt gibt es neben den Bio-Erzeugern der regionalen großen Erzeuger auch Weide-Huhn-Eier, bei denen ein Hühnermobil eingesetzt wird. Und Bio-Eier der Bruderhahn-Initiative, die auf das Abschlachten männlicher Küken verzichtet.

Als die Hühnermobile vor einigen Jahren aufkamen habe ich darüber mal ein Video gemacht:

Was das wieder kostet…

Bio-Eier bewegen sich in der Preisklasse um die 50 Cent – und sind jeden Cent wert. Selbst wenn man eine mehrköpfige Familie verköstigen muss, bringen einen die Mehrkosten für Eier aus artgerechter Tierhaltungen von Bio- und / oder Demeter-Erzeugern nicht um.

Gibts denn keine Alternative?

Es gibt immer eine Alternative. Zwar rate ich davon ab, irgendwelchen blumigen Aussagen zu vertrauen, statt sich auf die oben genannten Prüfnummern zu verlassen. Aber ich lebe ja in der Provinz und oft kennt man jemanden, der ein paar Hühner hält. Oder man kennt einen kleinen Betrieb, der nicht auf Bio umgestellt hat, aber trotzdem vernünftig mit seinen Tieren umgeht.

Und wenn ich schreibe „man kennt”, dann meine ich Augenschein: also Betriebe, die ich selbst schon besucht und mir ein Bild gemacht habe. Auch wenn Sie Ihre Eier auf dem Wochenmarkt kaufen, können Sie den tröstlichen Versicherungen der Erzeuger nicht glauben, bis Sie sie selbst einmal besucht haben.

 

 

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Trinken und Sport: wann, wieviel und was?

Trinken und Sport. Photo by Aidan Meyer on Unsplash

Trinken und Sport. Photo by Aidan Meyer on Unsplash

Eine Zeit lang ist alles ganz einfach. Man trinkt, wenn man Durst hat. Mit diesem einfachen Konzept kommen viele Menschen ein ganzes Leben lang gut zurecht. Wenn man beginnt, regelmäßig Sport zu treiben, wenn einen diverse Zipperlein plagen und man vielleicht Hitze nicht (mehr) so gut verträgt, dann spätestens ist es an der Zeit, über seinem Flüssigkeitshaushalt nachzudenken.

Trinken jetzt, trinken früher

Nicht nur die älteren Semester können sich wahrscheinlich erinnern, zum Thema Trinken und Sport schon ganz widersprüchliche Sachen gelesen zu haben. Nicht vor dem Sport trinken, nicht während des Sports trinken, nicht zu kalt trinken, immer dann trinken, wenn man Durst hat. Das sind nur einige der Regeln, die man so mitgeteilt bekam im Laufe der Jahre. Und wie das so ist: Heute werden viele davon anders beurteilt, als noch vor wenigen Jahren.

Trinken wenn man Durst hat

Das erschien mir immer einsichtig, klingt auch ganz natürlich. Allerdings scheint es so zu sein, dass bei andauernden sportlichen Leistungen das Durstgefühl nicht mehr so zuverlässig funktioniert. Ich kann das nachvollziehen: Beim Laufen hatte ich bislang auch auf längeren Strecken selten das Gefühl ich müsste zwischendurch trinken – was aber nach allgemeinen Empfehlungen doch nötig ist.

Feste Mengen-Vorgaben?

Wenn auf das Gefühl kein Verlass mehr ist, versuchen wir, es mit Zahlen einzugrenzen. Eineinhalb Liter sei der durchschnittliche Flüssigkeitsverbrauch, den man decken sollte. Darin eingerechnet ist auch die Flüssigkeit in festen Lebensmitteln, was die Sache schwer kalkulierbar macht. Wie ist das aber, wenn ich über längere Zeit laufe, also zum Beispiel länger als eine Stunde. Und / oder wenn die Temperaturen so hoch sind, dass ich schon im Stehen schwitze? Und macht feuchte Hitze wirklich einen Unterschied zu trockener Hitze, auch was die Flüssigkeitsaufnahme betrifft.

Ein Flüssigkeitsdefizit belastet den Kreislauf, weil das Blut „dicker” wird und der Kreislauf mehr arbeiten muss. Das Gegenteil dieser Dehydrierung ist die Gefahr einer Elektrolytverdünnung durch zu viel trinken. Auch hier gab es schon schwere Zwischenfälle bei Laufveranstaltungen, wenn Läufer zu viel getrunken haben.

Konkrete Vorgaben in Liter pro Stunde / Körpergewicht / Leistung / Temperatur gibt es nicht. Und auch das Motto „je mehr desto besser„ trifft nicht den Kern.

 

Hypertonisch, isotonisch, eketrolytisch?

Auch die Frage was man trinkt ist selten klar zu beantworten. Eher nicht hypertonisch: Saft, Limo, Energydrinks enthalten mehr gelöste Teile als Blutplasma. Der Körper muss das ausgleichen und das bedeutet Mehrarbeit.

Isotonische Getränke sollen besser sein. Sie haben die gleiche Konzentration an gelösten Teilchen wie Blutplasma und können schneller aufgenommen werden.

Elektrolytgetränke enthalten Natrium, Kalium, Kalzium etc. Diese Elektrolyte können bei langen Ausdauerleistungen sinnvoll sein.

Und in der Praxis?

Da ich kein Mediziner bin, kann ich nur berichten, welche Schlüsse ich für mich gezogen habe, nachdem ich mich quer durch alle Arten von Veröffentlichungen gelesen habe.

  • Ich trinke regelmäßig über den Tag verteilt und versuche, einen gewissen „Pegel” zu halten.
  • Ich trinke vorzugsweise Wasser und Sprudel (ungesüßt), auch mein Kaffee-Konsum fließt in den Flüssigkeitshaushalt ein.
  • Bei normalem Training wird eine dünne Apfelschorle (ein Teil Apfelsaft auf drei Teile) empfohlen. Auch das gibts regelmüßig, nicht immer mit Apfelsaft.
  • Ich trinke nicht signifikant mehr direkt vor dem Sport. Und ich trinke nicht während des Sports, wenn ich nur etwa eine Stunden unterwegs bin.
  • Bei länger andauernden Leistungen (Radfahren, Wandern) trinke ich regelmäßig, meist Wasser. Immer in kleinen Portionen, auch dann, wenn ich nicht besonders durstig bin.
  • Nach dem Training gibts Getränke zum Auffüllen des Flüssigkeits-Haushaltes (das macht wohl jeder) – oder einfach als Belohnung (zum Beispiel das Hefe-Weizen nach der Radtour).

Meiner Ansicht nach macht man mit gesundem Menschenverstand wenig falsch. Ratgeber, die nur bestimmte Getränke zulassen möchten, empfinde ich auch als wenig seriös. Wer weiß, was hypertonisch und isotonisch ist und was das bedeutet, wer erkennt, dass Kaffee und Alkohol Genussmittel sind und keine Durstlöscher, der wird gut zurechtkommen.

Erstaunlich ist immer wieder, dass viele Menschen einfach „vergessen” regelmäßig zu trinken. Wer dran denkt, der muss sich wahrscheinlich auch wenig Sorgen machen über Höchst- und Mindestmengen. Und wer gerne Apfelschorle trinkt oder Zitronen-Limo oder alkoholfreies Bier, der wird sich damit besser besser und regelmäßiger versorgen, als wenn er Vorschriften über Menge und Art der Getränke einhalten soll. Das trifft zumindest nach meiner Einschätzung für „Normal-Sportler” zu.

Wer extremere Sachen betreibt, Marathons läuft oder extreme Bergtouren macht, der sollte seinen Hausarzt fragen, ob seine Vorlieben in Ordnung sind.

 

 

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Schoko-Pizza mit frischen Beeren

Schoko-Pizza ist ein schneller Hefeteig mit Schoko-Aufstrich und frischen Beeren.

Schoko-Pizza ist ein schneller Hefeteig mit Schoko-Aufstrich und frischen Beeren.

Eine Schoko-Pizza mit frischen Beeren ist eine der besten Möglichkeiten, das Angebot frischer Beeren im Sommer zu verarbeiten. Die einzig „echte” Arbeit besteht darin, einen Hefeteig-Fladen zu backen. Der Rest ist ein Kinderspiel. Viel schneller als sie gebacken wurde, ist sie weg, die Schoko-Pizza. Die Mischung aus frischem, knusprigem Teig, einem Schoko-Aufstrich und den Beeren wird meistens noch warm verputzt – und das ist auch gut so.

Schoko-Pizza als Express-Kuchen

Die Idee ist ebenso einfach wie genial: ein leichter Hefeteig, wie er auach für Pizzen verwendet wird, bildet die Grundlage für die Schoko-Pizza. Nur ist dieser Teig eben gesüßt, was man mit Zucker, Honig oder anderen Süßungsmitteln erreichen kann. Die längste Zeit nimmt sicher der Hefetig in Anspruch, mit Vorteig, gehen lassen, knete, evt. noch ein zweites Mal gehen lassen und 15 bis 20 Minuten backen.

Kommt der Hefeteig-Fladen aus dem Ofen, lässt man ihn lediglich so weit abkühlen, dass er noch warm ist. Dann kommt ein Schoko-Aufstrich drauf. Was soll lange herumreden: bei uns ist das schlicht und einfach Nutella und ich sehe darin keinen Nachteil. Der Aufstricj lässt sich auf dem warmen Teigfladen gut verteilen. Zum Schluss kommen die gewaschenen Beeren drauf.

Die Auswahl der Beeren ist beliebig.

Die Auswahl der Beeren ist beliebig.

Der Beeren-Mix spielt dabei keine Rolle. Was immer gerade reif ist, kann verwendet werden. So kann man sich vom Frühsommer mit Erdbeeren über den Hochsommer mit Himbeeren, Brombeeren und Blaubeeren bis in den Herbst retten.

Sahne dazu ist unnötig, die Kombination aus Teig, Schoko und süßen Früchten braucht keine Ergänzung mehr. Natürlich kann man auch diese Schoko-Pizza noch kalt essen. Aber das Geschmackserlebnis ist von der ganz frischen Version doch ziemlich weit entfernt. Darauf zu achten, dass alles gleich wegkommt ist kein Fehler. Nötigenfalls bei den Nachbarn klingeln, solange noch warme Reste da sind.

Das ist vielleicht der einzige Nachteil zu anderen Kuchen, die meist auch noch am nächsten Tag genauso gut schmecken.

Hefeteig:

Man vermischt 300 Gramm Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe und 1 TL Zucker, gibt 200 ml Wasser und 3 EL Öl dazu sowie eine Prise Salz. 30 bis 60 Minuten gehen lassen, mit zerlassener Butter bestreichen und tetwa 15 Minuten backen.

Natürlich kann man auch einen anspruchsvolleren Schoko-Aufstrich herstellen, wenn man den Hefeteig-Fladen nach dem Backen mit einer halber Tafel gehackter Bitter-Schokolade bestreut und nochmal in den Ofen schiebt, bis diese geschmolzen ist. Auch Mandelsplitter, Mandelblättchen oder gehackte Nüsse passen dazu.

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Laufen im Urlaub? 5 Tipps

Laufen im Urlaub? Wenn es irgendwie geht: ja!

Laufen im Urlaub? Wenn es irgendwie geht: ja! (Photo by Filip Mroz on Unsplash)

Soll ich in meinem Urlaub auch laufen? Oder habe ich mir Ruhe verdient und es reicht, wenn ich nach meinem Urlaub wider einsteige? Kommt drauf an. Zum Beispiel auf die Länge des Urlaubs, auch das „Urlaubsprogramm” und auf die Befindlichkeiten der Mitreisenden. In aller Regel aber ist es aus verschiedenen Gründen sehr empfehlenswert, auch im Urlaub an seinem Lauf-Rhythmus festzuhalten.

Laufen im Urlaub ist einfacher als Nicht-Laufen

Sieht man mal von Kurz-Urlauben ab und nimmt eine typische Länge von zwei Wochen für den Sommer-Urlaub, dann lohnt es sich meistens schon, dran zu bleiben. Der Aufwand für zwei bis vier Läufe in diesem Zeitraum ist vergleichsweise gering. Die kleine Ausrüstung reicht (Schuhe, Shirt, Shorts) und der Einstieg danach fällt weniger schwer.

Auch wenn nach zwei Wochen Kondition und Muskeln nicht völlig dahin sind: Der Wieder-Einstieg fällt erfahrungsgemäß vielen schwer. Und wer erst einmal anfängt, seinen ersten Lauf nach dem Urlaub hinauszuschieben, der hat schnell mal einen Lauf-freien Monat eingelegt. Und das wollen die meisten Läufer wirklich nicht.

Wer sich auch im Urlaub die kurzen Laufzeiten freihält, der hat auch von einigen Urlaubsthemen mal etwas Abstand, schubst seinen Energie-Haushalt an und findet den angenehmen Wechsel von Anstrengung und Entspannung. Was dem entgegen stehen kann, ist zum Beispiel ein anstrengendes Urlaubsprogramm (Wander- oder Trecking-Urlaub) oder ein Partner, der ungern alleine bleibt.

Tipps zum Urlaubs-Lauf-Programm

Auch wer es jetzt nur logisch findet, auch im Urlaub zu laufen, der stößt auf einige Hürden, die sich aber leicht nehmen lassen. Deswegen hier ein paar Tipps, wie man auch im Urlaub dran bleibt.

  • Die Minimal-Ausrüstung zum Wohlfühlen sollte dabei sein. Egal, ob das die Shorts sind, die Pulsuhr oder der Kopfhörer.
  • Eine passende Strecke sollte man rechtzeitig auskundschaften. An einer belebten Straße entlang zu laufen ist keine gute Idee, wenn man zuhause die Ruhe des Waldes genießt. Es muss ja nicht immer eine Rundkurs sein. Wer eine einfache schöne Strecke (zum Beispiel mit Google Maps) gefunden hat, der läuft eben hin und zurück.
  • Der Zeitpunkt muss stimmen. Morgens will der Partner ausschlafen, abends möchte man Essen gehen. Abzuwarten, dass „es sich irgendwann ergibt” ist – wie im Alltag zuhause – keine gute Idee. Klare Absprachen mit dem Partner helfen weiter. Zum Beispiel: Ich laufe morgen früh und bringe dann frische Brötchen mit.
  • Machen Sie richtige „Urlaubs-Läufe”. An die morgendlichen Läufe an einem bretonischen Strand bei Sonnenaufgang erinnere ich mich heute noch gerne. Nutzen Sie die Laufzeit zu Erkundungen, die anders vielleicht nicht möglich sind. Zum Beispiel direkt bergauf, bis zum ersten Aussichtspunkt. Oder in den Nachbarort, der es mangels Sehenswürdigkeiten nicht in Ihr Ausflugsprogramm geschafft hat.
  • Probieren Sie etwas Neues aus. Laufen und ein kurzes HIIT-Programm mit wenigen Übungen? Oder mal eine (für Ihre Verhältnisse ) lange Strecke? Zuhause entwickelt man Routinen, die man im Urlaub leichter durchbrechen kann. Bergläufe, Trail-Running oder barfuß am Strand – neue Erlebnisse sind immer gut für die Motivation, auch nach der Rückkehr nach Hause.

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Das Schüttelglas für Salatsaucen

Praktisch und kostenlos: Schüttelgläser eignen sich zum Mixen auf die Schnelle, zum Beispiel für Salatsaucen.

Praktisch und kostenlos: Schüttelgläser eignen sich zum Mixen auf die Schnelle, zum Beispiel für Salatsaucen.

Ein Schüttelglas ist ein kleines Glas mit Drehverschluss, das man nehmen kann, um seine Salatsaucen zu vermischen. Klingt banal? Eben deswegen habe ich das Thema jetzt schon ein paar Mal auf meine Liste gesetzt, und auch wieder gestrichen. Die Gründe, warum es jetzt dennoch hier behandelt wird? Es ist einfach unheimlich praktisch. Die als professionell angepriesenen Salatsaucen-Mixer sind einfach nur überteuert und zu groß. Und: Meine Lieblingsgläser für diesen Zweck waren Joghurtgläschen und stammen aus einer schweizerischen „Molki” (in Hasliberg). Sie gingen Stück für Stück zu Bruch. Jetzt habe ich nur noch eines und suche Ersatz.

Besser geschüttelt als gerührt: nach wenigen Sekunden haben sich alle Zutaten homogen verbunden.

Besser geschüttelt als gerührt: nach wenigen Sekunden haben sich alle Zutaten homogen verbunden.

Geschüttelt statt gerührt

Das Schüttelglas gehört zu den wenigen praktischen Dingen im Küchen-Alltag, die man fast täglich braucht, die unheimlich einfach sind und die man (fast) nicht kaufen kann. (Abgesehen von den fancy Designerobjekten.) Dabei könnte man Salatsaucen auch ganz gut so verrühren, in der Schüssel. Sobald aber festere Zutaten ins Spiel kommen, wie Senf oder Crème fraîche, wirds knifflig. Niemand will später Bröckchen im Salat liegen haben.

Ideal sind Gläser, die relativ kompakt sind. Hohe, Gefäße, die auch für den hand-Mixer geeignet sind, mögen ja auch ihre Vorteile haben. Aber wie oft nimmt man schon den Handmixer für so etwas alltägliches wie Salatsaucen? Die ideale Größe liegt bei etwa 150 bis 250 ml. Dann kann man die gleiche Sauce auch gleich für zwei Tage zu bereiten (wenn einem das nicht zu langweilig ist) und den Rest im Kühlschrank aufbewahren.

Auch der relativ breite Kunststoff-Drehverschluss hat sich als praktischer und griffiger erwiesen, als die dünnen Metalldeckel. Drei gleiche Gläser sind nicht nur deswegen praktisch, weil man dann nicht ein älteres Glas aus der Spülmaschine holen und reinigen muss. Di gleichen Dimensionen führen auch dazu, dass man nach einiger Zeit blind alle Zutaten einfüllen kann und dennoch das richtige Mengenverhältnis trifft – auch ohne Markierungen.

Kostenlos und sofort

Wer freilich auf absehbare Zeit keine schweizerische Molki besucht, um dort Joghurt in kleinen Mengen einzukaufen, der kann sich mit so ziemlich jedem Glas für Lebensmittel behelfen. Zum Beispiel mit kleinen Gläsern für Senf oder Marmelade. Oder man geht gleich in den Keller und greift dort auf jene leeren Gläser zurück, die man im Laufe der Zeit zum Einkochen der Marmelade gesammelt hat.

Zum Verwendungszweck gibts weiter nix zu sagen: Alles rein, zumachen, und kräftig (wirklich kräftig) schütteln. Wer Salate mitnimmt, kann so auch die Sauce getrennt transportieren und hat später keine zermatschten Salatblätter in der Schüssel.

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