Wintergemüse: Brokkoli-Nudeln mit gerösteten Pinienkernen

Wintergemüse Brokkoli

Brokkoli gehört zu den Gemüsesorten, die Genuss-Menschen in zwei Gruppen spalten: Die einen haben für Kohl generell nicht viel übrig. Brokkoli ist vielen zu dicht am ungeliebten Rosenkohl, man vermutet derbe Gerüche und aufdringlichen Geschmack. Die anderen aber lieben ihn: als filigranes Gewächs, das man so zubereiten kann, dass es noch etwas Biss hat und sich mit vielen Zutaten und anderen Aromen prima verträgt.

Brokkoli soll, so berichteten Medien, krebshemmende Inhaltsstoffe haben. Von solchen Aussagen halte ich recht wenig und als Argument für einen festen Platz auf dem Speisezettel taugt das meiner Ansicht nach auch nicht. Da hilft mir schon eher der hohe Gehalt an Vitamin C und Mineralstoffen weiter.

Wintergemüse Brokkoli

Ich gehöre zu den Brokkoli-Liebhabern, wenn das Gemüse denn gut zubereitet ist: Es sollte noch Biss haben, seine grüne Farbe bewahrt haben und es braucht einen geschmackskräftigen Partner. Gewürze vertragen sich nach meiner Erfahrung nicht besonders gut mit dem Gewächs: Salz würde passen, kommt aber besser in Form von Speckwürfeln dazu. Muskatnuss, die zum Blumenkohl empfohlen wird, mag ich nicht, Knoblauch nur sehr dezent in dieser Kombination. Passend wieder finde ich geröstete Pinienkerne.

Wintergemüse Brokkoli

Man kann Brokkoli dünsten, zum Beispiel im Schnellkochtopf, damit alle wichtigen Inhaltsstoffe erhalten bleiben und nicht mit dem Kochwasser verschwinden. Meine favorisierte Zubereitung ist allerdings, ihne in der Pfanne mit etwas Öl und Speck anzubraten, dann mit Gemüsebrühe abzulöschen und mit geschlossenem Deckel solange zu garen, bis er die richtige Konsistenz hat.

Den Nachteil, dass wertvolle Inhaltsstoffe nachher in der Brühe sind, kann man leicht ausgleichen: Man verwendet einfach die Brühe mit. Zum Beispiel für Brokkoli-Nudeln. Zu gekochten kurzen Nudeln wie Rigatoni gibt man einen Löffel Crème fraîche oder Sahne sowie geröstete Pinienkerne. Am Tisch kommt etwas geriebener Parmesan dazu. Ein leckeres und gesundes Nudelessen.

Wintergemüse Brokkoli

Garen mit Schnellkochtopf: gesund und effektiv

Schnellkochtopf

Im Bild: WMF Schnellkochtopf 4,5 l und 3,0 l [Affiliate Link]

Schnellkochtöpfe gehören zu den Errungenschaften, über die sich schon unsere Mütter gefreut haben. Ihre Verwendung spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für eine schonende Zubereitung und gesundes Kochen. Heute stehen sie noch (oder wieder?) hoch im Kurs – auch wenn sie vielleicht nicht ganz so sexy sind, wie viele modische Kochartikel aus den Studios der Fernsehköche.

Wie funktionierts?

Das Prinzip des Schnellkochtopfs ist einfach und schnell erklärt. In einem mit Gummiring und Bajonett-Deckel abgedichteten Topf wird der Druck beim Kochen in Maßen erhöht. Schon ein gering erhöhter Wasserdampfdruck sorgt für höhere Temperaturen, als die 100 Grad, die man in kochendem Wasser erreicht. Die Physiker sagen, dass andererseits die Reaktionsgeschwindigkeit schon bei 10 Grad mehr um das 2- bis 3-fache ansteigt: Das Garen geschieht also effektiver. Als Faustregel gilt: neben einer bis zu 70 Prozent reichenden Zeitersparnis sind auch bis zu 50 Prozent Energieersparnis drin.

Suspekt ist manchen Menschen dieser Druck im Kessel. Sie verbinden damit mancherlei Unangenehmes: Gefahr durch Überdruck, vermatschtes Gargut, zerstörte Vitamine. Aber so weit kommt es nicht: Der Überdruck beträgt heute nur etwa 0,8 bar, damit kommt das Kochwasser auf gerade mal 116 Grad.

Die Gerüche bleiben lange im Topf und verteilen sich nicht über Stunden in der Wohnung. Und explodierende Schnellkochtöpfe braucht man wegen der einfachen Bedienung und der Sicherheitsvorkehrungen der Hersteller auch nicht mehr fürchten.

Kartoffelsuppe

Im Bild: Kartoffelsuppe

Was spart man wirklich?

Das Prinzip reicht aus, um die Kochzeiten für viele Lebensmittel drastisch zu verkürzen: Kartoffeln brauchen meist nur etwa 8 Minuten statt 20, beim Fleisch schrumpft die Garzeit auch bei Braten je nach Art und Menge auf etwa 30 Minuten. Der Vorteil: Man spart Zeit, Energie und Geld. Der Nachteil: Nicht immer sind die Garzeit-Tabellen der Hersteller zutreffend. Und schon wenige Minuten Differenz können Kartoffeln innen roh lassen. Dann muss man das ganze Prozedere mit Aufkochen, Deckel schließen, Ventil bis zur Markierung steigen lassen und nachher abkühlen oder abdampfen wieder von vorne beginnen. Oder noch schlimmer, weil nicht reparierbar: Gemüse ist zerkocht.

Generell stimmen die meisten Angaben aber ziemlich genau. Und wer – wie wir – gerne eine bestimmte Kartoffelsorte verwendet und die wiederum für bestimmte Zwecke (Salzkartoffeln oder Kartoffelsalat), der hat meistens schon nach dem zweiten Mal die exakte Kochzeit ermittelt, falls sie von der Norm abweicht.

Eine häufige Befürchtung ist auch, dass man wichtige Nährstoffe oder Vitamine zerstört. Das beträfe vor allem Gemüse – und das kocht man vorzugsweise mit einem Einsatz im Dampf, ohne Wasserkontakt. Vitamine und Geschmacksstoffe bleiben so besser erhalten, als beim Kochen in Wasser. In einem großen Topf (etwa 4,5 Liter) haben zwei Einsätze Platz und man kann größere Mengen oder verschiedene Sachen (bei gleicher Garzeit) gleichzeitig zubereiten.

Ist das die Anschaffung wert?

Wenn man nur ab und zu am Wochenende kocht, wahrscheinlich nicht. Wer täglich eine Mahlzeit auf den Tisch stellt, wer traditionelle Küche mit Gemüse, Kartoffeln, Nudeln und Fleisch pflegt, der kommt recht schnell auf seine Kosten. Sowohl was die Zeit, als auch was Anschaffungs- und Energiekosten angeht. Die Töpfe sind lange haltbar, leicht zu pflegen und zu reinigen, und fast verschleissfrei. Lediglich der Dichtungsring wird ab und zu erneuert.

Wägt man ab zwischen Einbau-Dampfgarer, asiatischen Dämpfern, Reis- und Nudelbereitern oder einfach nur neuen Töpfen, kommt der Schnellkochtopf gut weg. Die Kosten liegen mit rund 100 Euro für einen großen Topf (4,5 Liter) mit Deckel durchaus im Rahmen, bei manchen Sonderangeboten bekommt man dazu auch den kleinen 3-Liter-Topf noch im Set dazu (den Deckel braucht man in der Regel nur einmal). Die Klassiker der großen Hersteller wie WMF, Silit, Fissler oder Tefal [Affiliate Links] können als alltaugstauglich sicher und langlebig gelten.

Übrigens gibt es noch einen ganz banalen Grund, warum Kochen mit dem Schnellkochtop ziemlich gesund ist: Er vereinfacht nicht nur die Zubereitung frischer Lebensmittel. Es wird wohl auch kaum jemand auf die Idee gekommen, industrialisierte Lebensmittel aus Dosen oder Tiefkühlware im Schnellkochtopf zuzubereiten. Wer den Dampftopf zuhause hat, greift eher zum frischen Gemüse und bereitet selbst zu. Auch für Babynahrung (statt Gläschen) und im Urlaub (schwächelnde Herde oder verschiedene Herdarten) macht sich der Schnellkochtopf ganz gut.

Wintergemüse: Lauch / Porree und eine schnelle Lauch-Tarte

Lauch-Tarte

Wintergemüse bringt Farbe und Geschmack in die Küche. Lauch und Konsorten können sich in der Publikumsgunst zwar nur schwer gegen Fleisch und Pasta durchsetzen, sind aber gerade in der kalten Jahreszeit eine wichtige Ergänzung für eine gesunden Speisezettel mit regionalen Produkten.

Manchem erscheint die winterliche Auswahl an der Frischetheke ja etwas fad. Beim Obst gibts in der kalten Jahreszeit Verstärkung aus südlichen Gefilden. Die Gemüseabteilung dagegen ist eher, naja, konsistent. Rosenkohl, Lauch und Wirsing gehören oftmals schon seit der Kindheit wegen einer weniger attraktiven Zubereitung nicht zu den Favoriten und etwas von dieser Einstellung rettet sich oft auch in das Erwachsenenalter.

Lauch-Tarte

Dabei hat das Zwiebelgewächs nicht nur als fester Bestandteil des Suppengrüns seine Daseinsberechtigung: Die grünen Stengel, die im Winter übrigens etwas schärfer schmecken als im Frühjahr, eignen sich für Suppen, Salate und das klassische, aber oft wenig geliebte Gemüse, wie es meist mit Kartoffeln gereicht wird.

Lauch wird bei uns das ganze Jahr über geerntet, gerät aber vor allem in der kalten Jahreszeit in den Blickpunkt, weil dann die Bandbreite einheimischen Gemüses geringer wird. Im Kühlschrank kann man spontan gekauftem Lauch schon nochmal ein bis zwei Wochen Lagerzeit einräumen. Dann sollte er auf den Tisch, damit er seine Vorteile ausspielen kann: viel Vitamin C, knackige Konsistenz mit Biss, wenn er nur zart gegart wird, eine leichte Schärfe durch Senföle und viele Mineralstoffe (die freilich in fast allen Gemüsesorten drin sind).

Wer ein schnelles und einfaches Rezept mit Pfiff sucht, der sollte sich an eine Lauch-Tarte wagen: Zusammen mit einem winterlichen Feldsalat und einem Glas kühlen Weißwein ein sehr leckeres und nahrhaftes Mittagessen.

Die Zubereitungszeit hält sich in Grenzen, ist lediglich auf einen längeren Zeitraum verteilt – mit Backpause: Der Mürbteig verlangt lediglich eine halbe Stunde Ruhezeit im Kühlschrank, das Backen eine weitere halbe Stunde – aber da ist die Arbeit ja schon getan.

Lauch-Tarte

Man beginnt also am besten mit dem Mürbteig, den man aus 200 Gramm Mehl, 100 Gramm kalter Butter, 1 Ei, 2-3 Esslöffel Wasser und Kräutersalz in der Küchenmaschine zusammenrührt. Aus der Schüssel nochmal schnell auf einer bemehlten Fläche durchwalken, dann ab in den Kühlschrank.

Lauch-Tarte

Die folgenden 30 Minuten nutzt man am besten wie folgt:

- Lauch schneiden, waschen und mit Speckwürfeln in der Pfanne andünsten mit etwas Wasser, Gemüsebrühe oder Weine. Dann vom Herd nehmen und abkühlen lassen und in ein Siebt zum Abtropfen geben. Ich gebe als Farbtupfer übrigens meistens noch eine klein geschnittene Karotte dazu oder ein geschälte und ganz klein geschnittene Paprika-Hälfte.
- aus 200 Milliliter Sahne, zwei Eiern, 4 Esslöffeln Parmesan sowie Salz und Pfeffer eine homogene Masse verqirlen
- Feldsalat wachen, putzen, Salatsauce anrühren
- runde Tarteform einfetten

Jetzt wird der Mürbteig ausgerollt, in die Tarteform gelegt und mit dem abgetropften Lauchgemisch gefüllt. Die Sahnemischung kommt drüber und schließlich obendrauf geriebener Käse. In den Ofen bei 180 Grad Umluft für 30 Minuten. Fertig.

Lauch-Tarte

Wenn der Kuchen fertig ist und / oder abgekühlt (lauwarm schmeckt er am besten), wir der Salat angemacht und der Weißwein dazu gereicht. Was übrig bleibt lässt sich als Abendessen auch kalt verzehren.

Lauch-Tarte

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Lauch-Tarte

Essen ohne Kohlehydrate von Alexander Grimme

160202_essenohneEssen ohne Kohlenhydrate: Gemischte Low-Carb Rezepte Die drei großen Stapel jeder Buchhandlung wachsen weiter: vegetarisch, vegan und kohlehydratfrei sind die Themen im Lebensmittelbereich, die wohl gerade die meisten Menschen interessieren. Interessante Neuerscheinung mit unerwartetem erfolg ist das Buch „Essen ohne Kohlehydrate” von Alexander Grimm.

Zuerst entstand wohl eine Facebookseite zu diesem Thema, dann erst wurden die Rezepte gesammelt und ein Buch entstand. Inzwischen hat die Facebookseite schon fast 300.000 Follower, das Buche erschien im vergangenen Oktober und hat jetzt bereits 69 überwiegend positive Rezensionen.

Und wenn man sich das Buch ansieht, dann versteht man zumindest teilweise den Charme und den Erfolg des Buches: 40 Rezepte auf 76 Seiten, die meisten wirken so, als könnte sie fast jeder aus dem Stand nachkochen /-backen. Nix Überkandideltes, keine Chefkoch-Allüren, kein großer theoretischer Unterbau. So müssen Kochbücher im Internet-Zeitalter wohl sein: Einfaches Nachkochen aus dem Stand und Überschaubarkeit, das schlägt die Brücke zwischen einer großen Facebook-Anhängerschaft und den Alltagsanforderungen.

Geordnet sind die Rezepte nach den Tageszeit, dazu kommt ein Kapitel übers Backen (wichtig auch für Eiweißbrote) und zum Thema Raw / Vegan. Für rund 15 Euro ist das Buch auf den ersten Blick zwar nicht ganz billig bei diesem Umfang. Aber die wahrscheinlich auch etwas jüngere Klientel wird gerne nach dem E-Book greifen, dass man sich für rund 6 Euro direkt auf Tablet oder Smartphone holen kann.

Wer noch direkter Einsteigen möchte, der kann sich in der Facebook-Gruppe anmelden – oder direkt auf die Website zum Buch gehen: http://www.essen-ohne-kohlenhydrate.info/: Dort gibt es neben weiteren Infos zum Thema und einem noch recht übersichtlichen Forum auch sehr viele Rezepte, mit ausführlichen Anleitungen, Zutatenlisten und man kann sich auch an den Bewertungen der Besucher für die einzelnen Rezepte orientieren.

Alles in allem eine sehr gelungene Kombination aus Online- und Offline-Angeboten. Und wer die (offensichtlich werbefinanzierte) Website schätzt und dem Autoren was Gutes tun möchte, den schmerzen die 6 Euro fürs E-Book sicher auch nicht.

Bio-Joghurt selbst machen: einfach, schnell, lecker

Video „Joghurt selbst machen” im Testschmecker-Kanal bei Youtube

Joghurt selbst zu machen ist keine große Sache: Man braucht genau zwei Zutaten und einige Dinge, die man garantiert schon in seiner Küche findet. Wenn man Bio-Milch und Bio-Natur-Joghurt zum Ansetzen verwendet, dann weiß man auch genau was drin ist – bzw. was eben nicht drin ist: Keine Zusatzstoffe, Farbstoffe, keine Konservierungsstoffe. Die Kehrseite der Medaille: Man muss ein paar Minuten seiner kostbaren Zeit in der Küche opfern. Und der selbst gemachte Bio-Joghurt schmeckt vielleicht nicht ganz genauso, wie der gekaufte aus dem Supermarkt.

Joghurt selbst zu machen, das ist eigentlich ein Thema, das mit dem Aufkommen der alternativen Bewegung aktuell wurde: Möglichst autark und unabhängig leben, zurück zu den Wurzeln. Doch auch nach der Zeit von Latzhosen und Jute-Taschen hat der selbst gemachte Joghurt seine Berechtigung. Auch wenn es noch immer kein allzu cooles und trendiges Thema ist.

Der beste Grund dafür, Joghurt selbst zu machen liegt auf der Hand: Es ist wirklich sehr einfach, einmal von industriell hergestellten Lebensmitteln wegzukommen. Das gilt zumindest teilweise, denn die Grundlagen muss man natürlich immer noch einkaufen. Und in Zeiten, in denen sensible Verbraucher aufgerüttelt werden, weil der Rohstoff Milch durch halb Europa gekarrt wird für die einzelnen Verarbeitungsschritte hat das Zuhause-selber-machen natürlich auch Charme.

Joghurt selbst machen

Was braucht man also genau zum selber machen von Joghurt?

Es ist so simpel: Für die ersten Schritte genügen ein Liter Bio-Milch, etwa 150 Gramm Bio-Joghurt, ein Kochtopf, ein Rührbesen und – hier wirds für ganz rudimentär ausgestattete Haushalte etwas knifflig – ein Thermometer. Wer ein Backofen-Thermometer besitzt, der kommt damit aus. Dann brauchts nur noch 4 bis 6 kleinere Gäschen, Fassungsvermögen etwa 150 bis 200 Gramm, möglichst mit Schraubverschluss.

Joghurt selbst machen

Und wie geht das Joghurt machen nun genau?

Die Milch kommt in einen ausreichend großen Topf und wird erhitzt. Verwendet mal H-Milch, die ja bereits hoch erhitzt wurde, dann genügt es, die Milch auf etwa 45 Grad zu erhitzen. Verwendet man normale Milch bzw. Bio-Milch, dann wird empfohlen, die Milch unter Rühren kurz bis auf eta 90 Grad zu erhitzen. Das Rühren ist nicht ganz unwichtig, damit die Milch nicht am Boden anbrennt. (Und: Damit man nicht vom Herd wegläuft um eben noch was anderes zu erledigen…)

Ist die Milch auf etwa 90 Grad erhitzt, was relativ schnell geht, kommt der langweilige Teil: Zum Abkühlen auf 45 Grad muss die Milch wieder gerührt werden. Und Abkühlen dauert halt etwas länger, als das Erhitzen. Bei etwa 45 Grad macht man die vorbereitete Menge von etwa 150 Gramm Bio-Joghurt ins Glas und rührt solange, bis sich alles gut vermischt hat.

Et voila, das wars schon fast. Die Milch-Joghurt-Misch kommt nun in die bereit stehenden kleinen Gläschen, wob ein Trichter ganz hilfreich sein kann. Oder ein Krug, damit das Ausgießen kleckerfrei erfolgt.

Joghurt selbst machen

Die Warmhalte-Techniken

Dann soll die Milch-Joghurt-Mischung für etwa 8 Stunden warm gehalten werden. Das war der Grund, warum schon vor Jahren sogenannten Joghurtbereiter unters Volk gebracht wurden: Kleine Behälter mit einem Deckel, die schwach beheizt werden, damit die darin stehenden Gläser die Temperatur halten.

Inzwischen haben sich die Joghurt-Macher mehrere Alternativen ausgedacht, die ohne ein weiteres Küchengerät auskommen. Mein Favorit ist Backofen-Methode, die in meinem Fall sogar in der Anleitung des Backofen-Herstellers empfohlen wird. Dazu schaltet man den Backofen für kurze Zeit und heizt auf etwa 50 bis Grad auf. Der Backofen zeigt ja an, wann das erledigt ist.

Dann werden die gefüllten Gläschen in den warmen Backofen gestellt, einfach auf den Boden. Der Backofen wird ausgeschaltet, nur die Backofenbeleuchtung soll angeschaltet bleiben (was ja bei allem Modellen separat möglich ist). Bequemerweise stellt man am besten auch gleich die Uhr am Backofen auf 8 Stunden.

Danach kommen die Gläser zum Abkühlen raus und wenn sie Raumtemperatur haben, stellt man sie in den Kühlschrank.

Die Alternativen zu dieser Methode

Findige Geister haben sich einige Variationen zum Thema Joghurt-Bereitung ohne weitere Hilfsmittel einfallen lassen. So gibt es den Tipp, die warme Milch-Joghurt-masse in einen großen Thermosbehälter zu füllen. Am besten eine 1-Liter-Flasche, die ganz voll gemacht wird. Bei mir hat das nicht so gut geklappt, ich vermute, der Joghurt hat dann wohl zu viel Wärme mitbekommen.

Eine weitere Variante besteht darin, die Milch-Joghurt-Menge in ein großes Einmachglas zu füllen (ebenfalls wieder möglichst randvoll) und dieses Glas in ein Küchentuch eingewickelt auf die Heizuuing zu legen. Mal abgesehen davon, dass das nur im Winter funktioniert und da auch ganz unterschiedliche Temperaturen rauskommen: Beide Methoden haben wohl einen gemeinsamen Mangel.

Die Herstellung von einer größeren Menge Joghurt ist wohl nicht so effektiv, wie die Nutzung mehrerer kleinerer Behälter. Die Bakterien, die für die Joghurt-Entwicklung verantwortlich sind, breiten sich wohl in einem großen Gefäß nicht so gut aus. Deswegen bin ich zur Backofen-Methode mit kleineren Gläschen zurückgekehrt.

Joghurt selbst machen

Und schmeckts jetzt genauso wie beim gekauften?

Dazu sagen muss man freilich noch, dass der selbst gemachte Joghurt – unabhängig vom Ausgangsprodukt – nicht ganz dasselbe wie der gekaufte Joghurt ist: Zum einen finde ich, dass der selbst gemachte etwas säuerlicher schmeckt als das Ausgangspunkt. Das ist wirklich nur eine Nuance und in der ganzen Palette der erhältlichen Joghurts gibts ja auch im Handel welche, die eher säuerlich und andere die eher mild schmecken.

Außerdem ist die Konsistenz bei meinen Joghurts zumindest nicht ganz so geschmeidig, wie bei den gekauften Joghurts. Zwar ist der Joghurt beim herausnehmen stichfest wie gekaufter Joghurt. Aber beim Herausnehmen merkt man zumindest bei meinen Joghurts, dass es keine so sahnige, geschmeidige Masse ist.

Vielleicht wird das durch heftigeres Rühren anders. Für mich spielt es keine Rolle, da ich meinen Joghurt nicht einfach aus dem Glas löffele, sondern mir damit ein Müsli anmache, möglichst mit etwas Fruchtigem und etwas Crunch.

Einen Versuch ist das selber machen von Joghurt also allemal wert. Schon alleine dafür, dass man mal erfahren hat, wie das genau geht und was mindestens drin sein muss (nämlich eigentlich nix als Milch und Joghurt). Und man kann damit auch in „Notfällen” seinen letzten Joghurt dazu benutzen, die Menge auf wundersame Weise zu vermehren, ohne Einkaufen zu gehen (wann auch immer das ein Argument sein kann).

Kann man die Ausrüstung verbessern?

Die Joghurtbereiter, die es im Handel gibt, will ich niemandem ausreden: Wer genügend Platz in der Küche hat (ist bei mir nicht der Fall) oder wer so begeistert ist, dass er das öfters machen und verfeinern will, der findet bei den üblichen Quellen eine große Auswahl.

Und wem das Backofen-Thermometer zu ungenau ist, der kann sich nach anderen Thermometern umschauen (kann dann aber halt nicht erst loslegen, wenn er eingekauft hat). Es gibt viele digitale Thermometer, die für den Zweck vielleicht auch etwas oversized wirken (für unter 10 €), und es gibt sogar spezielle Joghurt-Thermometer (ebenfalls unter 10 €). Das Backofen-Thermometer deckt aber den Temperaturbereich gut ab und ist das wohl universellste Thermometer in der Küche.

Beispiele:

Joghurt-Bereiter

Severin JG 3519 Joghurt-Fix (14 Portionsgläser Ø  ca. 150 ml), weiß (affiliate-Link)

digitales Küchen-Thermometer

IPOW Digital LCD Haushaltsthermometer(Schwarz) (Affiliate-Link)

Joghurt-Thermometer

Joghurtthermometer Analog Quecksilberfrei A8ffiliate-Link)

Backofen-Thermometer

Sunartis 1-5009 T720DH Backofenthermometer mit Angabe der Niedergar-, Back- und Brattemperatur (Affiliate Link)

Bio-Eier, auch aus dem Supermarkt: Weidehuhn-Eier und Hahn & Henne

Weidehuhn-Eier

Nach meinem ersten Besuch auf einem Demeter-Bauernhof im Schwarzwald, wo die Hühner in einem Hühnermobil gehalten wurden, war ich sehr angetan von dieser Art der Hühnerhaltung. Die Vorteile habe ich hier in einem Artikel und einem Video beschrieben.

Leider ist der beschriebene Bauernhof ziemlich weit weg von meinem Wohnort. Und andere Demeter-Betriebe mit ähnlicher Tierhaltung habe ich zunächst hier nicht gefunden.

In der letzten Zeit hat aber nicht nur das Angebot und die Auswahl der Bio-Eier in meiner Region – auch im Supermarkt – zugenommen. Immer öfter entdeckte ich auf den Wiesen und Weiden rings um Emmendingen auch selbst gebaute Hühnermobile, die das Prinzip übernahmen, aber offensichtlich die Kosten für die Investition scheuten.

Seit kurzem ist die Bio-Auswahl von Eiern nun auch zumindest in einem Markt noch größer geworden: Vom Demeter-Hof in unserer Nachbarschaft, der Hochburg, gibt es jetzt sogenannte „Weidehuhn-Eier”. Und offensichtlich bemüht sich der Erzeuger ganz massiv um Aufklärung der Verbraucher: Mit Bildern und Texten auf dem Eierkarton, einem Einlegezettel und sogar der Stempel trägt statt des Zahlen- und Buchstabencodes den Hofnamen.

Außerdem habe ich entdeckt, dass weitere Bio-Eier unter dem Begriff Hahn und Henne vermarktet werden: Gerade Bio-Erzeuger stören sich seit langem daran, dass bei der Zucht die männlichen Küken vernichtet werden. Um beide Geschlechter artgerecht aufzuziehen muss der Erzeuger Abstriche beim Gewinn machen.

Hier kann man sich über die Bruderhahn-Initiative informieren, die 2012 von vier Biopionieren gegründet wurde.

Weidehuhn-Eier

Weidehuhn-Eier

Weidehuhn-Eier